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Abgründe: Spektakuläre Fälle aus dem Leben eines Psychotherapeuten

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- Tiefe Einblicke in die Facetten der menschlichen Psyche
- Spannendes Buch über die menschliche Existenz und ihre Abgründe
- Autor ist einer der bekanntesten deutschen Psychotherapeuten

Der junge Mann, der sich aus Liebeskummer erhängen will, die türkische Großfamilie, die seine Praxis umstellt oder der junge Mann, der in einer Sitzung seine Pistole zückt. Diese und andere Erlebnisse beschreibt der angesehene Psychotherapeut Dr. Hans Hopf in seinem neuen Buch. Es sind Geschichten über Gewalt, Sucht, Tod, Missbrauch – teils kurios, immer spannend, ergreifend, schockierend, aber auch lehrreich. Die Tätigkeit von Psychotherapeuten stellt man sich als nicht enden wollende Abfolge quälend langer Sitzungen voller schwieriger Gespräche mit verunsicherten oder psychisch gestörten Menschen vor. Dass es auch ganz anders sein kann, zeigt uns der erfahrene Psychoanalytiker Hans Hopf, der die spannendsten, ergreifendsten Therapieerlebnisse aus seinem langen Therapeutenleben schildert. Zu jedem Fall gibt er Erläuterungen aus psychoanalytischer Sicht und schildert den Verlauf der Therapien, auch wenn diese nicht immer erfolgreich enden.

Dieses Buch richtet sich an:
- alle, die sich für die menschliche Psyche und ihre Abgründe interessieren- LeserInnen von Michael Tsokos und Ferdinand von Schirach

176 pages, Paperback

First published July 25, 2020

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About the author

Hans Hopf

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Community Reviews

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
August 20, 2020
Im Inneren des Umschlags steht unter anderem: “Ein Buch für alle, die sich für die menschliche Psyche und ihre Abgründe interessieren.” Das klingt etwas reißerischer oder besser gesagt voyeuristischer als ich das Buch erlebt habe.

Man muss nicht Psychologie studiert haben um den Ausführungen, Gedanken und Erzählungen von Hans Hopf gut folgen zu können. Er beschönigt nichts, wenn er auch die realen Personen hinter den Geschichten natürlich so gut es geht schützt.

Ja, manche Szenen sind nicht so einfach vorstellbar, dennoch wirkt niemand in diesem Buch “entmenschlicht” oder bloßgestellt. Man sollte wirklich nicht mit dieser Einstellung herangehen, sich Erzählungen erwarten die wie boulevardeske Zeitungsartikel oder “True-Crime”-Stories daherkommen. Alles auf diesen 187 Seiten beruht auf wahren Begebenheiten. Aber so wie auch Hans Hopf in seinem Beruf kann der Leser sowohl mitfühlen als auch Distanz bewahren.

Vielleicht kann dieses Buch (und können auch bisherige Werke Hopfs, die ich nicht selbst kenne) ein wenig Verständnis für die vielschichtige Arbeit und die psychischen Probleme unserer Mitmenschen in den Lesern wecken.

Es ist zu hoffen, dass die Stigmatisierung und das Kleinreden dieser Erkrankungen auch einmal endet und dass damit sowohl Psychiater selbst als auch deren Anforderung allgemein akzeptierter werden. Die Aussage “das ist in seiner oder ihrer Kindheit begründet” wird gerne belächelt, nach dieser Lektüre wird man damit vorsichtiger sein.
Profile Image for Cheyenne Zorn.
34 reviews1 follower
August 24, 2025
die fälle an sich waren spannend. leider hatte ich an einigen stellen das gefühl, dass der gute herr sich noch nie mit sexismus beschäftigt hat. 3/5
Profile Image for Olivia Grove.
30 reviews1 follower
February 27, 2025
Einblicke in die Psychoanalyse: Hans Hopfs Blick auf die menschlichen Abgründe

First: Ich finde es überraschend, dass es so wenige kritische Rezensionen und Meinungen gibt, die das Buch hinterfragen und den Inhalt bestenfalls aus einer fachlichen Perspektive näher analysieren. Ich wünsche es mir.

Der Titel des Buches hat meine Hoffnung auf packende, tiefgründige Einblicke in die „Abgründe“ der menschlichen Psyche geweckt, doch leider wurde diese Erwartung enttäuscht. Statt spektakulärer, dramatischer Fälle erwartet die Leser eher eine Sammlung durchschnittlicher, alltäglicher Erlebnisse aus der Kinder- und Jugendpsychotherapie, was den reißerischen Titel fast schon unverschämt übertrieben erscheinen lässt.

Die oft unterschwelligen Annahmen über die Rolle des Therapeuten und die Methoden der Psychotherapie regen zwar zum Nachdenken an, erfordern aber definitiv eine kritische Auseinandersetzung.

Dennoch bietet Hans Hopf in seinem Werk eine interessante Perspektive auf seine psychotherapeutische Arbeit als analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut; lässt jedoch einige Fragen aufkommen.

Die Neutralitätsregel – „Der Therapeut sollte wie eine weiße Leinwand bleiben, auf die ein Patient seine Vorstellungen projizieren kann“ (S. 76) – bleibt ein Leitmotiv, doch einige Beschreibungen werfen Fragen zu den ethischen Standards auf. Besonders irritierend war für mich persönlich die Verwendung erotisch aufgeladener Begriffe im Kontext der Patient-Therapeut-Beziehung.

