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Zorn und Stille

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Was heißt es, aus einem Land zu kommen, das es nicht mehr gibt? Die Fotografin Billy Bana ist eine moderne Nomadin, die ihre Herkunft scheinbar hinter sich gelassen hat. Als ihr Vater stirbt, wird Billy von der Vergangenheit eingeholt, ihrem Aufwachsen als Gastarbeiterkind in Wien: Was wurde aus den Träumen ihrer Eltern? Warum kam es zum Bruch mit ihrer Familie? Und wie konnte ihr kleiner Bruder bloß spurlos verschwinden?  Ein brillant erzählter Familienroman über Freiheit und Verantwortung, Liebe und Verlust, Herkunft und Selbstbestimmung.

191 pages, Kindle Edition

Published August 5, 2020

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Sandra Gugić

11 books

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Community Reviews

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for hannaღ.
219 reviews30 followers
December 14, 2020
Sandra Gugic schreibt über das Fremdsein im eigenen Land. Sie schreibt über das Nichtdazugehören, dort wo man herkommt, nicht mehr, dort wo man hingeht, noch nicht oder vielleicht auch nie.
Eine serbische Arbeiterfamilie versucht in Wien Fuß zu fassen, die Kinder sollen es einmal besser haben als die Eltern. Doch das Prädikat "Ausländer" haftet ihnen an, den Eltern sowieso, aber auch den Kindern, Biljana und Jonas Neven, die beide auf ihre eigene und gänzlich unterschiedliche Art versuchen, zu entkommen, sich aus dem Leben der Eltern, das sich um Arbeit und Anpassung dreht, zu fliehen.
Die Autorin erzählt nüchtern, aber eindrücklich vom Leben im ehemaligen Jugoslawien, vom Leben als Fremde in Wien, vom Krieg, vom Versuch, aus der Familie auszubrechen, sich selber zu finden. Dabei bewegt sie sich nicht chronologisch durch die Ereignisse, Ort und Zeit wechseln, ebenso wie die Erzählperspektive. Das ist gewöhnungsbedürftig, deshalb vier Sterne.
Leseempfehlung!

Vielen Dank and Hoffmann und Campe und NetGalley für das zur Verfügung gestellte eBook!
Profile Image for Lea K.
68 reviews1 follower
March 13, 2025
gugić schreibt hier eine wunderbar berührende geschichte über familiäre abgründe. poetisch-komplexe sprache mit eindrucksvollen motiven.

leider weiß ich nicht viel über den jugoslawischen krieg und war teilweise etwas überfördert mit einigen anspielungen. ein thema, in das ich mich jetzt unbedingt einlesen muss.
Profile Image for Shanoe.
1,949 reviews17 followers
February 17, 2023
Die Thematik fand ich sehr spannend und auch gut aufgearbeitet, nur leider hab ich mir bei Billys Perspektive enorm schwer getan, bei den anderen beiden folgenden Perspektiven ging es irgendwie leichter. Ich weiß nicht, ob es wirklich an Billy als Charakter lag, die ich schwer zugänglich fand oder generell an der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, die vielen Zeitsprünge, der innere Monolog, aber für mich hat das Buch ab der Hälfte deutlich gewonnen - vielleicht hatte ich mich da aber auch einfach an die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, gewöhnt. Das Buch regt jedenfalls zum Nachdenken an - gerade wenn die eigene Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet wird, ist das schon spannend. Insgesamt gibts aber leider nur zwei Sterne von mir, weil es wirklich gedauert hat, bis ich mich zurecht gefunden habe.

