»Liebe ist keine Gelegenheit zur Freiheit, sie geschieht aus Not«, denkt eine Frau, die begreift, dass ihr Mann sie verlassen hat. Sätze wie dieser haben Hartmut Langes Prosa berühmt gemacht, dunkel leuchtend und geheimnisvoll und zugleich kristallklar und evident. Vier Novellen und ein autobiographischer Text – Weihnachten 1944 in Naßwerder, die Schrecken der Flucht, der Tod des Vaters und später des Bruders –, prägende Ereignisse für sein Leben und Schreiben.
Sehr gemischte Gefühle bei diesem ersten Lange im Jahr 2024. Drei belanglose Novellen, zwei davon ob ihrer Kürze wie hingerotzt, klingt in den schlimmsten Momenten eher wie eine Parodie auf das adagio des Lange-Sounds. Dagegen steht eine Novelle und der den Band beschließende Autobiographische Text, die typische Qualitäten aufweisen, inklusive streckenweiser Stilbrillanz.
Hatte den Eindruck, dass die Geschichten mit einer guten Idee angefangen haben, der Autor dann plötzlich keine Lust mehr hatte zu schreiben und einen halbherzigen Schluss runtergerattert hat.
Besonders berührend ist die autobiografische Notiz des Meisters der Novellenkunst. Aber auch die vier Novellen überzeugen mit ihren knappen und verdichteten Inhalten und durch ihren verdichtenden Stil.
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