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Hardy Engel #3

Die letzte Geliebte

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Das Jahr 1923 ist angebrochen. Das Land wird regiert von einem Präsidenten, der es nicht so genau nimmt mit Anstand und Moral. Skandale erschüttern die politische Elite – aber an der Westküste hat man andere Probleme. Vor allem Privatermittler Hardy Engel, dessen neuester Auftrag ihn mitten hineinführt in den Sumpf von Hollywoods Geheimnissen. Und diesmal stinkt die Sache wirklich zum Himmel. »Finden Sie heraus, was Will Hays für Dreck am Stecken hat. Ich will diesen Heuchler zu Fall bringen!« – Mit diesem Satz beginnt für Hardy Engel sein bislang schwierigster Fall. Will Hays: oberster Boss von Hollywood, der Saubermann des Filmgeschäfts. Aber Engel weiß nur zu gut: gerade die mit den weißesten Westen haben am meisten zu verbergen. Und tatsächlich: Ex-Politiker Hays pflegt nicht nur regen Kontakt zum Ku-Klux-Klan, der gerade rasanten Zulauf erlebt und immer brutaler agiert. Es gibt auch eine junge, geheimnisvolle Frau, über die er seine Hand hält. Ist sie Hays’ Geliebte? Oder deckt er einen anderen, noch mächtigeren Mann, dessen Verhältnis mit ihr nicht auffliegen darf? Als Engel und seine Gefährtin Polly anfangen, tiefer zu graben, wird klar: Hier geht es um eine Affäre, die höchste politische Kreise betrifft. Wer ist der mächtige Mann im Schatten? Gibt es nur die eine mysteriöse Geliebte? Engels Gegenspieler schrecken jedenfalls vor nichts zurück. Und die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten …

656 pages, Paperback

Published August 20, 2020

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Christof Weigold

8 books5 followers

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Community Reviews

5 stars
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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Nor Bert.
48 reviews2 followers
August 13, 2020
Danke an Kiepenheuer & Witsch und NetGalleyDE, dass ich diesen Roman vorab lesen durfte.

Der historische Kriminalroman "Die letzte Geliebte" von Christof Weigold ist der dritte Band seiner Reihe um den deutschstämmigen Privatdetektiv und gescheiterten Schauspieler Hardy Engel. Nachdem der erste Teil im Jahr 1921 und der zweite 1922 gespielt hat, ist dieser Roman im Hollywood des Jahres 1923 angesiedelt. Versprochen wird nicht mehr und nicht weniger als Engels bisher schwerster Fall.

Hardy Engel bekommt den Auftrag, einen von Hollywoods mächtigsten Männern auszuspionieren, um ihn zu Fall bringen zu können. Will Hays gilt als oberster Boss der Filmmetropole und als Saubermann, soll aber keine reine Weste haben. Schnell findet der Privatermittler heraus, dass Hays nicht nur Kontakte zum Ku-Klux-Klan pflegt, sondern auch eine geheimnisvolle junge Frau protegiert, die möglicherweise seine Geliebte ist. Doch da ist auch noch ein Unbekannter, der im Hintergrund agiert und anscheinend noch mächtiger ist. Die Affäre zieht politische Kreise und Engels Gegenspieler schrecken vor nichts zurück, um ihre Machenschaften zu decken, auch nicht vor Mord.

Weigolds Hardy-Engel-Romane sind ganz in der Tradition klassischer Hardboild-Krimis geschrieben, wobei seine Fälle einen realen Hintergrund haben. Wie die Helden von Raymond Chandler oder Dashiell Hammet, sieht sich Engel mehr seinen eigenem Rechtsempfinden verpflichtet als Gesetz und Ordnung. "Die letzte Geliebte" ist hier keine Ausnahme; im Zentrum steht wieder der skandalträchtige Sündenpfuhl Hollywood. In der gewohnten Mischung aus genretypischen lakonische Formulierungen und gründlich recherchierten Hintergundinformationen über die Historie der Filmstadt erzählt der Autor eine düstere Geschichte aus einer vordergründig glitzernden Welt voller Abgründe. Die komplexe, spannende Krimihandlung ist wie immer gespickt mit Anspielungen auf reale Ereignisse und Personen des frühen Hollywoods und machen so das Buch auch für Cineasten interessant. So war Will Hays als Erster Vorsitzender der Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA) tatsächlich einer der einflussreichten Männer der Filmindustrie und gewann ab 1930 als Initiator des Motion Picture Production Code (sogenannter Hays-Code), welcher moralische Grundregeln für die gesamte Filmindustrie aufstellte und zur Selbstzensur aufforderte, noch an Einfluss.

Die Geschichte ist sehr gut konstruiert und spannend, hat jedoch — was man aus den ersten Bänden kennt — ein paar unwesentliche Längen, die man als Leser jedoch verzeihen kann, da sie zwar die Kriminalgeschichte nicht vorantreiben, aber die historische Einordnung erleichtern. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig lesbar, die Charakterisierung der Personen realistisch und mitreißend.