#Popsugar Reading Challenge: A book with a rabbit on the cover
226 reviews
October 5, 2020
Inhalt:

Kurz nach Biljana Banadinowic Geburt wanderten ihre serbischen Eltern nach Österreich aus in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch das erhoffte Glück fanden sie in ihrer neuen Wahlheimat nicht. Inzwischen, fast 40 Jahre später, ist die Familie zerrüttete. Billy, die früh gegen ihr Elternhaus rebellierte und mit 17 auszog, hat schon länger keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern. Sie hat sich als Fotografin "Billy Bana" einen Namen gemacht hat, reist durch die Welt und verweilt nie lange an einem Ort. Doch als ihr Vater stirbt, ist sie gezwungen, sich mit ihrer Vergangenheit und Herkunft und mit ihrer Familie auseinanderzusetzen. Was verbindet sie mit ihrem Heimatland? Wie konnte es soweit kommen, dass die Familie zerbrach? Und wo ist Billys vor Jahren spurlos verschwundener Bruder?

Meine Meinung:

Das Cover mit dem weißen Hasen hat mich auf Anhieb angesprochen und neugierig gemacht. Im Laufe des Buches erfährt man, was es mit dem Hasen auf sich hat, denn dieser ist nicht nur aus rein ästhetischen Gründen auf dem Cover zu sehen.

Unaufgeregt, aber eindrucksvoll erzählt Autorin Sandra Gugik die Geschichte von Billy und ihrer Familie. Der Schreibstil der Autorin ist eher speziell. Die Sätze sind zum Teil sehr lang und bestehen aus einer Vielzahl von Aufzählungen, was für mich persönlich leider etwas den Lesefluss gestört und mir den Einstieg in die Geschichte schwerer gemacht hat.

Schon vor Lesebeginn war mir bewusst, dass ich leider viel zu wenig über die Geschichte Jugoslawiens weiß. Daher hat es mir sehr gefallen und als interessant empfunden, dass der Leser im Laufe des Buches einiges darüber erfährt, beispielsweise über die Jugoslawienkriege und den damit einhergehenden Zerfall des Staates. Schon allein deshalb ist dieses Buch geschichtlich interessant und lesenswert.

Aber auch die Geschichte von Billys Familie hat mir gut gefallen. Die serbische Auswandererfamilie, die in Österreich ein neues, besseres Leben beginnen will, muss hart arbeiten, um in ihrer Wahlheimat überhaupt Fuß zu fassen, und wird doch dauernd mit ihrer Herkunft konfrontiert. Da die Kapitel aus Sicht von Billy und ihren Eltern erzählt werden, lernt der Leser die drei Familienmitglieder genauer kennen und bekommt einen umfassenden Einblick in ihre Gedanken, Gefühle und teils unterschiedlichen Ansichten. Gleichzeitig erfährt er immer mehr, wie es zum Bruch der Familie kam. Die Charaktere wirken sehr authentisch und sind vielschichtig. Vorallem Sima, Billys Vater, und sein innerer Konflikt haben mir gefallen. Über Billys Bruder und sein Verschwinden hätte ich gerne noch ein wenig mehr erfahren.

Neben dem geschichtlichen Hintergrund setzt sich das Buch auch mit einigen wichtigen Fragen des Lebens, wie beispielsweise mit der Frage "Was ist Heimat?", auseinander und regt zum Nachdenken über die eigenen Wurzeln an.

Fazit:

Lesenswerter, unaufgeregter Roman über eine zerrüttete Familie und den Zerfall Jugoslawiens.
Profile Image for Susanne Probst.
104 reviews8 followers
September 25, 2020
Schon das Cover zog mich in seinen Bann:
Schlicht und elegant in dunklem Bordeauxrot.
Ein weißes Kaninchen mit einem traurig-mürrischen Gesichtsausdruck (soweit ein Kaninchen überhaupt einen Gesichtsausdruck haben kann).

Es ist ein aus der Tierversuchsklinik gerettetes Kaninchen, das die kleine Billy von einer Tante geschenkt bekommen hat.

Der Zerfall von Jugoslawien.
Der Zerfall einer Familie.
Lebenshunger, Freiheitsdurst, der Wunsch nach Selbstbestimmung.
Die Umstände, das Schicksal, der Boden der Tatsachen.
Die Suche nach seinem Platz.
Eine Geschwisterliebe.
Verlust.

