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Omama

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Der Debütroman der Kabarettistin Lisa Eckhart ist ein wilder Ritt durch die Nachkriegsgeschichte: tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr, sehr komisch.

„Helga, schnell, die Russen kommen!“ 1945 ist Oma Helga in der Pubertät und kämpft mit ihrer schönen Schwester Inge um die Gunst der Besatzer. 1955 schickt man Helga dann aufs Land. Den Dorfwirt soll sie heiraten. Sowohl Helga als auch die Wirtin haben damit wenig Freude. 1989 organisiert die geschäftstüchtige Oma Busreisen nach Ungarn, um Tonnen von Fleisch über die Grenze zu schmuggeln. Bevor sie – inzwischen schon über achtzig – in See sticht und mit der Enkelin im handgreiflichen Wettbewerb um den Kreuzfahrtkapitän buhlt. Lisa Eckhart unternimmt einen wilden Ritt durch die Nachkriegsgeschichte: tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr, sehr komisch.

385 pages, Kindle Edition

First published August 17, 2020

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Lisa Eckhart

6 books14 followers

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5 stars
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114 (34%)
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67 (20%)
1 star
28 (8%)
Displaying 1 - 29 of 53 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews369 followers
January 12, 2023
Einige von Euch kennen möglicherweise die polarisierende österreichische Kabarettistin Lisa Eckart, die mit ihrem bissigen, verkopften, in überheblicher Attitüde präsentierten Programm schon einige Male für einen veritablen Skandal verantwortlich war. Im Jahr 2000 hat sie ein Buch über ihre Großmutter geschrieben. Da ich Bücher von Skandalnudeln und anderen krawallgebürsteten AutorInnen immer erst lese, wenn der Hype und die Kritik abgeebbt sind, um mir abseits des Getöses dann völlig unbeeinflusst eine Meinung zu bilden, ging ich nun zwei Jahre später völlig entspannt und naiv unwissend 😉 an diese Aufgabe und war sehr neugierig.

Was soll ich sagen, der Roman ist wie die Kabarett-Kunstfigur: intellektuell etwas verschwurbelt, das Lesepublikum mit subtilen Grauslichkeiten im Stakkato schockierend, bissig, bösartig und sprachlich ansprechend, zusammenfassend sehr österreichisch. Lediglich in der Dramaturgie ist noch gehörig Luft nach oben, aber das ist eben auch der Unterschied zwischen dem szenischen Kabarett und der Belletristik in Form eines Romans. Da sollte sie in Folgewerken noch einiges aufholen.

Es geht also um die Omama der Autorin von der Jugend bis in die heutige Zeit, und eines ist mir schon im Prolog aufgefallen, schriftlich fabulieren kann die Eckart durchaus. Köstlichst dieser bis in die Absurdität getriebene Kampf von zwei Großmüttern (väterlicherseits und mütterlicherseits) um die Enkelin:

"Nach der Niederkunft entspinnt sich deswegen stets ein grausames Ringen um die Vorherrschaft. Bereits im Kreißsaal raufen die beiden um das frisch geworfene Menschlein wie welke Weiber um den Brautstrauß. Wer darf es als erste halten? Das erschöpfte Muttertier liegt fernab des Kreidekreises und muss ohnmächtig mit ansehen wie sich zwei todgeweihte Damen auf das junge Leben stürzen und es zu zerreißen drohen. […]
An Feiertagen wird der Enkel in Präsente eingemauert und mit Backwerk vollgestopft, bis die überspannte Haut transparent wird. […] Der Biorhythmus eines Kindes erholt sich schwer von den Wochenenden, an denen es so sehr verwöhnt wird, dass es bereits an Missbrauch grenzt. Zumal Großmütter bevorzugt auf kulinarische Kriegsführung setzen."


Nach der Einleitung beginnt die Geschichte mit der schweren Jugend der Großmutter gleich nach dem zweiten Weltkrieg, als die Russen in der Steiermark einmarschieren: das Dorf im Nirgendwo, die ländliche Gesellschaft, die recht gefühlskalten und gewaltbereiten Eltern, die wunderschöne Schwester und die nicht akzeptierte, hässliche, aber sehr kluge Großmutter.

Schon in dieser Phase treibt Eckart manchmal ihre Erzählweise ein bisschen auf die Spitze, indem sie ihr Werk auf hyperintellektuell bürstet und sich in ihren eigenen Fremdwort-Satzkonstrukten verschwurbelt. Manchmal wird auch absichtlich Verwirrung zwischen den beiden Schwestern gestiftet, indem sie einfach nicht genau benannt werden. Zudem wendet sie eine Nuance zu viele Abschweifungen an, die ich mitunter nicht im Vergaloppieren der Erzählkunst, sondern im gewollten, Intellektualisieren verorte. Mehrere österreichische Eigenheiten, Bezüge und Wörter, beziehungsweise Wortremixe werden eingeführt, was mich vermuten lässt, dass der Roman möglicherweise nicht immer ganz so gut für den deutschen Markt geeignet ist und zumindest eine Affinität zu Österreich erfordert.

Des Öfteren haut die Autorin dann aber auch wieder extrem grandiose Analysen raus.

"Diese Leute sind roh, das waren sie schon immer. Ich habe es im Krieg erlebt. Aber ich dachte, sie hätten gelernt. Kurz hatte es tatsächlich den Anschein. Schnell aber sind sie von Neuem verroht. Und diese Verrohung ist noch weitaus gefährlicher als die urstämmige Rohheit. Sie haben von der Vernunft gekostet und sie wieder ausgespuckt, weil sie ihnen nicht geschmeckt hat."

"Ich vermisse die Zeiten, als man nur um Fakten stritt. Als es nur um Wahr und Falsch und nicht um Gut und Böse ging. […] Es gab den Klugen und den Dummen. Dem Dummen wurde Einhalt geboten, indem man Lexika zur Hand nahm und sie ihm um die Ohren schlug. Der Dumme wurde widerlegt und nicht überzeugt. Weil im Recht zu sein, noch mehr als reine Ansichtssache war. Damals bestand die Streitkraft des Zänkers maßgeblich aus seinem Wissen, manchmal sogar aus seinem Verstand, niemals aber aus seinem Gefühl. Der, welcher die Welt nur fühlt, doch weder etwas denkt und weiß, ist zum Streiten gar nicht fähig. Er zieht schon siegreich in die Schlacht. Deshalb trägt er gar keine Waffen. Er kommt nur, um dem Feind zu künden, dass er bereits gewonnen hat."


Ein bisschen robuster Humor und der Hang zu schweinisch grauslichen Szenen sind unbedingt erforderlich, um das Buch genießen zu können. Es wird bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen, gespieben (gekotzt), ein stinkendes Wettex (Putztuch) von der zukünftigen Schwiegermutter durch die Gastwirtschaft geworfen, von den Männern überall hingebrunzt (uriniert), lapidare Gewalt angewendet, ordinär gesprochen, beziehungsweise gestritten, sexuell tatsächlich sehr freizügig agiert und so weiter. Also LeserInnen, die sich sehr oft durch primitive ländliche Rustikalität sofort getriggert fühlen, sollten sowieso die Finger von diesem Roman lassen.

