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Die Tsantsa-Memoiren

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Eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte und zwei Kontinente – ein magisch-literarisches Abenteuer mit einem der ungewöhnlichsten Erzähler der deutschen Literatur.

Was auf den ersten Blick zu schräg wirkt, um gelingen zu können, entwickelt schon nach wenigen Seiten einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann: Um das Jahr 1780 gelangt ein Schrumpfkopf in den Besitz von Don Francisco, Beamter der spanischen Krone in Caracas. Als Wandschmuck in dessen Schreibstube hängend beobachtet er das Geschehen um sich herum ganz genau – und bemerkt wie nebenbei, dass er gerade dabei ist, ein Bewusstsein zu entwickeln. Und dass er sprechen kann. Doch als er schließlich zum ersten Mal den Mund aufmacht, sorgt das bei Don Francisco prompt für einen Herzinfarkt – und der Schrumpfkopf bekommt einen neuen Besitzer. Seine Reise führt ihn in den folgenden Jahrzehnten u. a. nach Rom, Paris, Frankfurt, London, Bamberg, Bukarest, Wien und Berlin. Er wird Zeuge historischer Begebenheiten und alltäglicher Kleinigkeiten. Und nach und nach findet er immer mehr über seine eigene Vergangenheit heraus.

Dem Fabulierer Koneffke gelingt es, das Leben seines unsterblichen, aber auch hilflosen Helden auf so grandiose Weise zu erzählen, dass man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei hilft ihm auch sein kluger und überaus gewitzter Erzähler, dessen »Menschwerdung« den roten Faden der Geschichte bildet und der einem im Laufe der Lektüre ans Herz wächst.

560 pages, Hardcover

Published September 10, 2020

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About the author

Jan Koneffke

29 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Fhina.
344 reviews83 followers
September 10, 2020
Anzeige | Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar

An dieser Stelle herzlichen Dank an Netgalley und den Galiani Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.


Ein sprechender Schrumpfkopf - welch großartige Idee. Ich mochte unseren Ich-Erzähler, den Schrumpfkopf wirklich sehr gerne. Wenn auch körperlos, war mir der kleine Kerl durchaus Sympathisch, denn Gefühlslos ist er nicht.

Unsere Reise mit ihm beginnt ca. 1780 in Caracas, Venezuela bei dem spanischen Beamten Don Francisco. Nachdem dieser das zeitliche gesegnet hat, geht es für unseren außergewöhnlichen Protagonisten auf die Reise: Italien, Deutschland, Englang, Frankreich, Österreich, Romänien und Russland, der Schrumpfkopf kommt, wenn auch nicht immer ganz freiwillig, herum und wechselt dabei mehr als nur einmal seinen Besitzer. Manch einer ist sehr sympathisch und kümmert sich wirklich wie ein Kind um ihn, von anderen wird er gedulded und eindere behandeln ihn leider gar nicht gut. 

Wir reisen also durch das Europa des 19. und 20 Jahrhunderts, lernen dabei viele schräge Gestalten kennen aber auch viel über die Geschichte Europas. Außerdem sind wir Zeuge der "Menschwerdung" unseres kleinen Freundes. Wie bereits oben erwähnt, kann er nicht nur sprechen, sondern entwickelt nach und nach auch menschliche Bedürfnisse wie Hunger oder Lust, er fühlt Einsamkeit und Trauer und kommt einem so wirklich nah. Er ist quasi wie ein Mensch, nur ohne Körper. Vielleicht hab ich mich beim Lesen ab und an dabei erwischt, wie ich mir wünschte, ich hätte auch einen kleinen Schrumpfkopf der gefühlt alles kommentiert. Wäre sicher witzig. 

Alles in Allem hat mir die Geschichte ziemlich gut gefallen. Die Idee einen Schrumpfkopf als Protagonist einzusetzen und alles aus seiner Sicht zu erzählen ist einfach grandios. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Schreibstil etwas zu langwierig war. Ein extrem langer Schachtelsatz folgt auf den nächsten, was für mich den Lesefluss immer wieder unterbrochen hat. Das Buch hatte auf jeden Fall auch seine längen weshalb es einem teilweise viel länger als 560 Seiten vorkam. Der Schreibstil ist extrem bildhaft und ausgeschmückt, was das Buch also wirklich sehr besonders macht. 