Eine Frau befindet sich in einer leergeräumten Wohnung in Belgrad und blickt durch das Fenster auf den Gehweg, auf dem sie Gegenstände aus der Wohnung gestapelt hat, die Passanten mitnehmen dürfen.
Sie beobacht das Treiben der Leute und schwelgt dabei in Gedanken und Erinnerungen.
... das ist der Prolog, der ziemlich neugierig macht.

Dann folgen vier Kapitel mit jeweils vielen kurzen Abschnitten.
Die Kamera schwenkt dabei ständig hin und her.
Von der Gegenwart zur Vergangenheit und innerhalb der Vergangenheit von einem Ereignis zum nächsten.
Sie beleuchtet mal dies, mal das. Man muss sich darauf einlassen und sollte sich nicht dagegen sträuben, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird.
Ich fand diese Erzählweise sehr interessant und lebendig.

Das erste Kapitel:
Billy, September 2016.
Die 40-jährige Fotografin Biljana, genannt Billy, die das Reisen hasst und dennoch nie lange an einem Ort bleiben kann, verlässt das Flughafengebäude in Belgrad, weil ihr kürzlich verstorbener Vater demnächst hier in Serbien, seiner Heimat, beerdigt werden soll.
Billy ist eine Haltlose.
Eine Suchende.
Eine Reisende mit leichtem Gepäck und schwerer Last.

Sie kommt gerade aus Budapest, der Stadt, in der sie sich eine Auszeit von Berlin und Ira Goldfarb, ihrer langjährigen on-off-Partnerin, genommen hat.

Billy ist eine rast- und ruhelose Frau, nicht dauerhaft sesshaft und ziemlich unverbindlich und innerlich getrieben.
Ihr Leben ist ein Provisorium, ein Übergangszustand, auch ihre Beziehung ist nicht kontinuierlich.
Sie braucht immer wieder off-Zeiten, um sich von den on-Zeiten, in denen sie in einer Symbiose versinkt und sich selbst zu verlieren droht, zu erholen und wieder zu sich zu finden.

Als Heranwachsende fuhr Biljana jeden Sommer mit ihrer Familie und kiloweise Geschenken im Kofferraum in die serbische Heimat der Eltern auf den Hof der Großeltern mütterlicherseits, auf dem sie auch ihre ersten beiden Lebensjahre verbracht hat.
„Wie Außerirdische landeten sie jährlich auf einem fremden Planeten.“
Dort gab es andere Regeln, andere Sitten, andere Pflichten und eine andere Sprache.
Aber nur dort, bei den Großeltern in der Fremde fühlten sich Biljana und ihr kleiner Bruder Jonas Neven frei und unbeschwert.

Den Alltag verbrachten sie als brave und tüchtige Gastarbeiterfamilie in sehr einfachen und engen Verhältnissen in einer Vorstadt von Wien.
Das Motto: sich anpassen und um gar keinen Preis auffallen.
Am besten unsichtbar sein, um ja nicht in die Schusslinie zu geraten.

Als hätte die Anstrengung dieser Anpassungsleistung nicht schon genügt, trugen auch noch innerfamiliäre Spannungen zur Überforderung von Biljana bei.
Streit zwischen den Eltern, die sich mit Arbeiten abwechselten und nur wenig Zeit hatten, Gewaltausbrüche der Mutter, Desinteresse des wortkargen Vaters und die Notwendigkeit, sich um den jüngeren Bruder zu kümmern, trugen dazu bei, dass Biljana zu einem in sich gekehrten und braven Mädchen heranwuchs, die dann als Gymnasiastin anfing, zu rebellieren
und schließlich mit 17 Jahren von daheim auszog.