Die Geschichte der Großmutter bis zur Heirat hat mir bis auf ein paar Einschränkungen gefallen, ich war überrascht, dass ich das Buch so gut fand. Ihr wisst, ich bin ja ein österreichisches, schlichtes Gemüt, zuerst aus dem Proletariat stammend und anschließend auf Land aufwachsend, das sich irgendwann zur Akademikerin hochgearbeitet hat, und deshalb hat mir der derbe, aber stark intellektualisierte Humor ausnehmend gut gefallen. Irgendwie erinnerte mich die Omama in den ersten beiden Teilen frappant an einen meiner Lieblingsschriftsteller: Reinhold P. Gruber: link: Aus dem Leben Hödlmosers, der möglicherweise sogar das Vorbild für diesen Roman war, denn fast alle Steirer und Restösterreicher, die Steirer verstehen wollen, haben diesen Roman früher gelesen.

Leider entgleitet im dritten Teil, als die Gegenwart zwischen Großmutter und Enkelin thematisiert wird, der Plot und die chronologisch erzählenswerte Handlung vollends. In der Vergangenheit gibt es trotz der Abschweifungen noch so etwas wie eine interessante Geschichte mitzuteilen, aber nun nehmen die inflationären, philosophisch intellektuellen Exkurse, die irrelevanten, teilweise bis an Slapstick grenzenden Szenen derart überhand, dass sie die Geschichte zerstören.

Großmutters nebenberuflichen Aktivitäten bei ihren Fahrten nach Ungarn und die Kreuzfahrt mit der Enkelin Eckart sind regelrecht absurd, beleuchten lediglich herbeigeschriebene, erfundene Konflikte und nicht wirklich die tatsächliche Beziehung zwischen den beiden. Fast mag man meinen, die Autorin scheut sich davor, ihre echte Verbundenheit zur Omama darzulegen, um sie unter dem Deckmantel: „Es ist kompliziert – eine Hassliebe“ zu verstecken und irgendwelche Gruselgeschichten zu erfinden, damit sie vor der Leserschaft emotional nicht die Hosen runterlassen muss. Der ganze dritte Teil ist derart szenisch zerhackt, dass er mir einfach nicht mehr gefallen hat. Solche Gedankensprünge mögen sehr gut ins Kabarett passen, für einen Roman sind sie gänzlich ungeeignet. Hier wurde meiner Meinung nach auf der Beziehungsebene sehr viel Potenzial verschwendet, da die Verbindung der beiden Protagonistinnen viel zu flach beschrieben wurde. So unnahbar wie die Kabarettistin auf der Bühne wirkt, so drückt sie sich auch in ihrem Erstling vor eigenen Gefühlen.

Fazit: Trotz aller Kritikpunkte hat mir der Roman recht gut gefallen, für ein Debüt war er sogar richtig gut, wenn er für mich auch ein paar Schwächen in der Dramaturgie und Figurenentwicklung aufwies. Ich gebe meine Leseempfehlung mit mehreren Einschränkungen, die ich bereits in obigen Absätzen genau dargelegt habe. Wer das Kabarett von Lisa Eckart mag, wird wahrscheinlich auch Gefallen an der Geschichte finden. 3,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 4.
Profile Image for Vicky.
284 reviews32 followers
August 20, 2020
Skandalautorin = Skandalbuch? Wer Literaturwissenschaft studiert hat, der weiß, dass man aus moderner Sicht ein literarisches Werk nicht in erster Linie in Hinblick auf seinen Verfasser betrachtet, um möglichst keinen positivistischen Biographismus zu betreiben. Außerdem bringt es einen in die (moralische) Bredouille. Darf man jetzt noch unbedarft "Harry Potter" lesen und sich an der Zauberwelt erfreuen, seit man weiß dass seine Verfasserin so krude Ansichten hat? Wie die Autorin des berühmtesten Waisenjungen der Fantasyliteratur hat auch Lisa Eckhart sich mit ihren Äußerungen - im Rahmen ihres Kabarettprogramms wohlgemerkt - in ein "Aus" begeben. Ihren Debütroman “Omama” losgelöst von ihrer Person und der Diskussion um sie zu betrachten, erscheint mir aber nahezu unmöglich. Dennoch will ich es versuchen und mir anschauen: Was steht eigentlich drin?

Der Prolog ist schon mal sehr theorielastig. Man merkt, dass die Autorin eine Anhängerin des großen Kulturkritikers und Philosophen Slavoj Žižek ist, dessen Sprachduktus sie auf gewisse Weise zu imitieren versucht. Hier wird über den Status der Großmutter quasi psychoanalytisch-küchenphilosophisch sinniert. Muttermutter vs. Vatermutter, eine zieht den Kürzeren und so weiter. Schon nach wenigen Seiten habe ich das Gefühl, eine pseudowissenschaftliche Dissertation zu lesen - über was auch immer - nur ohne Fußnoten.

Der theoretisierende Duktus in einer mit Schachtelsätzen und Fremdwörtern gespickten sperrigen Sprache, die anstrengend zu lesen ist, nimmt mit Beginn der eigentlichen “Handlung” auch nur geringfügig ab. Dennoch fliegt man nicht durch die Seiten, im Gegenteil.
Das Geschehen wird auf dem Silbertablett einer extrem selbstverliebten und überakzentuierten Sprache serviert, die sich mit jedem nächsten Satz selbst zu übertrumpfen versucht. Im einen Moment denkt man, man liest ein soziologisches Manifest, im nächsten folgt der harte Stilbruch und man wähnt sich mitten in einem drittklassigen Bauernschwank gelandet zu sein, mit allerlei derber Mundart und pornösen Ausfallerscheinungen. Dann haben Frau Eckharts Sprache und Erzählweise auch etwas von Sophisterei, surrealem Dadaismus oder auch von epischem Theater: Schaut her, ich zeige euch was ihr verstehen sollt, sonst drücke ich euch mit der Nase drauf.

Die Autorin spricht als Erzählerin den Leser direkt an und sinniert über die erzählte Geschichte. Manchmal erwähnt sie das, was sie ausgelassen hat und dem Leser somit "erspart" blieb. Leider bleibt dennoch zu viel übrig, was dem Leser nicht erspart bleibt.

Lisa Eckhart nimmt die Handlung - also die in Episoden erzählte Biographie ihrer "Omama" - als Aufhänger für alle möglichen Themen, über die sie kleine Abhandlungen hält. Solche Themenkomplexe, die dem Leser in Form von kurzen Digressionen oder längeren Exkursen präsentiert werden, sind u.a.: Antipathie der Österreicher gegenüber den Deutschen, Frauen und ihre Menstruation, das Wesen des Dorf-Alkoholikers, des freiwilligen Feuerwehrmannes, etc pp. Wie in einem Wimmelbuch fokussiert die Erzählerin die unterschiedlichsten Personen, Szenen und Themen an, um über sie vom Zaun zu brechen. Teilweise sind ganze Kapitel solche pseudosoziologischen Mini-Abhandlungen (wie über den "Dorfdepp"). Inhaltlich wird hier einfach das politisch Inkorrekte auf die Spitze getrieben. Was nicht gesellschaftlich tabuisiert ist, wird nicht angesprochen, was nicht unter der Gürtellinie schlummert, ist quasi nicht erwähnenswert. Das ganze Buch ist eine einzige Satire und Aneinanderreihung von artikulierten Tabus.

