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Landnahme

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"Er war einer von uns, auch wenn er nur ein Vertriebener war." Bevor sein bester Freund das über ihn sagen kann, muss Bernhard Haber mit vielen Anfeindungen fertig werden und bei seiner Landnahme den schmalen Grat zwischen Anpassung und Aufbegehren ertasten.

Auf Bernhard, vertrieben aus Wroclaw, "aber geboren in Breslau", und seine Eltern hat in dem sächsischen Städtchen Guldenberg niemand gewartet. Denn sie kommen "aus einem Deutschland, das nicht unser Deutschland war", sind ein lebendes Mahnmal für den verlorenen Krieg. Der robuste Junge verschafft sich jedoch schnell Respekt, will stets "mit dem Kopf durch die Wand", die die Einheimischen zwischen sich und den Fremden ziehen.

In der DDR-Provinz, wo die "entzückenden Blumenbeete... mit Depressionen gedüngt" werden, wechselt er behende die Beschäftigungen und die politischen Lager. Erst hilft er bei der Zwangskollektivierung die Bauern kirre zu machen, dann scheffelt er als Fluchthelfer das große Geld und baut sich damit eine bürgerliche Existenz auf -- ein Selfmademan wie Willenbrock, ein unangepasster Opportunist wie Der Tangospieler.

Erzählt wird seine Geschichte von denen, die Bernhard gekannt haben und hier ähnlich wie Zeugen bei Gericht Auskunft geben: der Banknachbar, seine erste Freundin, der Fluchthelfer-Komplize, seine Schwägerin. So entsteht ein Geflecht von Lebensberichten und -beichten, ein Sittenbild der ostdeutschen Nachkriegsgesellschaft, mit allen erdenklichen erotischen, ökonomischen und kriminellen Verwicklungen.

Was leicht zur lehrbuchartigen Versuchsanordnung hätte geraten können, liest sich dank des ständigen Perspektivenwechsels und der erstklassigen Dialoge ausgesprochen unterhaltsam, quasi wie Short Cuts in Sachsen. Am Schluss sorgen die Kinder der Vertriebenen dafür, dass im Karnevalsumzug keine "Fidschis" mitmarschieren, die Landnahme scheint vollends geglückt. Willkommen im neuen Deutschland. --Patrick Fischer

379 pages, Kindle Edition

First published January 31, 2004

45 people are currently reading
240 people want to read

About the author

Christoph Hein

110 books59 followers
Christoph Hein is a German author and translator.

Growing up in Bad Düben near Leipzig as a clergyman's son and thus not allowed to attend the Erweiterte Oberschule in the communist East, he received secondary education at a gymnasium in the western part of Berlin. After jobbing as an assembler, bookseller and assistant director, he studied philosophy. Upon graduation he became dramatic adviser at the Volksbühne in Berlin, where he worked as a resident writer from 1974. Since 1979, he has worked as a freelance writer, becoming known for his 1982 novella Der fremde Freund (The Distant Lover).

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Community Reviews

5 stars
64 (7%)
4 stars
193 (22%)
3 stars
299 (34%)
2 stars
204 (23%)
1 star
97 (11%)
Displaying 1 - 30 of 58 reviews
Profile Image for Pia Mllr.
14 reviews
February 27, 2021
Landnahme ist die Geschichte des Vertrieben Bernhard, der in den 1950er Jahren in die sächsische Kleinstadt Guldenberg kommt. Der Roman erzählt über knapp 50 Jahre hinweg vom Leben in der DDR, von Heimat und Fremdheit, von Hass, Rache und Feindseligkeit in einer ohnehin schon schweren Zeit. Was den Roman so besonders macht, ist, dass er nicht von Bernhard selbst erzählt wird, sondern von 5 Personen, die Bernhard in einem Abschnitt ihres Lebens begegnet sind. Die Art und Weise, wie das Buch aufgebaut ist, wie jedes Kapitel als eigenständige Geschichte gelesen werden kann und es trotzdem erst durch alle Teile zusammen vollständig wird, ist einer der wenigen Aspekte, die ich dem Roman zugutehalten kann.
Obwohl die Geschichte einfach und flüssig zu lesen ist, finde ich sie unglaublich langweilig geschrieben. Weder die Erzähler noch Bernhard selbst sind mir sympathisch. Er bleibt die meiste Zeit über kalt und gefühllos.

