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Terror gegen Juden: Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt

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Zeit, dass Polizei und Justiz aufwachen!

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt - durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt.

Der jüdische Autor Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft Rabbinerinnen und Polizisten, konfrontiert Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister mit dem Staatsversagen. Viel muss sich ändern in Deutschland. Was zu tun wäre, erklärt dieses Buch.

256 pages, Paperback

First published January 1, 2020

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About the author

Ronen Steinke

19 books48 followers

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
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141 reviews6 followers
December 19, 2020
In seinem neuen Buch "Terror gegen Juden" stellt Ronen Steinke vor allem eine Chronik der Gewalttaten mit antisemitischem Hintergrund zusammen, von 1945 bis zur Vollendendung des Buches Anfang 2020. Die Chronik wird an das Ende des Buches gestellt, nimmt aber ca. 1/3 des Buches ein. Vorab erklärt Steinke genau, was er unter Gewalttaten fasst und erklärt seine Zusammenstellung juristisch.


In den anderen 2/3 des Buches​ geht Steinke auf einzelne - ich denke mal repräsentative oder besondere, weil in den Medien große Erwähnung gefundene - Gewalttaten ein. Er beginnt damit bei dem Anschlag auf die jüdische Syngagoe in Halle 2019. Man merkt beim Lesen, dass Ronen Steinke Jurist ist und das ihm das Thema Terror/Gewalt gegen Juden eine Herzensangelegenheit ist. Sein Schreibstil ist erfreulich einfach gehalten (was man bei einem Juristen erstmal nicht erwarten mag), den ich aber auch schon von seinem Werk über Fritz Bauer gemocht habe. Die Einfachheit der Sprache bringt die Brutalität der Taten, die er beschreibt, auch eindrücklich rüber.


Ich fand es erschreckend, wie wenig ich doch auf dem Schirm hatte und wie viele Lücken es gibt. Terror wird vor allem mit islamistischen Motiven in Verbindung gebracht, aber selten oder fast nie mit antisemitischen Hintergrund, obwohl eigentlich jeder mitbekommen haben muss, wie Antisemitismus immer mehr auch in der Öffentlichkeit zum Vorschein kommt. Mit diesem Buch will Steinke anfangen diese Lücke zu schließen.


Insgesamt wirft er viele verschiedene Blickpunkte auf, die mich zum Nachdenken und Diskutieren gebracht haben. So führt er als einen gefährlichen Punkt des Antisemitismus an, dass der Hass auf Juden viel mit Verschwörungstheorien verbunden ist, die viel zu wenig aufgedeckt werden. Vor einigen Jahren hatte ich eine Unterhaltung mit einer südamerikanischen Jüdin, die in Deutschland für einige Zeit promoviert hat und auch darüber ganz schockiert war. Sie hat mich gefragt, ob wir in Deutschland allen Ernstes lernen, dass Hitler die jüdische Bevölkerung deswegen verfolgt und systematisch vernichtet hat, weil der Jude im Allgemeinen als reich galt. Und ja, das Bild des reichen Juden, das Hitler zwar nicht erfunden, aber aufgenommen und propagiert hat, wird auch heute noch gestreut. Aber natürlich war nicht das der Grund der Verfolgung, sondern nur das Argument, dass Hitler und Konsorten angeführt haben. Eine feine Unterscheidung, die im Schulunterricht vielleicht schwer zu vermitteln ist, aber dann sollte man einfach das Bild des reichen Judens nicht weiter vermitteln, sondern nur die wahren Gründe dahinter benennen.