Erst im dritten Teil von “Omama” gibt es endlich so etwas wie eine richtige Handlung. Jetzt geht es - wieder sehr episodisch - um das unkonventionelle Aufwachsen der Autorin bei ihrer Oma und erst dort wird es für meine Begriffe endlich humorvoll. Erst dann kommt die Situationskomik anhand der Eskapaden der Großmutter zum Tragen. Aber auch hier bleibt Eckhart ihrem Stil treu, nur eben gespickt mit witzigen Aussagen und Wortgebilden der Oma Helga, im Schlagabtausch mit der Enkelin und der sonstigen menschlichen Umwelt. Die typischen Exkurse und Betrachtungen behält die Autorin bei, aber die sind lesbarer, zugänglicher, natürlich aber trotzdem absolut überzeichnet. Es geht etwa um Freikörperkultur, den Beruf der Putzfrau, Wesen und Schrecken des Dachbodens, die TV-Sendung "Wetten dass…?", die Oper, das Reisen, das Alter, etc. Die Kochkünste der Omama und das Verhätscheln der Enkelin spielen eine große Rolle. Zwischen ein paar wenigen Zeilen können wir sogar tatsächlich so etwas wie Gefühl ausmachen: Die Liebe der Enkelin für die Großmutter. Aber so flüchtig wie der Moment gekommen, ist er auch sogleich wieder verflogen und die nach wie vor groteske Szenerie fordert wieder ihren Tribut.

Ist das jetzt alles Kunst oder kann das weg? Ich persönlich habe mich durch die ersten zwei Drittel dieses "Romans" regelrecht durchgequält, immer in der Hoffnung, dass es im nächsten Kapitel besser werden würde und die Autorin sich quasi neu erfindet. Ihr ist ja alles zuzutrauen in ihrer Unberechenbarkeit. Der ständige Spagat zwischen hehrer Philosophiererei und absurd-grotesken und teilweise unverständlichen Geschmacklosigkeiten, hat mir nicht gefallen. Man muss Lisa Eckhart dennoch zugutehalten: Sie ist überaus eloquent und intelligent, ihr "Roman" aber ist über die Langstrecke eine Zumutung. Ob man diese Zumutung käuflich erwerben und lesen möchte, bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen.


Profile Image for Michael Reiter.
209 reviews20 followers
April 4, 2021
Ich glaube, sie hat sich leergeschrieben. Ich hoffe, sie hat sich leergeschrieben.

Alles, was an Wortwitzen und Wortspielen möglich ist, wurde in diesem Buch aufbereitet und - damit es nicht wie eine komplett planlose Aneinanderreihung von Betrachtungen und Überlegungen wirkt - sehr bemüht in die Er- und Ab- und Über- und Lebensgeschichte der Omama eingeflochten.

Dass es am Schluss doch noch ein Wildrezept zu lesen gibt, hat mich enttäuscht. Wäre dies offen geblieben, würde zumindest ein klitzekleiner mystischer Eindruck gemacht und geblieben sein.

Um Himmels Willen, meine Sätze beginnen zu eckerten eckharten Sätzen zu werden. Abbruch. Sofort evakuieren.
28 reviews
August 25, 2020
Außergewöhnliches Spiel mit Sprache

Lisa Eckhart ist aktuell ständiges Gesprächsthema. Ich kannte die Kabarettistin vor der Lektüre des Buches nicht und muss auch sagen, dass mich weder Klappentext noch Coverbild sonderlich angesprochen haben. Glücklicherweise habe ich dann doch die Leseprobe und dann das Buch gelesen. Was soll ich sagen: das ein oder andere Bonmot von sich zu geben oder den ein oder anderen geschliffenen Satz einzusprenkeln, das schaffen viele Autoren. Das aber so konsequent durchzuziehen wie Frau Eckhart - das ist wirklich eine Leistung!
Inhaltlich geht es um die „Omama“ der Protagonistin, deren Leben exemplarisch für die österreichische Nachkriegsgeschichte herhalten muss. Das ganze ist nicht nur wahnsinnig witzig, sondern auch überwiegend sehr zynisch, zuweilen auch bösartig geschildert. Das wird nicht jedem Leser gefallen, besonders nicht auf 350 Seiten, mir persönlich hat aber der ganze Roman sehr gut gefallen.
Eckhart verwendet ein außergewöhnliches, nicht alltägliches Vokabular, welches den Text zu einem besonderen Leseerlebnis macht. Auch die vielen österreichischen Worte haben einen besonderen Charme (auch wenn ich einige davon nachschlagen musste, da sie mir gar nichts sagten).
Durch die aktuelle Debatte um die Autorin war ich bei der Lektüre sehr aufmerksam, kann aber in der Lektüre weder Antisemitismus noch Fremdenfeindlichkeit erkennen, allenfalls ab und zu Ausdrücke, die nicht immer politisch korrekt sind, aber nie negativ aufstoßen.
Das die beschriebenen Lebenseindrücke der „Omama“ jetzt wirklich die Nachkriegsgeschichte widerspiegeln, sei einmal dahin gestellt. Sicherlich ist hier vieles im Roman bewusst übertrieben, das erwarte ich aber auch von einem (unterhaltsamen) Roman. Es ist eben keine Biografie.
Was mir neben dem besonderen Sprachstil besonders gut gefallen hat, ist die Durchbrechung der vierten Wand. An manchen Stellen spricht die Autorin die Leser direkt an und gibt Erläuterungen zum Text wieder; teilweise in einer Flapsigkeit, die mich an Jelineks Sportstück erinnert haben.
Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es witzig und ungewöhnlich geschrieben ist; man merkt, dass die Autorin es versteht mit Sprache zu spielen. Die Handlung ist so unterhaltsam, dass man immer weiterlesen will. Einen Punkt Abzug lediglich für Kapitel 2 des Buches, welches ein paar Längen hatte. Ein zweites Buch der Autorin würde ich aber definitiv auch lesen, da mir dieses hier sehr viel Spaß gemacht hat.
Profile Image for Nora.
86 reviews9 followers
September 29, 2020
Als großer Fan von Lisa Eckhart und nach dem Corona-bedingtem Ausfall ihrer Show, habe ich mich natürlich mit riesiger Vorfreude auf den Roman gestürzt.
Leider wurde ich ganz schön enttäuscht.
Ja, Lisa Eckhart ist eine Künstlerin, die mit Worten umgehen kann und auf beeindruckende Weise Sätze bildet. Sie ist zynisch, polarisierend und "böse". Aber leider konnte ich in ihrem Roman keinen roten Faden finden. Teil 1 und 2 beschreiben das Aufwachsen ihrer Oma. Allerdings mit Ausschweifungen, die einen so großen Bogen machen, dass man völlig vergisst, welches Buch man da gerade liest. Vereinzelt finde ich Stellen, die mich zum Lachen bringen, aber irgendwie helfen die nicht über meine Enttäuschung hinweg. Ich spiele mit dem Gedanken, das Buch nicht fertig zu lesen und quäle mich weiter.

