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Schockraum

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Irgendetwas stimmt nicht im Leben von Notfallsanitäter Kim. Zwischen Nachtschichten und Zwölf-Stunden-Diensten fühlt er sich wie betäubt, ist ängstlich und macht Fehler. Seine Beziehung zu Marie geht in die Brüche. Erst mit der Zeit wird Kim klar, dass all die Probleme mit einem traumatischen Einsatz zu tun haben. Als sein bester Freund Benny ihn auf einen Roadtrip ans Meer mitnimmt, bietet sich Kim ein unverhoffter Ausweg. Und er spürt, dass er sich endlich seinen Ängsten stellen muss …

288 pages, Hardcover

First published August 31, 2020

9 people are currently reading
247 people want to read

About the author

Tobias Schlegl

7 books3 followers
Tobias Schlegl is a German TV and radio moderator, reporter, author, and musician. In 2016, he decided to mostly abandon his media career and train to become a paramedic instead.

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Community Reviews

5 stars
112 (25%)
4 stars
180 (41%)
3 stars
117 (26%)
2 stars
25 (5%)
1 star
4 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 41 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,048 followers
October 7, 2020
Tobi Schlegl used to be a successful TV host working in the field of music, culture and media journalism - but four years ago, he decided to quit and become a paramedic instead. After experiencing trauma on the job, he had to consult a psychologist who, among other things, recommended that he should find creative ways to channel and stomach his feelings about the incident - ta-da: Schlegel wrote the novel "Schockraum" about a paramedic who experiences trauma on the job.

To be fair: I come from a large family feat. a paramedic, an emergency doctor, two nurses, firefighters, a policeman, a soldier and people who are organized in the Federal Agency for Technical Relief (THW) - Schlegl can't tell me anything new about the physical and psychological challenges of these jobs that all encompass experiencing terrible and extreme life-and-death situations. But if an author can write well, he manages to tell stories in a way that they captivate nonetheless, he might craft fascinating characters or focus on certain interesting aspects, he might add complexity and new dimensions or simply offer beautiful, intense language to illustrate what it means to be a paramedic. Unfortunately, Schlegel (and it hurts me to say that, because I grew up watching him on Viva music television, he seems like a nice guy and I want him to succeed) is not a writer.

His sentences are mostly short and slightly clumsy, the text is fully preoccupied with getting across what the author has in mind on a literal level, it leaves no room for the real spoils of literature like effectful language, convincing character development or maybe even some narrative tricks and surprises. There is one minor character, a young, quirky woman, who reads like she is modeled after Isa in Bilder deiner großen Liebe by the great, late Wolfgang Herrndorf, but Schlegl's variation is utterly unbelievable. This is no doubt an important story, but it is told in a very, very plain way - maybe it would have been better as a journalistic essay, a report or a memoir.

And there is one more thing that bothers me, and let me start explaining it with, yes, Jan Böhmermann: On his podcast, Germany's most notorious comedian complained to his partner Olli Schulz that Schlegl first quits the media business and then returns to boost his career with the book, and I thought "Oh Janni, that's such a petty remark!" - but then I read the book. Kim, Schlegl's alter ego in the novel, is constantly complimented what a brave guy he is, and at one point he explains unironically that he and his colleagues "sacrifice themselves" for others. I have all the respect in the world for medical workers, but if you think it's appropriate to describe your job with religious terminology and you're not a church worker, you have a problem with your ego. It's Kim, not Tobi, speaking in the book, but there are some sentences that radiate a slight God complex, and it's, well, unhealthly.

So kudos to Schlegl for focusing on a paramedic, a guy with a tough job and little money who doesn't get enough recognition, but unfortunately, this book is just not very well written. You can learn more about the book on our latest podcast episode.
Profile Image for Nadine Schrott.
686 reviews65 followers
August 3, 2024
Ein intensiver Einblick in das Leben eines Rettungssanitäters....mit tiefgründigen Denk Ansätzen bezüglich unseres Gesundheitswesens.....

Kim arbeitet als Rettungssanitäter...der Job ist aufreibend, seine Beziehung schwierig....nur die Freundschaft mit Benny läuft gut.
Doch irgendetwas bedrückt Kim....und droht sein Leben auf den Kopf zu stellen....

Der Roman hat Züge eines Sachbuches....konnte mich aber trotzdem mitnehmen.....

