Pocahontas I zeichnet die Geschichte der historischen Pocahontas: ihre berühmte (angebliche) Lebensrettung des rotblonden englischen Captains vor dem Tod auf einem Steinblock, ihre Hilfe für die Weißen in den ersten Wintern, ihre Geiselnahme 1613, ihre Taufe auf den Namen Rebecca und ihre Heirat mit dem Pflanzer John Rolfe 1614; die Züchtung des ersten nordamerikanischen Tabaks, der englischen Geschmacksnerven verträglich war. Geburt eines Sohnes Thomas Rolfe, Pocahontas' Englandreise 1616 und ihren Tod an der Themse 1617. Ihre Geschichte als »Uhrmutter aller Amerikaner«, wie die amerikanische Taufe, wie die amerikanischen Künste sie in den Jahrhunderten danach entwerfen. Der zweite Strang des Bandes umreißt die Bedeutung, die die Jamestown/Pocahontras-Geschichte für Shakespeares letztes fertiggestelltes Stück The Tempest hat. Drittens: eine Bildergeschichte ›des Indianischen‹ von 1600 bis jetzt.
Klaus Theweleit is a German sociologist and writer.
Theweleit studied German studies and English studies in Kiel and Freiburg. From 1969-1972, he worked as a freelancer for a public radio station (Südwestfunk).
His book Männerphantasien (1977); translated as Male Fantasies (1987), a study of the fascist consciousness in general and the bodily experience of these former soldiers in particular, easily detected in their hatefilled, near-illiterate books, was well received and much discussed.
Theweleit writes in a non orthodox, highly personal and associative style. His book are heavily illustrated with cartoons, advertisements, engravings, posters and artwork.
Theweleit lives in Freiburg, he teaches in Germany, the United States, Switzerland, and Austria. He was a lecturer at the Institute of Sociology at the University of Freiburg and lecturer at the film academy in Berlin. From 1998 until retirement he was a professor for "art and theory" at the Staatlichen Akademie für Bildende Künste, the art college, at Karlsruhe.
Wieviel Selfmademan John Smith mag wohl im SEELANDSCHAFT=Ich=Erzähler (&Schriftsteller) Joachim stecken? Einer, der wie Richard Kimble zu Fuß aus Asien nach Europa flüchtet, auch mehrere andere Todesurteile überlebt (nicht nur durch pocahontasche Rettung), "Antreiber, Agent, Durchführer des NEUEN, bzw. Chef-Verwandler des ALTEN : von den Errettungsstories durch Native Women und Gottes Hand bis zur Erfindung der Telegraphie, dem Anlegen exakter Landkarten, dem siegreichen Bestehen von posttrojanischen Leinwandkämpfen bis zur (paranoisch siegreichen) endlosen Flucht des Nie-Gefaßten ..." Einiges wird nicht Schmidts Geschmack treffen, anderes aber ... Wer Pocahontas sagt, muss auch John Smith sagen? Immerhin Adam & Eva der Neuen Welt. Und wer Smith sagt etwa Schmidt???
Ich liebe auch die 70er Jahre Aufsässigkeit Theweleits und ihre Sprache: "(...) nach den Geboten der jeweils herrschenden Diskursanstalten wie Zeitungen, Verlagshäuser, Akademien, Universitäten, Theater und anderer Häuser des Entertainment, abgestimmt auf die kannibalischen Gefühlslagen jeweils maßgeblicher Öffentlichkeiten und unter Einarbeitung der Drehungen jeweils laufender amerikanischer Alltags- wie Groß-Geschichte."
Sollte ich mich mit Leslie Fiedler beschäftigen? Bislang kannte ich nur den Namen.
Der Name Klaus Theweleit sagte mir nichts und ich bin mir nicht mehr sicher, wie es dieses Buch auf meine Leseliste geschafft hat aber es ist eine neue, lohnende Entdeckung!
Der Autor spürt dem Mythos der Pocahontas von der realen Person bis zur ersten Geschichte über die Verklärung der Legende im Angesicht der Massaker an den Indianern. Der Stil des Autors ist - trotz umfangreichendem Fußnotenkatalog - eher angenehm abschweifend und führt einen zu immer wieder neuen Einblicken und Quellen. Der von Pocahontas angeblich gerettete John Smith hat seine ersten Sporen in den Türkenkriegen erworben. Shakespeare's Tempest soll von einigen Abenteuern der ersten Siedler Virginias inspirierrt sein. Ein Nachkommin von Pocahontas ist die Frau von Woodrow Willson... Dies bringt immer wieder interessante Einblicke und Parallelitäten, die man indes nicht immer allzu ernst nehmen kann, da sich der Autor teilweise schon sehr weit aus dem Fenster lehnt.
Ich bin ob des immensen Bildkatalogs etwas unentschlossen. Teils erscheint es wahllos und zu viel, teils erbringt es interessante Einblicke.