Für die gehörlose Maelys Durant wird ein Traum wahr, als sie ein Kunststudium in Paris beginnt. Doch dann erkrankt ihre Tante Valérie, und Maelys muss auf dem Montmartre Touristen porträtieren, um Geld zu verdienen. Dort macht ihr eines Tages ein geheimnisvoller Fremder ein erstaunliches Angebot: für eine stattliche Summe soll sie seinen Großvater in Lissabon malen. Maelys‘ Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf die Reise in die weiße Stadt am Tejo. Dort stößt sie auf die Spuren einer herzergreifenden Liebesgeschichte, die bis ins Paris der 1960er Jahre zurückreicht – und ahnt nicht, welch besondere Rolle sie selbst darin spielt …
Die Autorin entführt uns in ihrem neuen Sommerroman in die herrlichen Städte Paris und Lissabon. Und hier erleben wir vor einer wunderbaren Kulisse zwei ungewöhnliche Frauenschicksale und begeben uns auch auf eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit. Doch nun zu unserer Protagonistin Maely, ein ganz besonderer Mensch, denn die junge schöne Frau ist gehörlos. Sie ist eine begnadete Malerin und ihr Traum wird war, als sie in Paris ein Stipendium erhält und Kunst studieren kann. Sie findet bei ihrer Tante Valerie Unterschlupf, als ihre Tante jedoch erkrankt, muss sich Maely um den Lebensunterhalt kümmern. Sie porträtiert auf dem Montmatre Touristen. Doch eines Tages erhält sie ein seltsames Angebot. Ein Fremder bittet sie, nach Lissabon zu kommen, um seinen Großvater zu malen. Maelys Neugierde ist geweckt und so begibt sie sich auf die Reise in die weiße Stadt am Tejo. Und hier stößt sie auf eine Liebesgeschichte, die in den 1960er Jahren in Paris begann….. Wow! Wieder sensationell – wie auch alle anderen Bücher von Claudia Winter. Schon das traumhafte Cover, bei dessen Anblick man schon den Duft von Zitronen in der Nase hat, hat mich magsich angezogen. Und dann hat mich der Prolog dermaßen gefesselt und neugierig auf die Geschichte gemacht. Sie hat mich sofort in ihren Bann gezogen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich mache in Traumstädten Halt und lerne eine liebenswerte Protagonistin kennen, die gehörlose Maelys. Eine bemerkenswerte junge Frau, die trotz ihrer Behinderung ihren Weg geht und sich von nichts und niemanden davon abbringen lässt. Ich bewundere diese junge Frau und plötzlich merkt man, dass es nicht vieler Worte bedarf, um gewisse Dinge zum Ausdruck zu bringen. Ich bestaune ihre wunderbaren Bilder und sehe sie vor meinem inneren Auge auf dem Montmatre. Mutig tritt sie auch die Reise nach Lissabon an und taucht hier in eine unglaubliche, berührende Liebensgeschichte ein, die in den 60er Jahren spielt. Auch ich gehe mit Maelys auf Zeitreise und habe Bilder von Fredo und seiner jungen Liebe vor meinem inneren Auge. Einer Liebe, die nicht sein durfte. Paris muss auch zu dieser Zeit schon beeindruckend gewesen sein. Alle mit wirkenden Charaktere dieser herausragenden Lektüre haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ebenso die beeindruckende Villa auf den Hügeln vor Lissabon. In dieser Geschichte liegt so viel Gefühl und Wärme – einfach der perfekte Wohlfühlsommerroman. Für mich ein Lesehighlight, für das ich sehr gerne 5 Sterne vergebe.