Leider kommt es mir so vor, als würde allen Frauen in Landnahme eine gewisse Sexualisierung anhaften. Nicht nur Marions großer Busen, den die Jungen immer anstarren und begrapschen wollen, wird von ihr selbst immer wieder thematisiert. (Btw, sie ist erst 14/15 in diesem Kapitel). Vor allem bei dem Nebenchrakter Babsy ist es mir aufgefallen: Alle paar Seiten muss nochmal betont werden, dass sie die kürzesten Kleider in ganz Bad Guldenberg trägt oder welche Farbe ihr Unterhöschen hat. Sie flirtet, ist untreu und hat eine Liebelei mit Bernhard.
Kommen wir nun zu Bernhards Schwägerin. Die 17-jährige Kathi wickelt ihren Chef für ein besseres Zeugnis um den Finger, schläft mit ihrem Vorgesetzten und „verführt“ Bernhard.
Ich habe absolut kein Problem damit, wenn ein Roman einen offenen Umgang mit Sexualität pflegt. Ich will nicht, dass dieses Thema tabuisiert wird. Aber in Landnahme wird diese Rolle nun mal ausschließlich den Frauen, und zwar allen Frauen, zuteil. Sogar die prüde wirkende Rieke betrügt Bernhard mit seinem Freund und Nachbarn Sigurd.
Die Männer sind an solchen Geschichten natürlich nie Schuld oder auch nur beteiligt. Sigurd äußert sich zu diesem Vorfall wie folgt:
„Und diese lächerlich kleinen Geschichten, die mir zustießen, wie jene mit Bernhards Frau, hatten nichts mit Erotik und Sex zu tun, das war lediglich ein bisschen Biologie, ein mutwilliges Unternehmen der Natur, an dem ich recht eigentlich fast nicht beteiligt war.“
Ebenso macht Bernhard Kathi für seine Affäre verantwortlich. Sie hätte ihn verführt. Darüber hinaus beleidigt er sie als Aas, Miststück oder bösartig. Und, was mich am meisten ankotzt, er schlägt sie nach dem Sex für eine ihrer Bemerkungen. Aber wird das auch nur ansatzweise thematisiert? Mehr Aufmerksamkeit als einen 6 Worte langen eingeschobenen Nebensatz, bekommt dieser Vorfall nicht. Selbst Babsys Höschen widmet Hein mehr Aufmerksamkeit.

Ich verstehe nicht, was dieses Buch als Abitur-Pflichtlektüre an sächsischen Gymnasien zu suchen hat.
Mir ist schon klar, dass alle Figuren in ihrem Denken und Handeln durch die Zeit in der sie leben eingeschränkt bleiben. In der DDR spielten nun mal andere Werte eine Rolle als heute für mich. Das ist mir durchaus klar. Und dennoch: Zu dem Zeitpunkt des Erzählers sind die Figuren bereits um die 60 Jahre alt. Ihre Geschichten sind schon lange Vergangenheit und doch bleibt das, was sie sagen, oft unreflektiert. In meinem Unterricht sind wir nicht ein einziges Mal auf die Rolle der Frauen oder den unterschwelligen Sexismus im Buch eingegangen. Alles wird einfach so hingenommen. „Das war damals eben so“, wird von dem Buch vermittelt. Es ist kein Platz für ein kritisches Hinterfragen der Werte und Normen.
Profile Image for Hannah.
35 reviews4 followers
January 18, 2023
Landnahme ist und bleibt für mich ein zwiespältiges Werk, das ich nicht in schwarz und weiß bewerten kann.
Was ich wirklich interessant und spannend fand, war die Aufbaustruktur des Romans: die fünf verschiedenen Perspektiven, die über Bernhard Habers Person sprechen, von Kindheit an bis zum Alter hin.

