2,5 Sterne
Leider bin ich mit dem Buch die längste Zeit wirklich nicht warm geworden. Lucy ist zwar eine tolle Hauptfigur, aber ihre Eltern sind eine Katastrophe, und dass das im Buch eigentlich nie aufgegriffen wird und der Ton trotzdem immer leicht und fröhlich funktioniert für mich als Kinderbuch leider nur bedingt. Lucy wird eigentlich auf irgendeine Art und Weise ziemlich vernachlässigt, und ich habe das Gefühl, das hätte mehr Thema sein sollen.
Auch ist das Buch leider nicht in Kapitel aufgeteilt, was einerseits nicht schlimm ist, weil es durchaus Abschnitte gibt und so lang ist das Buch nun auch nicht, andererseits sorgt es aber doch dafür, dass man das Gefühl bekommt, überhaupt nicht voran zu kommen.
Und dann dauert es noch Ewigkeiten, bis Lucy tatsächlich bei ihrer Tante ankommt und selbst dann geht die Geschichte noch nicht so richtig los.
Hauptsächlich handelt es sich um ein gemütliches kleines Buch, das man einfach so zum wohlfühlen lesen kann, und eigentlich mag ich solche Geschichten wirklich gerne, aber dafür ist die erste Hälfte eigentlich zu niedergeschlagen geschrieben, sodass es dann doch nicht so richtig passt.
Sobald man aber die ersten 90/100 Seiten hinter sich hat, wird die Geschichte tatsächlich auch insgesamt fröhlicher und macht gute Laune, genau wie ich vom Klappentext her erwartet hätte, und auch dann gibt es zwar noch einige Punkte, die für mich nicht so richtig gut gepasst haben (z.B. häusliche Gewalt wird so ein bisschen nebenbei mit aufgegriffen), aber im großen und ganzen gefällt es mir dann doch ziemlich gut.
Den Großteil des Buches hatte ich also leider sehr stark zu kämpfen, muss ich zugeben, umso näher es dem Ende kam, umso besser hat es mir dann aber doch gefallen und das Ende fand ich doch sehr zufriedenstellend. Mit dem Anfang gleicht das aber auch leider nur bedingt viel aus, sodass es in meinen Augen leider wirklich kein Meisterwerk ist.