Loben will auch das Cover, was wirklich wunderschön und definitiv ein Hingucker auf dem Bücherregal ist.
Profile Image for Ellinor.
764 reviews363 followers
October 12, 2020
Ein Buch aus der Perspektive eines Schrumpfkopfs - oder Tsantsa in der Indianersprache Jivaro - war für mich etwas ganz Neues und ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Die Handlung beginnt ca. 1780 in Caracas. Dort erwacht ein Schrumpfkopf langsam zum "Leben". Er beginnt seine Umgebung wahrzunehmen und die Sprache der Menschen zu verstehen. Bald darauf ist er auch in der Lage zu sprechen. Doch er bleibt nicht in Venezuela, seiner weiterer Weg führt ihn nach Europa und dort in die unterschiedlichsten Städte und Länder: Rom, Bamberg, Cambridge, Paris, Wien, Bukarest... Er wechselt oft den Besitzer und wird dabei immer menschlicher. Er fängt auch an, sich an seine Herkunft und seine Schrumpfkopfwerdung zu erinnern.
Die Tsantsa-Memoiren ist sehr witzig und abwechselnd zu lesen. Vor allem die Szenen, in denen der Tsantsa als Spion in Liebesdingen eingesetzt wird, sind sehr amüsant. Mir hat auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich das Buch gerade in der Mitte etwas zieht. Erst ab dem Wechsel zur neuen Familie des Tsantsa im zweiten Drittel des Buches wird es wieder spannend.
Profile Image for MBiermann.
14 reviews1 follower
September 22, 2020
Ok, man muss sich auf die Idee einlassen, mit einen Schrumpfkopf, die über letzten 200 Jahre europäischer Geschichte und am Anfang etwas geschichtliches von Caracas zu bereisen. Wenn man sich darauf einlässt, wird es ein geschichtlicher Ritt, über Caracas, Rom, Paris, Großbritannien, Österreich, Deutschland,... Für mich war es spannend mitzuerleben, wie der Schrumpfkopf auf die einzelnen Epochen der Geschichte und auf seine jeweiligen Besitzer reagierte.
Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan beim lesen. Aber sobald unser Star des Romans seine Bewusstsein erweiterte, desto mehr habe ich einen Bezug zu ihm aufbauen können. Und je weiter man lass, je mehr Abenteuer man mit dem Schrumpfkopf erlebte, je mehr wuchs er einen an Herz.
Profile Image for Birthe  Peters .
48 reviews
December 20, 2020
Das Cover wirkte schon wie ein Magnet auf mein Leseherz, aber die Inhaltsangabe hat mich dann noch neugieriger gemacht, denn ich dachte wirklich, das kann nicht funktionieren. Ich wurde eines besseren belehrt und es hat geklappt, diese skurrile Idee und Geschichten hat mich absolut überzeugt und bildet das fantasievollste Buch für Erwachsenen 2020 für mich. Die Idee ist so einfach und genial, wie verrückt. Ein Schrumpfkopf erwacht zum Leben, erlangt Bewusstsein und erzählt aus seinem Leben, aus über zwei Jahrhunderten, von seinen Besitzerwechseln und seiner Umgebung, lässt seinen Gedanken und Gefühlen (soweit als Schrumpfkopf möglich) freien Lauf, es startet im 19. Jahrhundert in Caracas und führt schließlich nach Europa und er wird durch so einige Besitzer gereicht, die an Bildung und Stand divers sind und den Tsantsa unterschiedlich behandeln.
Ein Tsantsa bzw. Schrumpfkopf war mir nur aus Geschichtsdokus oder Museum bekannt und nun hielt ich zwischen den Seiten einen ganz besonderen vor Augen. Der Autor hat mich mit seiner unglaublichen und unerschöpflichen Fabulierkunst mitgenommen auf eine ganz besondere Reise und zu einem ausergewöhnlchen Protagonisten, wahnsinnig wortgewandt, teils ausschweifelnd hat mich dieser Roman bestens unterhalten und ich kann ihn nur empfehlen. Ich hätte niemals geglaubt, das ein Schrumpfkopf derart unterhaltsam und liebenswert, unsterblich und doch hilflos und ohnmächtig sein kann.
Profile Image for Annik Gmel.
159 reviews
February 27, 2021
Das Konzept fand ich super. Die Umsetzung weniger. Ein sprechender Schrumpfkopf, der durch die Jahrhunderte wandelt, spannend! Allerdings waren die verschiedenen Teile disproportioniert. Warum so lange beim Briten mit Liebeskummer, und so kurz durch die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts? Ich hatte sehr Mühe, das Buch überhaupt fertig zu lesen. Leider nichts für mich.

Das beste an diesem Buch ist für mich leider das Cover...
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