Und so geht es in dem Buch auch weiter, bspw. über die Verwechslung zwischen Israelkritik und Antisemitismus. Für mich war das Buch ein Augenöffner und da es doch so schmal ist, kann ich es nur jedem*r empfehlen, auch mit wenig Lesezeit.
31 reviews1 follower
January 6, 2024
Must read. Der Antisemitismus hat in Deutschland nie aufgehört. Die Erzählung vom importierten Antisemitismus unhaltbar.
689 reviews11 followers
August 4, 2020
Das vielleicht schlimmste an den Anschlägen von Halle und Hanau, außer dem Verlust von Menschenleben, war vielleicht: Keiner, der schon eine Weile mit dem Problem rechtsextremistischer Gewalt zu tun hatte, war überrascht. Die Gewalt, der Terror - sie kamen nicht unerwartet, nicht für viele jüdische oder muslimische Gemeinden, nicht für Migrantenorganisationen, nicht für die Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer oder antisemiticher Gewalt. Sie hatten sich schon seit langem die Frage gestellt, ob solche Taten in Deutschland möglich seien, sondern wo und wann. Dass sie nicht aus dem Nichts kamen, das macht auch Ronen Steinkes Buch "Terror gegen Juden" deutlich, das im Untertitel deutlich macht, was es ist: Eine Anklage.

Denn an den Text schließt sich eine rund 100-seitige Chronik antisemitischer Gewalttaten zwischen 1945 und Anfang 2020 an. Wohlgemerkt - hier geht es um Gewalttaten, um Angriffe auf Menscheb, Synagogen, Gemeindezentrum, nicht um Beleidigungen, Hetze, antisemitische Witze. Dann wäre das Buch deutlich umfangreicher und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit geraten. Doch selbst der Vergleich über die Jahre zeigt: Es ist mehr geworden, und es ist schlimmer geworden, das verdeutlicht die Zahl körperlicher Angriffe in den vergangenen Jahren.

Für seine Recherchen hat Steinke mit Juristen gesprochen, mit Rabbinern, mit Staatsschützern, mit jüdischen Menschen, die teils im öffentlichen Leben stehen, teils ihr Judentum bewusst "diskret" behandeln.

Anklagend ist der Ton gerade, wenn es um den Anschlag von Halle geht: Wäre die Tür nicht so massiv gewesen, nichts hätte den Täter an dem beabsichtigten Blutbad ausgerechnet an Yom Kippur, also dem höchsten jüdischen Feiertag, verhindert. Einem Tag also, an dem die Synagoge voller ist als sonst, ähnlich wie christliche Kirchen an Weihnachten oder Moscheen zum Ende des Ramadan. Und trotzdem war keine Polizei vor Ort. Und auch vorher hatte es keinen Polizeischutz gegeben, mangels Staatsvertrag zwischen dem Land und den jüdischen Gemeinden. Die Tür war eine Spende einer Organisation aus Israel gewesen.

Wer in Berlin, Frankfurt oder München lebt, kennt die schwer bewaffneten Polizeiposten, die rund um die Uhr Synagogen und Gemeindezentren bewachen, die israelischen Wachleute, die im Inneren Dienst tun, die Betonpoller, die Sprengstoffanschläge mit Autos verhindern sollen. In Halle hat es all das nicht gegben - kein Einzelfall, gerade in kleinen Gemeinden außerhalb der Metropolregionen, die in der Regel zudem nicht das Geld haben, die vom zuständigen LKA empfohlenen Schutzmaßnahmen umzusetzen - und wo sich das jeweilige Bundesland mangels entsprechender Verträge nicht in der Pflicht sieht.

Die "nie wieder"-Reden an den einschlägigen Gedenktagen kosten nichts - bei Maßnahmen zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland fühlen sich die Gemeinden, das zeigt das Buch, vielfach allein gelassen. Das gelte auch dann, wenn Juden angegriffen werden - man solle doch nicht so empfindlich sein, bekommt danach manches Opfer zu hören. Sei doch alles nicht so gemeint. Das erinnert an die Erfahrungen derjenigen, die sich von Rassismus, Sexismus oder Homophobie betroffen fühlen.

Oder der Umgang mit dem Mord an dem Verleger Shlomo Lewin und seiner Lebensgefährtin im Jahr 1980, wo bevorzugt persönliche statt antisemitischer Tatgründe untersucht wurden. Erinnert an NSU?

