Mann aus Apulien: Die privaten Papiere des italienischen Staufers Friedrich II., römisch-deutscher Kaiser, König von Sizilien und Jerusalem, Erster nach ... geschrieben 1245 - 1250
Der Klassiker über den Stauferkaiser Friedrich II.Im 13. Jahrhundert herrscht ein fortschrittlicher Mann von Apulien aus über das christliche der römisch-deutsche Kaiser Friedrich II. ist ein Wegbereiter der Renaissance. Mit seinen Ansichten ist er seiner Zeit um Epochen voraus. Der bedeutende Gelehrte und Dichter kämpft mit vier Päpsten um die Vorherrschaft in Europa. Und auch in seinem Privatleben geht er ungewöhnliche Wege.
Die fiktive Lebensbeichte des Stauferkaisers Friedrich II. bietet einen interessanten Einblick in die Geisteswelt des „ersten modernen Herrschers“.
Kann man sich als moderner Autor in den Kopf eines mittelalterlich geschulten und geprägten Menschen versetzen? Ist lesbar, was da rauskommt? Zumal, wenn der Autor die bekannten Pfade der stauferschen Kriegs- und Herrschaftsgeschichte nur ganz am Rande vorkommen lassen will, nur soweit, dass die Leser_innen den Lebenslauf des Kaisers nachvollziehen und verstehen können.
So geht es viel um Religion und Naturphilosophie, die Auseinandersetzung mit den Lehren der Antike, mit Aristoteles und anderen griechischen und römischen und arabischen Naturforschern, mit den Erkenntnissen von Fibonacci und der Frage nach dem Wesen Gottes und der Menschen, gepaart mit dem Rückblick eines melancholischen alternden Mannes auf ein bewegtes und konfliktreiches Leben.
Da steckt keine kleine Leistung drin, aus heutiger Sicht zu filtern, was zur Zeit Friedrichs schon bekannt und gewusst war, hineinzudichten, was möglich, aber nicht überliefert ist, um die Gedankengänge auch für heutiges Publikum interessant zu machen.
Wer mit der Zeit gar nicht vertraut ist, der meide dieses Buch besser. Wer aber in der Gedankenwelt des Hochmittelalters nicht ganz unbeleckt startet, der kann und wird sicher etwas Interessantes finden. Ein wenig Religion (eine sehr amüsante Begegnung des exkommunizierten Kaisers mit Franz von Assisi inbegriffen), viel Naturphilosophie, ein bisschen Ökologie und Tierrechte erörtert der Naturfilmer Stern, eine ganze Menge ziemlich expliziten Schweinkram lässt er den Frauenhelden Friedrich Revue passieren, den er mit der gleichen analytischen Kühle die Frauen und den Beischlaf analysieren lässt wie in den Naturexperimente, die Friedrich überliefert anstellen ließ, um mehr zu erfahren über die Mechanismen der Welt.
„Mann aus Apulien“ war bei seinem Erscheinen (ich erinnere mich) ein Bestseller und ein ziemliches Ereignis. Dass das Werk mittlerweile fast in Vergessenheit geraten zu sein scheint, finde ich, hat es nicht verdient.
I read this book in the Dutch translation by Gerda Pancras and my girl Gerda sure did a great job translating Stern's German! The point of view of Frederick II in the book is done really well, there are very creative and beautiful passages. My only complaint is the drag in the narrative when the reader follows Frederick's thoughts on the intricate theological and scientific questions of the thirteenth century. Often these tiring phrases come straight out of the works of Aristotle. The overall narrative of Frederick's life and world is superb however.