What do you think?
Rate this book


237 pages, Hardcover
First published September 2, 2020
"Vielleicht ist es der ewige Fluch derjenigen Literatur, die Ernst und Spaß miteinander verbinden will, die Gernhardt vom großen Weltruhm bis heute fernhält." (S. 18)Auf jeden Fall ist auf Seite 18 bereits erkennbar, dass auch "In zwangloser Gesellschaft" zu dieser Art von Literatur gehört.
"Nach ihrem Ausbruch aus der Psychiatrie folgen wir der Protagonistin Isa, an die sich einige womöglich noch aus Tschick erinnern, auf einer langen Wanderung durch Natur und Zivilisation und wohnen einer Reihe von skurrilen Begegnungen bei."So ähnlich könnte man auch Hieronymis Roman beschreiben. Bei Hieronymis Protagonisten sind es allerdings eher implizite Hinweise, die auf seinen mal mehr, mal weniger labilen psychischen Zustand hindeuten. Außerdem ist er keine bekannte Figur aus "Tschick".
"Der Grabstein war erst knapp ein Jahr alt, daneben eine vom arabischen Frauenverein gestiftete Bank." (S. 38)Obwohl ich noch nie an Willemsens Grab war, konnte ich mithilfe einer Google-Suche die Vermutung bestätigen, dass die Bank in Wirklichkeit nicht vom arabischen, sondern vom Afghanischen Frauenverein gestiftet wurde, dessen Schirmherr Roger Willemsen war.
"Am Rande des Friedhofs hatte man eine Wellblechhütte gebaut, die mit einer weißen Plastikplane abgedeckt war: Das war das Archäologische Zentrum. Vor ihm lagen auf Holzpaletten Hunderte Steine, die zum Säubern und Zusammensetzen bereitlagen. Stepanova hatte in ihrem Roman, und vielleicht ist es deshalb ein Roman, nur wenige der aus dem Schlamm aufgetauchten Steine entdecken können." (S. 146)Vermutlich gibt es in "In zwangloser Gesellschaft" dann doch ein paar mehr Abweichungen von der Realität.