Steinkes Buch ist auch eine Abrechnung mit Verharmlosung, eine Absage an die resignative Grundstimmung, dass der Ausnahmezustand der Normalzustand jüdischen Lebens in Deutschland sei und eine Auflistung all jener Umstände, dass Juden vielleicht nicht gerade auf gepackten Koffern sitzen aber doch, wie einer der Gesprächspartner des Autors sagte, schon einmal auf dem Dachboden nach den Koffern sucht. Eine Zustandsbeschreibung, die bitter ist und nicht nur zum Nachdenken, sondern vor allem zum Handeln anregen sollte.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews24 followers
July 16, 2020
Ich habe Ronen Steinkes Buch manches Mal fassungslos gelesen, vor allem ob der Fülle an Material das er zusammengetragen hat und das auch für mich sehr Augen öffnend war. Und das, obwohl ich mich selbst seit Jahren auch mit Rechtsextremismus seit 1945 beschäftige, und obwohl ich der Meinung bin, mich daher allgemein ganz gut aus zu kennen.

Gleichzeitig ist es sehr gut und treffend geschrieben. Der Autor hat ein Talent dafür, Zusammenhänge sehr gut zu erklären und Probleme ohne viel Fehler lesen auf den Punkt zu bringen. Ich fand es war, trotz des sachlichen Tons, einfach gut zu lesen. Ich flog gerade zu durch die Seiten.

Es gibt Bücher, von denen ich mir gewünscht hätte, dass niemand sie schreiben müsste, weil die Thematik darin kein Problem unserer Gesellschaft darstellt. Doch wie Ronen Steinke zeigt, ist sein Buch leider bittere Realität, der wir uns in unserem Land stellen müssen. Ich hätte nie gedacht, dass sich Juden und Jüdinnen in Deutschland einmal wieder die Frage stellen, ob sie in Deutschland noch sicher sind.

Einerseits war mir klar, dass der Antisemitismus in Deutschland auch nach 1945 immer eine Rolle gespielt hat und wir uns als Deutsche ohne jüdischen Hintergrund gerne darauf zurückziehen, das die BRD ja nun andere Werte vertritt, als es zur Zeit der NS Diktatur der Fall war. Steinkes Buch zeigt uns aber, z. B. in einer Auflistung von in etwa 100 Seiten aller antisemitisch motivierter Straftaten seit 1945, wie es in Deutschland wirklich aussieht. Und dass es eine Illusion ist, zu glauben, dass Antisemitismus eine verschwindend geringe Rolle gespielt hätte. Der Anschlag in Halle, den Steinke hier auch sehr zentral behandelt, ist kein Einzelfall, der mal eben so „passiert“ ist. Die Wahrheit ist, der Anschlag reiht sich ein und es gibt Kontinuitäten von Antisemitismus in Deutschland nach 1945.

Erschreckend und leider auch allzu bekannt, wie etwa nach dem Mord an Shlomo Lewin und Frieda Poeschke, statt im rechten Milieu – die Zentrale der sogenannten Wehrsportgruppe Hoffmann (einigen vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Attentat auf das Oktoberfest bekannt) war ganz in der Nähe! – wurde doch tatsächlich sogar der Mossad verdächtigt, und auch andere im nahen jüdischen Umfeld der ermordeten. Kommt uns das bekannt vor??? Genau, die Opfer der NSU fast 30 Jahre später wurden genauso diesem Victim Blaming ausgesetzt. Das ist nicht nur erschreckend, sondern zeigt leider im hohen Maße, wie wenig sich strukturell und im Denkmechanismus der Polizei, seit damals unverändert geblieben ist. Und ja, auf dem rechten Auge ist man also blind geblieben.

