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Pax

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Was es bedeutet, aneinander zu hängen und voneinander abzuhängen: Nachdem seine Eltern verschwunden sind, wird Pax von Tante Beatrix adoptiert. Unter den Blicken der Nachbarn, Mitschüler und Kollegen verzahnen sich Tante und Neffe förmlich, doch die Leerstellen zwischen ihnen wachsen mit der vergehenden Zeit.

Pax wächst in einer Kleinstadt auf. An seine Eltern und den großen Bruder hat er keine Erinnerungen, sie sind von einer Afrikareise nicht zurückgekehrt. Tante Beatrix, seltsam altjüngferlich und einigermaßen verklemmt, arbeitet als Verkäuferin im örtlichen Kaufmarkt und zieht Pax groß, so gut sie eben kann.

Dessen Kindheit und Jugend verlaufen zunächst ganz gewöhnlich provinziell. Sie ernährt und erzieht ihn, er sorgt dafür, dass er ihr keine Sorgen macht, und deckt sie zu, wenn sie vor dem Fernseher einschläft. Manchmal träumt er von einer echten Familie, er hat einen Kanarienvogel, eine beste Freundin Leni und außerdem, das wird ihm allmählich klar, etwas, wovon die anderen lieber nichts wissen sollten.

Pax lernt früh, sich zu schämen, für alles und nichts, sich zu verstellen, um es anderen recht zu machen. Er will weg, kann aber Tante Beatrix nicht alleinlassen.

Eva Roman erzählt sensibel und in fast greifbaren Bildern mit sehr genauem Blick fürs Detail. Ihr Roman handelt in vielen Facetten von Sorge und Fürsorge, von Generationenverantwortung und sozialer Normierung.

240 pages, Hardcover

Published August 20, 2020

9 people want to read

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Eva Roman

18 books

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Profile Image for Susanne Probst.
104 reviews8 followers
September 19, 2020
Pax-Max und seine Tante Beatrix.
Pax und seine Freundin Leni.
Pax und seine verschollene Familie.

Pax-Max und die ungesunde Symbiose mit seiner Tante Beatrix.
Pax und seine tiefe, unerschütterliche, vertrauensvolle Freundschaft zu Leni.
Pax und seine Sehnsucht nach Mutter, Vater und Bruder.

Pax, dessen Vorname gleichermaßen männlich wie weiblich ist und „Frieden“ bedeutet.

Es geht in der 235-seitigen Geschichte um Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Verzeihen, Abhängigkeit bzw. Autonomie und um Angepasstheit bzw. Individualität.

Der kleine Pax und seine Tante Beatrix leben in einem Dorf in der Nähe von Ulm.
Sie bewohnen eine Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Garten, in dem ein großer Schuppen mit einem Stall voller Kaninchen steht.

Die Eigentümerin wohnt auch dort und Pax hat sie „adoptiert“:
Oma Peschka aus dem Osten, die eine Vorliebe für Kraut hat, leckere Eierkuchen mit Blaubeeren und Vanillesoße zaubert und Pax und seine Tante hin und wieder mit Selbstgekochtem versorgt.
Tante Beatrix ist nämlich eine Tiefkühl- und Fertiggerichte-Köchin.

Pax wurde auch adoptiert.
Nachdem seine Eltern und sein etwas älterer Bruder Anfang der 1980-er Jahre nicht von ihrem mehrmonatigen Afrika-Aufenthalt zurückkehrten, nahm Tante Beatrix ihren kleinen Neffen zu sich.

Leni, Oma Peschkas Enkelin, ist seine beste Freundin.
Die beiden Kinder sind unzertrennliche Spielgefährten, haben ein Versteck unter der Tanne im Garten, erfinden Theaterstückchen, die sie vor den Erwachsenen aufführen, spielen Verkleiden und verkaufen Eierkuchen am Straßenrand.

Pax, der von seiner Tante, die ihm mit gebremster, aber ehrlicher Zuneigung begegnet, beharrlich Max genannt wird, ist ein braver, gefühlvoller, zurückhaltender und zuvorkommender Junge, der darum bemüht ist, seiner Tante keine Unannehmlichkeiten zu bereiten.

Er hat Angst, ihre Gunst und Zuneigung zu verlieren, falls er ihr zu große Umstände bereitet oder falls er sie verärgert.
Er weiß , dass sie eine schwierige Kindheit hatte und hört aus verschiedenen Quellen immer wieder, welch‘ großes Opfer sie bringt, um ihn, den Sohn ihrer Schwester großzuziehen.

Es ist eine tief verankerte Angst. Verlustangst.
Würde er seine Tante auch noch verlieren, wäre er ganz alleine und müsste ins Kinderheim - davon ist er überzeugt.

