Anna und David wollen zusammen leben. Doch dann merkt Anna, dass sie schwanger ist und das Kind nicht von ihm sein kann. Als David plötzlich verschwindet, ist die junge Frau auf sich allein gestellt, in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Während draussen brennende Vögel vom Himmel fallen und Staubstürme durchs Land wirbeln, muss sie sich entscheiden, ob ihr Kind leben oder sterben soll.
Dieses schmale aber dichte Buch habe ich über zwei ungewöhnlich warme Märzabende verschlungen. Seraina Kobler schreibt schnell und klar, anfangs störten mich die vielen Adjektive, aber bald wurde ich vom Tempo der Geschichte mitgerissen. Für mich hätte sie eine Weile länger in den Biografien der ProtagonistInnen verweilen dürfen; die Trauer, die sich durch die Handlung webt, hätte mehr Tiefe verdient. Aber das Buch zog mich in seinen Bann, malte Bilder, die wir seit den verheerenden Waldbränden in Australien und der USA nur zu gut kennen, und liess den Abstand zwischen dem, was dort passierte, mit dem, was hier passieren könnte, in der Glut schmelzen.