Auch hat mir gefallen, wie der Rahmen vom Prolog mit dem Epilog geschlossen wurde, auch wenn ich mir fälschlicherweise eine Wendung der Handlung imaginiert habe. Es werden wichtige Themen angesprochen: Vertreibung, Rassismus, Ausgrenzung und der Wandel des gesellschaftlichen Systems sind nur einige, aber meiner Meinung nach die zentralsten.

Was mich allerdings zu tief stört, ist die ständige Sexualisierung der auftretenden Frauen. Sei es Marion Demutz, bei welcher beschrieben wird, wie alle Jungs ständig auf ihre Brust starren, weil sie die einzige aus der Klasse ist, die bereits eine hat (wie alt ist sie? 14/15?) oder auch Babsy, bei der ständig betont wird, dass man ihr Höschen sehe und alle Männer drauf starren würden.
Es sind immer nur Frauen, die auf ihren Körper reduziert werden, ihre Männer betrügen und ihre Prinzipien hintergehen. Ich finde es äußerst wichtig, dass Sexualität in Büchern thematisiert wird, allerdings nicht so einseitig und klischeehaft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch an sich mir einen groben Einblick in die damalige Zeit des Alltags in der DDR gegeben hat, mir allerdings doch einige Kritikpunkte teilweise die Lust am Lesen verdorben haben.
Profile Image for sophie.
19 reviews
December 20, 2023
gottlos schlecht, hätte echt nicht länger als 150 seiten sein müssen.
Profile Image for Thorben.
107 reviews7 followers
November 3, 2024
Die wortkarge Hauptfigur aus der Perspektive von fünf Weggefährten darzustellen, liegt nahe. Entgegen vieler Vorredner:innen hier halte ich diese Figuren auch durchaus für vielschichtig geschrieben. Sie vermitteln als nur scheinbare Nebenfiguren stellenweise eindrucksvoll die Perspektiven „kleiner Leute“ im Sozialismus. Nur leider schneiden die Frauen tatsächlich deutlich schlechter ab, was angesichts des Settings in der patriarchalen Kleinstadt vielleicht noch verkraftbar wäre.

Als „großer Deutschlandroman“, wie auf dem Cover durch die taz angepriesen, war mir der Text dann aber doch deutlich zu konstruiert und wie angesichts von Christoph Heins vollkommen unnötigen Rassismen in einem Buch von 2004 einem Nachkriegserzähler wie Wolfgang Koeppen von lesenden Schüler:innen vehement Rassismus vorgeworfen und dabei über “Landnahme“ geschwiegen werden kann, ist mir schleierhaft.
Leider muss nun auch das bald in der Schule gelesen werden.
Profile Image for Susi.
202 reviews
March 17, 2022
Ich verstehe, dass der Autor Christoph Hein das Bild der deutschen Nachkriegszeit - mit dem Schwerpunkt auf den Vertriebenen - zeichnen wollte. Die ablehnende Haltung der Bewohner des Ortes gegenüber den „nicht-dazugehörigen“ wurde anhand verschiedener Aussagen deutlich. Das Prinzip der Multiperspektivität war im Grunde dabei tatsächlich sehr hilfreich- jede Person hat andere Erfahrungen mit Bernhard gemacht und sprach dementsprechend anders über ihn. Dass Bernhard dabei nicht ein Mal zu Wort kam, ließ seine eigentliche Geschichte btw. seine Meinungen offen. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass mehr auf ihn, und weniger auf das Leben der erzählenden Figuren eingegangen worden wäre. Es ist so dermaßen viel passiert, was keinerlei Einfluss auf die Handlung hatte, dass ich teilweise einfach Abschnitte überflog.
Außerdem hat mich das vermittelte Frauenbild sehr an meine Grenzen gebracht: Frauen waren ausschließlich Sexobjekte, hinterlistig oder eifersüchtig. Es gab unzählige Beschreibungen von Unterhosen und BH‘s, die mich zusammenzucken ließen- insbesondere, weil die Worte von einem Mann stammten.
Profile Image for Hedi.
143 reviews1 follower
March 11, 2025
Bernhard Haber? More like Bernhard Laber weil come on das hätte man alles auch mit 200 Seiten auf den Punkt bringen können