Wie sagt man ich liebe dich - ein Buch was Genre technisch definitiv außerhalb meiner Komfortszene liegt. Ich lese keine Romanzen, ich finde es schon anstrengend wenn ich anderen Büchern zu aufdringliche Liebesgeschichten vorkommen. Verzeiht mir also, dass meine Bewertung nicht allzu gut ausfallen kann, ich spreche nur für mich persönlich und bin mir sicher dass das Buch vielen sehr gut gefallen wird. Eine Liebesgeschichte, beziehungsweise sogar zwei, die in Lissabon und in Paris spielen. Eine Atmosphäre, die einen in den Urlaub versetzt und für eine Sommerlektüre sehr schön ist. Ich finde es fantastisch, dass wir das Leben einer gehörlose jungen Frau miterleben. Diese Sichtweise hat man selten in einem Buch, vorallem eine so authentisch umgesetzte. So weit, so gut. Leider finde ich die Geschichte recht vorhersehbar und etwas unorginell. Viele der Themen habe sogar ich schon viel zu oft gelesen, und das obwohl ich ja gar keine Romanzen lese. Auch ist es für mich sehr anstrengend einer Handlung zu folgen, die nur auf Missverständnissen zwischen Charakteren basiert. Ich konnte nicht richtig mit den Charakteren mitfühlen, die Bindung hat mir gefehlt. Manche Charaktere, die in beiden Zeitachsen des Buches vorkommen, sind kaum wiedererkennbar. Die Tiefe und Einzigartigkeit der Charaktere könnte etwas mehr ausgebaut werden. Trotzdem denke ich, dass das Buch für Romantik Liebhaber, die auf der Suche nach einer leichten Sommerlektüre sind, genau das Richtige ist. Nur für mich ist es einfach nichts. Süß sind übrigens auch die Rezepte am Ende des Buches, um einige erwähnte Gerichte im Buch nachkochen zu können. Dieses Detail finde ich sehr liebevoll und vielleicht werde ich bald eins der Rezepte testen.
Die gehörlose Maelys studiert eigentlich Kunst an einer renommierten Pariser Universität, aber um ihre Tante finanziell zu unterstützen, arbeitet sie in einem Imbiss. Dann erhält sie das Angebot nach Lissabon zu kommen und dort einen älteren Herren zu porträtieren.
Die Geschichte spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen in der Gegenwart mit Maelys und zum anderen in der Vergangenheit mit Maelys Tante Valérie. Mir haben beide Geschichten sehr gut gefallen und ich konnte mich in beide Frauen gut reinfühlen. Valérie haut mit 18 Jahren von zu Hause ab, um in Paris ihr Glück zu versuchen. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit und sagt immer was sie denkt, was ihr des öfteren auch ein wenig Ärger einbringt. Themen wie Frauenrechte stehen auch hier im Vordergrund und macht Valéries Leben zu einer sehr interessanten Geschichte. Natürlich gibt es auch hier eine sehr tragische Liebesgeschichte, die sich mit der politischen Situation in Portugal in den 1960er Jahren verknüpft.
Maelys ist gehörlos und wirkt im Vergleich zu ihrer Tante eher zurückhaltend. Ich fand es interessant einige Einblicke in das Leben einer Gehörlosen zu bekommen und wie sie sich im Leben zurechtfindet. Gut fand ich, dass ihre Gehörlosigkeit kein besonderes Thema einnimmt, sondern als völlig normal beschrieben wird. Die Liebesgeschichte fand ich auch hier sehr gefühlvoll.
Die Geschichte der beiden Frauen wird auf sehr schöne Art und Weise verknüpft und ich habe mich sehr gut unterhalten Gefühlt. Dazu trägt auch das wundervolle Setting in Paris und Lissabon bei. Der Schreibstil der Autorin war wieder sehr angenehm und flüssig zu lesen.
I mostly enjoyed this book, especially the 1966 storyline. In 2019, I was a bit frustrated with how Antonio infantilized Maelys. But I still really liked the story and especially the food descriptions and the flair of Lisbon. At the very end the book completely broke my suspension of disbelief when the protagonist bursts through airport security to follow his love interest to the plane, and gets neither shot nor tazed. No way, not post-9/11. There are recipes in the back of the book I'm dying to try as well.
This entire review has been hidden because of spoilers.
In ihrem neuen Roman nimmt uns die Autorin Claudia Winter mit auf eine spannende Reise nach Portugal und in das Paris der 60er Jahre. In zwei Zeitebenen begleiten wir in der heutigen Zeit die gehörlose Maelys nach Portugal, wo sie ein Bild malen soll. Die Reise an sich ist ein großes Abenteuer für sie, aber auch ihr Auftraggeber und sein Enkel, der sie mehr beschäftigt, als gedacht. Begleitet wird sie von ihrer Tante Valérie, die ihre eigene Vergangenheit noch aufarbeitet muss und deren Geschichte enger mit der Maelys verwoben ist, als man zunächst denkt.
