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Hass. Macht. Gewalt.: Ein Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker packt aus

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BRUTAL
Rechtsextremismus, Rockerclub und Rotlichtmilieu - das sind die Stationen im früheren Leben von Philip Schlaffer.

RADIKAL
In den Neunzigerjahren ist er eine Größe der norddeutschen Neonazi-Szene, später gründet er den Rockerclub Schwarze Schar Wismar, macht sein Geld mit Prostitution und Drogen. Erst nach zwei Jahrzehnten schafft er den Ausstieg aus der Kriminalität. Und beschließt, sich fortan gegen Gewalt und Rechtsextremismus zu engagieren.

KOMPROMISSLOS
Schonungslos ehrlich erzählt Philip Schlaffer jetzt sein Leben. Er berichtet, wie rechte Radikalisierung funktioniert, wie Hass zu Gewalt führt. Seine Autobiografie ist ein brisanter Insiderbericht, der nichts beschönigt oder rechtfertigt - sondern eindringlich vor den Konsequenzen des Rechtsextremismus warnt.

328 pages, Paperback

Published April 1, 2020

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for DrunkenCherry.
785 reviews135 followers
September 30, 2020
Erst Skinhead, Verkauf illegaler CDs, dann Gründer einer regionalen Neonazikameradschaft – und als das nicht mehr reicht, Rotlicht und Gründung eines kriminellen Motorradclubs. Philip Schlaffer erzählt in seinem Buch in salopper Sprache, wie es dazu kommen konnte – und wie er sich schließlich von diesem Milieu abwandte.
Schnell wird ersichtlich, dass Schlaffer es mochte, ein Anführer zu sein. Egal in welcher Szene, er wollte immer ein Alphatier sein. Dabei muss man ihm lassen, dass er es langsam hat angehen lassen, dabei aber immer Profilorientiert war. Erst verkauft er CDs, die eigentlich verboten sind, arbeitet sich zu einem Versandhandel hoch, schafft es irgendwann, richtige Unternehmen wie Tattoo-Studios, Securityfirmen etc zu gründen. Im Grunde ist er also ein echter Selfmade-Man. Wäre da nicht die immer anwesende Gewalt.
Und auch wenn Schlaffer sich als geläutert gibt, wurde ich beim Lesen den Verdacht nicht los, dass er sich auch heute noch gerne auf die Schulter klopft und denkt: Man, was war ich doch für ein Hengst. Wie ein roter Faden zog sich dieser fade Beigeschmack leider durch das Buch. Trotz immer wieder eingeschobener Bemerkungen, dass er nicht stolz auf seine Taten ist, konnte ich das nie so recht glauben.
Viel mehr drängte sich mir am Ende des Buches der Gedanke auf, dass er nicht geläutert wurde, sondern viel mehr immer wieder auf die Schnauze geflogen ist mit seinem Tun. Als es mit seiner Nazi-Kameradschaft nichts mehr war, hat er einfach die Szene gewechselt und sich dort was neues aufgebaut – bis das auch nicht mehr lief.
Der wirkliche Läuterungsprozess wurde in dem Buch kaum bis gar nicht reflektiert. Der Hass auf alles, was nicht deutsch ist, wurde nicht reflektiert. Also mir wurde nie nahe gebracht, WARUM er plötzlich nicht mehr so denkt. Nur, dass alle Kameraden mit der Zeit doof wurden (grob zusammen gefasst). Genau dasselbe mit seiner kriminellen Energie. Er hatte sie von Jugend an, musste schließlich dafür bezahlen und in den Knast – und wie durch ein Wunder ist er jetzt ein anderer Mensch? Es fiel mir wirklich schwer, da mitzukommen, obwohl ich es ihm natürlich wünsche.
Der Erzählstil an sich war okay, wenn auch sehr, sehr oberflächlich. Klar, die Geschichte ist wahrscheinlich zu lang, um sie in allen Einzelheiten zu erzählen, aber ich finde, man hätte da trotzdem mehr rausholen können – gerade aus dem Ende.
Profile Image for Thisistinkarella .
13 reviews9 followers
June 5, 2021
"Dieses Buch besteht vor allem aus den Lehren die ich aus meinen Erfahrungen gezogen habe" , ist einer der ersten Sätze des Buches.
Das habe ich nicht so empfunden.
Schlaffer erzählt gefühlt minutiös über seine große Karriere, schildert Schlägereien, Zusammenkünfte und den "Alltag" gern detailliert aber ohne viel Tiefe.
Die Kernaussage die Schlaffer treffen wollte ging in den endlosen Aufzählungen der sich immer wiederholenden Ereignisse rund um Suff und Gewalt leider unter.
Wäre dies ein Roman, könnte man bemängeln, dass kein Charakter gut ausgearbeitet sei, es den Protagonisten völlig an Tiefe fehlt.
Er versäumt komplett menschliche Betrachtung einzubinden. Es fehlt an Empathie, vor allem den Opfern gegenüber, aber auch sich selbst und anderen Kameraden gegenüber.
Schlaffer möchte "Kameraden" zum Aussteigen animieren? Warum? Weil Nazi sein einen in Schwierigkeiten bis in den Knast bringt?
Von Gesinnung wird hier wenig gesprochen, unmenschliches Verhalten wird nicht verurteilt und nicht wirklich reflektiert. Was er selbst feststellt, dass Reflektieren in der Szene nicht stattfindet.
Sollte ein solches Buch nicht eben dies anregen und auch zeigen wie man das macht? Ich denke nämlich dass die Jungs, die in einer derart gewaltbereiten Szene ein Zugehörigkeitsgefühl finden, dies nicht gelernt haben. Schlaffer hat mit seiner Selbstdarstellung als einstige Szenegröße mit gelungenem Ausstieg eigentlich eine gute Ausgangsposition hierfür gewählt.
Heutzutage sprechen wir viel von toxischer Männlichkeit. Die Neonaziszene ist wohl dies in Reinkultur. Man kann überall in Schlaffers Erzählungen ablesen, wo es sich abzeichnet und das es unfassbaren Schaden anrichtet .
Schlaffer hält sämtliches Wesentliche zurück. So wie er seinen Werdegang, die Szene darstellt, handelt es sich offenbar um einen Haufen saufender, grölender, gewaltbereiter Typen die sich in Querelen mit sich Selbst verstricken, Antifas und Punks verdreschen und vor den Bullen wegrennen müssen, klingt ja fast spaßig.
Über die menschenverachte Haltung, sich als auserkorene Herrenrasse empfindende Gesinnung, die sich Entscheidungsgewalt über Daseinsberechtigung Anderer einbildet, fällt fast kein Wort und schon gar kein kritisches!
Die Hirnwäsche die auf dem Weg vom Böhse Onklez hören bis in die tiefen Gefilde stattfindet, bleibt unerwähnt, was all das menschlich mit einem macht, bleibt unerwähnt, das die Gesinnung falsch ist, bleibt unerwähnt.
Und vor allem bleibt der (zu aller erst) gedankliche Weg da raus unerwähnt.
Schade.
Profile Image for Susanne Krajan.
1,242 reviews9 followers
February 3, 2022
Lebensgeschichten interessieren mich hier und da. Vorallem solche, wie die von Philip Schlaffer. Wie wird man zu dem, der man ist? Was prägt einem auf dem Weg und was gibt den Ausschlag die Richtung zu ändern?

