Alexander Knowles ist alles andere als begeistert von der Vorstellung, die abstoßende Gesellschafterin ertragen zu müssen, die sein Vater ihm aufgedrängt hat. In ihren mausgrauen Kleidern und mit der auffälligen Narbe im Gesicht entspricht sie nicht im Entferntesten seinen Anforderungen an eine Frau. Allerdings ist ihre Ankunft kein Grund zur Beunruhigung. Zwar mag er an den Rollstuhl gefesselt sein, doch das ändert nichts an seinem bösen Mundwerk, mit dem er den Teufel höchstpersönlich zum Weinen bringen könnte. Miss Rebecca Eldridge wird binnen weniger Tage die Flucht vor ihm ergreifen, dessen ist er sich gewiss. Gottverdammt, er kann kaum den Moment erwarten, in dem sie sein Haus wieder verlässt! Wenn bloß ihre Schlagfertigkeit nicht wäre. Und ihre einzigartig blauen Augen, die sein Herz zum Pochen bringen. Aussichtslos. Denn welche Frau könnte jemals einen verbitterten Kriegsveteranen wie ihn lieben?
Alexander Knowles kehrt gezeichnet aus dem Krieg zurück und seitdem ist er ein missmutiger und lebensüberdrüssiger Mensch geworden. Zur Ablenkung schickt ihm sein Vater die Gesellschafterin Miss Rebecca Eldrige. Sie ist anders als Alexander erwartet hatte, denn im Gegensatz zu anderen Menschen lässt sie sich nicht so einfach in die Flucht schlagen. Bei ihr beißt er zum ersten Mal auf Granit. Dabei lernt er Rebecca besser kennen und zum ersten Mal seit langem öffnet er sich wieder einem Menschen. Doch kann Alexander über seinen Schatten springen und für Rebecca wieder das Leben lieben lernen?
Alexanders Schicksal im Rollstuhl und die Reaktionen der anderen Menschen auf ihn haben ihm fast zerstört. Er sitzt nur mehr in seinem Anwesen rum und meidet andere Menschen gänzlich. In ihm steckt jedoch ein Mann, der sich nach Liebe und Akzeptanz sehnt. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen, denn er ist ein Charakter mit Ecken und Kanten und seine verbitterte Haltung ist mehr als nur verständlich.
Rebecca ist anders als die herkömmlichen Frauen denen Alexander bisher begegnet ist. Sie ist kunstinteressiert und beide teilen ihre Liebe zu einem ganz besonderen Maler. Rebecca ist lebensfroh, frech und gebildet. Noch dazu hat ihr Vater ihr beigebracht selbstständig und mutig zu sein. Sie erkennt in Alexander den Mann, den er durch den Krieg begraben hat.
Der Schreibstil von Joanna Eastwick ist lebendig, frisch und bildlich. Ich hatte beim Einstieg in die Geschichte keinerlei Probleme, sondern habe mich sofort zwischen Alexander und Rebecca widergefunden. Diese zwei Hauptprotagonisten nähern sich mit einer Zartheit aneinander an, dass mein Herz aufgegangen ist.
Die Handlung ist gefühlvoll, romantisch und ergreifend. Zum Ende hin wird auf eine dramatische Wendung verzichtet. Ich finde es sehr gut, dass die Autorin unnötiges Drama nicht eingebaut hat, denn diese Geschichte und die Entwicklung der Beziehung der Hauptprotagonisten hat dies eindeutig nicht nötig. Teilweise hätte ich gerne viel mehr über die zwei Hauptprotagonisten gelesen, da die Geschichte sehr schnell fertig gelesen war.
Für jeden, der historische Liebesromane liebt, eine absolute Leseempfehlung!
„Das Portrait des Veteranen“ von Joanna Eastwick führt zwei vom Schicksal gezeichnete Menschen zusammen, die füreinander geschaffen sind. Alexander Knowles hat im Krieg beide Unterschenkel verloren und sitzt seitdem im Rollstuhl. Der verbitterte junge Mann stößt alle Menschen von sich und ist daher alles andere als erfreut, als ihm sein Vater Rebecca Eldridge als Gesellschafterin vorsetzt. Rebecca ist auf den ersten Blick unscheinbar und von einer großen Narbe im Gesicht entstellt. Alexander versucht alles, auch sie zu vergraulen. Aber er hat nicht mit Rebeccas Schlagfertigkeit gerechnet und ihrer Ausdauer, ihn aus der Reserve zu locken. Bald gehen ihm ihre wunderschönen blauen Augen nicht mehr aus dem Kopf.
