Nicholas von Burghofen hat das letzte Schuljahr auf Schloss Königstein vor sich. Eigentlich will der Einzelgänger nur in Ruhe sein Abitur abschließen. Doch dabei hat er die Rechnung ohne seinen Mitbewohner Tobias gemacht. Der möchte ihn nämlich unbedingt zurück in den Kader des Basketballteams holen. Und das, obwohl Nick sich geschworen hat, nie wieder in der Mannschaft zu spielen.
Probleme anderer Art hat der zwei Jahre jüngere Losian, der mit dem Außenseiter der Klasse in ein Zimmer gesteckt wird. Noch dazu muss er sich in der Theater-AG mit dem Stück „Romeo und Julia“ in abgewandelter Form herumschlagen. Dabei geht ihm die Thematik der Homosexualität selbst viel zu nahe.
Das neue Schuljahr auf Schloss Königsstein hat begonnen. Das konservative Internat hat in diesem Jahr eine Neuheit in der Theater AG. Romeo und Julia soll mit zwei männlichen Hauptdarstellern aufgeführt werden und auch sonst gibt es einige neue Begebenheit an dem Internat, an dem nichts mehr so scheint, wie es noch vor den Ferien war. Anfangs ist keiner der Schüler richtig angetan, denn für einige von ihnen wird dieses Stück persönlich. Zu persönlich.
Schon auf den ersten Seiten war ich direkt in der Story gefangen. Der Schreibstil von Nick Krehl ist unglaublich toll. Ich habe mich direkt auf dem Internat "zuhause" gefühlt. Ich habe die Umgebung erkundet und die Protagonisten und ihren Eigenheiten kennengelernt. Und vor allem lieben gelernt. Das Buch handelt vor allem von Mobbing vor und nach dem Outing. Die Angst vor dem Outing an sich und allem zwischemmenschlichen dazwischen. Es hat mir unglaublich gut gefallen, die Jugendlichen auf ihrem Weg zu begleiten. Nicolas, der mit Mobbig zu kämpfen hat. Losian, der Angst davor hat, gemobbt zu werden. Patrick, der das alles schon hinter sich hat und daran gewachsen ist. Oder Attila, der beste Freund an Losians Seite, der mein heimlicher Lieblingscharakter war. Warum, das müsst ihr selbst lesen.
Nick Krehl hat es auf jeden Fall geschafft, dass ich förmlich an den Seiten des eBooks geklebt habe. Die Charaktere haben mich zum Schmunzeln gebracht, sie haben mich nachdenklich gemacht und haben dafür gesorgt, dass ich nasse Augen bekommen habe. Das Settings des Internats hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe das Internat oft vor Augen gehabt. Die Umgebung wäre ein absoluter Traum für mich.
Nick Krehl hat ausserdem ein Thema angeschnitten, dass noch so manches Mal als Tabuthema gilt und das finde ich echt schade. Dadurch, dass auch ein Stück weit der Autor selbst in das Buch einfliesst, bekommt das buch eine ganz besondere Note, mit der ich es nur jedem ans Herz legen kann. Dieses Buch ist ein wahnsinnig großer Schritt in die richtige Richtung. Es beweist soviel Mut, es versteckt so viele Emotionen und Gefühl. Freundschaft, Liebe und Vertrauen. Ingoranz und Akzeptanz, all diese Werte greift Nick Krehl auf und sie haben das Buch perfekt gemacht. Meine Augen müssen nicht mehr geöffnet werden, aber Nick Krehl gibt mit diesem Buch einen guten Anstoss in die richtige Richtung. In ein Leben ohne Vorurteile und mit Akzeptanz.
Auf dem Internat Schloß Königstein stehen die Zeichen auf Umbruch und das im besten Sinne. Intoleranz und Ausgrenzung soll ein Riegel vorgeschoben werden, was leider auch die intolleranten Köpfe in Aufruhe versetzt, die ihre Felle schwimmen sehen – andererseits zwingt die Situation Betroffene wie Losian, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, inwieweit er für seine eigene Freiheit – für sich – einstehen will, oder besser: kann.
Ich habe das Buch bereits zum ersten Release lesen dürfen. Ich dachte, ja, gut, als Freundschaftsdienst, denn Romance? Nicht mein Beuteschema. Aber Pustekuchen. Es war vielmehr ein Freundschaftsdienst, dass ich die Ehre hatte, testlesen zu dürfen.
Die inneren Konflikte um Losian, Nicholas, Pascal, Tobi, Maler – einfach allen, sind so mitreißend gezeichnet, so farbenfroh und lebendig, dass ich jede Seite mitgefiebert habe. Obwohl mich nur wenige Thematiken jemals selbst betroffen haben, hat Nick mich behutsam mit jedem Wort an die Hand genommen und so nah an das Geschehen herangeführt, dass ich gar nicht anders konnte, als mit Heli zu bangen, mit Losian zu zweifeln, mit Nicholas zu verzweifeln und gelegentlich an ungeweinten Tränen zu ersticken – gleichzeitig aber auch an anderen Stellen zu jubeln, zu lachen und vor Freude zu platzen.
Wer also eintauchen will, in die echt lebensnahe Welt von Schloß Königstein, wer einen Blick hinter den Prunk werfen will, wer ein Buch über Ausgrenzung und Vorurteile, aber auch echte Freundschaft, Gemeinsinn und dazu noch gute Romantik sucht: Greift zu. Es lohnt sich! ;)