Jump to ratings and reviews
Rate this book

Nordsee-Nacht: Roman - Von der Autorin des SPIEGEL-Bestsellers "Die Riesinnen"

Rate this book
Der Küstenort Hulthave, 1987. Die kleine Friederike verschwindet spurlos aus einem Zeltlager. Kommissar Wedeland ermittelt fieberhaft, aber vergebens. Das katastrophale Ereignis legt sich wie ein Schatten über das Städtchen am Meer und das Leben der Betreuerin Sascha, die an ihren Schuldgefühlen zu zerbrechen droht. 25 Jahre später wird am Strand eine bewusstlose Frau gefunden; als sie erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Schnell kommt das Gerücht auf, es handle sich um Friederike. Daraufhin kehren Sascha und Kommissar Wedeland nach Hulthave zurück – denn es ist Zeit, endlich die Wahrheit über jene verhängnisvolle Nacht herauszufinden ...

385 pages, Kindle Edition

Published June 15, 2020

Loading...
Loading...

About the author

Hannah Häffner

4 books13 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
6 (11%)
4 stars
16 (29%)
3 stars
28 (51%)
2 stars
3 (5%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Ankas.
Author 1 book57 followers
June 28, 2020
Es ist der wahrgewordene Albtraum aller Eltern. Ihr 6-jähriges Kind verschwindet spurlos aus einem Zeltlager und wird auch nach tagelanger intensiver Suche nicht aufgefunden. Dass solch ein grausames Ereignis jedoch nicht nur die Eltern traumatisiert, durfte ich in Hannah Häffners Debütroman „Nordsee-Nacht“ lesen.

Die Autorin beweist ab Seite 1, dass sie einen tollen Blick für Situationen und an ihnen beteiligten Personen hat. Ganz einfühlsam versetzt sie sich in die Lage der quirligen Betreuerin, des an seine Grenzen kommenden Kommissars und eines jungen Einwohners der Kleinstadt Hulthave an der Nordsee, wo das Zeltlager stattgefunden hat. Die gelöste Stimmung im Camp und schließlich die angespannte Atmosphäre nach Friederikes Verschwinden fängt Hannah Häffner feinfühlig ein und macht sie spürbar. Insbesondere Kommissar Wedeland wurde für mich sehr schnell greifbar.

Während der erste Teil des Buches im Jahr 1987 spielt, machen wir im zweiten Teil einen Zeitsprung in die Gegenwart. Friederikes Verschwinden konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Presse sofort auf der Matte steht, als am Strand in Hulthave eine bewusstlose Frau aufgefunden wird. Handelt es sich etwa um Friederike? Tatsächlich sind die Ähnlichkeiten frappierend und dass sich die Frau, als sie im Krankenhaus zu sich kommt, an nichts erinnern kann, nicht mal an ihren Namen, befeuert die Journalisten in ihren Schlagzeilen.

Doch welche Auswirkungen hat das mysteriöse Auftauchen der „Nixe“, wie die junge Frau ohne Gedächtnis genannt wird, auf die Beteiligten von damals? Hannah Häffner lässt sowohl den pensionierten Kommissar als auch die gebeutete Betreuerin Sascha an den Ort des Geschehens zurückkehren und konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit.

Ich bin wirklich sehr angetan von diesem starken Debüt. Nicht nur die Idee zu der Geschichte, sondern auch die Art, wie die Autorin an die Erzählung herangegangen ist, konnte mich in Windeseile fesseln. Ihr flüssiger Schreibstil trug ebenfalls dazu bei, dass die Seiten nur so flogen, auch wenn schnell klar war, dass ich hier keinen reißerischen Thriller las. Natürlich ist Friederikes Verschwinden der Aufhänger dieser Geschichte und bleibt Thema bis zum Schluss, jedoch liegt der Fokus auf den Figuren, ihren Entwicklungen und den Auswirkungen, die solch eine Ausnahmesituation auf sie hat. Trotzdem beinhaltet die Geschichte eine gut abgestimmte Portion Spannung, die mich beim Lesen immer weiter vorantrieb.