Die Protagonisten dieser Geschichte haben beide eine traumatische Vergangenheit hinter sich und kämpfen jeden Tag mit den Folgen. Alexander lässt niemanden an sich heran und schlägt alle Menschen in seinem Umfeld mit seinen Beleidigungen und bösen Kommentaren in die Flucht. Rebecca lässt sich davon nicht beeindrucken, aber auch sie hat sich auf ihre Weise mit der gesellschaftlichen Isolation abgefunden. Die Autorin schildert sehr gefühlvoll, wie sich die beiden gebrochenen Charaktere langsam annähern, obwohl sowohl Rebecca als auch Alexander die Hoffnung auf Liebe bereits aufgegeben haben. Der Schreibstil liest sich sehr gut und man ist schnell in der Geschichte angekommen. Mit wenigen Worten schafft Joanna Eastwick eine Verbindung zu den Figuren, so dass man von Anfang an mit ihnen mitfühlen kann. Auch die Nebenfiguren sind keinesfalls blass, sondern ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Obwohl man weiß bzw. hofft, wie die Geschichte enden wird, fiebert man trotzdem mit den beiden bis zum Schluss mit.
Mein Fazit: Dieser historische Roman ist berührend und das Schicksal der Protagonisten geht ans Herz. Von mir gibt es gern eine Leseempfehlung!
Zurück ins Leben Alexander Knowles hat im Krieg nicht nur seine beiden Unterschenkel, sondern auch jede Freude am Leben verloren. Wütend will er auch die neue Gesellschafterin loswerden, die sein Vater ihm geschickt hat. Allerdings überrascht sie ihn nicht nur mit künstlerischem Sachverstand. Schon bald hat Alexander fast vergessen, dass eigentlich nur die Bilder eines geheimnisvollen Malers ihn von seinem Schicksal ablenken. Das schafft Rebecca nämlich auch und lockt ihn ganz allmählich aus seiner selbst geschaffenen Isolation. Wie schon in „Das verwundete Herz des Baronet“ erzählt Joanna Eastwick auch in „Das Porträt des Veteranen“ die Geschichte von zwei vom Leben gezeichneten, in den Augen der Welt unperfekten Helden … die aber für einander genau richtig sind. Wieder punktet die Autorin mit sympathischen, lebendigen Charakteren und führt die Leser mit leichter Hand durch die Geschichte. Trotz aller Dramatik ist das Buch echte Wohlfühllektüre. Man spürt nämlich schnell, wie gerne sich Alexander und Rebecca haben, auch wenn sie es zu Beginn – aus ganz unterschiedlichen Gründen - nicht zugeben wollen. Natürlich gibt es einige Konflikte, die aber nicht künstlich aufgebauscht werden und im Grunde weiß man, dass die Story unweigerlich auf ein HE hinausläuft. Trotzdem kann und will man die Story nicht zu Seite legen. Es macht einfach zu viel Spaß, wie die beiden Sturköpfe immer wieder aneinander geraten und stets sanfte Beharrlichkeit scheinbar mühelos über knurrige Unhöflichkeit siegt. Fazit: Leichte, aber sehr angenehme Lektüre, die gute Laune macht. Dafür gibt es von mir 5 zufriedene Sterne und eine Leseempfehlung.
Der durch eine Kriegsverletzung an den Rollstuhl gefesselte Alexander ist verbittert. Um ihm das Leben wieder näher zu bringen, veranlasst sein Vater die Einstellung der Gesellschafterin Rebecca. Zu Beginn verfeindet bis aufs Blut gelingt es Alexander und Rebecca schließlich doch, eine gemeinsame Leidenschaft zu finden. Die Gemälde des Malers Gathwood. . Alexander ist mir von Beginn an recht unsympathisch gewesen, da er jeder einzelnen Person gegenüber sehr unhöflich und respektlos ist. Umso sympathischer ist mir Rebecca, die zwar verletzt von seinen Worten ist, sich aber trotzdem nicht von ihm unterbuttern lässt, sondern ihm immer wieder Kontra gibt. Tatsächlich gibt es in diesem Buch niemanden außer Alexander, dem ich irgendwelche Antipathien entgegen bringe. Leider wirken alle Charaktere außer Rebecca und Alexander nur wie Pappaufsteller, die nicht wirklich ausgearbeitet sind. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass die ganze Geschichte insgesamt unglaublich kurz ist und somit nicht viel Platz für so etwas hat. Auch der allerletzte Plottwist ist leider recht vorausschaubar. . Ein kurzer Historienroman für zwischendurch.