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Cleanland

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Spannend und hochaktuell: ein Jugendbuch über eine Gesellschaft, die sich nach der Pandemie zur Gesundheitsdiktatur gewandelt hat

Die 15-jährige Schilo wohnt in Cleanland – dem Land der Reinen. Dank moderner Technik und strenger Gesetze sind die Menschen hier geschützt vor Krankheiten aller Art. Nur eine einzige registrierte Freundin zu haben, rund um die Uhr überwacht zu werden und die eigene Großmutter nur durch eine Glasscheibe zu sehen – für Schilo ist das in Ordnung, Gesundheit hat nun mal ihren Preis. Doch dann erfährt die Familie ihrer Freundin die Härte des Regimes. Und Schilo verliebt sich in Toko, einen der Cleaner, die nachts Straßen und Gebäude desinfizieren müssen. Da begreift sie, wie hoch der Preis wirklich ist. Was ist wichtiger: die Gesundheit – oder die Freiheit?

208 pages, Hardcover

Published October 7, 2010

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58 people want to read

About the author

Martin Schäuble

13 books7 followers
Martin Schäuble is a German novelist, journalist and writer of non-fiction books. He also publishes under the pen name Robert M. Sonntag.

He studied Political Science in Israel, Palestine and Germany.

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Community Reviews

5 stars
30 (13%)
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59 (25%)
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84 (36%)
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43 (18%)
1 star
13 (5%)
Displaying 1 - 30 of 34 reviews
Profile Image for Mira123.
670 reviews10 followers
October 25, 2020
Warum ich dieses Buch lesen wollte, ist wohl offensichtlich. Wir leben in einer verdammten Pandemie, auch wenn das der ein oder andere Maskenverweigerer leider immer noch nicht begriffen hat. Ich will wissen, was sich einem Schriftsteller wohl dazu einfällt.

In der Welt, in der dieses Buch spielt, wurde Corona wohl besiegt. Oder wie auch immer die Pandemie hieß, die hier zur Entstehung von Cleanland geführt hat. Die ganzen Maßnahmen, die wir bis zur Erfindung eines Impfstoffes befolgen sollten, wenn uns die Gesundheit unserer Mitmenschen auch nur ein bisschen am Herzen liegt, sind hier zum Dauerzustand geworden und um einiges extremer. Alte Leute werden weggesperrt und dürfen ihren "Raum der Einsicht" unter keinen Umständen verlassen, deine Gesundheitsdaten werden ständig überwacht, jeder darf nur eine registrierte Kontaktperson haben und niemand darf die eigene Wohnung verlassen, der nicht ein Gesichtsvisier und einen Schutzanzug trägt. Und das gilt nicht nur für ein oder zwei Jahre, sondern für immer. Schilos ganzes Leben lang. Und für Schilo ist das in Ordnung. Sie muss keine Angst vor tödlichen Krankheiten haben, hat eine tolle beste Freundin, kann Clubs besuchen und ein Leben leben, das ihr so eigentlich ganz gut gefällt. Zumindest bekam ich nicht das Gefühl, als würde sie das alles stören. Doch das ändert sich, als der kleine Bruder ihrer besten Freundin aus der Reihe tanzt. Er schafft es einfach nicht, sich an die Regeln zu halten - und so bekommt seine Familie die ganze Härte der Regierung zu spüren. Und dann ist da noch Toko, mit dem Schilo eigentlich nichts zu tun haben sollte. Immerhin ist er nur ein Cleaner - also einer von den Leuten, die dafür verantwortlich sind, nachts alle Wohnungen und Straßen zu desinfizieren...

Schilo hielt ich zu Beginn eigentlich für eine sehr gut gelungene Figur. Sie war mir sympathisch und wirkte wie jemand, mit dem ich gut mitfiebern kann. Allerdings war ihre Entwicklung meiner Meinung nach nicht immer ganz nachvollziehbar. Ihr wisst vielleicht schon, dass ich kein Fan von Liebe oder Verliebtsein auf den ersten Blick bin. Mit Schilos "Liebe" zu Toko hatte ich allerdings ein wirkliches Problem. Das könnte man wirklich süß gestalten, wie in West-Side-Story oder in einem Märchen oder so. Bei Schilo wirkte das allerdings einfach nicht glaubwürdig. Es kommt meiner Meinung nach einfach nicht wirklich rüber, was sie denn eigentlich an Toko findet. Eher wirkt es so, als wäre Toko für sie ein exotisches Wesen, das sie auch nur deswegen wirklich interessiert. Weil er so gar nicht in ihre Welt passt und ihr langweilig ist. Das beeinflusste dann leider auch meine Wahrnehmung der restlichen Geschichte. Warum hat die Begegnung mit Toko so einen Einfluss auf Schilos Weltbild? Das war für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Der Schreibstil konnte mich fesseln, so viel steht fest. Stellenweise hat es mich gestört, wenn schon wieder ein Markenname inklusive Werbespruch genannt wurde, allerdings war das nicht so wie sich das hier vielleicht anhört. Der Autor hat sich die Marken und Werbesprüche selbst ausgedacht, also war das keine Schleichwerbung. Allerdings störte es trotzdem den Lesefluss, wenn wieder so eine Marke inklusive Spruch genannt wurde.