Zwei bewegende Frauenschicksale werden in diesem Roman erzählt, die einen berühren und so schnell nicht mehr loslassen. Die Autorin versteht es dabei meisterlich, die beiden Erzählstränge und Zeitebenen zu verweben, sodass man trotzdem gut im Lesefluss bleibt. Der Schreibstil ist fesselnd und melodisch und passt zu den bildlichen Beschreibungen, wenn man mit der gehörlosen Maelys Portugal noch einmal auf ganz andere Weise entdeckt. Die Kultur und das Leben im Land wird schön beschrieben und auch die Kulinarik kommt nicht zu kurz. Die Autorin verwöhnt ihre Leser zudem wieder, wie auch bei ihren anderen Büchern, mit passenden regionalen Rezepten zum Nachkochen.
Ein zauberhaftes Buch, welches die Leichtigkeit der Länder und des Reisens ebenso gut vermittelt, wie die Schicksale der beiden Frauen, welche alles andere als leicht und gewöhnlich sind. Die Autorin vermag es, viele Aspekte in ihrem Buch anzusprechen und dennoch eine gut lesbare und fesselnde Geschichte zu präsentieren, welche Sehnsucht weckt nach Leben. Eine unbedingte Empfehlung!
Inahtl: Als Eduardo de Alvarenga erschöpft auf einen Bistrostuhl sinkt, hätte er nicht gedacht, dass ihn dieser kalte Dezembertag in Paris in eine andere Zeit katapultieren würde. Und doch glaubt er nur wenig später 50 Jahre in die Vergangenheit zu reisen, als er eine zarte Erscheinung im senfgelben Mantel erblickt.
Fünf Monate später reist Eduardos Enkelsohn António in dessen Auftrag nach Paris. Lange hat er sich überlegt ob er es wagen soll und doch lässt es ihm keine Ruhe. Er muss wissen ob diese Frau etwas mit der Frau aus seiner Vergangenheit zu tun hat. Er verlangt viel von António, dass weiß er, aber er weiß auch, dass sein Enkel alles für ihn tun würde. Und das tut António auch. Natürlich hat Eduardo recht, auch er braucht einmal Urlaub, aber das Hotel leitet sich nicht von allein. Und doch freut er sich auf Paris und die Tage, die er dort verbringen wird. Noch hat er jedoch keine Idee, wie er den Auftrag seines Großvaters ausführen soll. Er hat ein Foto in der Brieftasche und den Auftrag das Mädchen im senfgelben Mantel zu finden. Aber wer trägt im Sommer einen Wintermantel? Einen Anhaltspunkt hat António immerhin und er wird sein Bestes geben um die Frau zu finden.
Maelys könnte eigentlich nicht glücklicher sein. Sie kommt gut mit ihrer Tante Valérie aus und seit sie ihr Kunststudium hat, lebt sie ihre Leidenschaft - das Malen. Seit einer Weile verbringt sie ihre Tage jedoch nicht mehr in der Universität, sondern in einer Küche in der Markthalle als Tellerwäscherin und am Nachmittag auf dem Place du Tertre als Porträtmalerin für Touristen. Ihre Tante weiß von alledem nichts und das ist auch besser so, denn sie wäre sehr enttäuscht.
Ihr rettender Engel fällt in Form eines attraktiven Mannes über ihre Staffelei. Er macht ihr ein Angebot, das ihre finanziellen Probleme lösen könnte und doch muss sie erst darüber nachdenken. Maelys soll ein Porträt malen von Antónios Großvater - allerdings in Portugal. Was wird Valérie dazu sagen?
Natürlich ist Valérie dagegen, aber Maelys setzt ihr sprichwörtlich die Pistole auf die Brust und so landen sie gemeinsam einige Zeit später im sonnigen Portugal. Damit hat Eduardo nun gar nicht gerechnet und so sträubt er sich seinen Besuch zu empfangen. Während Maelys ihrer Kreativität freien Lauf lässt, macht Valérie dem Hauspersonal das Leben schwer, allen voran dem armen Butler, der wie ein Luchs aufpasst, dass dieses aufdringliche Weibsbild nicht in die persönlichen Gemächer des Hausherren schleicht. António versteht die Welt nicht mehr, kommt aber bei seinem Großvater auch nicht weiter. Dafür fühlt er sich immer mehr zu der tauben Maelys hingezogen, die eine angenehme Ruhe ausstrahlt und mit ihren Augen tief in seine Seele blicken kann. Ob sie es doch noch schaffen Eduardo aus seinem Schneckenhaus zu locken?