Dann: Konversation mit Oma vorgestern über Landnahme.
Ich: kennst du Landnahme von Christoph Hein? Weil wir müssen das gerade in deutsch lesen
Oma: Christoph hein? Lebt der noch?
Ich: ja glaub schon. Jedenfalls geht’s da um so einen, der wurde damals aus Breslau vertrieben. War das nicht bei euch auch so?
Oma: Nee, der Christoph Hein ist doch schon tot. Denis, Christoph Hein ist doch schon gestorben oder?!
Ich: nein der lebt wirklich noch. Kennst du Landnahme?
Oma: nee noch nie gehört. Uwe, bringst du mal die Küchlein?

My attempt to talk about family history 🥲
Profile Image for nele :).
60 reviews14 followers
March 6, 2025
[2.5]
Fand den Aufbau des Buches interessant, sowie den Einblick in das Leben nach dem 2. Weltkrieg und der DDR,
Aber das Frauenbild war ja kaum auszuhalten
Profile Image for Lea.
21 reviews1 follower
February 28, 2021
3.5⭐

Tatsächlich hat mir das Buch gut gefallen aber zeitweise sind die Kapitel doch sehr langwierig und außerdem werden die weiblichen Figuren auf eine Art und Weise dargestellt, die mir absolut missfällt
Profile Image for Rebecca.
3 reviews16 followers
March 9, 2011
Christoph Hein became one of my favorite writers before I had finished even 20 pages of this book. His intense ability to see people through the eyes of each other, of history, and of politics is incredibly unique and beautiful. In Settlement we see the main character through many people's perspective, though never his own, and through these people we see a story unfold of a child who becomes a refugee- an outcast, and takes great effort to become a part of the same town, the same community that exiled him- eventually rising to great status. Each time there is a change in narrator it is like a great, exciting breath of fresh air. I've never been so instantly drawn into a book that is so reliant on having historical and political background (east/west german relations after WWII) and my great lack of knowledge did not in any way leave me feeling as though I was missing out on anything. Christoph Hein looks at everything through the most human perspectives and effortlessly shifts from young boy to young girl to older man with not a single flaw. Each narrator is utterly believable and completely whole and one learns about the main character while at the same time learning a great deal about the individuals whose perspectives we so gracefully encounter. Settlement is a book about what it means to be an exile and what it means to be a part of a community but it is also about how you can learn a great deal about someone especially, and almost as a result of, his own stoic silence.
Profile Image for paula..
553 reviews157 followers
March 3, 2020
dnf @ approx. 50%

i mean, i just can’t do it anymore. i am doing myself and service and dnf this. if i have to i will read a detailed description of the plot but i refuse to continue reading this boring bullshit.

it was kind of interesting that the book is about a character who never actually talks in the story, he is only talked about. but then the five different povs are just very very boring. and sexist. and just not fun.

maybe i just hate everything that has got to do with the gdr (obviously i am biased because that’s all i here about in my history classes).

this is the first book that i have to read for school that i haven’t actually finished and that is the only sad thing about me dnfing this.

1.5/5
Profile Image for Erik.
226 reviews19 followers
November 15, 2009
The very best stories are simple and while the premise of this book - the rise of one boy/man from post-WWII to post-Wall in East Germany - seems ambitious, the novel initially doesn't present itself as such. The beauty of this book is in its simplicity.