Teil 3 wird etwas besser. Immerhin gibt es hier eine Geschichte. Aber auch die entschädigt nicht den vorangegangen Rest. Weiterempfehlen kann ich das Buch leider nicht. Ob ich ein weiteres Buch von Lisa Eckhart lesen werde, weiß ich noch nicht. Aber auf die Nachholung der Show freue ich mich!
Profile Image for Andrea.
924 reviews46 followers
August 21, 2020
Lisa Eckhart erzählt das Leben ihre Oma Helga. Oma Helga wuchs während des 2.Weltkrieges auf und hat einiges in ihrem Leben erlebt; und ist dadurch nicht unbedingt ein besseres Mensch geworden. Das lässt uns Lisa Eckhart in ihrem Romandebut auf jeden Fall glauben. Wobei die Autorin im Vorwort selber sagt, dass jeder Leser selber entscheiden muss ob dieses Buch eine Hommage an ihre Oma ist oder doch eher Rufmord.
Letztendlich kann ich das nicht beantworten, da ich nicht bis zum Ende durchgehalten habe. Ich habe das Buch bei etwas mehr als 200 (von 384) Seiten abgebrochen. Zu biestig wurde die Geschichte erzählt, zu aggressiv und zu sehr unter der Gürtellinie. Frau Eckhart kann mit Sprache umgehen, mit Sprache spielen, Fäkalsprache brauche ich aber auch bei einem satirischen Werk nicht. Und nicht nur Oma Helgas Geschichte konnte mich wenig fesseln, fast noch schlimmer ist die Beschreibung der Bewohner des österreichischen Dorfes in dem sie lebt. Hier bekommt vom Pfarrer bis zum Dorftrottel jeder sein Fett weg, und zwar in oft sehr beleidigendem Ton. Das mag polarisieren, das soll mit Sicherheit provozieren, mir war es aber oft zu bösartig und beleidigend. Die eine oder andere Anekdote hat mir ein Grinsen entlockt aber vieles fand ich zu überzeichnet, zu gewollt und manchmal auch zu flach. Auch fehlte mir der rote Faden in der Geschichte, zu sehr gewollt wurden die einzelnen Szenen ineinander gereiht.
Lisa Eckhart kann Sprache, verzettelt sich aber in meinen Augen in ihrer Wortspielerei. Und damit ist das Buch auch einfach anstrengend zu lesen. Auch der österreichische Lokalkolorit liegt mir als Kind aus dem tiefsten Westen Deutschlands wohl einfach nicht, so dass da auch Einiges an Verständnis an mir vorbei gegangen ist.
Ich denke, dieses Buch kann man nur lieben oder verabscheuen, es wird nicht viel dazwischen geben.
Frau Eckhart polarisiert, auch mit diesem Buch. Genau das macht diese Kunstfigur auch aus. Was ich ihr nicht abspreche ist die Liebe zur Oma, so bitterböse sie auch über sie erzählt.
Aber zum Glück lässt sich über Geschmack zwar wunderbar streiten aber letztendlich muss man keine Einigung finden. Mein Buch war es nicht, so wie ich auch nicht jeden Auftritt von Lisa Eckhart unterhaltsam finde. Wer ihren Humor mag, der weiß, worauf er sich bei diesem Buch einlässt. Allen Anderen sei gesagt: lest den Prolog und wer den nicht mag, der kann das Buch dan schon direkt getrost in die Ecke legen. Oder ins Regal stellen, denn optisch gefällt mir das Cover wirklich gut. Und mit diesen positiven Worten schließe ich nun meine Rezension ab.
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,226 reviews112 followers
February 15, 2022
Ich wollte mich hier nur mal kurz auf Lisas Niveau begeben und kundtun, dass sie eine blöde Kuh ist.

Ich habe das Buch übrigens nicht gelesen, steinigt mich, ich gebe für so einen Schund kein Geld aus. Ich habe allerdings Ausschnitte daraus über den Deutschlandfunk gehört, das hat mir aber auch gereicht.

Edit 2022: ist natürlich nicht ganz ihr Niveau, denn ich greife keine Minderheiten mit meiner Aussage an. Kühen gegenüber war’s aber gemein. Wie der rechtspopulistische Antisemitismus dieser Frau noch immer salonfähig sein kann, ihr letzter Skandal diesbezüglich erst im November 2021 - ist mir ein Rätsel. Und wieso sich dieses Buch verkauft auch.
Profile Image for Steffi.
17 reviews2 followers
December 11, 2021
Endgültig abgebrochen. Voll von rassistischen, antifeministischen und antisemitischen Beschreibungen. Die quasi nicht vorhandene Story wird mit zahlreichen österreichischen Ausdrücken gespickt, die das Lesen nicht erleichtern. Als Hörbuch empfand ich es als etwas zugänglicher, konnte mir aber auf Dauer die eingangs beschriebenen Themen nicht länger geben.
95 reviews
April 1, 2021
Well ; I love the humor and the strength in the expression of Lisa Eckhart.If not,I wouldn´´t have bought this book. But all the same , I found it quite hard to follow her through part one and two, where she´s discribing the youth of her granny until she married and under which circumstances. This is for me, as a born german lady , hard stuff. Originally austrian humors are sometimes hard to follow for people from other origins. But part three consoled me completely. There she discribed the relationship between her and her granny and this was how we know our Lisa E. And this part I really enjoyed .
229 reviews
November 15, 2020
Sehr schwarzhumorige Anekdoten aus Omamas Leben

Am Buchrücken steht groß geschrieben "tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr, sehr komisch". Eigentlich könnte ich meine Rezension damit beenden, denn diese wenigen Worte beschreiben Lisa Eckharts Romandebüt punktgenau. Die österreichische Kabarettistin und Poetry-Slammerin erzählt sehr wortgewandt, derb und mit viel Sarkasmus und schwarzem Humor gespickt die Geschichte ihrer Oma Helga, welche in der Nachkriegszeit beginnt und fast ein ganzes Leben später in einer skurrilen Kreuzfahrt in den Norden endet.

Lisa Eckhart beweist, dass sie nicht nur auf der Bühne glänzt, sondern auch schreiben kann. Ihr Spiel mit den Worten ist einfach grandios, nahezu poetisch. Dass die Autorin dabei dem österreichischen Dialekt treu bleibt, hat mich umso mehr gefreut. Die Anekdoten, die sie niedergeschrieben hat sind herrlich derb, teilweise bitterböse, überspitzt und gehen mitunter auch unter die Gürtellinie. Man muss diesen besonderen Humor schon mögen und sich darauf einlassen können, um das Buch vollends genießen zu können.

Noch besser hätten mir Oma Helgas Erinnerungen gefallen, wenn das Buch mit Kapitel versehen gewesen wäre. Als durchgängige Geschichte liest sich das Buch nämlich ein bisschen mühsam. Lisa Eckhart schweift oft und gerne ab und verliert sich in Parodien, sodass man leicht den Faden verlieren kann. Hätte man das Buch mit kürzeren Kapiteln und passenden Überschriften versehen, wäre das Leseerlebnis sicher noch besser und intensiver gewesen. Einzelne Passagen waren so einprägend und genial, dass ich sie gerne nochmals lesen würde. Hätte man Einteilungen wäre dies leicht und ohne viel Aufwand möglich. Schade, dass auf eine Kapiteleinteilung verzichtet wurde.

Für mich war Omama dennoch ein großartiges Leseerlebnis, welches mich unglaublich zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht hat. Eine Leseempfehlung gibt's allerdings nur eingeschränkt, da man mit der besonderen Art der Kunstfigur Lisa Eckhart umgehen können muss. Ich würde empfehlen vorm Kauf unbedingt die Leseprobe zu lesen.

Fazit

Schwarzhumorig, derb, vulgär und bitterböse, aber auch philosophisch, intelligent, wortgewaltig und herrlich frech. Kunstfigur Lisa Eckhart erzählt tabu- und schonungslos aus dem Leben ihrer Omama. Das Buch ist im österreichischen Dialekt verfasst und hält eine Vielzahl an Anekdoten parat. Auch wenn ich das Buch großartig finde, empfehle ich es nur eingeschränkt weiter. Man muss den speziellen Humor schon mögen. Daher unbedingt vorher in die Leseprobe schauen.
Profile Image for Katzi.
156 reviews
August 15, 2020
3,5 Sterne
Danke an vorablesen.de und den Zsolnay Verlag für das Rezensionsexemplar.

Auf dieses Debut habe ich mich gefreut. Lisa Eckhart ist für mich sehr interessant, sie ist witzig, böse und intelligent. Ich mag den Humor und die Ausdrucksweise.
Verstehe aber auch, dass das nicht für jeden so ist.