Mir gefiel es sehr, dass mir die Geschichte chronologisch erzählt wird. Wir starten im Jahr 1987 und springen dann in die Gegenwart, anders als in Geschichten, die in der Gegenwart starten und in denen mit Rückblenden gearbeitet wird. Auch im zweiten Erzähl-Teil stehen weiter die Figuren im Fokus und nicht das Auftauchen der „Nixe“.
Ich kann mir vorstellen, dass einige Leserinnen und Leser am Ende des Buches etwas enttäuscht sein werden, rechnet man beim Lesen der Kurzbeschreibung doch mit einer spektakulären Auflösung. Ja, schlussendlich beantwortet die Autorin alle Fragen und löst sowohl das Geheimnis um Friederikes Verschwinden als auch das Geheimnis um das plötzliche Auftauchen der mysteriösen Frau am Strand. Was die beiden Fälle miteinander zu tun haben, solltet ihr natürlich selbst herausfinden.

Ich bin sehr zufrieden und werde definitiv den weiteren Schreib-Werdegang der Autorin im Auge behalten. Auch wenn ich nicht zu 100% glücklich mit der gesamten Geschichte bin, konnte sie mich absolut überzeugen. Zum Einen hätte ich mir ein bisschen lebendigeres Setting gewünscht. Die Küste gibt so viel her. Dass es dort windig ist, versteht sich von selbst, aber das Meer sehen, schmecken oder hören konnte ich nicht. Zum Anderen fand ich es im zweiten Teil unnötig, so ausführlich in das Privatleben des jungen Polizisten Erik Harms einzutauchen. Diese Passagen haben, meiner Meinung nach, zur Geschichte an sich nicht viel beigetragen. Ein Punkt, der mich beim Lesen etwas irritiert hat, war das fehlende Einbinden von Friederikes Familie. Wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, kann ich verstehen, dass sich die Autorin auf andere Figuren konzentriert hat, was ich auch spannend und richtig finde, jedoch erschien mir dann die Erklärung zum fehlenden Einbinden der Familie als ein bisschen plump und zu einfach gelöst.

Diese drei kleinen Kritikpunkte fallen, im Vergleich zu all den positiven Aspekten des Buches, nicht so sehr ins Gewicht. Ich bin nach wie vor sehr angetan und empfehle diesen Roman uneingeschränkt weiter, natürlich verbunden mit dem Hinweis, dass eventuelle Sensationsgier nicht befriedigt wird. „Nordsee-Nacht“ ist ein Roman mit Spannungselementen, aber kein Krimi oder Thriller. Es geht um einen ungelösten Kriminalfall bzw. das bisher unaufgeklärte Verschwinden eines kleinen Kindes, trotzdem steht nicht der Fall im Mittelpunkt, sondern die Frage, was solch ein Ereignis mit den Personen macht, die direkt oder indirekt mit hineingezogen werden.

Ein beeindruckendes Debüt – ich freue mich auf mehr!
Profile Image for Lisa.
35 reviews
June 24, 2020
Cover und Gestaltung

„Nordsee-Nacht“ ist im Goldmann Verlag erschienen und ist ein sehr atmosphärisch gestaltetes Taschenbuch. Das Cover bereitet den Leser sehr gut auf die Stimmung der Erzählung vor und die Verarbeitung des gesamten Buches fühlt sich sehr hochwertig an. Besonders schön gestaltet sind die Innenklappen mit Zitaten aus dem Buch. Es wurde eine sehr passende Schriftgröße gewählt, eine zu kleine Schrift empfinde ich oft als anstrengend.



Schreibstil und Aufbau

Hannah Häffner hat einen sehr angenehmen Schreibstil, die Sätze sind nicht zu lang und haben eine klare Struktur. Das ermöglicht einen guten, zügigen Lesefluss und die Erzählung ist gut verständlich. Das Buch ist in zwei große Abschnitte unterteilt, zuerst werden die Geschehnisse im Jahr 1987 geschildert und im zweiten Teil dann die im Jahr 2012. Die Kapitel haben eine für mich sehr angenehme Länge und sind größtenteils sehr prägnant. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven involvierter Charaktere beschrieben, es wird dabei aber nie konfus oder unüberschaubar, um wen es sich handelt.