Meinung: Ein neues Buch von Claudia Winter in der Hand verspricht immer eine Reise in ein neues Land für mich. Ich war bislang weder in Frankreich noch in Portugal und somit habe ich hier wieder viel neues kennenlernen können.
Maelys und Valérie kennen wir bereits aus 'Die Wolkenfischerin' und damals mochte ich sie beide ganz gern. In diesem Buch jetzt mag ich Maelys noch immer und sogar noch mehr, aber ich muss gestehen Valérie konnte ich bis zum Ende nicht ausstehen. Ihre anstrengende und aufdringliche Art mag ich gar nicht - weder persönlich noch als Buchcharakter. Trotzdem mochte ich sowohl die Abschnitte in der Gegenwart als auch die Rückblicke in die Vergangenheit. Valérie und Maelys sind komplett unterschiedliche Charaktere, somit fungierte das Buch ein wenig wie eine Doppelgeschichte, was mal wieder was anderes war für mich. Die Männer in diesem Buch fand ich sehr unterhaltsam - allen voran Eduardo mit seiner sturen Art und ich gestehe, der Butler hatte es mir angetan. Er erscheint häufiger wie ein Geist aus dem Schatten und bringt trotz seiner zugeknöpften Art Humor in die Geschichte. Den könnte ich mir super in einem Film vorstellen ;o)
Ein großes Plus - wie so oft bei Claudia Winter - sind natürlich die Rezepte, die einem den Schauplatz der Geschichte näher bringen sollen. Für mich bleibt immerhin ein süßes Rezept übrig, da die portugiesische Küche offenbar etwas fleischlastiger ist ;o) Aber das macht überhaupt nichts - mit Süßkram ist man bei mir immer richtig.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und wollte auch nach jedem Abschnitt in der jeweils anderen Zeit wissen wie es denn nun weiter geht. Der einzige Dämpfer für mich war lediglich Valéries Verhalten. Es mag viel in ihrer Vergangenheit liegen, aber irgendwie klappte es mit uns beiden nicht. Deshalb konnte ich mich nicht so ganz in die Geschichte fallen lassen, aber das geht anderen Lesern sicherlich total anders.
Letztes Jahr im Mai war ich für ein paar Tage in Lissabon - eine wunderschöne und vorallem sehr vielfältige Stadt. Da wir dieses Jahr nur sehr beschränkt reisen dürfen, habe ich mich umso mehr gefreut, buchtechnisch wieder nach Lissabon zu reisen.
Claudia Winter hat mit ihrem neuen Roman "Wie sagt man ich liebe dich" eine wunderschöne Geschichte rund um die gehörlose Maelys und ihre Tante Valérie geschrieben, die gemeinsam in Paris leben. Maelys kommt aus der Bretagne und studiert Kunst an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. Zurzeit hat sie ihr Studium unterbrochen, um auf dem Montmarte Touristen zu portraitieren. Sie benötigt ein Einkommen, da sich ihre Tante den Arm gebrochen hat und sich die Mietforderungen und die unbezahlten Rechnungen bereits stapeln. Eines Tages spricht sie ein Mann an und bittet sie von seinem Großvater ein Portrait zu malen. Dieser wohnt allerdings in Lissabon. Maelys ahnt nicht, dass dieser besagte Großvater seinen Enkel António extra nach Paris geschickt hat, um Maelys anzuwerben. Er hat die junge Frau bei seinem Weihnachtseinkäufen in Paris gesehen. Der senfgelbe Mantel und die Ähnlichkeit mit seiner großen Liebe haben ihn nicht ruhen lassen. Obwohl Maelys anfangs zögert, greift sie doch auf das Angebot zurück, da sie dringend Geld braucht. Sie fordert jedoch, dass sie ihre Tante Valérie in die portugiesische Hauptstadt mitnehmen darf und ahnt nicht, welche Folgen dies haben wird....