Dieser Roman ist wie Lisa Eckhart: eigen, tabulos, teils boshaft und zutiefst österreichisch. Und immer wieder zum Lachen. Wie von der Autorin vorausgesehen, habe ich den gesamten Roman in ihrer unverkennbaren Stimme gelesen.
Die Geschichte von Omama Helga und Schwester Inge beginnt sehr unterhaltsam. Als sich die Wege der beiden trennen, hatte ich zeitweise mit Langatmigkeit zu kämpfen. Eckhart verirrt sich hier in langwierige Einleitungen, die einen aus der Handlung werfen. Meine Aufmerksamkeit ist mir da mehr als einmal abhanden gekommen.. Da wird der eigene Stil für einen Unterhaltungsroman zu überladen.
Für mich hat der Roman da ein bisserl die Form verloren, das hatte ich so nicht erwartet. Nichtsdestotrotz ist das Leben von Omama erfrischend unterhaltsam beschrieben. Eigentlich mal was anderes, nur stolpert man ein klein wenig über diesen "Genrewechsel".

Ein lustiger und sehr österreichischer Nachkriegsroman über das Leben und die Beziehung zur Oma.
Eckhart bleibt ihrem Stil treu, das imponiert.
Profile Image for yellowdog.
855 reviews
August 15, 2020
provokant und überdreht

Die Kabarettistin Lisa Eckhart schreibt ihr Debütroman Omama auf ihre spezielle Art und Weise, nämlich provokant und überdreht, aber schon ziemlich durchkalkuliert.

Die Geschichte der Großmutter beginnt in einem Dorf in Österreich während des Krieges. Im Mittelpunkt die Schwestern Helga und Inge. Und die Russen kommen! Diese Passagen sind ziemlich überdreht.
Später wird es etwas ruhiger. Inge ist dann in Wien, schreibt der Familie aber so einige Briefe.
Die Autorin lässt sich einiges einfallen, auch Wortspiele.
Nicht selten geht sehr derb zu. Dazu passt dann der häufig eingesetzte Slang gut.

Die Dorfgemeinschaft kommt nicht so gut weg, wobei eine gewisse Sympathie für die Figuren die Autorin doch zu hegen pflegt.
Das Dorf als Mikrokosmos funktioniert jedenfalls gut.

Als kleine Schwäche habe ich es empfunden, dass die Autorin mehrfach die Handlung vernachlässigt um gewisse Themen fast wie Essays abzuhandeln, z.B. über die Funktion des Dorfdepps, den des Dorfschönlings, der Dorfmatraze, Schiffahrt und Weltenbummler etc. Das hält den Handlungsablauf etwas auf und man hat den Eindruck, es geht nicht voran. Bis es dann in Teil 3 den Sprung ins Jahr 1989 gibt und in eine Schiffsreise mündet.

Diese Art von Humor muss man natürlich mögen, um den Text genießen zu können. Manchmal ist es etwas zu viel des guten!
Profile Image for Olga.
182 reviews3 followers
April 14, 2022
Die Autorin ist talentiert, aber das Buch ist im Endeffekt kein Buch, sondern 1,5 Geschichte, danach folgt Material, das eher mit einem Drehbuch assoziiert werden kann als mit Literatur. Es trotzdem sehr unterhaltsam und klug.
19 reviews
August 25, 2020
Was darf Belletristik?

Um es gleich zu sagen: Hier liegt offenbar ein Missverständnis vor. Denn bei "Omama" handelt es sich mitnichten um einen Roman. Vielmehr hat Lisa Eckhardt eine dürre "Handlung", die maximal für eine Kurzgeschichte gereicht hätte, mit einem Kabarettprogramm aufgefüllt. Und so musste ich auf rund 400 Seiten mit ansehen, wie eine noch recht junge und zweifelsohne ziemlich kluge Dame vermeintlich humoreske Abhandlungen um Auszüge aus dem Leben ihrer Großmutter väterlicherseits drapiert, die in einem Kabarettprogramm für alte weiße Männer deutlich besser aufgehoben wären (alternativ in einem populärphilosophischen Sachbuch). Da ich weder eine Freundin des einen noch des anderen bin, las ich zunehmend ratlos einfach weiter, immer in der Hoffnung, es möge sich vielleicht doch noch so etwas wie eine Handlung (in Ansätzen vorhanden, jedoch so schlampig ausgeführt, dass ich schon fast etwas böse wurde) oder am Ende gar eine Entwicklung der auftretenden Figuren einstellen. Insbesondere bei letzteren habe ich mehr als einmal verzweifelt die Hände gerungen: Die Omama aus dem Jahr 1945 hat mit der in den 1950er-Jahren nichts zu tun und die alte Omama wiederum scheint eine völlig erratische Erfindung der Autorin zu sein.

Warum ich diesem Buch dann trotzdem 3 Sterne gebe? Weil es zwischendurch immer wieder Momente gab, in denen ich laut gelacht und mich prächtig amüsiert - ja, sogar bestens unterhalten gefühlt habe. Diese seltenen Kleinode haben mich überhaupt erst so lange bei der Stange gehalten, dass ich das Ende des Buches erreicht habe. Sie konnten trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass mich diese Form von "Roman" grundsätzlich wenig erfreut.

Der guten Vollständigkeit halber muss ich erwähnen, dass Lisa Eckhardt bisher komplett an mir vorbeigegangen ist - ich habe sie erst durch die aktuelle Debatte (Was darf Satire, Ein- und Ausladung zu Lesungen etc.) erstmals wahrgenommen. Da lag das Buch schon auf meinem Nachttisch und ich habe mit Absicht keine Videos von ihr angeschaut, um das Buch einigermaßen vorurteilsfrei lesen zu können. Nach diesem zweifelhaften Genuss werde ich dies nun wohl auch nicht nachholen - und hatte ganz nebenbei noch die Freude, das Buch nicht (wie viele andere Leserinnen) mit Eckhardts Stimme im inneren Ohr lesen zu müssen. Wenn das nicht drei Sterne wert ist.
Profile Image for Julia Thiemann.
19 reviews
October 26, 2020
A lovely cover, and I like Lisa Eckharts cabaret, but beyond the very amusing prologue, this tale has just far too many fecal speech, toxic humor and so much prose, endless sentences....for my taste. But, she does possess a marvellous range of vocabulary and her writing is intelligent. The story of her Oma kind of suffocates under the avalanches of expertly crafted formulations. Short: this book, even though promising, made me gasp with disgust many times over. With a mixture of horror, repulse and fascination with her brilliant choice of mean and razor sharp descriptions I finished this long oevre.
164 reviews1 follower
September 5, 2020
Zugegeben, das Buch ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für mich eines der besten Bücher seit langem. Zunächst ist die Sprachkunst der Autorin auf jeder Ebene bewundernswert: Sie beherrscht vom tiefsten Slang bis zur schönsten Hochsprache alles, um ihre Handlung in einem Feuerwerk an nicht nur witzigen, sondern oft auch tiefgründig klugen Gedanken auszudrücken, wobei es für sie nahezu bis gar keine Tabus gibt. Ihr Humor ist intelligent böse, aber niemals gehässig und durchwegs zum Brüllen komisch – eine überaus lesenswerte Kombination.
Profile Image for Julia.
26 reviews
Read
December 14, 2020
Genial satirisch und birgt einen witzigen einblick in die lebensrealität der dorfbevölkerung nach dem zweiten weltkrieg.
Profile Image for Tobias.
14 reviews
November 27, 2020
Leidet ein bisschen unter der Poetry-Slam-artigen Schreibe. Der Wortwitz mag fünf Minuten lang auf der Bühne Spaß machen, trägt aber nicht über Romanlänge. Die Aneinanderreihung von kurzen Vignetten verstärkt dieses Gefühl nur.