Lesenswert!
Profile Image for Cindy.
341 reviews48 followers
September 21, 2020
Tolle Geschichte mit diversen Wahrheiten über die so wichtige, harte Arbeit des Rettungsdienstes. Dazu ein echter Pageturner. Nur das Ende war mir zu offen. Ich hätte mir ein paar Seiten mehr für Kim gewünscht.
Profile Image for Brina.
2,049 reviews122 followers
January 15, 2021
„Schockraum“ von Tobias Schlegl ist eines der Bücher, auf das ich 2020 mit am meisten gespannt war, denn ich fand es sehr interessant, dass es endlich mal auch eine Geschichte über Notfallsanitäter gibt, die meiner Meinung nach immer viel zu kurz kommen und zu wenig gewürdigt werden. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht, denn „Schockraum“ entpuppte sich als absolutes Jahreshighlight.

Die Geschichte wird dabei sehr einfühlsam, aber auch eindringlich erzählt. Obwohl Tobias Schlegl hierbei auch oftmals anspricht, wie wenig die Arbeit der Sanitäter gewürdigt wird und unter welchen Bedingungen sie teilweise arbeiten müssen, wirkt die Geschichte nie auf unangenehme Art belehrend, sondern so aufklärend und nachvollziehbar, dass man sich oftmals fragen muss, was in unserem Gesundheitssystem eigentlich schief läuft, wenn Notfallsanitäter, die eigentlich Leben retten sollen, selbst nur noch auf dem Zahnfleisch gehen. Dazu ist die Geschichte aber auch trotz dieser Umstände oftmals spannend und auch humorvoll, was der Thematik auch gut getan hat.

Die Figuren sind dabei gut ausgearbeitet, sympathisch, besitzen ihre Ecken und Kanten und sind vor allem authentisch. Besonders Kim, der als Notfallsanitäter arbeitet, ist mir direkt ans Herz gewachsen. Er arbeitet viel zu viel, muss täglich grausame Dinge mitansehen und weiß oftmals nicht, wie er seinen Job und die Umstände verarbeiten soll. Als auch noch seine Beziehung zerbricht, zerbricht auch Kim immer mehr, wird aber direkt von seinem besten Freund Benny aufgefangen, der mit ihm einen Roadtrip unternimmt, bei dem Kim endlich zur Ruhe kommen soll.

Auf Texel verarbeitet Kim nicht nur teilweise seine gescheiterte Beziehung zu Marie, sondern denkt auch immer mehr über seinen Beruf nach, verarbeitet Situationen, muss aber auch feststellen, dass es weit mehr braucht als nur einen Roadtrip, um vollends wieder zu heilen und bereit für den Job zu sein. Gleichzeitig stellt er auch fest, dass das Leben noch mehr bietet und er sich nicht nur auf Benny immer verlassen kann, sondern auch auf Menschen, die vollkommen unerwartet in sein Leben treten.

„Schockraum“ ist dabei ein Roman, der Eindruck hinterlässt, da man nicht nur über das Gesundheitssystem nachdenkt, sondern auch darüber, dass man die wahren Helden des Alltags leider viel zu oft belächelt, bzw. nicht wahrnimmt und manchmal auch unfreiwillig behindert, was ihre Arbeit nur noch mehr erschwert.