„Natürlich wusste ich als Psychoanalytiker, dass es bereits bei kleinen Mädchen zu heftigen erotischen Gefühlen kommen kann. Eine derart sinnliche Spannung, eine solch flirrende Atmosphäre hatte ich jedoch bislang mit keinem Kind erlebt.“ (S. 30)
Oder war es nur unglücklich formuliert?

Auch wenn der Autor vermutlich die psychische Intensität des Moments beschreiben wollte, lässt die Wortwahl in Verbindung mit der geschilderten Atmosphäre der Patientin gegenüber dem Therapeuten Zweifel an der professionellen Distanz aufkommen. Dies könnte die Glaubwürdigkeit und therapeutische Integrität, die er vermitteln möchte, infrage stellen.

~~~

Die hier im Buch von Hopf angewandte Psychoanalyse zeigt, wie stark Freuds Konzepte nachwirken – und genau das sorgt bis heute für Diskussionen. Der häufige Vorwurf, Freud habe alles durch eine sexualisierte Brille betrachtet, trifft sicher in vielen Fällen zu. Doch unabhängig von dieser Kritik bleibt die historische Bedeutung der Psychoanalyse unbestreitbar: Sie legte den Grundstein für viele moderne Ansätze und hat die Psychotherapie nachhaltig geprägt.

Die moderne Psychologie bietet heute ein wesentlich nuancierteres Verständnis von familiären Einflüssen und der Entstehung psychischer Erkrankungen. Aus dieser Perspektive wirkt das Buch stellenweise zu einseitig und von einem dogmatischen Blick geprägt, der wenig Raum für alternative Deutungen lässt.

Wer sich auf die Lektüre einlässt, sollte die geschilderten Fälle und Ansichten daher mit einer kritischen Haltung betrachten und sie im Kontext moderner psychologischer Erkenntnisse hinterfragen.

„In der Psychotherapie eines Kindes sollen keine realen Wünsche befriedigt werden. Über Wünsche sollte gesprochen und fantasiert werden. Doch ein Kind mit solchen frühen Defiziten wie Gerhard sehnt sich nach intensiver Verschmelzung mit einem »nur guten Wesen«.“ (S. 47)
Profile Image for Protagonist Places.
124 reviews2 followers
August 29, 2020
Inhalt
Der junge Mann, der sich aus Liebeskummer erhängen will, die türkische Großfamilie, die seine Praxis umstellt oder der junge Mann, der in einer Sitzung seine Pistole zückt. Diese und andere Erlebnisse beschreibt der angesehene Psychotherapeut Dr. Hans Hopf in seinem neuen Buch. Es sind Geschichten über Gewalt, Sucht, Tod, Missbrauch – teils kurios, immer spannend, ergreifend, schockierend, aber auch lehrreich. Die Tätigkeit von Psychotherapeuten stellt man sich als nicht enden wollende Abfolge quälend langer Sitzungen voller schwieriger Gespräche mit verunsicherten oder psychisch gestörten Menschen vor. Dass es auch ganz anders sein kann, zeigt uns der erfahrene Psychoanalytiker Hans Hopf, der die spannendsten, ergreifendsten Therapieerlebnisse aus seinem langen Therapeutenleben schildert. Zu jedem Fall gibt er Erläuterungen aus psychoanalytischer Sicht und schildert den Verlauf der Therapien, auch wenn diese nicht immer erfolgreich enden.


Meinung
Schon immer interessiere ich mich sehr für alle Themen rund um Psychologie und deswegen war ich sehr auf die Umsetzung dieses Buches gespannt. Denn das Thema ist auf jeden Fall super interessant!

Hans Hopf schreibt hier in ziemlich kurzen Kapiteln, denen es aber deswegen keineswegs an Informationen mangelt. Jedes Kapitel ist ein anderer Fall aus seiner Sicht, startet mit einer groben Beschreibung der Patienten, deren Leben und dann geht es zu dem über, wie er als Psychologe mit den verschiedenen Schicksalen umgeht, wie er sie behandelt. Dabei ist er immer ein sehr persönlicher Erzähler und das hat in meinen Augen auch das Buch ausgemacht. Er schreckt nicht davor zurück, auch seine eigenen Gefühle einzubringen.

Außerdem war das Buch unheimlich informativ. Es ist nicht nur eine Schilderung der Fälle, sondern auch immer eine lehrreiche Erklärung, wie es dazu hat kommen können, wie es vielleicht ausgegangen wäre, wenn etwas im Leben der Patienten anders gelaufen wäre. Und oft wird auch geschildert, wie es weitergegangen ist, wie die Behandlung irgendwann erfolgreich war. Nicht immer zwar, aber doch meistens.

Für mich war das hier zwischen den vielen Romanen mal eine etwas andere Lektüre, die mir sehr gut gefallen hat. Der Autor schreibt nicht prosaisch, das darf man nicht vergessen. Und an der ein oder anderen Stelle merkt man auch, dass Hans Hopf schon etwas älter ist – das meine ich keineswegs negativ, aber man merkt es einfach an der ein oder anderen Stelle im Text selbst.

Fazit
Gutes, informatives Buch. Etwas kurz für den doch recht hohen Preis, aber für alle, die sich für das Thema interessieren, eine interessante Lektüre!

4 von 5 Buchherzen ♥♥♥♥
Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
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