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Bach: Leben und Werk

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Die Kunst Martin Gecks ist es, das wenig auffällige Leben von Johann Sebastian Bach nuanciert zu erzählen und mit einer geistvollen Analyse der Werke und Werkreihen dieses überwältigend schöpferischen Komponisten zu verknüpfen. Aus der reichen Erfahrung des Bach-Forschers entsteht das tiefenscharfe Bild eines ebenso weltoffenen wie kunstbewussten Musikers, bei dem das Lernen an Vorbildern, eigene Erfahrung und planvolle Arbeit noch eins sind. Die Werkanalysen befreien Bach aus den Händen des Spezialisten und übersetzen musikwissenschaftliche Erkenntnisse in anschauliche Sprache.

Martin Geck unterhält sich nciht mit der Forschergemeinde - er schreibt für Kenner und Liebehaber der Musik Johann Sebastian Bachs, nicht zuletzt für Neugierige, die einen Blick in die Werkstatt eines Genies werfen wollten.

797 pages, Hardcover

First published March 24, 2000

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About the author

Martin Geck

40 books3 followers
Martin Geck ist ein deutscher Musikwissenschaftler.

Martin Geck wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus in Recklinghausen auf. Sein Vater Wilhelm (1892–1989) war Mitglied der Bekennenden Kirche, Pfarrer der Gustav-Adolf-Kirche in Recklinghausen und von 1949 bis 1961 Superintendent des Kirchenkreises Recklinghausen. Martin Geck legte 1955 am Gymnasium Petrinum in Recklinghausen das Abitur ab. Anschließend studierte er Musikwissenschaft, Theologie und Philosophie in Münster, Berlin und Kiel. 1962 folgte die Promotion. 1966 wurde er Gründungsredakteur der Richard-Wagner-Gesamtausgabe. 1970 war er als Lektor in einem Schulbuchverlag tätig, nachfolgend als Autor zahlreicher Musiklehrwerke. 1974 wurde er Privatdozent, 1976 schließlich ordentlicher Professor für Musikwissenschaft an der Universität Dortmund, wo er 2001 emeritiert wurde.

Geck verfasste viele Arbeiten zur Geschichte der deutschen Musik im 17., 18. und 19. Jahrhundert; aber auch der Musikpädagogik und Musiktherapie galt sein Interesse. Derzeit ist Geck vor allem in der Bachforschung tätig und Initiator der Dortmunder Bach-Symposien.

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Community Reviews

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3 (9%)
1 star
4 (12%)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Martin Riexinger.
303 reviews30 followers
July 26, 2025
Das Buch ist formal in einen biographischen, einen werkanalytischen und einen abschließenden Teil gegliedert.

Der erste Abschnitt festaltet sich zunächst sehr trocken, da über Bachs vorleipziger Zeit kaum mehr überluefert ist als Daten des Aufenthalts, Amtsbezeichnungen, Heirat und Kinder. Die Leipziger Zeit ist besser dokumentiert, wenngleich nur was die äußeren Umstände angeht, wie die beständigen Querelen mit Rat bezüglich seiner Amtspflichten. Zeugnisse seines inneren Lebens oder der Beziehungen zu Familie und Freunden finden sich dagegen nicht. Oder nicht in schriftlicher Form.

Im zweiten und längsten Abschnitt wird hingegen sehr detailliert herausgearbeitet, was Bachs Kompositionen über die musikalische Praxis und die Stellung des Musikers im protestantischen Deutschland des frühen 18. Jahrhunderts aussagen. Speziell mit Blick auf das Spätwerk zeigt Geck auf, dass Bach zunehmend eine Vorstellung einer "absoluten", keiner anderen Zwecken verpflichteten Musik entwickelt. Voraussetzung hierfür war die Befreiung von ungeliebten Leipziger Amtspflichten.
Daüberhinaus stellt der Autor Werkkategorie für Werkkategorie, angefangen mit dem Vokalwerk dar, welcher Mittel sich Bach bediente, wie er sich zu Sprache und Instrumentalisierung verhielt, welche Konventionen er überwand und welche neuen Einflüsse er adaptierte oder verwarf. Dadurch wird mithin klar, dass seine Genialität auch in großen Teilen seiner zwekgebundenen Werke, ob nun kirchlich oder weltlich, aufscheint.
Diesen Teil noch einmal durchzuarbeiten und dabei die ensprechenden Werke zu hören, ist ein Projekt von mehreren Jahren.