Die Zuschreibung an Juden in Deutschland ist nach wie vor die der fremd Gebliebenen, nicht der deutschen, sondern der Juden. Als ob Juden in Deutschland etwas Exotisches seien, etwas das eigentlich eine Parallelgesellschaft bildet statt zur Gesellschaft dazu zu gehören. Statt einen Aufschrei gegen Antisemitismus in Deutschland zu erleben, werden nach Lewins Mord Juden und Jüdinnen aus dem Umfeld als Verdächtige befragt. Es entsteht keine breite Diskussion gegen Antisemitismus. Und wenn ich mir anschaue, was in halle passiert ist, was während der NSU Prozesse passiert ist… Eigentlich haben wir diese Diskussion noch immer nicht. Nicht wirklich. Und genau das legt Steinke schonungslos offen. Übrigens, der Mörder war tatsächlich ein Mitglied der besagten Wehrsportgruppe …Tatsächlich wird sogar noch 10 Jahre danach, in vielen Zeitungen kein Wort, über den antisemitischen Hintergrund der Tat geschrieben, geschweige denn eine Debatte über Rechtsradikalismus in Deutschland geführt.

Und das in einem Land, das ausdrücklich Juden zu sich eingeladen hat, als die Sowjetunion zusammengebrochen ist und auch viele Juden und Jüdinnen daraufhin nach Deutschland kamen. Ich kenne selbst einige deren Eltern so in die BRD eingewandert sind. Ich kenne Juden und Jüdinnen, die mir auch ganz persönlich schon von ihren Erfahrungen und Gefühlen erzählt haben.Ich habe erst vor kurzem Fotos von frischen Schmierereien an einer Hauswand gesehen.

Ich war mir zugegebenen Maßen, nicht immer sicher, wie ich das einschätzen sollte. Aber Steinke hat durch seine Darstellung noch mal gezeigt, wie es in Deutschland eben wirklich aussieht und das nicht erst seit Halle eine zunehmende Beunruhigung unserer jüdischen Mitbürger*innen nicht nur verständlich, sondern leider auch angebracht ist.

Für viele auch von außen erscheint es ja normal, das Juden und Jüdinnen in Deutschland nur unter besonderen Schutzmaßnahmen in die Synagoge oder in jüdische Schulen gehen können. Ich arbeite in einer jüdischen Einrichtung und ohne Wachpersonal und Taschenkontrollen, ohne Polizeischutz z. B. nach Mordanschlägen wie in Halle, kenne ich es auch selbst nicht.

Ich bin keine Jüdin, aber auch mir ist klar: Es kann nicht normal sein, das Menschen Angst haben müssen, wenn sie zur Ausübung ihrer Religion, ihrer Tradition(en) an bestimmte Orte reisen möchten. Es ist nicht normal, wenn ein Kind in der Schule durch eine Sicherheitsschleuse muss und Wachmänner zur Normalität von Grundschüler*innen gehören. Es ist nicht normal, wenn schon Kindergartenkinder Angst haben, weil das Gebäude mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen beschmiert wurde.

Es ist nicht normal, wenn Du schon als Kleinkind weißt, wie eine Sicherheitskamera aussieht und eine Terrorübung funktioniert. Und wenn sich Interviewpartner*innen dann wünschen, dass man ihre Namen lieber verfremdet, weil es in Steinkes Buch um Antisemitismus geht und sie Angst haben, das sie sonst Opfer von antisemitischen Angriffen werden könnte. Sicher ist sicher…

Und das nicht irgendwo auf der Welt, sondern in Deutschland, dem Land, das für seine Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der Erinnerungskultur international gelobt wird. Aber auch dem Land das im Grunde auf dem rechten Auge blind geblieben ist… Tatsache ist auch, dass Steinkes Buch leider sehr genau offen legt, das Deutschland und der Antisemitismus nur schwer voneinander lösbar sind und das viel zu wenig dafür getan wird, das sich hier wirklich etwas ändert. Er deckt auch schonungslos auf, dass die Sprache, vom berühmten Einzeltäter, das dahinterstehende gesellschaftliche Problem verdeckt. Antisemitismus ist salonfähig geblieben, und das verdeutlichen die Bewertungen von Straftaten als nicht antisemitisch, obwohl sie es eigentlich sind.