Kurz gesagt: „Schockraum“ ist nicht nur ein unterhaltsamer und spannender Roman, sondern vor allem auch einer, der Eindruck hinterlässt, aufklärt und zum Nachdenken anregt. Die Arbeit eines Notfallsanitäters wird authentisch und schonungslos erzählt und sorgt dafür, dass man die Arbeit von Sanitätern, Pflegern, Ärzten und Co. nur noch mehr zu schätzen weiß. Jeder sollte diesen Roman gelesen haben.
Profile Image for Tuti.
462 reviews47 followers
October 10, 2020
interessanter bericht des versuches des ich-erzählers kim, mit mitte dreißig mehr sinn in sein leben zu bringen, indem er sich zum rettungssanitäter ausbilden lässt. das nach einem gut vergüteten aber « sinnlosen » job im marketing... der roman erzählt dann über die schwierigkeiten des neuen berufs, über die brutalität und manchmal auch sinnlosigkeit der nächtlichen einsätze, über die vielleicht viel zu seltenen schönen momenten in denen ein geretter patient seine dankbarkeit zum ausdruck bringen möchte, über kollegen und die schwierigkeiten, in der sehr knappen freizeit noch eine beziehung oder freundschaft aufrechtzuerhalten, und natürlich über die leider viel zu geringe vergütung dieser anstrengenden, verantwortungsvollen und teilweise auch gefährlichen arbeit. das ist alles sehr interessant, und basiert auf der realen erfahrung des autors, der einen ebensolche versuch gewagt hat. es klingt alles natürlich sehr autobiographisch, eine interessante aufarbeitung dieser erfahrung. es hätte auch ein sachbuch sein können, ein tatsachenbericht - wirklich literarisch im sinne eines romans mit figuren und geschichte fand ich das nicht. aber es liest sich gut und ist auf jeden fall lesenswert. 3.5 sterne
Profile Image for sina.liest.
333 reviews19 followers
December 3, 2020
Tobias Schlegel ist einigen vielleicht noch als Radio-und Fernsehmoderator bekannt. Vor einigen Jahren hat er sich aber immer mehr zurückgezogen und sich zum Notfallsanitäter ausbilden lassen. Nun folgt mit "Schockraum" sein erster Roman, in der sein Protagonist Kim genau diesen Beruf ausübt und damit zu kämpfen hat. Die Geschichte ist fiktiv, durch die Vorgeschichte des Autors kann man aber erahnen, dass das Buch schon gewisse biografische Züge hat.

Leider bin ich etwas zwiegespalten bei diesem Buch. Immer, wenn es um die Arbeit als Notfallsanitäter ging, war ich sehr begeistert und zum Teil auch wirklich schockiert. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass es dieser Branche alles andere als gut geht. Zu wenig Personal, zu viele Überstunden, schlechte Bezahlung und mangelnder Respekt sind leider alltäglich.
Die Begeisterung war allerdings sofort weg, wenn es um das Privatleben des Protagonisten ging. Da war ich irgendwie raus. Besonders die kleine Liebesgeschichte hat mir so gar nicht gefallen und hatte für mich einen gewissen Til Schweiger - Touch.

Insgesamt hat mir "Schockraum" damit eher so mittelmäßig gefallen.
Profile Image for Tobias.
86 reviews10 followers
June 17, 2022
Wenn Menschen (zu mindestens) ansatzweise verstehen wollen, was die Kolleg*innen im Rettungsdienst so jeden Tag leisten und was die Hürden und Herausforderungen ihres Jobs sind, die*dem empfehle ich „Schockraum“ von Tobias Schlegl. Ein Buch, so nah wie es als Roman an der Wirklichkeit sein kann und es ist deutlich die persönliche Geschichte von Tobias Schlegl zu spüren.

Wirklich ein gutes Buch und nicht nur beim*nach dem Lesen solltet ihr freundlicher zu Rettungssanitäter*innen sein, sondern auch wenn sie sich für ihre berechtigten Forderungen nach einer fairen Arbeitswelt um eure Solidarität bemühen.

Danke an alle Rettungssanitäter*innen und Beschäftigten in der Pflege und Gesundheit, dass ihr euren Job macht.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
September 8, 2020
Nachdem seine steile Karriere in der Werbebranche zwar zu viel Spaß und Einkommen führte, sich irgendwann aber die Sinnfrage immer drängender stellte, entschied sich Kim zu einem radikalen Schritt: er machte eine Ausbildung als Notfallsanitäter. Nun, vier Jahre im Job, kämpft er jedoch mit sich und den Arbeitsbedingungen: zu wenig Leute, zu hoher Zeitdruck, die Arbeit wird zunehmend durch Gaffer und Störer behindert, das Gehalt reicht kaum aus, um eine Familie zu ernähren und irgendwie kommt er auch nicht dazu, die Erlebnisse zwischen Leben und Tod zu verarbeiten. Als ihn auch noch seine Freundin verlässt, er sich nur noch schwer fokussieren kann und die Alpträume zunehmen, flüchtet er mit seinem Freund für ein paar Tage nach Texel, die Auszeit tut ihm gut, ändert jedoch auch nicht grundlegend etwas. Er muss sich endlich ernsthaft seinen Problemen stellen.