Wollte nach dem Bruhaha-Video von 2018 mal sehen was an der irgendwie interessanten Kunstfigur Lisa Eckert dran ist. Dieser Roman macht jetzt aber nicht wirklich Lust da weiter nach Tiefgang zu suchen.
Profile Image for Anna (readerwithalotofplans).
34 reviews
March 27, 2022
Gosh I don't know how to rate this one. You will either hate this or kind of like it but now you question your own morals. Read this as a really dark satire so I got through it ok. However this is basically a "satire should be as offensive as possible" type of book, so it is hard not to take the sexism, racism, homophobia, etc. as literal.
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584 reviews7 followers
August 17, 2020
Unterhaltsam aber stellenweise geht der Handlung die Luft aus. Kein Vergleich zu den pointierten, geschliffenen Auftritten der Kabarettistin.

Inhalt:

Die Russen kommen!

Turbulente Nachkriegszeit und Großmutter Helga mittendrin.

Während die meisten Großeltern mit rosaroter Brille und nostalgisch verschleiertem Blick auf ihre Jugendzeit zurückschauen und die Enkel mit der Erzählung selbiger zu Tode langweiligen, gewährt Lisa Eckhart einen etwas anderen Blick auf das Leben ihrer Omama und deren Familie in den 1940ern und 1950ern.

Zudem schildert sie eine außergewöhnliche Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin.


Mein Eindruck:

Die Leseprobe (Prolog) hat mir sehr gut gefallen, denn der schwarze und spitzzügige Humor der Autorin in Verbindung mit ihrem typischen Wiener Schmäh ist unverwechselbar. Auf ihr Romandebüt habe ich mich daher sehr gefreut.

Leider ist zwischen einem Bühnenprogramm und einem Roman der große Unterschied, dass die Spannung bei letzterem oft nur schwer zu halten ist.

Während ich bei Auftritten nie Schwierigkeiten hatte, dem gesprochenen Wort zu folgen, sorgt der Dialekt in Schriftform dafür, dass ich mich sehr konzentrieren muss. Ich habe nach Beenden des Buches auch noch kurz in das Hörbuch hineingehört und dort dasselbe Problem.

Positiv ist aber zu erwähnen, dass ich während der gesamten Lektüre die Stimme der Autorin im Ohr hatte.


Die Geschichte ist in drei Abschnitte aufgeteilt.

Teil 1 - Die Russen kommen - im Jahr 1945 - ist noch interessant, aber ab Teil 2 - Wirtshaus - im Jahr 1955 - geht es steil bergab. Immer wieder geht hier der Handlung die Luft aus und die Wortspiele bleiben auf der Strecke.

Zusammenfassend ist dieser Teil hauptsächliche eine Charakterstudie der verschiedenen Typen einer ländlichen Gesellschaft: Dorfdepp, Dorftrinker, Dorfmatratze, Dorfpfarrer in Personalunion mit Dorfarzt u.a.

Und Oma Helga ist mittendrin (von den Eltern an den Dorfwirt verschachert, um alte Schulden zu begleichen).
In Teil 3 - 1990er bis heute - gelingt es, durch humorvolle Anekdoten, die Spannungskurve wieder etwas anzuziehen.
Der Leser erhascht einen interessanten Blick auf die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelkind. Eine außergewöhnliche Hass-Liebe und doch voller Respekt.
Die Hintergründe bleiben aber leider zu sehr im Dunkeln.


Leider ist dieser Roman wenig rund im Vergleich zu den wortgewaltigen, bissigen und zynischen Auftritten der Kabarettistin.

Er ist unterhaltsam und es finden sich immer wieder bitterböse wie humorvolle Seitenhiebe auf die Dorfgemeinschaft, das Verhältnis Mutter-Kind und Großmutter-Enkelin oder diverser Nationalitäten u.a. von Deutschen und Österreichern.

Aber trotzdem wären die Anekdoten in einem Bühnenprogramm besser aufgehoben, als in Form eines Romans.


Fazit:

Kein Buch, welches man gelesen haben muss.

Einzelne Anekdoten sind fein pointiert und gewohnt bissig, aber aneinandergereiht und zur Geschichte geschustert, leider nichts Halbes und nichts Ganzes.

Vielleicht sind sie in Form des Hörbuches besser geeignet, wobei ich beim Lesen die Stimme der Kabarettistin durchgehend im Ohr hatte.

Wer Lisa Eckharts Humor teilt und liebt, dem empfehle ich, den Besuch ihres Bühnenprogramms. Dieser Roman kommt leider an die Perfektion des vorgetragenen Wortes kaum heran.


...

Rezensiertes Buch: "Omama" aus dem Jahr 2020
1 review
December 26, 2020
Wer Eckhart kennt, weiß, dass sie liebend gerne bestimmte Themen herauspickt und über diese ausschweifend und aus verschiedenen Perspektiven philosophiert bzw. regelrecht eine Abhandlung dazu verfasst. Dieser Stil findet sich auch in "Omama", wobei die verschiedenen Eigenheiten der Großmutter häufig dazu genutzt werden, diese allgemeinen und meist seitenlangen Erörterungen zu einer Thematik einzuleiten. Die Exzesse sind durch ihre Scharfzüngigkeit und Genialität durchaus unterhaltsam und haben unter anderem dazu beigetragen, dass ich beim Lesen häufig herzhaft lachen musste und das Buch im Grunde doch als sehr gelungen bezeichnen würde. Das Ausmaß der thematischen Exkurse nimmt aber vor allem im letzten Teil des Buches stark zu, während deren narrative Einbettung immer schwächer wird.

In den ersten beiden Teilen verfolgt man die Großmutter in zwei Etappen ihrer Jugend, wobei die einzelnen Erlebnisse gewissermaßen auf einander aufbauen und sie eine mehr oder weniger chronologisch ablaufende Handlung ergeben, die hin und wieder mit den für Eckhart typischen Monolog-Ergüssen ausgeschmückt und bereichert werden. Im dritten Teil bricht diese Chronologie aber ab: Man befindet sich mehr oder weniger in der Gegenwart und verfolgt episodenartig Erlebnisse der Enkelin mit der Großmutter. Da die einzelnen Erzählungen aber weder zusammenhängen noch die zuvor erzählte Geschichte wirklich sinnvoll komplementieren, stechen die weiterhin vorhandenen Exkurse extrem hervor und wirken beizeiten auch sehr überbordend. Es entsteht der Eindruck, dass die Erzählungen selbst nur mehr als Vehikel für Eckharts Abhandlungen herhalten müssen. Dabei wird aber krampfhaft versucht, stets deren Relevanz für die Omama zu verdeutlichen, was zu einem repetitiven Schema führt, bei dem zuerst kurz der narrative Rahmen der Erzählung erklärt wird, dann ein darin vorkommendes Stichwort als Vorwand dafür genommen wird, seitenweise über etwas zu schwadronieren, nur um dann mit den immergleichen Worten "Großmutter ist/hat/macht ..." zu verdeutlichen, das die Omama auf diese oder jene Art und Weise aus der Norm fällt. Durch diese Vorgehensweise wird der letzte Teil zu einer Art literarischen Charakterstudie, über einen Charakter, der bereits aus den vorherigen Kapiteln nur allzu gut bekannt ist, wodurch sich beim Leser ein gewisses Gefühl der Redundanz bzgl. der letzten Kapitel einstellt. Vielleicht wäre dieser Abschnitt besser in einer Textanthologie ähnlich Eckharts Metrischen Taktlosigkeiten aufgehoben, allerdings ohne die erzwungenen Omama-Bezüge.