Insgesamt eine großartige Fortsetzung der Hardy-Engel-Serie, die auf weitere Bände hoffen lässt. Leider gibt es, wie schon bei "Der blutrote Teppich" keine Hardcover-Ausgabe.
Profile Image for Wal.li.
2,585 reviews73 followers
October 31, 2020
Hollywoodland

Der bekannte Schauspieler Wally Reid ist zu Beginn des Jahres 1923 an seiner Drogenabhängigkeit gestorben. Seine Witwe Dorothy muss sich zur Ikone der Hollywood-Magnaten machen, einen unsäglichen Film bewerben und sie darf nichts dazu sagen, welchen Zwängen Wally beim Dreh seiner Filme ausgesetzt war. Doch Dorothy hat genug, sie will, dass Will Hays, der Chef der Produzentenvereinigung, endlich bekommt, was er verdient hat. Dazu soll der deutschstämmige Privatdetektiv Hardy Engel herausfinden, ob und wenn ja, was Hays zu verbergen hat. Für Hardy Engel beginnt eine Suche nach Details, die Hinweise zutage fördert, mit denen keinesfalls zu rechnen war.

In seinem dritten Fall lernt Hardy Engel wahrlich Höhen und Tiefen kennen. Es ist eine schwierige Zeit in Hollywood, ein Film nach dem anderen wird gedreht. Nach der Produktion des Films „The Birth of a Nation“ erleben rassistische Vereinigungen regen Zulauf. In Los Angeles gibt es Mitbürger, die für die Gleichberechtigung aller eintreten, aber auch solche, die davon gar nichts halten. Klar ist für Hardy Engel, dass Will Hays seinen Schauspieler gezwungen hat, immer weiterzuarbeiten, bis dieser erschöpft und drogenabhängig starb. Wally Reids Witwe will Rache, Hays soll dafür bezahlen müssen. Und es soll sich etwas ändern in der Stadt der Engel.

Die frühen 1920er in Kalifornien scheinen doch recht weit weg. Wie überraschend ist es da, welch brisante und auch heute aktuelle Themen der Autor aufgreift. Aus historisch belegten Ansätzen formt Christof Weigold einen spannenden und informativen Kriminalroman. Wobei einem während der Lektüre durchaus manchmal der Atem stockt. Nicht nur um einen Sündenpfuhl scheint es sich bei Stadt Los Angeles zu handeln, sondern auch um einen Schauplatz für politische Intrigen. Es ist schon ein Dickicht, welches Engel zu lichten versucht. Ein ums andere Mal nutzt man nach dem Lesen auch andere Informationsquellen, um erstaunt festzustellen, dass nicht so viel und schon überhaupt nicht alles erfunden ist. Hardy Engel und seine Polly bilden einen fiktionalen Rahmen für einen packenden Rückblick in eine Vergangenheit, deren Themen auch heute noch oder gerade wieder aktuell sind.

4,5 Sterne
227 reviews
September 13, 2020
Inhalt:
Hollywood, 1923: Privatdetektiv Hardy Engel hat einen neuen Auftrag: er soll herausfinden, was Will Hays, der oberste Boss von Hollywood, für schmutzige Geheimnisse hat, und so dabei helfen, ihn zu Fall zu bringen. Hardy beginnt zu ermitteln - dabei stößt er auf einen regelrechten Sumpf voller Geheimnisse und (politischer) Skandale. Und sehr bald auch auf die erste Leiche...

Meine Meinung:
"Die letzte Geliebte" ist bereits der dritte Teil der Reihe um Privatdetektiv Hardy Engel. Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen ist, empfiehlt und lohnt es sich, die Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen.

Der Protagonist Hardy Engel, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist dem Leser bereits aus den vorherigen Teilen der Reihe bekannt und ans Herz gewachsen. Er ist ein humorvoller und schlagkräftiger Typ, der sich nicht zu fein ist, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen.

Der Plot ist spannend und fesselnd. Erneut entführt Christof Weigold den Leser in das Hollywood der 20er Jahre. Eine Zeit voller Glamour, dem Boom der Filmindustrie und erster großer Filmstars. Aber auch eine Zeit voller Skandale, exzessiven Partys und Drogen. Eindrucksvoll, bildhaft und atmosphärisch schildert der Autor das damalige Hollywood. Auf beinahe jeder Seite merkt man, wie akribisch Christof Weigold recherchiert hat. Zudem spürt man regelrecht die Leidenschaft und Begeisterung für die Geschichte der Filmindustrie, was das Buch nicht nur authentisch sondern zu etwas Besonderem macht. Erneut sind reale Begebenheiten perfekt in den Plot mit eingebaut und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zerfließen. Dieses Mal spielt auch die politische Situation, wie beispielsweise der Aufstieg des Ku-Klux-Klan, eine größere Rolle, wodurch der Plot eine Spur ernster aber nicht weniger interessant und spannend ist als bei den beiden Vorgängern.