Schlaffer ist recht stabil, aber in einem leistungsorientierten Haushalt aufgewachsen. In jungen Jahren verschlägt es ihn, wegen der Arbeit seines Vaters, von Deutschland nach Newcastle und dann wieder zurück. In England bekommt er es als Deutscher mit Vorurteilen zu tun, allerdings schafft er es sich einzuleben und sein "neues" Leben zu genießen. Umso schlimmer die Rückkehr nach Deutschland. Er stellt direkt klar, dass man mit ihm nicht machen kann was man will und rutscht so in die Außenseiterrolle. Er lernt die "richtigen" Leute kennen und wird somit nach und nach ein Kopf in der Neonazi-Szene Norddeutschlands.

Alles was ihn in dieser Zeit antreibt ist Hass. Egal auf was oder wen und da findet er Gleichgesinnte. Wohin das führt ist klar. Gewalt, Gewalt, Gewalt. Dazu Alkohol und ebenso gepolte Bekanntschaften. Die perfekte Mischung, die irgendwann schief gehen muss. Der Autor war ziemlich engagiert und es war interessant zu erfahren, wie er sein Geld verdient hat.
Irgendwann kehrt er seinen Kameraden den Rücken, was aber nicht etwa mit einer Läuterung einhergeht. Viel mehr ist es ein Wechsel des Gewaltmilieus. Hat der Autor vorher schon mit der ein oder anderen illegalen Sache Berührung gehabt, steigt er jetzt ins organisierte Verbrechen ein. Prostitution und Drogen sind die neuen Wegbegleiter. Abzüglich weiterhin auch die Gewalt. Allerdings hat sich sein Antrieb nun von Hass, auch auf Macht und Geldgier verlegt. Doch irgendwann kommt der Fall.