Sollte man Eckharts Omama also lieber links liegen lassen? Meiner Meinung nach nicht. Trotz der erwähnten Kritikpunkte war das Buch durch und durch ein Lesegenuss! Voraussetzung ist aber, dass man mit Eckharts Stil zurechtkommen und diesen auch schätzen muss. Wer ihre Wortgewandtheit und ihren Biss liebt und dabei darüber hinwegsehen kann, dass die Handlung selbst oft in den Hintergrund tritt, wird auch mit diesem Buch große Freude haben. Wer einen normalen Roman erwartet, sollte sich eher etwas anderes suchen.
68 reviews
September 17, 2020
Als ich Lisa Eckharts erste Auftritte gesehen habe, gehörte ich, ehrlich gesagt, eher zu den Skeptikern. Zu provokativ, zu auffällig, zu dramatisch. Doch nach einer Weile habe ich ihr doch noch einmal eine Chance gegeben und war erstaunt, wie sie sich gemausert hat. Der Weg, den sie gewählt hat, ist sicher kein leichter - zumal sie es sich ja zum Ziel gesetzt haben zu scheint, früher oder später jeden mindestens einmal anzufeinden. Hat man jedoch einmal den eigenen gekränkten Stolz überwunden, kann man ihre kunstfertige Art bewundern. Ihre Bühnenauftritte sind keine Zufallsprodukte sondern sorgfältig ausgefeilte Performances und das merkt man auch in "Omama": Jedes Wort ist genau ausgewogen, geschickt platziert und trifft haarscharf zu. Rhetorisch sind die Erzähleinheiten ein Meisterwerk.

Aber (es musste natürlich kommen) als Gesamtwerk funktioniert das Buch eher mäßig. Wie bereits erwähnt, liest sich der Roman wie einer ihrer Auftritte - nur dass dieser eben, je nach Lesegeschwindigkeit, über sieben Stunden dauert. Bei den normalen Auftritten, 10-15 min, ist man danach schon ziemlich geschafft - hier ist das ganze um das 30ig-fache potenziert. Und so findet man zwar gut in den Text rein, hat aber nach einer Weile keine Lust mehr, weiter zu lesen. Der Leser wird von einer haarscharfen Beobachtung zur nächsten Pointe zur nächsten Philosopherei quer durchs Gemüsebeet gejagt und schon bald geht einem die Puste aus. Und weil man weiß, dass die Hatz jedes Mal, wenn man das Buch aufnimmt, weiter geht, vergeht einem irgendwann ganz die Lust am Lesen.

Der Fehler hängt, meiner Ansicht nach, in der Formatierung des "Romans". Statt alles durcheinander zu wurschteln, manchmal nur mit halb erkennbarem roten Faden, hätte dieses Buch so viel mehr sein können. Eine Sammlung von Erzählungen zum Beispiel. Kürzer und pointierter als die Kapitel und dadurch leichter, vielleicht auch mal zwischendurch zu lesen. Im Zweifelsfall hätten auch ein paar Zwischenüberschriften gereicht, um das Buch aufzulockern. So wirkt es nicht nur erschlagend, sondern ist es auch.

Da es ein Roman ist anbei noch ein paar Worte zur Geschichte. Die "Omama", die eigentlich eine Großmutter ist (was natürlich die Frage aufwirft, warum das Buch nicht so benannt wurde) ist ein ziemlicher Charakterkopf. Nicht unbedingt symphatisch, aber auch nicht zwingend unsymphatisch. Eine Entwicklung der Figur innerhalb des Buches ist, abgesehen vom Alter, eher nicht zu sehen. Aber die Großmutter steht ja auch nur scheinbar im Mittelpunkt, denn eigentlich sind es die anderen Charaktere, die im Vordergrund stehen. Die Inge zum Beispiel, die zwar auch kein sonderlich tiefer, dafür aber sehr lustiger Charakter ist. Oder die Wirtin, die von allen Figuren am lebendigsten wirkt. Man kann natürlich sagen, dass Lisa Eckhart nichts dafür kann, dass ihre Hauptfiguren, da dem echten Leben entnommen, zeitweise etwas langweilig sind, aber dem möchte ich entgegen halten, dass a) jede Person spannend wird, wenn man nur lang genug "im Dreck" wühlt und irgendwelche Charakterticks entdeckt, die dann auf der Romanbühne entwickelt werden können und v.a. dass b) ein Roman nicht ohne Grund nicht Biographie heißt. Dem ("toten") Autor ist alles erlaubt und er sollte sich nicht von der rein zufällig ähnlichen Realität einschränken lassen in dem, was er mit seinen Figuren und der Handlung anstellt.

Insgesamt bin ich mit meiner Empfehlung für "Omama" eher zurückhaltend. Man braucht viel Geduld, viel Durchhaltevermögen und sollte sicherheitshalber vorher überprüfen, ob man mit Lisa Eckharts Art klar kommt. Fans ihrer ausgefeilten Texte sei das Buch jedoch empfohlen, denn zumindest aus dieser Hinsicht steht es ihren Auftritten in nichts nach.
Profile Image for Rabentochter.
20 reviews
September 10, 2020
Poetisch süffisant

Wer bei "Omama" von Lisa Eckhart eine rührselig verklärte Kriegserfahrung der Großmutter zu hören wünscht, der hat sich das falsche Buch ausgesucht. Das wird bereits im Vorwort sehr deutlich gemacht. Die Hommage an die Omama ist anders geartet.

Schonungslos offen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen berichtet die Ich-Erzählerin von der Beziehung zur Großmutter und deren Jugend und weiteren Lebensweg. Als Leser ist man abwechselnd verblüfft, fasziniert, amüsiert, angewidert und manchmal auch abgestoßen ob der Ungeheuerlichkeiten, die da vor einem ausgebreitet werden. Und als wären das nicht schon genug Gefühlsregungen, tut nicht nur die Handlung, sondern auch der Schreibstil sein Übriges dazu.

Wer die Autorin als Poetry Sammlerin oder Kabarettistin erlebt hat, kennt ihren Stil, der von poetischer Süffisanz geprägt ist. Gekonnt legt sie den Finger in die Wunder, formuliert unangenehmes und gar Ekelhaftes mit so viel Wortgewandtheit, dass es den Makel des Unschönen nicht ganz nimmt, aber ihm zumindest ein adrettes, weniger anstößiges Gewand verleiht.

Allerdings macht es diese poetische Sprache und teilweise auch die ungewohnten österreichischen Dialektbegriffe etwas sperrig zu lesen. Es fällt dadurch schwer sich komplett in den Roman fallen und vom Schreibstil tragen zu lassen. Was sich auf der Kabarettbühne so amüsant und locker hören lässt, macht das Lesen etwas schwer. Es empfiehlt sich daher eher auf das Hörbuch zurückzugreifen.


Fazit: poetisch süffisanter Schreibstil mit von bösem Humor triefender Geschichte, die sich aber besser hören lässt
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2,393 reviews10 followers
October 12, 2020
Entweder mag man Lisa Eckhart oder nicht.
Man sollte ihren Humor schon verstehen und nachvollziehen können um dieses Buch zu lesen.
Dabei muss ich sagen, dass ich es streckenweise als Hörbuch gehört habe und da es von der Kabarettistin selbst gesprochen wird, hat es direkt seinen eigenen Flair.

