Das neue Buch der BestsellerautorinMutter-Sein ist der schönste Job der Welt – aber auch der härteste. In herausfordernden Zeiten sind Erwartungsdruck, hohe Verantwortung und Erschöpfung nur einige der Stressfaktoren, die zu gesundheitlichen Schäden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depression führen. Doch wie kann man den Frauen am besten helfen? Die renommierte Kinder- und Jugendärztin Dr. Karella Easwaran, die Mütter seit vielen Jahren begleitet, ist sich Die Lösung des Problems beginnt im Kopf! Als Expertin für die Mind-Body-Medizin hat sie die Technik des Beneficial Thinking entwickelt. Sie setzt bei den Vorgängen in unserem Hirn an. Denn richtig gesteuert, lassen sich mit Beneficial Thinking unsere Wahrnehmung und unmittelbaren Handlungen einfach und nachhaltig ändern. Dr. Easwarans Wenn wir kraftraubende Denkmuster überwinden, können wir zuversichtlich und entspannt unseren Alltag gestalten.
Dieses Buch basiert auf dem Gedanken, dass lösungsorientiertes, rationales Denken impulsivem Handeln vorzuziehen ist und Mütter weiterbringt als “das Krokodil“. Die Kapitel sind übersichtlich strukturiert und mit Praxisbeispielen veranschaulicht. Außerdem werden einige Reflexionsfragen vorgestellt. Ich fand einige Gedanken hilfreich, beispielsweise wie man sich Entlastungen schaffen kann. Allerdings war Vieles dann doch theoretisch - hier fehlten mir ganz konkrete Methoden zur Umsetzung oder mehr Weitblick: Es wurde beispielsweise nur angerissen, dass Emotionen ja auch wichtig sind. Alles in allem kann man das Buch gut lesen, wie viel Mehrwert es im Alltag hat, kann ich noch nicht beurteilen.
Die Autorin, ein Kinderarzt, bietet eine durchgedachte und anschauliche Reise durch das Wellbeing der Familien, vor allem der Mütter, die ja eine wichtige Säule der Familie darstellen. Sie erklärt, wie unser Gehirn funtioniert, anschaulich mit einem Modell eines Hauses - mit Keller (Stressreaktionen), Erdgeschoss (Amygdala) und Dachboden (Pläne, Überlegungen). Diese Theorie hat sie "beneficial thinking" benannt. Sie stellt manche Fragen an uns, wobei wir überlegen müssen, was uns Kraft nimmt oder Freude macht, wie wir den Alltag besser meistern können usw.
Ein Stern nehme ich meiner Bewertung ab, da eine mehrfache Mutter im Mutterschutz, die Ausgewogenheit sucht, einfachere und kürzere Sätze braucht - dieses Buch war manchmal zu wissenschaftlich und wenig konkret. Also hat das Lesen länger gedauert als sonst. Es gibt dort manche Geschichten aus dem Leben, doch die Schlussfolgerungen sind dann sehr kurzbindig. "Der Vater der Kinder soll mehr helfen". "Wir müssen akzeptieren, dass wenn jemand sich um unsere Kinder kümmert, wird nicht alles perfekt gemacht."
Die Autorin hat sehr gute Ansätze, die inspirieren, wie es möglich sein kann, trotz der vielen Rollen als Mutter, Berufstätige, usw. weiterhin ein ausgeglichenes Leben zu leben. Manche Fallbeispiele fand ich wirklich sehr augenöffnend und hilfreich. Leider nur ein paar.
Ich beneide die Autorin für ihre eigene sehr resiliente Mutter, die selbst in einer extremen Stresssituation cool blieb und nicht ausflippte, und ihrer Tochter dahingehend ein mega Vorbild war. Tja, leider kann ich damit nicht aufwarten, eher muss ich sehr viel an mir arbeiten weil mir diese hilfreiche Eigenschaft nicht in die Wiege gelegt wurde.
Und was soll denn bitte "jede Mutter braucht ein Dorf"? Wer hat denn bitte so ein mega-verlässliches Netzwerk, das bei der Betreuung von Kindern von 0-5 Jahren spontan da ist? Wo sind sie denn? Gerade mit kleinen Kindern ist ein Umzug in eine größere Bleibe eher die Regel und - ja - das ist oft damit verbunden dass Nachbarn alle neu sind, manchen Freunden ist dann der Weg zu weit, etc.
Also: wenn meine Mutter nur eine kleine Scheibe von ihrer Mutter gehabt hätte und ich seit drei Generationen nicht umgezogen wäre, hätte ich dieses Buch nicht gekauft. Ich hätte mir vielleicht verträumt den Titel angeschaut, an meine drölfzig Kinder gedacht, die alle gerade von Nachbarn und befreundeten Eltern bespaßt werden, während ich an einem Coffee-to-go nippe und eine ausgiebige Shopping Tour mache, dann kurz in mich hineingelacht und gedacht "Wer braucht denn sowas?"
Statt dessen versuche ich jeden Tag eine gute Mutter zu sein. Und scheitere. Und versuche wieder, scheitere, ... usw.
Trotzdem danke ich der Autorin für dieses Buch. Insgeheim hoffe ich, dass es auch mal ein Buch dieser Art gibt, in dem ich mich wiederfinde. In diesem hier immerhin zum Teil.