Story und Atmosphäre

Im Jahr 1987 verschwindet die kleine Friederike spurlos aus einem Zeltlager im Küstenort Hulthave an der Nordsee. Wir begleiten die Ermittlungen von Kommissar Wedeland und seinem Team und erleben den Fall auch aus der Sicht anderer beteiligter Personen, wie zum Beispiel der Betreuerin Sascha. Ganze 25 Jahre später taucht am Strand von Hulthave eine Frau ohne Gedächtnis auf und Kommissar Wedeland und Betreuerin Sascha kehren an den Ort des Geschehens zurück, um endlich die Wahrheit über Friederike herauszufinden.

Die Geschichte wird von der Autorin sehr atmosphärisch erzählt, sie erschafft eine beklemmende Stimmung an diesem eigentlich so fröhlichen Urlaubsort und hat mich damit sehr neugierig auf den weiteren Verlauf gemacht. Was es zu beachten gilt, ist dass es in diesem Roman nicht primär um die polizeilichen Ermittlungen geht, sondern der Fokus sehr auf die Erlebnisse und Gefühle der einzelnen Personen gelegt ist. Wir erfahren also viel über das Leben der beteiligten Charaktere und wie sie mit dieser Extremsituation umgehen.

Mir persönlich gefällt der erste Teil des Buchs am besten, die Spannung wird sehr gut aufgebaut und durch die bildhaften Beschreibungen konnte ich mich gut in das Setting einfühlen. Leider gibt es für mich zum Ende hin einige Schwachstellen und es haben sich für mich noch einige Fragen ergeben, die leider nicht beantwortet wurden. Außerdem hätte ich mir mehr Informationen zur verschwundenen Friederike gewünscht und dafür weniger Hintergrundwissen zu manchen Personen.



Fazit

„Nordsee-Nacht“ ist kein typischer Krimi und ist wohl deshalb auch als Roman betitelt. Die Thematik des vermissten Mädchens finde ich sehr interessant, da ich generell gerne Kriminalfälle lese, aber man sollte wie gesagt keinen typischen Krimi oder Thriller erwarten. Hier wird das Augenmerk auf die Menschen gelegt, die mit dem Verschwinden umgehen müssen und wie sich auch das private Leben durch so ein Ereignis verändert. Schön finde ich das Setting an der Nordsee und die Stimmung, die die Autorin mit ihrer Erzählweise erzeugt.

Leider kann ich dem Roman trotz interessanter Idee, tollem Schreibstil und einer starken Autorin keine fünf Sterne geben, da er mich auf den letzten Seiten inhaltlich enttäuscht hat und für mich ein paar Schwachstellen aufweist. Aus meiner Sicht sind nicht alle Fragen geklärt worden und auch mit den Erklärungen, die gegeben wurden, bin ich nicht immer ganz zufrieden gewesen. Letztendlich hat Hannah Häffner aber einen spannenden, soliden Debütroman geschrieben und ich würde definitiv gerne in der Zukunft noch mehr von ihr lesen
Profile Image for wortvielfalt.
226 reviews19 followers
August 21, 2020
1987 verschwindet auf einer Ferienfreizeit am Küstenort Hulthave die kleine Friederike spurlos. Obwohl die Polizei jeden Stein umdreht und der Kommissar Wedeland alles tut, bleibt das Mädchen verschwunden. Besonders die Betreuerin Sascha, die an jenem Abend Nachtdienst hatte, macht sich große Vorwürfe. 25 Jahre später wird an eben jenem Küstenort eine bewusstlose Frau gefunden. Als sie wieder zu sich kommt, kann sie sich an nichts erinnern. Das Gerücht keimt auf, es handele sich möglicherweise um Friederike…

‚Nordsee-Nacht‘, das Debüt von Hannah Häffner, hat ein wunderschön atmosphärisches Cover, das mich sofort begeistert hat. Auch wenn es als Roman deklariert wird, habe ich aufgrund des Klappentextes eine spannende Geschichte erwartet. Die Geschichte wird in zwei Abschnitten erzählt. Zunächst befindet die Erzählung im Jahr 1987, kurz vor Friederikes Verschwinden. Der zweite Abschnitt setzt dann 25 Jahre später beim Auftauchen der bewusstlosen Frau an. Dabei wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Und obwohl die Perspektiven immer sehr nah an den betreffenden Personen ist, fiel es mir als Leserin schwer, eine echte Verbindung zu einem der Charaktere aufzubauen. Die Sprache, die Hannah Häffner in ihrem Roman verwendet, ist teilweise wirklich wunderschön, andererseits verliert sie sich dann auch nicht in vielen Details. Ich hatte mir von einer Geschichte, die an der Nordsee spielt, vielleicht ein wenig mehr Nordsee-Feeling erhofft.