Sie flüchtete aus der engen und reglementierten Welt ihrer Eltern, wollte nichts mehr von Jugoslawien und den dortigen kriegerischen Unruhen wissen, suchte Freiheit, Selbstbestimmung und Weite.
Seither lebt sie als Nomadin.

Sie vermisst nur eines: ihren Bruder!

Eines Tages trifft sie ihn wiede und eines Tages im Jahr 2003 verschwindet er spurlos.

Es ist beeindruckend, wie reflektiert sich die Ich-Erzählerin mit ihrer Geschichte auseinandersetzt. Schonungslos erzählt sie von den erschwerten Bedingungen ihres Aufwachsens und gleichzeitig räumt sie ein und ist ihr klar , dass „die Erinnerung verkleinert, vergrößert und die Dinge verschiebt…“ (S. 29)
Ebenso gleichzeitig weiß sie, dass es gute Gründe gibt, weshalb ihre Eltern genau so wurden, wie sie sie erlebt hat.

Das zweite Kapitel:
Azra, Juli 2008.
Hier steht Billys Mutter Azra, die von ihrer Tochter Biljana verlassen wurde und deren Sohn Jonas Neven spurlos verschwand, im Mittelpunkt. Sie versucht, die Verluste zu verkraften, indem sie an einer Selbsthilfegruppe für Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, teilnimmt und einen Hund aus dem Tierheim holt.
Es ist interessant und macht Spaß, mehr von Azra und ihrem gar nicht einfachen Leben, dem Beginn ihrer Beziehung zu ihrem Mann und von Biljanas ersten Lebensmonaten zu erfahren.

Das dritte Kapitel:
Sima, Mai 1999.
Sima, einst ein Hippie, der gern vor sich hin träumte, wanderte, lernte und las, kam als Gastarbeiter nach Wien und holte ein Jahr später Azra und ein weiteres Jahr später seine Tochter Bilja nach.
Sima machte nicht viele Worte und engagierte sich in der Erziehung seiner Kinder nicht besonders.
In einem Moment der Innigkeit schenkte er Biljana seine alte Leica, wodurch er den Grundstein für ihre Leidenschaft und berufliche Zukunft legte.
Seine Trauer über den Verlust seiner Tochter versucht er zu verarbeiten, in dem er sämtliche Zeitungsartikel über sie sammelt und in einem Ordner abheftet.

Das vierte Kapitel
Billy, Januar 2018.
In diesem abschließenden, überraschenden und originellen Kapitel kommt nicht nur Billy, sondern auch Jonas Neven zu Wort.

Es macht großen Spaß, in den Alltag dieser Familie einzutauchen und jedes Familienmitglied derart gut kennenzulernen, dass man den Eindruck hat, dazuzugehören. Die Charaktere werden in all ihrer Unterschiedlichkeit, Vielschichtigkeit und Komplexität gezeichnet.

Das äußerst interessante und unterhaltsame Buch liest sich flüssig und flott wie ein Pageturner. Die Sprache ist erfrischend, lebendig und bildhaft und so manche schöne Formulierung gibt Anlass zum Innehalten und Nachdenken.

Die eingestreuten sms-Nachrichten und ein Brief sorgen genauso wie die Perspektivwechsel für Abwechslung

Neben den persönlichen Geschichten und der familiären Tragik spielen politische Ereignisse wie eine Art Hintergrundmusik eine Rolle, wodurch es nochmal interessanter wird.

Tito, der im Mai 1980 verstorben ist.
Das Reaktorunglück 1985 von Tschernobyl.
Die Zerfallskriege in Jugoslawien.
Der Jahrtausendwechsel mit Amtsantritt von Präsident Putin und George W. Busch.
Die Anschläge vom 11.9.2001
in den USA.
Die Verhaftung des Kriegsverbrechers Radovan Karadzic, der sich als Dragon David Dabić, Arzt für alternative Medizin in Belgrad, eine Scheinidentität aufgebaut und die Menschen jahrelang an der Nase herum geführt hat.
Die Terrormeldungen aus vielen verschiedenen europäischen Städten im Sommer 2018, als ihr Vater verstarb.