Ein Beispiel. Die Mitglieder der Wehrsportgruppe Hoffmann sind tatsächlich als Einzeltäter verfolgt worden, obwohl man die Zugehörigkeit zur Gruppe nachweislich bestehen! Die Querverbindungen wurden ignoriert.

Linker Antisemitismus wird dabei übrigens kaum anders behandelt als rechter. Man könnte auch sagen, die Justiz windet sich, das Problem beim Namen zu nennen. Leider führt das oftmals dazu, dass viele solche Straftaten inzwischen gar nicht erst anzeigen, weil sie resigniert dem deutschen Rechtsstaat in der Hinsicht nicht mehr vertrauen.

Steinkes Fokus liegt zwar auf Deutschland, dennoch zieht er auch immer mal Querverbindungen zu anderen Ländern und dem globalen Antisemitismus. Tatsächlich wäre es auch interessant, hier noch mehr zu erfahren.
Letztendlich gibt es in Deutschland zwar jüdisches Leben, aber ein angst freies jüdisches Leben 2020 noch immer nicht, und dieser für Deutschland sehr unangenehmen Wahrheit müssen wir uns alle stellen.

Am Ende zählt Steinke vier doch ernüchternde Lösungsansätze auf, wie man mit antisemitischen Straftaten als Staat umgehen soll. Ich hätte erwartet, das längst vieles bedacht wird.

In was für einem Land wollen wir Leben? Das ist letztendlich die Frage. Wir alle sind gefordert, wenn Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft keinen Platz haben sollen. Wir sind aber auch alle gefragt, wenn es darum geht, das der Staat diese Werte auch vertritt.

Steinkes Buch ist Anstoß für eine wichtige Debatte und Anklage zugleich. Für mich persönlich eines der wichtigsten Bücher in diesem Jahr.
Profile Image for anotherbritinthewall.
177 reviews
April 11, 2023
Als ich begonnen hatte "Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich" zu lesen, dachte ich mir 'ja klar, obviously, my dude, ist das nicht Allgemeinwissen?' und trotzdem hat Steinke mir die Augen in vielerlei Hinsicht bezüglich juristischer Ungerechtigkeiten und Systemfehler geöffnet, die mir überhaupt nicht oder nur schemenhaft bekannt waren. Und das gleiche, in a different font, ist hier passiert. Ich glaube, jede*r, der*die sich ein bisschen, nur ein bisschen mit der deutschen Geschichte und Politik auseinandersetzt, weiß, dass Antisemitismus nicht mit 1945 abgeschafft worden ist. Was aber vielleicht nicht klar ist, ist die juristisch und staatliche Vernachlässigung, die Sicherheitsvorkehrungen, die jüdische Schulen treffen müssen, die Ausgaben von jüdischen Gemeinden für schusssicheres Glas - sofern das Geld denn reicht. Man weiß, dass Rechtsextremismus und Antisemitismus Hand in Hand gehen, man weiß vielleicht auch Bescheid über die Verbindungen dieser Szene zur Polizei - aber wer weiß schon von den (versuchten) Anschlagen linker "Ikonen" wie Kunzelmann und Co., die zudem vom Verfassungsschutz facilitiert worden sind? Ellenlanger Text, kurzer Sinn: Lesen.
Profile Image for Simon Wiebe.
234 reviews10 followers
October 1, 2022
Der jüdische Autor Steinke bringt kurz und knapp auf ca. 150 Seiten die wichtigsten Aspekte zum Thema „Terror gegen Juden“ auf den Punkt. Sehr ausgewogen schreibt er über linken, rechten und muslimischen Antisemitismus. Er endet das Buch mit praktischen Perspektiven, wie der Terror in De noch besser bekämpft werden könnte. An manchen Stellen braucht man im Buch nötiges Hintergrundwissen. Steinke setzt das einfach voraus. Trotzdem eine sehr lesenswerte Lektüre
Profile Image for Hanna Ritter.
1 review
March 23, 2025
Sollte Pflichtlektüre sein. Wirklich gut geschrieben und deckt vieles auf, was mir zumindest vorher nicht bewusst war.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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