Während die Geschichte fortschreitet, wird natürlich fleißig überlegt, wie Friederikes Verschwinden zu erklären ist und was genau geschehen ist. Und bevor diese Frage ansatzweise beantwortet ist, stellen sich gleich neue Fragen: wer ist die verschwundene Frau? Warum kann sie sich an nichts mehr erinnern? Auch wenn fast alle meine Fragen aufgelöst worden sind, so finde ich leider, dass sich die Autorin in dem recht ruhig erzählten Verlauf der Geschichte, am Ende nicht wirklich viel Zeit und Ruhe für die Erklärungen gelassen hat. Leider kam mir die ein oder andere Wendung etwas zu stürmisch daher, zu gewollt. Die Idee der Geschichte finde ich dennoch gut, finde aber auch, dass das Buch ein paar Fragen offen lässt und mich insgesamt nicht total zufrieden zurücklässt. So plötzlich, wie die Handlung beginnt, entlässt sie den Leser wieder.

Insgesamt hat mir ‚Nordsee-Nacht‘ von Hannah Häffner schon ganz gut gefallen. Es war mal eine interessante Art, einen Kriminalfall zu erzählen. Leider bin ich mit den Charakteren nicht warm geworden und auch nicht so richtig glücklich mit der zweiten Hälfte des Buches, in der ich mir Antworten auf meine vielen Fragen erhofft habe. Ein Roman, der gut zu lesen ist, vermutlich aber nicht lange im Gedächtnis bleiben wird. Ich bin gespannt, was Hannah Häffner noch so schreiben wird.
878 reviews11 followers
March 7, 2021
Der Roman (Krimi trifft es eigentlich besser...) teilt sich in zwei größere zeitliche Hälften: Das Jahr, in dem das kleine Mädchen Friederike spurlos verschwindet und einen viel später liegenden Zeitpunkt, als eine Frau im gleichen Ostseedorf an den Strand gespült und ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen vermutet wird. Der Plot war für mich ein wenig zu vorhersehbar, auch wenn ich die ganz genaue Auflösung natürlich nicht kannte. Insgesamt aber gut zu lesen, flüssig und angenehm geschrieben und ein bisschen auch eine Sozialstudie des beschriebenen Dorfes.
Profile Image for Tini's Bücherwelt und mehr .
186 reviews10 followers
July 20, 2020
Sehr gespannt habe ich Hannah Häffner's Debut begonnen im Buddyread zu lesen. Vom Klappentext her habe ich ein Buch erwartet, was ein Thriller hätte werden können, bin im nachhinein aber sehr froh, dass der Verlag es als Roman ausgeschrieben hat, denn ein wenig fehlte die Spannung der Geschichte, obwohl sie wirklich gut geschrieben war.

Die kleine Friederike verschwindet plötzlich im Zeltlager und die Welt steht für Sascha Götz plötzlich still. Nicht nur die Polizei, auch das gesamte Dorf hat bei der Suche nach dem verschwundenen Mädchen geholfen, doch leider vergebens. Sie taucht nicht mehr auch, ist spurlos verschwunden und keiner weiß wohin. 25 Jahre später taucht plötzlich eine Frau am Strand von Hulthave auf und keiner scheint sie zu kennen. Sie selbst weiß nicht, wer sie ist und woher sie kommt - ob sie die damals verschwundene Friederike ist? Der Fall wird neu aufgerollt und schockierende Ereignisse somit aufgedeckt.