Fazit:
Genauso spannend, atmosphärisch und außergewöhnlich wie die Vorgänger!
Profile Image for Marie.
210 reviews
September 1, 2020
Spätestens seit Christof Weigolds Krimidebüt Der Mann, der nicht mitspielt wissen wir, dass das Hollywood der 1920er Jahre weniger golden als vielmehr blutig war. Skandale und sogar Mordfälle überschatten die aufblühende Filmstadt. Mittendrin Hardy Engel, deutschstämmiger Privatdetektiv, der Los Angeles nicht den Kriminellen und Korrupten überlassen will.

In Die letzte Geliebte, seinem nunmehr dritten Fall, soll Hardy Engel herausfinden, ob und welchen Dreck Will Hays, Präsident des Verbandes der amerikanischen Produzenten und Verleiher, am Stecken hat. Bei seinen Ermittlungen bekommt er es mit dem aufstrebenden Ku-Klux-Klan zu tun und einer Verschwörung, die ihn in höchste politische Kreise hineinzieht. Hardy Engel gerät in die Schusslinie von Leuten, die vor nichts zurückschrecken. Zum Glück kann er auf die Hilfe seiner Freundin Polly und deren Mops Enrico bauen.

Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden kommt Die letzte Geliebte politischer und etwas ernster daher. Hardy Engel hat einiges mitgemacht und das merkt man auch seinem neuen Fall an. Obwohl er gewohnt schlagkräftig agiert, kommen ihm die derbkomischen Sprüche nicht mehr so schnell über die Lippen. Die Stadt der Engel und Filme zerrt an seinen Nerven und Kräften und die grauenhaften Machenschaften des Ku-Klux-Klans treiben ihn an seine Grenzen. Die Szenen, in denen der Klan rassistisch motivierte Taten ausübt, sind auch aufgrund der Details schwer zu ertragen.

Christof Weigold hat erneut hervorragend recherchiert und daraus einen Krimi geschaffen, der den Leser diesmal nicht nur hinter die Kulissen der Traumfabrik blicken lässt, sondern auch bis ins Weiße Haus führt. Die letzte Geliebte wimmelt nur so von berühmten Filmschaffenden, Politikern und anderen bekannten Persönlichkeiten. Vorsichtig ist jedoch geboten, wenn man die auftretenden Personen in eine Suchmaschine eingibt. Es kann sein, dass man sich selbst spoilert – so wie es auch mir passiert ist. (Zum Glück gab es die Auflösung eh drei Seiten später…)

Für meinen Geschmack kommt die Filmwelt diesmal etwas zu kurz und das Ende erschien mir ein wenig zu gerafft, obwohl sich Christof Weigold ansonsten ja sehr viel Zeit für die Atmosphäre nimmt und deshalb teilweise auch recht ausschweifend erzählt. Nichtsdestotrotz ist Die letzte Geliebte ein spannender und lesenswerter Krimi.

Wenngleich Die letzte Geliebte eigenständig und ohne Kenntnisse der Vorgänger gelesen werden kann, kann ich nur empfehlen, auch die brillanten Vorgänger Der Mann, der nicht mitspielt sowie Der blutrote Teppich zu lesen.

Fazit: Die letzte Geliebte ist ein hervorragend recherchierter Krimi, der gekonnt Fiktion mit historischen Ereignissen verbindet und dem Leser den Zeitgeist der „goldenen“ Hollywoodjahre nahebringt. Im Vergleich zu den ersten beiden Bänden ist er jedoch politischer und etwas ernster.
359 reviews5 followers
February 18, 2021
Dieser dritte Roman der Krimireihe um Hardy Engel ist zugleich der umfangreichste und hat sich viel vorgenommen. Er nimmt zugleich die wahre Geschichte um den US-Präsident Harding und dessen zahlreiche Geliebte auf als auch das Erstarken des Ku Klux Klans zu Beginn der 1920er Jahre. Das Buch spielt wie seine Vorgänger in Hollywood, so dass der Privatdetektiv also nicht nur in der Filmbranche ermittelt, sondern auch gegen Harding und den Klan.

Und das ist definitiv zu viel. Welcher Mensch, der bei Verstand ist - und eben nicht James Bond - besucht inkognito einen Klan-Lynchmord und riskiert damit sein Leben? Oder drängt in ein Haus mit Klansmännern ein, ohne zu wissen, wie vielen er dort gegenüber stehen wird?

Weniger wäre hier mehr gewesen. Schade.
67 reviews
October 4, 2020
Ich liebe diese Reihe, nostalgisch , klassisch ohne die heutzutage doch vielfach sehr blutigen Thriller, die einen Abends eher am einschlafen hindern.
Herr Weigold hat mit dieser Reihe den klassischen Krimi Noir wieder Leben eingehaucht und ich immer wieder glücklich mit ihm eine Reise in die Vergangenheit antreten zu können.

Vielen dank das ich dieses Buch lesen durfte.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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