Um dem vorzubeugen, schont er seine Tante und liest ihr fast jeden Wunsch von den Lippen ab.
Er ist ganz besonders angepasst und nimmt sich selbst zurück, was ihn dabei hemmt, sich von der Tante abzulösen und eigenständig zu werden.

Es macht großen Spaß, Pax, der immer mehr den Ruf bekommt, „nicht ganz normal“ zu sein, von Kindesbeinen an und bis ins junge Erwachsenenalter hinein, zu begleiten, Tante Beatrix kennenzulernen, Lenis Entwicklung zu verfolgen und sich dabei von der schönen, poetischen Sprache tragen zu lassen.

Während ich Pax begleitete, begleiteten mich eine Ahnung und einige Fragen:
Wird sich die Ahnung bewahrheiten?
Wenn ja, wie wird dann die Tante reagieren, die so viel Wert auf das Gerede der Leute legt, große Angst hat, aufzufallen und alles ablehnt, was von der Norm abweicht?
Worauf läuft die Geschichte hinaus?
Wird Pax seine Ängste überwinden, sich von der Tante abnabeln und seinen eigenen Weg finden?
Was ist mit Pax’ Eltern und Bruder passiert?

Tante Beatrix entpuppt sich immer mehr als steife und gehemmte „alte Jungfer“, die viele Tricks auf Lager hat, um ihren Neffen an sich zu binden.

Was Leni anbelangt, lernen wir eine sympathische und mollige Heranwachsende kennen, die von ihren Eltern nicht genug Aufmerksamkeit bekommt und gehänselt wird, was seine Spuren hinterlässt.

Eva Roman hat ein Händchen dafür, die psychologische Dimension zu erfassen und zu beschreiben.
In schöner und poetischer Sprache vermittelt sie unaufgeregt, unaufdringlich, feinfühlig und nachvollziehbar, was in ihren Figuren vorgeht.

Sie lässt sich Zeit beim Erzählen, wodurch sie die Neugierde des Lesers ankurbelt und Spannung aufbaut.
Beim Zuklappen des Romans weiß man Vieles, aber nicht alles.
Da ist noch Raum für die eigene Phantasie.

„Pax“ ist ein absolut lesenswerter, tiefgründiger und bewegender Roman, über dem ein Hauch von Melancholie schwebt und in dem es letztlich um eine ungesunde Symbiose, die Ablösung und Entwicklung hemmt, geht.

Die Lektüre, sowohl Inhalt als auch Sprache, bereitete mir sehr großes Lesevergnügen.

...und das I-Tüpfelchen war, dass ein nicht geringer Teil der Handlung in Ulm, meinem Wohnort, und der Rest im mir bekannten Umland spielt.
Ich freute mich jedes Mal, einen mir vertrauten Schauplatz zu entdecken.

https://lieslos.blog/


Profile Image for Gijs Zandbergen.
1,081 reviews28 followers
November 9, 2021
Eenzaam buitenbeentje groeit op bij zijn vrijgezelle tante in klein Duits stadje. Ik dacht aanvankelijk een doorsnee coming-of-age-roman te lezen, maar dit boek is toch wel bijzonder door de vertelstijl vol onverwachte details, die het verhaal kleuren. Het schoolleven, de vriendschap met een dik buurmeisje, het ontdekken van de homoseksuele geaardheid, de angst, de schaamte, het idee verlaten te zijn door zijn verdwenen ouders en een ouder broertje, de gevoelde verantwoordelijkheid voor de oude vrijster die zijn tante Beatrix is, en nog veel meer zaken komen aan de orde op een aparte manier, wat misschien mede wordt veroorzaakt door feit dat de hoofdpersoon een jongen is en de schrijfster een vrouw.
Profile Image for Estrelas.
960 reviews
October 3, 2020
Pax wächst bei seiner Tante Beatrix auf, nachdem Eltern und Bruder von einer Reise nicht zurückkehren. Ihre Lebensverhältnisse sind einfach, und doch bemüht sich die Tante auf ihre Art um eine gute Erziehung.
„Pax“ ist ein Entwicklungsroman, der den Protagonisten von der elternlosen Kindheit in die Pubertät begleitet. Dabei setzt dieser sich mit seiner Herkunft auseinander und sammelt Erfahrungen als Heranwachsender.
Das Buch geht ans Herz, denn wir lernen die Figuren in Alltagssituationen kennen, die woanders selten erwähnt werden (Beatrix bringt Pax das Bügeln bei, oder wir beobachten ihn bei selbst erfundenen Kinderspielen). Die Erzählweise spiegelt den Inhalt auf eine ebenso sensible Art wider wie der Detailreichtum der Handlung. „Und fast hätte er sie umarmt, als Tante Beatrix, wenn auch nur, um seiner Platte über den Sprung hinwegzuhelfen, irgendwann nachgab, indem sie immerhin versprach, es sich zu überlegen.“ Ich möchte die Autorin umarmen für diesen einfühlsamen Roman.
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