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Im Vergangenheitsstrang befinden wir uns im Jahr 1966. Die junge Valérie Durant hatte schon immer den Traum eines Tages nach Paris zu gehen und die schillernde Hauptstadt Frankreichs kennenzulernen. Sie will nicht in der Bretagne versauern und auch keinen Ehemann, den ihr Vater bereits eifrig auszusuchen scheint. Nur mit einem kleinen Koffer bricht sie nach Paris auf. Sie heuert als Zimmermädchen in einem Hotel an und setzt sich für die Frauenrechte in den 1960igern ein.... Während ihrer Zeit in Lissabon beginnt Maely die Notzhefte ihrer Tante zu lesen und lernt eine ganz andere Frau kennen, als diejenige, die sie heute kennt.
Liest man den Inhalt der Geschichte hat man doch so einige Vorahnungen, wie es in diesem Genre eben der Fall ist. Doch Claudia Winter gelingt es mehrere überraschende Wendungen einzubauen und auch die Spannung immer auf hohem Level zu halten. Besonders gefallen hat mir jedoch der wundervolle bildhafte Schreibstil. Ich hatte den Montmarte vor Augen mit den vielen Künstlern, hörte den Fado in den engen Gässchen Lissabons und hatte Lust auf die leckeren Blätterteigtörtchen mit Vanillecreme, die ich letztes Jahr genossen habe. Zusätzlich war ich von der sehr selbstbewussten und flotten Valérie fasziniert, die nicht so schnell aufgibt - komme, was wolle. Sie sezte sich für Frauenrechte ein und spielte gleichzeitig mit ihrer Erotik und ihrem Charme.
Maelys hingegen ist eher ruhig und sagt, was sie sich denkt. Sie ist eine gute Beobachterin, liebt die Welt der Farben und die Schönheit in der Kunst. Von ihr war ich von Beginn an verzaubert. Wunderbar fand ich, dass die Autorin diesmal eine gehörlose Protagonistin gewählt hat. Sie ist selbst Tochter von gehörlosen Eltern und hat all ihre Kenntnis in ihrem Roman miteingebracht. Die Beeinträchtigung steht allerdings nicht im Mittelpunkt des Romans, sondern ist Teil von Maely Welt.
António ist ein sympathischer Geschäftsmann, der sich allerdings als Hotelbesitzer nicht wirklich wohl fühlt. Mit seinem Charme bezirzt er die Frauen und hat eine Affäre mit seiner Rezeptionistin. Er liebt seinen Großvater und führt ohne Bedenken seinen Plan aus Maelys nach Lissabon zu holen...die bald darauf sein Herz stiehlt.
Jeder dieser drei Protagonisten erzählt abwechselnd aus seiner Perspektive. Als Leser kann man sich somit ausgezeichnet in die Gedanken- und Gefühlswelt hineinfühlen. Die Autorin verknüpft die beiden Handlungsstränge aus der Vergangenheit und der Gegenwart perfekt. Ich konnte nicht wirklich sagen, welche Lebensgeschichte mir besser gefallen hat. Es sind zwei sehr unterschiedliche Frauen und zwei sehr unterschiedliche Liebesgeschichten, die mich jede auf ihre Art bezaubern konnte.
Im Anhang gibt es einige landestypischen Rezepte und ein Glossar mit portugiesischen Begriffen.
Fazit: Eine wunderschöne Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Frauen, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Besonders gefallen haben mir die bildhaften Orts- und Landschaftsbeschreibungen. Leicht und doch intensiv, verspielt und verträumt, aber auch mit Tiefe. Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter.
"Manchmal muss man einen Menschen loslassen, damit er glücklich sein kann, auch wenn man selbst daran zerbricht." (desired) Maelys Durant kann ich Glück kaum fassen, den sie darf in Paris Kunst studieren und bei Tante Valerie wohnen. Doch eines Tages erkrankt Valerie und immer mehr Schulden häufen sich an. Maelys bleibt nichts anderes übrig, als in Hadirs Garküche zu arbeiten und Touristen am Place du Tertre zu malen. Eines Tages macht ihr ein Fremder das unglaubliche Angebot für viel Geld, seinen Großvater in Lissabon zu malen. Maelys ist neugierig, geht jedoch nur unter der Bedingung mit, das sie Tante Valerie mitnehmen kann. Ihre Reise in die Stadt am Tejo wird gleichzeitig zur Spurensuche einer vergangenen Liebe, die in Paris 1966 begann. Dabei ahnt sie nicht, dass auch sie eine Rolle darin spielen wird.