Bernhard Huber's life really isn't the central focus, though he is the central presence in the five narrators' stories and these stories each provide the opportunity to explore East Germany from multiple perspectives from its transition to Communism to then capitalism - youth, early adulthood, adulthood, etc. While all this sounds very heady, the book's prose is simple, beautiful, and elegant and is a pleasure to read.
Profile Image for Beke.
11 reviews
August 17, 2025
Bis jetzt die beste Schullektüre die ich lesen musste
Profile Image for Susanne Krollik.
27 reviews
October 1, 2025
Durchaus interessantes Thema, das Bezüge zum Heute hat. Leider teilweise langatmig mit zu vielen Einschüben erzählt.
Profile Image for bewoelkt.aber.heiter.
430 reviews29 followers
February 17, 2020
Eine interessante Romanstruktur, in der aus der Sicht von fünf Menschen in fünf Kapiteln die Lebensgeschichte des Bernhard Haber - des eigentlichen Protagonisten, wenn man ihn denn so nennen kann - erzählt wird. So entsteht dessen Lebensgeschichte in einem Mosaik und aus den ganz verschiedenen Blickwinkeln von Menschen mit unterschiedlichen Mentalitäten sowie sozialen und ökonomischen Hintergründen. Auch an den Lebensgeschichten der Erzähler der Kapitel nimmt man Anteil, leider fand ich zwei der fünf absolut unsympatisch, sodass es mir auch schwerer fiel, ihre Kapitel zu lesen und ein weiteres war leider einfach langweilig. Wiederum gut gelangen war die Einbindung wichtiger Stationen der DDR-Geschichte, die sozusagen am Beispiel einzelner Menschen und der Stadt Guldenberg rekapituliert werden. Eines der wichtigsten Motive des Romans ist das der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg (so wie der Protagonist und seine Familie) und deren Behandlung in den aufnehmenden deutschen Städten. Und hier lassen sich erstaunliche Parallelen zur aktuellen Situation finden, die das Buch sehr aktuell machen.
Profile Image for Sarah.
44 reviews
November 19, 2016
3/5
[Read it for school]
I really liked the easy-going writing style of the author and how the reader gets to know the story of a boy/man (Bernhard Haber) without ever having read his POV or an omniscient narrator but through the POVs of people surrounding him throughout his life.
It was an entertaining read, however from time to time I found some of the short tales and digressions a tad bit too long drawn-out and hence I struggled to completely concentrate and not get easily distracted throughout those parts.
What I really enjoyed was the diversity of the narrators, their own life stories, their relationships to Bernhard and therefore the different perspectives on his character and life. Also, the topic in general, the post-second-world-war-time and the struggle of being an outsider in your own country, and simply the authentic realness of the characters is what made this book (at least for me) not at all just a obligatory burden to read for school, but something I voluntarily liked to open and dive into.
Profile Image for Jaime.
161 reviews2 followers
April 22, 2009
Eastern Europe after the war. Good book, some twists I expected never occured. Enjoyed the storytelling of various character's views on the main character.
Profile Image for Felix Schreiber.
21 reviews
March 11, 2025
Landnahme erzählt die Geschichte von Bernhard Haber, einem Außenseiter, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie in die Lausitz umsiedelt und dort auf Ablehnung und Vorurteile stößt. Obwohl das Buch wichtige Themen wie Heimatverlust, Integration und gesellschaftliche Ausgrenzung behandelt, bleibt es oft zu distanziert und langatmig.

Die Figuren wirken teilweise blass, und Bernhards Entwicklung bleibt vorhersehbar. Hein erzählt sachlich, fast emotionslos, was den Zugang zur Geschichte erschwert. Der Stil mag bewusst nüchtern sein, aber er nimmt dem Roman viel von seiner möglichen Intensität.