Für mich ist „Zorn und Stille“ ein ganz besonderes Werk, das ich sehr gerne weiterempfehle.
Es ist eine berührende und interessante Familiengeschichte, in der jedes Familienmitglied zu Wort kommt, die Überraschungen parat hält und die eingebettet ist in das Zeitgeschehen zwischen 1980 und 2018.


Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
October 20, 2020
„Wenn du mittendrin in einer Geschichte steckst, ist es noch keine Geschichte, mehr ein Getöse, ein Rauschen. Es beginnt erst eine Geschichte zu werden, wenn du sie jemandem erzählst. (Zitat Pos. 49)

Inhalt
Biljana Banadinović, Künstlername Billy Bana, ist vierzig Jahre alt und eine bekannte Fotografin. Im Grunde hasst sie das Reisen, hält es jedoch nie lange an einem Ort aus. Als Kind einer Gastarbeiterfamilie wächst sie in Wien auf. Schon seit sie siebzehn Jahre alt ist, führt sie ihr eigenes Leben und hat wenig Kontakt zu ihrer Familie. Nun ist der Vater verstorben und seine Anordnungen sind klar: er will in seinem alten Heimat in Serbien begraben werden. Die Reise nach Belgrad wird für Billy eine Erinnerungsreise in die Vergangenheit, denn ihr jüngerer Bruder Jonas Neven ist 2003 während einer Reise durch die neuen Länder Jugoslawiens spurlos verschwunden.

Thema und Genre
In diesem Familien- und Generationenroman geht es um Heimat, Herkunft, Identität, Kindheitserinnerungen, um die Problematik, in mehreren Ländern zu Hause und gerade deshalb nicht wirklich zu Hause zu sein, um Verlust, Trauer, um Familie und Beziehungen und um die Suche nach dem eigenen Platz in diesem Gefüge. Themen sind auch die Situation der frühen Gastarbeiterfamilien und der Zerfall des ehemaligen Staates Jugoslawien.

Charaktere
Als der Vater Billy seine Leica schenkt, weiß sie, dass sie Fotografin werden will. Sie sieht Momente und Situationen immer in Bildern, nicht alle fotografiert sie, sondern speichert sie in ihren Erinnerungen. In einer lockeren Beziehung mit der Galeristin Ira Goldfarb, ist Billy eine rastlos Reisende, die nie sesshaft wurde und von sich selbst vermutet, immer gerade dort glücklich zu sein, wo sie nicht ist. Eine gerade wegen ihrer Ecken und Kanten sehr sympathische Hauptfigur.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte wird in vier großen Abschnitten erzählt, wobei Billy in Teil I und IV die Ich-Erzählerin ist, während in Teil II ihre Mutter Azra im Mittelpunkt steht und in Teil III ihr Vater Sima. Die jeweils aktuellen Handlungsstränge umfassen unterschiedliche Zeitpunkte, Billy 2016 und 2018, Azra 2008 und Sima 1999 und werden nochmals von Erinnerungen unterbrochen und durch Rückblicke ergänzt. Der Prolog am Anfang des Buches schließt den Kreis in die Jetztzeit. Durch diese Schreibweise ergibt sich eine interessante, abwechslungsreiche und vielschichtige Familiengeschichte, die man gespannt miterlebt. Die in diesen Jahren wichtigen Ereignisse und die politischen Hintergründe ergänzen die Handlung. Die Sprache beschreibt lebhaft, schildert einfühlsam, die Bilder vor Billys Augen haben auch wir beim Lesen sofort vor Augen.

Fazit
Ein intensiver, großartig erzählter Roman einer Familie, der die wichtigen Fragen der heutigen Zeit aufgreift, die Träume jeder Generation und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Ein beeindruckendes Leseerlebnis, das mich begeistert hat.

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