Meine Meinung: Das wunderschöne gelbe Cover mit den Zitronen und der Frau im blauen Kleid lässt mich sofort an Wärme, Urlaub und Portugal denken. Der Schreibstil ist locker, bildhaft, einfühlsam, berührend und überaus unterhaltsam, wie bisher alle Bücher der Autorin. Die zwei Handlungsstränge mit der Liebe in der Vergangenheit und Maelys Geschichte nehmen mich sofort gefangen. Dieses Buch ist die Fortsetzungsgeschichte von "Die Wolkenfischerin", das ich leider nicht gelesen habe, jedoch nach diesem Buch unbedingt lesen werde. Da die Eltern von Claudia Winter ebenfalls gehörlos sind, kann sie sehr gute Maelys Welt ohne Hören darstellen. Obwohl ich es mir sicher schwer vorstelle, dass man manche Gefühle per Handzeichen vermitteln kann. Da kommt selbst Maelys manchmal an ihre Grenzen, doch besonders merke ich es bei Antonio. Der Fremde, der Maelys nach Lissabon holt und dann merkt, dass er mehr für diese ungewöhnliche junge Frau empfindet, als er denkt. Doch sehr angetan war ich von Valeries Geschichte, die aus der Bretagne nach Paris geht, um dort eine bessere Zukunft zu haben. Dass sie dort dann auf die Liebe ihres Lebens trifft, hatte sie wahrscheinlich selbst nicht gedacht. Jedoch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr und Fredo wie sie ihn immer nennt. Die beiden Geschichten, die mich fast zu Tränen gerührt und tief bewegt haben, weil sie einen so fassungslos macht. Jedes Mal dachte ich beim Lesen, würden sie doch nur offen miteinander reden. Ebenso wie Maelys Geschichte, die in Lissabon so schön beginnt und so tragisch zu Ende geht. Sofort dachte ich nein, nicht noch mal dasselbe. Claudia Winter entführt mich in das Paris der Künstler und auch in das Paris der 60er-Jahre, als man als junger Mensch froh war, ein Einkommen und ein Dach über dem Kopf zu haben. Da nimmt man dann gerne einmal Arbeiten an, an die man zuvor vielleicht nicht gedacht hat. Durch das ständige Abtauchen in die verschiedenen Zeitebenen, die französischen Wörter und der Beschreibung des Lokalkolorits habe ich das Gefühl, mitten dabei zu sein. Zudem werden für mich die unterschiedlichen Personen der beiden Geschichten viel klarer dargestellt. Gerade ihre Charaktere haben mir außerordentlich gut gefallen. Besonders die despotische Patriarchin Dona Maria fand ich schrecklich, doch dadurch konnte ich sie mir sehr gut vorstellen. Die sympathische, zurückhaltende junge Maelys die gehörlos ist. Der nette, gut aussehende, charmante Antonio, die energische, kultivierte Valerie und der sture, eigensinnige Vovo sind wirklich gut gelungen. Eine Geschichte, die nicht nur für Urlaubsstimmung sorgt, sondern besonders was fürs Herz ist und die mit der Individualität der Gehörlosigkeit etwas ganz Besonderes ist. Darum gibt es von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
Inhalt Eigentlich studiert die gehörlose Maelys Kunst in der Traumstadt Paris. Aber als ihre Tante Valérie erkrankt, unterbricht sie ihr Studium um mit mehreren Nebenjobs die Miete und den Unterhalt für den gemeinsamen Haushalt zu finanzieren. Als sie von einem Unbekannten das lukrative Angebot bekommt, seinen Großvater in Lissabon zu porträtieren, fasst sie sich ein Herz und begibt sich gemeinsam mit ihrer Tante auf die Reise in das fremde Land.
Meine Meinung Die Bücher von Claudia Winter sind immer wie ein Kurzurlaub. Sie schafft es durch ihre wunderbare Art zu schreiben, den Leser auf die Reise in ein fremdes Land zu schicken und erzählt dabei „nebenher“ noch eine wunderbare (Liebes) Geschichte.
In „Wie sagt man ich liebe dich“ nimmt uns Claudia mit nach Paris und Lissabon. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es in zwei Zeitebenen spielt und zwei Geschichten erzählt. Einerseits die Geschichte von Maelys und ihrem Abenteuer in Portugal, andererseits wird die Geschichte von Tante Valérie erzählt. Diese spielt in den wilden 60er Jahren.