Insgesamt bleibt Landnahme unter seinen Möglichkeiten. Ein Thema mit Potenzial, das durch mangelnde Tiefe und Spannung nicht wirklich überzeugt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Livia.
59 reviews
March 24, 2022
Ich habe dieses Buch nur gelesen, da es Pflichtlektüre für die Schule ist. Zugegebenermaßen ist die Thematik der Vertriebenen durchaus interessant und sollte auch behandelt werden.
Allerdings war es nicht angenehm dieses Buch zu lesen, bspw. durch die Sexualisierung minderjähriger weiblicher Charaktere.
Zudem kam ich persönlich nicht wirklich mit dem Schreibstil zurecht. Zwar ist er einfach zu verstehen, allerdings gab es meiner Meinung nach zu viele unnötige Ausschweifungen, die sehr vom eigentlichen Thema abgelenkt haben.
Insgesamt war der Ansatz des Buches gut, allerdings ist es in der Ausführung gescheitert.
1 review
January 22, 2024
Naja, also an sich war das Buch ok.
Es ist mit eins der am angenehmsten geschriebenen Bücher der Oberstufe, und die Themen wie der Umgang mit Vetriebenen, und dem Eingreifen des Staates in das Leben der Menschen der DDR sind auch ganz interessant. Allerdings hat mir etwas garnicht gefallen, und das war das unnötige Sexualisieren der weiblichen Charaktere. War es nötig gefühlt aller zwei Sätze zu erwähnen das Babsy ja so ein kurzes Kleid anhat, oder das es so rüberkommt das das einzige interessante an Marion außer Krebs nur noch ihre großen Brüste sind? Ich weiß ja nicht, wenn die Frauen in dem Buch mehr Charakter gehabt hätten wäre es eine 3,5/5.
9 reviews
October 6, 2025
Auch wenn mir die Idee gefällt, die Geschichte Bernhards aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, weiß ich nicht genau, was ich über das Buch denken soll. Der geschichtliche Hintergrund ist auf jeden Fall da, man kann etwas über das Leben in der DDR und der Umsiedler lernen. Jedoch werden Frauen dauerhaft sexualisiert und sehr abwertend dargestellt. Das hat in meinen Augen auch nichts damit zu tun, dass vieles damals „einfach anders” war, es ist meiner Meinung nach einfach unnötig und verschiebt den Fokus von dem eigentlichen Thema, nämlich Bernhard und dem Rassismus, dem er täglich begegnet wieder einmal
auf die Objektivizierung des weiblichen Körpers.
Profile Image for Elena Conradi.
2 reviews
January 2, 2025
honestly this was not a bad book. i had to read it for school and i liked to experience german history through several first person narratives, who furthermore describe the life and their relationship to the main character bernhard haber. bernhard and his family had to leave their hometown, in nowadays polish territory, after the second world war, sadly nobody wants them. the book depicts the reality of being rejected and having to fight to survive, facing injustice along the way. so as the years pass will he be able to build a better life for himself - you will have to find out!
Profile Image for maya.pglt.
90 reviews
January 9, 2025
ka warum.man jetzt genau das Buch lesen muss, um was über Nachkriegsliteratur zu erfahren und zu verstehen
hab auch ehrlich gesagt nicht wirklich gecheckt, was jetzt so die pointe ist (wenn es überhaupt eine gibt)
außerdem fand ich es unnötig so viel Story jeder einzelnen Person zu geben, weil es überhaupt nicht wissenswert für den Leser ist
Bernhard hat mich aber vor allem als Kind so krass an Hegel von Dark errinert hahahah
Profile Image for Franziska .
371 reviews
April 28, 2019
Hein ist mit diesem Werk ein wunderbarer Roman gelungen. Die Geschichte eines Vertriebenen von der Nachkriegszeit bis heute ist Inhalt. Besonders geschickt ist, dass die Geschichte jeweils durch die Perspektive verschiedener Personen erzählt wird, welchen der Protagonist auf seinem Lebensweg begegnet.
Profile Image for Bert J.
124 reviews
January 3, 2021

Good story portraying life in East Germany in the decades after WWII. Technique of telling the life of the main character from 5 different narrators' viewpoints was well done and effective.

I enjoyed this book and recommend it.
Profile Image for Robin Loibl.
6 reviews
September 17, 2021
Christoph Hein erzählt die Geschichte von Bernhard Haber, welcher von Breslau ins fiktive Guldenberg in Sachsen umgesiedelt wird. Es verdeutlicht die Mühen der Integration von Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahrhundert.
Displaying 1 - 30 of 58 reviews

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