Der Autor will mit seinem bisherigen Leben brechen und erzählt von seinem Ausstieg. Die Hürden und die Sachen, die einem danach auch noch auf die Füße fallen können. Was definitiv gut war, dass er nicht versucht hat sich als Opfer widriger Umstände darzustellen. Er gibt zu, die Entscheidungen damals bewusst getroffen zu haben, einfach weil es sein Ding war. Er kritisiert sich und sein Handeln. Das macht das ganze sehr authentisch.

Fazit

Ein ungeschönter und ziemlich erschreckender Einblick in die "Karriere" des Autors. Absolut interessant und in keinster Weise langweilig. Wer Schlaffers Weg verfolgt, sagt sich vermutlich auch, dass in vielen Momenten "Mehr Glück, als Verstand" im Spiel war. Herr Schlaffer hat die Kurve bekommen und tritt selbstreflektierend in diesem Buch an, um in gewisser Weise seine Lebensbeichte abzulegen. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Alles in Allem gut gemacht und somit gibt es 4 Sterne von mir.
Profile Image for Anika Franke.
1,311 reviews12 followers
January 4, 2021
Der Titel und das Cover haben mich magisch angezogen. Manchmal brauch ich mal was anderes zu lesen und auch mal etwas sachliches.
Philip Schlaffer erzählt hier in diesem Buch über sein Leben. Schonungslos, ehrlich, direkt und geht mit sich selbst ins Gericht.

Für mich ist dieses Buch definitiv etwas, was man erst ab 16 Jahre lesen sollte. Es geht um Gewalt, das Rotlichtviertel, Drogen und es sind stellenweise sehr detailreiche Beschreibungen.
Der Autor weist um Buch immer wieder darauf hin, das er nichts verschönigen will und er will auch auf seinen Lebenswandel aufmerksam machen.
Er steht zu seinen Taten und setzt sich im Buch reflektierend damit auseinander.

Heute ist er an Schulen und im Verein tätig und betreibt Prävention. Damit haben Menschen die Möglichkeit hautnah zu fragen, zu erleben und den Wandel dieses Mannes gezeigt zu bekommen. Er möchte sich nicht entschuldigen, aber erklären und vllt auch Augen öffnen. Vor dieser Szene und diesen Taten die Augen zu verschließen bringt halt nichts.

Ich fand es interessant zu erfahren wie ein Mann aus gutem Haus so abdriften konnte. Warum tut man so etwas? Was war der Auslöser? Wieso fühlt man sich dieser Szene hingezogen?
War ihm denn immer bewusst was er da tat?  Man fragt sich ob solche Menschen emotionslos sind.

Dieses Buch ist kein Roman, sondern ein Tatsachenbericht. Philip Schlaffer ein Mann der gut mit Worten umgehen kann. Dies beweist er auch auf seinem YouTube Channel.

Dieser Mann zeigt, dass jeder Mensch einen Wandel vollziehen  kann. Wenn man dieser Szene entkommen möchte, dann schafft man das. Auch wenn es nicht einfach ist. Er hat aus seinen Fehlern gelernt und zeigt auf, was viele verheimlichen.

Sehr gerne gebe ich dem Buch 5 von 5 Sterne
Profile Image for Marley Thomspon.
258 reviews
September 4, 2020
Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen weil mich die Geschichte sehr interessiert hat. Gut beschrieben finde ich, wie der Autor eigentlich den Eintritt in die Szene gefunden hat. Auch generell fand ich die Geschichte über seine Stationen im Leben sehr interessant. Schonungslos und ehrlich erzählt er von Geld, Macht, Gewalt und Drogen. Doch was mir gefehlt hat, war ein tieferer Einblick, wie es zu der Wandlung kam. Hier wird meines Erachtens nur gestreift, wie es zu seinem Sinneswandel kam und ich hätte mir einfach mehr Tiefe gewünscht. Ich glaube kaum, dass es einfach ist, Brücken aus dieser Szene hinter sich abzubrechen und es erfordert eine Menge Mut, daraus auszusteigen. Vielleicht schreibt Philip ja auch einen Folgeband und steigt in diese Thematik tiefer ein?
Profile Image for Thomas.
20 reviews
August 24, 2020
Sehr interessante Einblicke in die Denkmuster eines Menschen, der seit der Jugend in gewaltbereiten Kreisen verkehrte und nun ein Botschafter gegen den Hass ist. Kurzweilig und vor allem ehrlich!
Profile Image for Luisa.
36 reviews
December 2, 2024
Sehr spannende und fesselnde, aber auch ungeschönte Lebensgeschichte. Die Einblicke in die Szene fand ich ziemlich erschreckend.
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