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Crash Kurs Krise: Wie die Finanzmärkte funktionieren - Eine kritische Einführung

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Bevor das Virus SARS-CoV-2 die Nachrichten der Welt beherrschte, stritten Ökonomen darüber, wann und woher die nächste Finanzkrise wohl kommen würde. Die Wetten liegen bereits - würde es schon 2021 so weit sein? Oder erst 2026? Doch es kam anders. Wann genau eine Krise eintreten wird, lässt sich nicht seriös prognostizieren. Warum (Finanz-)krisen aber unvermeidlich sind, erklärt dieses Buch.

In kompakter Form beleuchtet der Band die Rolle des Finanzsektors und die Gründe für Wirtschaftskrisen im Kapitalismus. Zudem geht das Buch auf die sogenannte Corona-Krise ein: Handelt es sich dabei um eine Naturkatastrophe? Und wie kann es sein, dass ein Virus die Weltwirtschaft ins Wanken bringt?

176 pages, Paperback

Published January 1, 2020

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Profile Image for Marius.
48 reviews21 followers
October 27, 2023
Das Buch beginnt vielversprechend, da der Anspruch formuliert wird, quantitative Erklärungen zu verwerfen und es stattdessen um qualitative Krisenerklärungen gehen soll. Bereits im Vorwort machen sie klar, dass es ihnen ein Anliegen sei, zu zeigen, „dass die eigene Logik des heutigen ökonomischen Systems notwendig Krisen produzieren muss und dass die Gegenüberstellung von einer guten ‚Realwirtschaft' und einem aufgeblähten Finanzsektor zu kurz greift“. Zudem wird der wichtige Punkt gemacht, dass das Wirtschaftssystem an sich spekulativ ist und somit auch jeder Kapitalist notwendig spekulativ handelt. Dem Text liegt also überhaupt ein Begriff von Spekulation zugrunde, was leider nicht selbstverständlich ist.

Schade ist, dass es wieder der Fall eines Buchs ist, das leicht verständlich sein möchte und dafür auf ein Literaturverzeichnis und Fußnoten für Literaturverweise verzichtet. Mir erschließt sich nicht, wieso das für das Verständnis hinderlich wäre. Gerade bei Einstiegsliteratur sollte Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, sich tiefergehend zu informieren. Vor allem da durch die sehr einfache Darstellung Dinge verloren gegen, wie auch mehrfach betont wird.

Um das Primat der Politik wird herumlaviert. So wird einerseits richtigerweise festgehalten, dass die Politik nicht in der Lage sei, die Profitlogik aufzuheben und keine Reform des Kapitalismus möglich sei, die eine befreite Gesellschaft schaffe, andererseits wird implizit kritisiert, dass der Staat nicht Produktion und Verteilung vergesellschafte, sondern die Schulden.

Argumentiert wird stark empirisch, dafür lernt man auch einzelne konkrete Finanzgeschäfte und ihre Funktionsweise kennen. Man erfährt so zudem etwas über vergangene wirtschaftliche Krisen. Vor allem spannend im Kontext der Weltwirtschaftskrise 2008, ist die Auseinandersetzung mit der gängigen unvollständigen Erklärung, dass als Auslöser der Krise Hauskäufer gelten, die Kredite nicht mehr zahlen konnten.

Gut ist die formulierte Kritik an personalisierender und moralischer Kritik an Bankern, die exemplarisch dafür stehen, nach Schuldigen statt nach Gründen für die Krise zu suchen. Insgesamt ist das Buch eben wegen der Kritik am Kapitalismus statt an der Finanzwirtschaft brauchbar im Vergleich zu anderer kritischer Finanzmarktliteratur. Das wird auch im starken Fazit deutlich, in dem, der Auseinandersetzung mit gängiger oberflächlicher oder verkürzter Kritik an Finanzmärkten folgend, die richtigen Schlüsse für eine angemessene Kapitalismuskritik gezogen werden.
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