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Tunga Integral 3

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Nach Tony Stark kommt nun die Tunga Gesamtausgabe in 5 Integralen.

Tunga ist die Serie, der Aidans über 40 Jahre treu geblieben ist.
Nach den Anfängen in den 1960er Jahren im Journal de Tintin bis zum 17. Album im Jahre 2004.

Mit der zwischen 1961 und 2004 vom belgischen Zeichner und Autor Édouard Aidans gestalteten Abenteuerserie Tunga erfüllte sich nicht nur ihr Schöpfer einen Kindheitstraum. Auch die Leser der Geschehnisse um den kühnen Urzeitkrieger zeigten sich mehr als vier Jahrzehnte begeistert von

abenteuerlichen Erlebnissen, prähistorischer Kulisse und dem Reiz des archaischen, urweltlichen Miteinanders zwischen Mensch und Tier. Aidans Begeisterung für Flora und Fauna konnte sich in den rund zwei Dutzend Tunga-Geschichten ungehindert entfalten, und seine Zeichnungen halten den Vergleich mit Tarzan von Burne Hogarth, einem seiner großen Vorbilder, durchaus stand.

Lass Dich also entführen in die Abenteuer der ersten Menschen vor über 100.000 Jahren…

176 pages, Hardcover

Published September 27, 2018

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Edouard Aidans

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Profile Image for Michael.
1,618 reviews215 followers
July 7, 2020
TUNGA erzählt die in der Steinzeit angesiedelte Geschichte des gleichnamigen Jägers, der mit seinem Stamm vor 100.000 Jahren umherzieht, gezwungenermaßen ständig auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen. Denn die Ghmour (so der Name des Stammes) sind in ihrer Existenz bedroht durch feindliche Stämme, wilde Tiere, Hunger, Kälte und Naturkatastrophen.
Aidans bildliche Darstellung der lebensfeindlichen Umwelt ist ausgesprochen eindrücklich und vermittelt dem Leser gelungen die Not, der so manches Stammesmitglied zum Opfer fällt.
Die hohe Qualität der Zeichnungen zieht ab dem zweiten Abenteuer in diesem Band noch einmal an; einige Seiten wirken regelrecht psychedelisch, durch sie scheint der Geist der 60er Jahre hindurchzuwehen. Obwohl die Handlung immer realistisch und konkret bleibt, gelingt es Aidans vorzüglich darzustellen, wie Tunga, der sonst so tapfere Krieger, in eine tiefe persönliche Krise gerät, für die er keine Worte kennt und die sich seinem Verständnis entzieht. In dieser prähistorischen Zeit, in der es noch kein heutiges Ich=Bewusstsein gab, sprechen die Stammesmitglieder von sich in der dritten Person und nennen sich bei ihrem Namen. In einer solcherart unterentwickelten Sprache gibt es keine Worte für das, woran Tunga krankt: Eifersucht und Selbstzweifel. Beides wirkt selbstzerstörerisch auf Tunga, und das ausgerechnet in einer Situation, in der die Ghmour, auf der Flucht vor Vulkanausbrüchen, Erdbeben und einem stärkeren Stamm, jeden kampferprobten Mann bräuchten.

Der belgische Comiczeichner Edouard Aidans hat vier Jahrzehnte lang an seiner Serie TUNGA geschrieben, die nun in fünf Integral=Bänden als Gesamtausgabe bei Kult Comics erschienen ist.
Anfang der 70er erschienen Tungas Abenteuer schon im ZACK-Magazin, allerdings war meine Erinnerung daran doch schon sehr verblasst. Um sie aufzufrischen, habe mich dazu entschieden, als erstes den dritten Band der Gesamtausgabe zu lesen und so mitten in die Geschichte zu springen. Ich war mir nicht sicher, ob TUNGA mir gefallen würde und wollte gerne dort einsteigen, wo Aidans das Konzept schon voll entwickelt hat und zeichnerisch vermutlich auf dem Höhepunkt ist.
Kult Comics hat schon mehrere Werkausgaben herausgebracht und TUNGA macht keine Ausnahme und ist sehr wertig produziert: solide Hardcover=Bände mit informativer Einleitung und sauberem Druck auf mattem Papier lassen kaum Wünsche offen.
Die Übersetzung allerdings böte noch Optimierungsmöglichkeiten. Wie schon erwähnt versucht Aidans die Sprache ein wenig an den Entwicklungsstand der Steinzeit-Menschen anzupassen. So kommt das Personalpronomen „Ich“ nicht vor, ein Abstraktum wie „tot“ wird als „nicht lebendig“ bezeichnet und Schnee ist „weißer Regen“. Natürlich hält Aidans das nicht durch und niemand erwartet von einem Comic sprachwissenschaftliche Genauigkeit. Wenn Tunga in der deutschen Ausgabe dann allerdings sich darüber verwundert, wie sein Gegner „agiert“, hätte ich mir einen weniger bildungssprachlichen Ausdruck gewünscht. Dass ein riesiges Mammut als „Männchen“ bezeichnet wird, wirkt allenfalls erheiternd, der Begriff des Bullen (analog zum Elefanten) scheint dem Übersetzer nicht in den Sinn gekommen zu sein. So ließen sich einige Beispiele finden, die belegen, was bei übersetzten deutschsprachigen Comics so oft festgestellt werden muss: dass an der Übersetzung gespart oder ihr keine besondere Bedeutung zugemessen wird.
Trotz dieser kleine Trübung, das Buch hat mich gut unterhalten und mitfiebern lassen. Dafür gibt es im Fazit gute drei Sterne.


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