Beide Charaktere, Maelys und Valérie kamen bereits in einem anderen Buch von Claudia Winter „Die Wolkenfischerin“ als Nebencharakter vor, jetzt werden die Geschichte der beiden erzählt. (Man muss aber „die Wolkenfischerin“ nicht gelesen haben, beide Bücher sind unabhängig voneinander lesbar.)
Besonders gut hat mir der Vergangenheitsstrang der Geschichte gefallen. Hier lässt Claudia Winter ihre Leser in die turbulente Zeit der 60er Jahre eintauchen. Durch den lebhaften Erzählstil gelingt es ihr, dass man sich als Leser fühlt, als wäre man „live dabei“. Valérie, die aus der Bretagne nach Paris „geflohen“ ist, geniesst ihre neu gewonnene Freiheit. Sie schliesst sich den Demonstrationen an, genießt die Mode sowie das mondäne Großstadtleben – und sie lernt die Liebe kennen. Durch einen weiteren Protagonisten lernen wir auch die 60er Jahre im fernen Lissabon kennen, die durch die Diktatur Salazars und die kurz bevorstehende Revolution geprägt sind.
„Wie sagt man ich liebe dich“ ist weit mehr als ein Liebesroman, aber so leicht lesbar wie einer. Es ist mein Lieblingsbuch von Claudia Winter und jetzt schon eines meiner Jahreshighlights!
Fazit Wer auf der Suche nach einem Sommerroman ist und ein bisschen mehr sucht als eine einfache Liebesgeschichte, der sollte unbedingt „Wie sagt man ich liebe dich“ lesen! Das Buch ist wie ein Kurzurlaub im Süden und eine Zeitreise in eine sehr spannendes und turbulentes Jahrzehnt. Abgerundet wird das Leseerlebnis wie immer mit landestypische Rezepten, diesmal einem portugischen Menü. Da ich dieses bereits probieren durfte, kann ich euch sagen, nachkochen lohnt sich! Die „Frango piri piri“ ist ein perfektes Sommeressen das man auch auf dem Grill zubereiten kann und das Dessert ist jede Sünde wert! (Hier darf man allerdings nicht auf die Kalorien schauen)
Herzlichen Willkommen in Paris! Der Stadt der Liebe, Kunst und Heimat von Valerie und Maelys. (Beide sind uns als liebenswerte Nebenfiguren aus “Die Wolkenfischerin” bekannt) Zwei ganz besondere Frauen! Während die eine eher exzentrisch und speziell ist, mit einem Hang zum dramatischen und der Farbe schwarz, ist die andere eher pragmatisch, ehrlich, eine Künstlerin und gehörlos. Wahrlich ein ungewöhnliches Gespann mit ungeahnten Gemeinsamkeiten.
Mit viel Gespür für Zwischentöne erzählt Claudia Winter eine berührende Geschichte über das Leben, Selbstverwirklichung, Freundschaft, Mut und die Liebe. Dabei dürfen wir gleich zwei Geschichten erleben, die bedingt durch ihre Zeit ihre ganz eigenen Spannungen, Probleme und Konflikte haben und dennoch ungeahnte Parallelen besitzen. Wir erleben an der Seite von Maelys und Antonio Lissabon im Jahre 2019. Eine Stadt im Zwiespalt zwischen Tradition und Umbruch, gezeichnet durch die Narben des Kommunismus. Während wir zugleich Valerie und Fredo (mit Fokus auf Erstere) durch das Paris der 60er Jahre begleiten.
Eine Geschichte über die Magie von Himbeerbonbons, mit Figuren, die das Herz am rechten Fleck haben und der Erkenntnis, dass Hörende allzu oft taub für die wichtigen Dinge sind.
Ich gestehe, das sich mich ein wenig in Fredo verliebt habe. Dieser kleine Koch aus Portugal, der doch so viel mehr ist. Einfach nur schön!
“Ich verspreche dir nicht, dass du den Rest deines Lebens glücklich sein wirst, querida. Aber ich könnte deine Hand halten, wenn du traurig bist.”
“Es ist immer das Nein, das wir eines Tages bereuen.”
Zusammengefasst bleibt mir also nur zu sagen: Kaufen, lesen und lieben! Es lohnt sich – versprochen! 5 von 5 Himbeerbonbons!!!