Ich kann nicht sagen, dass das Buch nicht gut wäre. Es ist eine tolle Idee, die eigentlich auch gut umgesetzt ist, jedoch fehlt beim Lesen leider die Spannung und auch die Offenbarung, was damals wirklich geschah, war zwar schockierend, aber irgendwie auch ein wenig vorhersehbar. Die neu aufgenommenen Ermittlungen beschäftigen sich fast ausschließlich mit den alten Fakten und gehen meines Erachtens zu wenig auf die plötzlich aufgetauchte Frau ein. 

Dennoch waren die Entscheidungen, welche die Charaktere getroffen haben, gut nachvollziehbar und die Geschichte machte auch vom Handlungsstrang her Sinn. Auch die Charaktere waren durchweg authentisch und blieben ihrer Linie treu. Sascha Götz, welche das Camp damals betreut hat, war nach diesem Vorfall nie wieder die Gleiche und ihr Leben geriet vollkommen aus den Fugen. Auch 25 Jahre später merkte man ihr noch immer die Schuldgefühle an, die sie seit jeher plagten und durch die Beschreibung ihres Lebens sah man als Leser auch, dass sie dieser Moment nie zur Ruhe kommen lässt - damit Sascha wieder "leben" kann, muss das schreckliche Geschehen aufgeklärt werden. Was ich an den Charakteren Ulrich Wedeland, dem Polizeibeamten, welcher den Fall damals bearbeitete, und Eric Harms, welcher in Wedelands Fußstapfen trat und den Fall neu aufnehmen lässt, leider negativ fand, war dass bei beiden Polizisten das Klischee des fremdgehenden Beamten genutzt wurde anstatt hier einfach mal eine glückliche Familie in den Hintergrund zu setzen, um der Geschichte wenigstens ein wenig an positiven Gefühlen einzuhauchen. Dennoch waren beide Beamte in ihrer Rolle gut besetzt und beide hatten sie ihre Stärken und Schwächen.

Alles in allem ein solider Roman, den man gut lesen kann, über welchem man aber in Nachhinein nicht lange nachdenken wird.
Profile Image for Jolianna.
13 reviews2 followers
July 12, 2020
Nordseenacht ist ein besonderes Buch. Das geht bei der Sprache los, die sich unheimlich flüssig liest, immer wieder wunderbare Formulierungen findet und auch schockieren kann in ihrer schonungslosen Direktheit. Jeder Akteur in diesem Roman hat eine ganz eigene und dabei völlig überzeugende Stimme.
Das ist für mich die nächste Stärke der Autorin: sie versteht es mit grossem psychologischen Feingefühl Personen zu erschaffen und zu entwickeln, die so echt sind, dass man glaubt sie zu kennen und mehr noch: ihre Emotionen nachfühlen kann, auch wenn man selbst glücklicherweise noch nie in so schlimmen Situationen war wie sie. Hannah Häffner spielt mit unseren Urängsten, denkt sie zuende und das macht Nordseenacht für mich so fesselnd.
Ich bin keine große Krimileserin und für mich ist dies auch eher ein spannender Roman, der sich mit einem Kriminalfall beschäftigt als ein Standard-Krimi. Er beschreibt die Ermittlung so wie ich als Laie denke, dass Ermittlungen oft sind: zermürbend, frustrierend und viel zu lang ergebnislos. Genau deshalb hat mich die Geschichte so überzeugt und deshalb hoffe ich schon sehr bald wieder etwas Neues von Hannah Häffner lesen zu dürfen.
Profile Image for Silki_Bi.
237 reviews
July 15, 2022
Unbedingt lesen!
Dieses Buch habe ich durch Zufall in einem Bücherschrank entdeckt. Es hebt sich wohltuend ab von all den Ostfriesland-Krimis (und ist auch ausdrücklich ein Roman und kein Krimi). Viele Geschichten werden erzählt, trotzdem haben sie alle Tiefgang und weisen hohe Erzählkunst auf. Viele Sätze habe ich bewundernd zwei Mal gelesen. Einerseits hat mich die Geschichte gepackt und ich wollte wissen, was es mit der verschwundenen Friederike auf sich hat. Andererseits wusste ich, dass dann das Lesevergnügen zu Ende ist - und habe bewusst Pausen eingelegt. Ein wunderbares Buch!
Displaying 1 - 7 of 7 reviews