Ich war zugegebenermaßen sehr überrascht, als ich vor einigen Tagen in der Zeitung eine Besprechung des Romans gelesen habe. Mir war Tobias Schlegl nur als Viva-Moderator der 90er Jahre bekannt, seine Karriere hatte ich nicht weiter verfolgt und dass er 2016 gänzlich aus dem Show-Business ausgestiegen war, ist entsprechend auch an mir vorbeigegangen. Er verarbeitet in „Schockraum“ seine eigenen Erfahrungen, die er während der Arbeit als Sanitäter gesammelt hat. Entstanden ist zwar eine fiktive Geschichte um den End-30er Kim, aber neben den Episoden, die Einsätze schildern, wird vor allem der Alltag und die Belastung in diesem Beruf thematisiert. Es ist keine Abrechnung, aber am Beispiel des Protagonisten wird gezeigt, wie Menschen, die eigentlich helfen wollen und sich in den Dienst der Gesellschaft stellen, systematisch verschlissen werden. Dies trifft nicht nur für die Mitarbeiter*innen im RTW zu, sondern gleichermaßen für Pfleger*innen in Kliniken und Altenheimen oder auch die Feuerwehr.

Natürlich befriedigt der Roman ein Stück weit die Sensationslust: was erlebt Kim bei seinen Einsätzen, wann kämpft er um das Leben von Verletzten, welche spektakulären Situationen hat er erlebt? Man kann leicht nachvollziehen, weshalb Sanitäter keine Lust mehr auf die Frage danach, ob bzw. wie viele Tote sie schon gesehen haben, zu antworten. Ebenso kann man die Wut verstehen, wenn sie wegen Lappalien gerufen werden oder auch ihre Machtlosigkeit, wenn Patienten nicht kooperieren. Es ist eine bunte Mischung von Einsätzen, die die Bandbreite des Arbeitsalltags sichtbar machen. Die schönen Seiten kommen ebenso zu Wort wie die furchtbaren.

„Diese Unsicherheit ist reizvoll, aber auch belastend. Rettungsdienst – das ist ein ständiges Öffnen verschlossener Türen. Und niemand weiß vorher, was einen dahinter erwartet. (...) Welcher Abgrund tut sich diesmal auf?“

Der nicht gesunde Umgang mit den Erlebnissen ist es letztlich, der Kim in eine psychische Ausnahmesituation bringt. An vielen kleinen Punkten wird klar, wie er seine Arbeit nicht mehr kompetent bewältigt und dadurch zu einer realen Gefahr wird. Aber es dauert, bis er sich das eingestehen kann. Die Schilderung seines Belastungssyndroms ist der eigentliche Punkt des Romans.

Vielleicht hilft dieser Roman mit der Prominenz des Autors eine Debatte anzustoßen bzw. fortzuführen, was im Frühjahr eigentlich Dank Corona schon einmal ins öffentliche Bewusstsein gerückt war. Die Frage, wie wir als Gesellschaft mit den systemrelevanten, unterbezahlten und belastungsintensiven Jobs umgehen wollen, ist nämlich noch lange nicht geklärt.
Profile Image for Timo K.
6 reviews
March 7, 2022
Richtig gutes, schnell gelesenes Buch (nur 285 Seiten). Schön geschrieben, insgesamt eher knapp von der Story her, da nur auf das wesentliche "Hauptproblem" fokussiert wird ohne parallele Handlungen oder Nebenschauplätzen.

Das Buch gibt einen interessanten Einblick in die Berufs- und Gedankenwelt eines Notfallsanitäters. Es werden Probleme ohne Wertung dargestellt und bringt einen dazu weiter drüber nachzudenken, welche (grundsätzlichen) Probleme es aktuell im Gesundheits-/Rettungssystem gibt. Ohne erhobenem Zeigefinger wird einem ein ehrlicher ein Blick auf die Komplikationen ermöglicht und an Hand der Geschichte der Hauptperson nah gebracht, welche als Beispiel für viele Arbeitnehmer in dem Bereich stehen kann.

Absolute Empfehlung!
97 reviews4 followers
June 2, 2021
Dieses Buch ist brutal ehrlich und leider etwas zu pessimistisch für meinen Geschmack. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und kann mich nicht richtig entscheiden, ob ich es gut oder katastrophal finde.

Es geht nicht nur um das Trauma, das Kim verfolgt und ihm das Leben zu ruinieren droht. Es geht auch darum, wie in dieser Welt mit Rettungspersonal umgegangen wird, um Respektlosigkeit, Gefahr und Überarbeitung. Darum, dass man so einen Job immer ein bisschen über das eigene Leben stellt. Und immer wieder um die Frage: Warum tue ich mir den Scheiß überhaupt an?