Im abschließenden Teil tritt Geck zunächst der immer noch verbreiteten Auffassung entgegen, Bach sei zu Lebzeiten nicht gebührend anerkannt worden und danach sågar fast vergessen worden.
Auf S. 706 kommt er zu dem Fazit, dass Bachs Musikdenken universell ist, "indem es die Mitte zwischen dem Ordnungsdenken des Mittelalters und dem am Subjekt orientierten Denken der Neuzeit darstellt und keine der beiden Seite zu kurz kommen läßt."*
Danach setzt er sich kritisch mit Forschungsansätzen, die den religiösen Hintergrund, oder aber Beziehungen zu Rhetorik, Emblematik und Zahlensymbolik in den Mittelpunkt rücken. Im Falle von Bachs Beziehung zum lutherischen Christentum, orthodox doch offen für moderaten Pietismus, erkennt erwartungsgemäß an, dass sie zentral für das Verständnis vieler Entstehungskontexte ist. Gleichwohl kann dadurch die Wirkung außerhalb des kirchlichen Kontexts nicht erklärt werden. Mit Blick auf rhetorische Schemen betont Geck hingegen, dass sie Bach sicher kannte, dass er Schemata als Begrenzungen auffasste und überwand. Emblematische und zahlensymbolischen Ansätzen hält er hingegen vor sie seien spekulativ und beliebig, wenn man von einigen wohlbegründeten Beispielen absehe.

* Hier drängen sich Vergleiche zu Shakespeare und Dürer auf.
Profile Image for Kirk Lowery.
213 reviews37 followers
July 24, 2011
Be prepared for a detailed discussion of Bach's voluminous work. This is written by a German musicologist, and while this is biography, it is not history. If you love music like I do, you'll find it fascinating. But it is still a challenging read.
Profile Image for Craig Prather.
94 reviews2 followers
September 1, 2015
This book is one of the few biographies out there on Bach. I got a lot out of this text. The author does a good job of juxtaposing Bach's musical achievement with his personal life and struggles. A great read for any Christian classical music fan
Profile Image for Paul Magnussen.
206 reviews29 followers
September 11, 2018
Other reviewers have adequately addressed the scholarly content of this book, so I shall confine myself to a stylistic problem that none of them mentions. Perhaps it didn’t disturb them? It certainly did me; in fact, it drove me crazy.

And that is (if you will forgive me), that the author cannot make up his mind whether he spoke of Bach in the past or the present tense. For instance, on p. 38 we have:

‘Eisenach not only provides his musical world but is also the site of his upbringing and education’ (etc.)

But then:

‘The hymnal, the catechism, Latin texts — these elements dominated the early education of young Bach.’

Again:

‘At all events, he sets out on foot in March 1700 for Lüneburg, to arrive there before Easter. His classmate at the Ohrdruf lyceum, Georg Erdmann, released from school several weeks earlier, may have accompanied him.’

These examples, perhaps not particularly egregious, are merely chosen at random from those that pervade the book.

German is sufficiently like English, that it seems safe to assume that this is a characteristic of the original, and not of the translation (especially since we’re told that the translation is ‘skillful’). It would be interesting to know for sure; I looked at Amazon Germany’s website, but Search Inside was not enabled.

Sad to say, the mannerism also affects the analysis portion of the book, contaminating not only syntax but semantics. On p.355 we read:

‘Bach continues his experimenting. For the very next Sunday, the fourteenth Trinity Sunday, he writes an opening chorus for the cantata BWV 25...’

Since we have by now grasped the fact that Bach is dead, we can safely assign this event to the past. But then we have:

‘Taking a broad view of Bach’s music, the musicologist Gerd Rienäcker speaks of a “consciousness of catastrophe,” located in Luther’s theology but...’ (etc.)

Is Rienäcker a denizen of the 18th century, or the 20th? Or is it the 19th? We have no easy way of telling.

I personally find all this, as Caligula supposedly found Gemellus’s cough, very irritating. While I would not go so far as to suggest Caligula’s remedy, I would certainly hope that enough people will expostulate with the author and/or publisher that it will be corrected in future editions.

The rating is a compromise between five stars for content and two for style. If you’re a music student, this review probably won’t — and shouldn’t — affect your purchasing decision; but if you read merely for pleasure, you may want to take note.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews

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