Trotzdem war ich nicht sicher was mich hier erwartet, grad so der erste Teil musste ich mich anfreunden.
Man wird auf eine witzige, zynische und streckenweise bösartige Art mit auf reisen genommen. Einiges was man liest ist nicht grad der tägliche Sprachgebrauch und von daher wieder was Besonderes. Einiges ist vielleicht nicht politisch korrekt aber ich habe es nicht negativ aufgefasst. Lisa Eckhart ist nur einfach schonungslos direkt und die Art wie sie das teils rüber bringt ist nicht jedermanns Sache.
Da es sich nicht um eine Biografie handelt, ist das ein oder andere schon recht überspitzt dargestellt und bringt damit den Unterhaltungswert mit rein. Ob man grad in der Nachkriegszeit ist oder in einen Bus voller Rentner für illegalen Fleischtransport.

Für mich war das Buch schon ein recht außergewöhnliches Lese-/Hörerlebnis, da es seinen ganz eigenen Charm hat, aber halt nicht für jeden etwas ist.
Profile Image for bbboooksss_.
41 reviews
August 20, 2020
𝕄𝕖𝕚𝕟𝕦𝕟𝕘:
Das Cover ist wunderschön. Es hat mich sofort angesprochen und mich die Leseprobe lesen lassen, von der ich sehr begeistert war!
.
Es war ein wilder Ritt durch die Nachkriegszeit.
Ein gutes Buch mit gutbedachter Wortakrobatik.
Ich habe aber zwei Anläufe gebraucht um dieses Buch zu Ende zu lesen. Stellenweise war es mir etwas zu hart. Ich wollte es dennoch beenden. Und habe es tatsächlich nicht bereut.
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Ich finde es toll, das die Autorin über ihre Oma schreibt. Es macht die Geschichte aber nicht nahbar. Man hat eher das Gefühl aus der Zuschauerperspektive zu lesen.
~
𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥:
Ein tolles hohes Niveau zu einem guten Thema! Stellenweise konnte ich lauthals lachen. Die Sprache ist frech, und der Literarischer Humor kommt meines Erachtens auch nicht zu kurz.
Dennoch hätten manche Sachen besser beschrieben werden können. Nicht so hart und aggressiv und Vulgär.
Der rote Faden ließ sich stellenweise schlecht sehen. Viel hin und her gespringe.
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Dieses Buch eckt definitiv an und ist nicht für jedermann etwas.
Entweder man liebt es, oder man hasst es.
~•~
Da ich hier und da etwas zu kritisieren hatte, gibt es von mir:
3/5 ✰ ✰ ✰
✾ ✿ ✾ ✿ ✾ ✿ ✾ ✿
28 reviews
January 7, 2023
Ich hab das Buch gelesen, da ich Lisa Eckhart als Kabarettistin sehr schätze. Ich liebe ihre Bühnenfigur und ihre fesselnde Art, Alles und Jeden anzugreifen. Leider merkt man im Buch, dass sie eben nur die Bühne kennt. Dort kann man ohne Ziel einfach vor sich hin philosophieren und wir hören eine Stunde gebannt zu. Das Buch hingegen ist länger und deshalb fehlt mir da etwas die Geschichte. Es wird vor sich hinerzählt ohne wirkliches Ziel, es gibt keinen Spannungsbogen. Ich wurde nicht vom Buch gefesselt; im Gegenteil ich musste mich zum Lesen zwingen.

Normalerweise würde ich so ein Buch einfach aufhören. Allerdings ist der Schreibstil zu gut dafür. Die Zeilen sind bitterböse, aber wohlüberlegt und regen zum Nachdenken an. Ich habe selten so viel Unterstrichen wie in diesem Buch. Als Österreicherin mochte ich es auch, dass so viele österreichische Wörter verwendet wurden, da man diese sonst seltenst in Büchern findet.

Ich würde dieses Buch nicht wirklich empfehlen. Falls man sprachlich daran interessiert ist, lohnt es sich, ein Kapitel irgendwo zu lesen und sich zu fragen, ob man sich fast 400 Seiten zielloser teilphilosophischer Aussagen antun will.
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297 reviews6 followers
August 17, 2020
„Omama“ von Lisa Eckhart
Darum geht es:
„Helga, schnell, die Russen kommen!“ 1945 ist Oma Helga in der Pubertät und kämpft mit ihrer schönen Schwester Inge um die Gunst der Besatzer. 1955 schickt man Helga dann aufs Land. Den Dorfwirt soll sie heiraten. Sowohl Helga als auch die Wirtin haben damit wenig Freude. 1989 organisiert die geschäftstüchtige Oma Busreisen nach Ungarn, um Tonnen von Fleisch über die Grenze zu schmuggeln. Bevor sie – inzwischen schon über achtzig – in See sticht und mit der Enkelin im handgreiflichen Wettbewerb um den Kreuzfahrtkapitän buhlt. Lisa Eckhart unternimmt einen wilden Ritt durch die Nachkriegsgeschichte.

Leider hat mir dieses Buch nicht so gut gefallen. Denn leider ist der Humor von Lisa Eckhart gar nicht so mein Humor. Ich erkenne durch aus ihre Wortkunst an – Lisa Eckhart versteht es ausgezeichnet eine Situation gut auszuarbeiten und den Witz darin zu betonen. Allerdings war es mir doch etwas zu derb und oft auch über die Geschmacksgrenze hinaus.

Deswegen gibt es von mir nur:

3 von 5 Sterne

Profile Image for Johenni.
691 reviews8 followers
August 27, 2020
Cover und Schreibstil
Ich fand das Cover mehr als ansprechend und der Eindruck hat bis zu den Farben hin angehalten.
Dann der Schreibstil..puh der war eher schwieg. Ich persönlich mochte ihn nicht.

Inhalt
So es geht um ihre Oma Helga, aus der Zeit um 45 in einem österischem Dorf. Dann wird so alles aus ihrem Leben erzählt, was ich nicht besonders gut gelungen fand. Mich hat ja schon der Schreibstil einige Nerven gekostet aber es war mir schlicht und einfach alles viel zu derb. Das hat für mich nix mehr mit Satire und Witz zu tun.
Was allerdings in diesem Werk mehr rausgestochen hat, ist das die Autorin eine Künstlerin des Wortes ist. Da war und bin ich immer noch tief beeindruckt, wie ein Mensch nur so mit Worten umgehen kann.
Nur deswegen hat sie von mir 2 Sterne bekommen. Aber wie schon einige vor mir geschrieben haben, entweder man liebt oder hasst es.

Profile Image for Henrike.
262 reviews
September 28, 2020
Vorneweg: ich hab das Hörbuch "getestet" und hatte von Lisa Eckhart davor nur aus 2.Hand gehört, kenne also ihre Programme nicht. Überrascht war ich, wie reif ihre Stimme klingt - ehrlich gesagt hätte ich ohne Vorab-Infos eine ältere Autorin erwartet... tja...

... das (Hör-)Buch. Das blumige Cover ist schon irgendwie lustig gewählt, denn aus der Blume wird hier eher nicht (also gar nicht) gesprochen. Ja, es ist z.T. sehr Böse, oft bis zum Limit überspitzt, aber für mich eben auch ohne richtige Bezüge, der mich zum Weiterlesen motiviert hätte. Es gibt reichlich Anektdoten aus einem relativ breiten Zeitspektrum, die mich aber eben komplett kalt gelassen haben. Eine Rezensentin hat geschrieben, es sei wie ein Stand Up Comedy Programm - das finde ich gar nicht (und vielleicht hätte mir das sogar besser gefallen). So bleibt für mich viel Verwirrung, etwas Langeweile (leider) und ein abgebrochenes Hörbuch zurück: Omama ist einfach nicht meins.
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