Wer im Gesundheitswesen arbeitet – Rettungskräfte, Ärzt*innen, Pflegende – nimmt das eine oder andere Trauma mit. Einige der Traumata sind schlimmer als andere. Einige kann man mit sich selbst ausmachen, kann sie wegarbeiten und einfach darauf warten, dass das Leben wieder seinen gewohnten Gang geht. Andere sind so furchtbar, dass man eben nicht alleine damit klarkommt. Es gehört gewissermaßen zum Berufsrisiko, nur sagt einem das niemand, wenn man anfängt. Man weiß, was für Dienstzeiten auf einen zukommen und dass der Job hart ist, aber keiner stellt sich hin und sagt dir beim Einstellungsgespräch: „Und du wirst früher oder später schreckliche Sachen erleben, die du nie vergessen wirst, Bilder, die du nie aus dem Kopf kriegen wirst.“

ABER. Man kann damit umgehen. Es ist möglich, damit zurechtzukommen. Und nicht nur, indem man emotional abstumpft, wie dieses Buch leider suggeriert. Die Arbeit im Gesundheitssystem besteht nicht nur aus schlimmen, anstrengenden, beschissenen Diensten, ganz im Gegenteil.
Und wenn man dann doch etwas Traumatisches erlebt, was nicht ausbleibt, dann hilft nur eins: darüber reden. Was passiert, wenn man das nicht tut, wenn man versucht, die großen, schlimmen Traumata mit sich selbst auszumachen, das zeigt dieses Buch sehr deutlich.

Der Schreibstil ist schlicht, es wird nichts beschönigt. Kims verknappte Ausdrucksweise passt gut und liest sich flüssig weg. Gegen Ende hin ging mir alles etwas zu schnell, es wirkte doch sehr gehetzt.
Was mich noch ärgert, lässt sich nicht spoilerfrei beschreiben.
Von jemandem, der selber Sanitäter ist, hätte ich da wirklich mehr erwartet.
Wisst ihr, wie man diesen Job wirklich niemandem schmackhaft machen kann? Mit einem Buch wie diesem hier.
Profile Image for Leonore.
39 reviews10 followers
December 1, 2020
Wie schon andere kommentiert haben, ist das Thema wichtig. Zwar habe ich medizinisches Personal und einen Feuerwehrmann in der Familie, konnte hier aber trotzdem einige wichtige Einblicke in den Alltag der Rettungskräfte gewinnen. Das war für mich als Laien sehr interessant.
Leider gesellt sich dieses Buch zu der wachsenden Anzahl von Romanen, die meiner Meinung nach zu früh und ohne ausreichendes Lektorat das Licht des Buchladens erblickt haben.

Grundsätzlich fand ich den etwas reduzierten, chaotischen und flapsigen Ton von Kim nicht schlecht, er passt, wirkt irgendwie zeitgemäß in einer Welt von Twitter-Kurznachrichten. Bis zum ersten Drittel oder zur ersten Hälfte hat es mir ziemlich gut gefallen, das Buch liest sich recht schnell weg. Leider wird dann irgendwann auch der Ablauf der Story etwas verknappt und viele Dinge lösen sich, für meinen Geschmack zu schnell auf. Es fällt vieles dann irgendwie zusammen, passiert zu einfach, kommt mir unglaubwürdig und halbgar vor. Die ganze "Notfallsituation" auf Texel wirkt unrealistisch und auch die Liebesbeziehung mit Luzi hat mich eher an eine stereotype "abgedrehtes Mädel rettet depressiven Mann aus seinem Tief"-Story aus einem Indie-Film erinnert.

Schade. Die Geschichte ist nach wie vor lesenswert, vor allem weil es die prekäre Situation der Rettungs- und Pflegekräfte nochmal gut vor Augen führt. Auch wenn Schegl die Fakten über diese Missstände so plump in den Text knallt, als ob er eine Liste neben sich liegen hat, die er abarbeitet. In diesem Fall wäre ein Sachbuch vielleicht besser gewesen.

Generell ein Zwei-Sterne-Buch für mich, einen extra Stern gibts für das Thema. Definitiv lesen (es liest sich sehr flüssig weg), aber literarisch nicht zu viel erwarten.
Profile Image for Jennifer.
47 reviews7 followers
November 18, 2020
Es ist nicht super schlecht geschrieben.
Aber dank dieses Buches habe ich eine noch größere Hemmschwelle, einen Notruf zu tätigen oder ins Krankenhaus zu gehen. Danke auch.
Profile Image for Melissa.
54 reviews
May 25, 2023
Now tell me why I had this lying around for three years? It was so gooood, couldn't think about anything else everytime I put the book down.
10 reviews
February 22, 2023
Ich liebe dieses Buch, also jetzt mal fr. Ich lese es jetzt schon zum was weiß ich wie vielten Mal und es wird jedes Mal besser. Ich liebe einfach diese Abwechslung und den Schreibstil. Man kann mit Kim, der Hauptfigur, mitfühlen und man vergisst einfach so schnell, dass man das gerade nur liest und nicht live daneben steht. Wirklich schade, dass das Buch schon vorbei ist. Das offene Ende ist vielleicht nicht Jedermanns Sache, sonst eigentlich auch nicht so meins, aber hier finde ich es sehr passend.

So habe ich mir auch mein eigenes kleines Ende ausgedacht: Luzi & Kim bleiben eine Zeit auf Texel,wie lange weiß ich nicht. Dann nach einer Zeit gehen sie zurück nach Deutschland, ziehen aufs Land, irgendwo an die Nordsee in ein Reetdachhaus, kriegen vielleicht auch ein Kind zusammen und Kim fängt, nachdem er sein Trauma überwunden hat, wieder an im Rettungsdienst zu arbeiten, aber diesmal in der Landrettung, wo es oft auch ruhiger zugeht als in der großen Stadt. Er ist endlich wieder zu 100% zufrieden mit seinem Leben.

Auch die Message hinter dem Buch ist wichtig: Man muss sich Hilfe suchen, wenn man sie braucht. Man ist eben nicht schwach, wenn man merkt dass es psychisch so nicht mehr weiter gehen kann.

Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
133 reviews3 followers
October 25, 2020
"Schockraum"

Schon der Titel des Buches von Tobias Schlegl lässt einen ahnen, dass man als Leser auf einiges gefasst sein muss.........
Die Geschichte handelt von Kim, einem Notfallsanitäter, und beginnt an einem Punkt, an dem dieser so langsam anfängt, daran zu zweifeln, ob dieser Beruf der richtige für ihn ist.
Als Leser lernt man Kim kennen, seine Persönlichkeit und seine täglichen Erfahrungen.
Und diese sind öfters sehr ernüchternd.
Das Erlebte wirkt nach. Als Leser begleiten wir Kim über einige Zeit und spüren, dass sich für ihn etwas verändern muss und auch wird.
Der Weg dahin wird sehr anschaulich und lesenswert beschrieben.
Man erhält einen tieferen Einblick in die Welt von Notfallsanitätern und ihren täglichen Job.
Zudem lernt man einen sympathischen jungen Mann kennen, der die Reißleine zieht und dem man ein glücklicheres Leben wünscht.
Profile Image for _Leselust_.
295 reviews38 followers
December 30, 2020
Tobias Schlegel, selbst Rettungssanitäter, lässt in diesem Roman Kim zu Wort kommen, der den selben Beruf ausübt, nachdem er, genau wie Schlegel selbst, seinen Job im Medienbereich an den Nagel gehängt hat. Fortan ist sein Leben erfüllt von Rettungseinsätzen, Adrenalin, Schichtdienst und oft genug dem Kampf um Leben und Tod. Der Autor schildert außergewöhnliche Fälle und spannende Rettungseinsätze und lässt uns teilhaben an dem Druck, dem die Rettungskräfte ausgesetzt sind, an der psychischen Belastung, aber auch den schönen Momenten in der Interaktion mit den Patienten.
Eine interessante und kurzweilige Lektüre.
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
September 5, 2020
Das Buch handelt von einem Notfallsanitäter und ist aus seiner Perspektive heraus erzählt. Obwohl das Buch ein ernstes Thema hat, ist das erste Kapitel wirklich amüsant. Eine gewisse Selbstironie behält der Sanitäter Kim auch das Buch hindurch. Es wird aber schon bald dramatischer.

Die Beschreibungen der Einsätze und Kims Erleben darauf finde ich sehr glaubwürdig und realistisch. Man begleitet ihn als Leser bei den Einsätzen und da es viele sind, wird man selbst fast ein Profi dabei. Aber jeder Einsatz ist anders.
Für Kim wird es immer stressiger und belastender. Der Grund für seine posttraumatische Belastungsstörung ist offenbar ein besonders schlimmer Einsatz, der zwischendurch immer wieder mal angedeutet, aber zunächst nicht auserzählt wird. Das traumatisierte Kim und verfolgt ihn bis in die Träume, lässt auch sein Privatleben scheitern.

Tobias Schlegl hat nicht nur einen spannenden Roman geschrieben, er hat auch den Anspruch, die Situation des Gesundheitswesen und Rettungsdienstes zu zeigen und die Probleme zu thematisieren.
Profile Image for Aran Jaeger.
85 reviews2 followers
January 7, 2023
Ich war leider von dem Buch ein wenig enttäuscht. Ich weiss auch nicht genau, was ich erwartet hatte. Ich glaube, das Problem ist, das ich die einzelnen Szenarien, die ein*e Notfallsanitäter*in so erleben kann, spannend fand und auch einen gewissen Bezugspunkt dazu habe, da Ich in der Pflege arbeite, aber den eigtl. Roman als etwas belanglos empfand. Eigtl ist es ganz interessant, (und leider kann auch Ich Teile davon nachvollziehen) über jemanden zu lesen, der in diesem Bereich durch ein traumatisches Ereigniss langsam dem Burnout entgegenschlittert. Aber die Geschichte dazu wirkte manchmal wie aus einem anderen, langweilen 08/15 Roman geklaut, das dann das Thema Notfallsanitäter übergestülpt bekommen hat. Trotzdem hat es mir gut genug für 3 Sterne gefallen, die Erfahrungen sind interessant zu lesen, und das Gefühl eines nervlichen Zusammenbruchs wird gut eingefangen, nur ist es leider auch nicht mehr als das.

Kleiner Spoiler am Ende noch:
Auch überhaupt nicht gefallen hat mir, das das Buch nicht über ein Lippenbekenntnis zur Therapie hinauskommt. Es gibt wieder eine Frau, die therapeutisch Dinge auffängt, und ich hätte gedacht, das wir da dann doch weiter sind
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Isa Reh91.
8 reviews
September 20, 2020
Das Buch nimmt einen mit in die Welt der Notfallarbeit und ist dabei immer gut verständlich.
Die Sprache ist flüssig und gut verständlich und nicht abgehoben.

Der Inhalt überzeugt mich auf ganzer Linie und hat mich auf jeder Seite weiter hinein gezogen in das Leben von Kim.

Fazit: ich würde gerne 4,5 Sterne geben, geht aber nicht. Daher 4 Sterne mit Tendenz nach 5
Profile Image for Pfefferminzia Blütenstaub.
12 reviews
January 11, 2022
Großartig geschriebenes Buch, das mir geholfen hat meinen Alltag auch nicht Rettungsdienstler*innen näher zu bringen. Probleme und Herausforderungen werden thematisiert ohne dass die Geschichte darunter leidet.
Profile Image for Zeilen_unter_zeilen.
15 reviews
January 31, 2022
Woooow, ganz viel Liebe an dieses Buch!!
Es hat mir so so gut gefallen, auch wenn ich zwischendurch mal kurz verwirrt war 😅
Kim ist mir richtig sympathisch!
Das ganze Buch hat so wichtige Themen angesprochen, die deutlich mehr verbreitet seien sollten!
Profile Image for Cora.
131 reviews
June 25, 2023
"Wie grün diese Insel ist. Üppig und weit. Der Himmel riesig, ein Wolkenchaos. Immer wieder blitzt die Sonne durch, lässt die Farben leuchten. Erstaunlich, wie viele Töne es gibt zwischen Hellgrün und Dunkelbraun."
Profile Image for Kirsten.
63 reviews5 followers
September 13, 2020
Echt und brutal. Selbst in der Medizin arbeitend, musste ich einige Tränen schlucken.
7 reviews
September 27, 2020
Sensationell. An einem Wochenende gelesen . So spannend und realistisch. Man kommt aus dem Grübeln über unser Gesundheitswesen nicht mehr raus.
Profile Image for Lisa.
723 reviews3 followers
October 13, 2020
Der Inhalt war nicht schlecht aber die Schreibweise hat mir den Spaß genommen und ich bin nie richtig reingekommen
21 reviews5 followers
November 1, 2020
Das Thema hat mich sehr interessiert. Die Sprache und die Umsetzung leider nicht.
Displaying 1 - 30 of 41 reviews

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