Mein Fazit? Den Beginn des Buchs fand ich sehr stark. Die weitere Entwicklung des Buchs konnte mich aber nicht immer überzeugen.
Profile Image for Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee.
325 reviews15 followers
October 21, 2020
Inhalt:

Cleanland ist das Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur.

Die fünf Gesetze der absoluten Reinheit (GaR) sorgen für Gesundheit und Sauberkeit in Cleanland. Schilo trägt, wie jeder andere auch, täglich einen Schutzanzug und einen Controller, der rund um die Uhr ihren Herzschlag, den Blutdruck und die Körpertemperatur misst. Das Gesetz sieht vor, dass jeder Bewohner eine Person registrieren darf, die zwar nicht zur Familie gehört, mit der man aber dennoch seine Freizeit verbringen darf. Schilo hat sich dafür entschieden, ihre beste Freundin Samira hierfür zu qualifizieren.

Gemeinsam verbringen Samira und Schilo ihre Tage miteinander. In diesen Zeiten ist man zurückgeworfen in die eigenen vier Wände. Für die Schule nutzen sie Homelearning, was Social Distancing ermöglicht. Sie gehen in einer Discothek feiern (eine für eine bestimmte Zeit angemietete Tanzfläche sorgt für genügend Abstand zu anderen Menschen) und sie tauschen auch ihre Sorgen und Ängste miteinander aus. Während Samira schon mal kleine Regeln der GaR bricht, hält sich Schilo streng an die Vorgaben des Systems. Schließlich arbeitet ihre Mutter im Ministerium für Reinheit.

Doch eines Nachts ändert sich das. Denn Schilo erwacht mitten in der Nacht und lernt den Cleaner kennen, der für die elterliche Wohnung zuständig ist. Das Erlebnis einen anderen Menschen kennenzulernen, ist aufregend. Als dann auch noch die Oma immer wieder das Gespräch auf den jungen Mann richtet, der des nachts die Zimmer desinfiziert, gerät Schilo ins Nachdenken. Sie überlegt, die streng vorgeschriebene Einnahme der Schlaftabletten auszusetzen. Und das ist nur der Anfang einer Reihe von Ereignissen, die Schilos heile Welt ins Wanken bringen. Ist das System vielleicht doch nicht so perfekt, wie sie immer gedacht hat? Was würde eine Veränderung herbeiführen und was würde eine kleine Rebellion für Folgen haben?


Meinung:

Ist das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ein absoluter Wert, der über allem steht? Oder beschränken Grundrechte sich gegenseitig?

Mit „Cleanland“ widmet sich Martin Schäuble diesem in diesen Zeiten der Pandemie brandaktuellen Thema.

Ein Gemeinwesen muss, das hört man zur Zeit vielerorts, an der absolut geltenden Schutzpflicht für Menschen festhalten.

In dieser fiktiven Geschichte spinnt der Autor das Szenario weiter. Er stellt ein totalitäres System zur Schau. Die Bewohner tragen rund um die Uhr einen Schutzanzug - den Protector - und einen Controller, der nicht nur in der Lage ist, die tägliche Gesundheit und Fitness, sondern auch den Aufenthaltsort des Trägers zu bestimmen. Öffentliche Orte wie z.B. Parkbänke oder Toiletten sind mit einem Timer versehen. Der Nutzer wird informiert, wenn etwas frei ist und kann es dann für eine bestimmte Zeit für sich buchen. Ältere und besonders gefährdete Menschen werden isoliert. So verhält es sich auch bei Schilos Oma. Im familiären Haushalt gibt es einen gesonderten Raum. Eine Glasscheibe ermöglicht, dass Enkelin, Mutter und Großmutter sich dennoch täglich sehen können. Eine Tischplatte, die auf der einen Seite anfängt und auf der anderen endet, lässt sogar zu, dass man sich gemeinsam zum Frühstück trifft und bei einer Tasse Kaffee Erlebnisse austauscht.

Während Schilo und ihre Mutter jedoch das Haus jederzeit verlassen können, muss sich die Oma mit Spaziergängen durch eine virtuelle Welt begnügen oder das Treffen mit ihren Freundinnen in den „eigenen“ vier Wänden über eine Leinwand per Videoübertragung abhalten. Natürlich ist diese Maßnahme nur zum eigenen Schutz. Und dennoch ist die Glaswand verriegelt, so dass die Großmutter eigeninitiativ den Raum nicht verlassen kann. Die Menschen von Cleanland akzeptieren ihr Schicksal und sind sogar zum größten Teil dankbar für die Sicherheit, die das System ihnen bietet.

Und dennoch rebelliert die Oma ganz zaghaft, wenn sie z.B. in Gesprächen mit Schilo über die Vergangenheit spricht oder die ein oder andere Schlaftablette absetzt, um – verbotenerweise – ein nächtliches Gespräch mit dem Cleaner herbeizuführen.

Der Leser dieses Buchs fürchtet und ängstigt sich, weil er sich in die Figuren hineinversetzt und mit ihnen Dinge erlebt, die erschreckend aktuell erscheinen.

Natürlich müssen die verdrehten moralischen Regeln des Systems ins Wanken geraten.
Schilos Leben verändert sich peu a peu. So lernt sie z.B. unerwartet einen anderen Menschen kennen – was eigentlich verboten ist. Auch muss sie feststellen, was passiert, wenn man kleine Regeln bricht.

Martin Schäuble legt mit seiner Geschichte einen unglaublich fesselnden Start hin und treibt seine Geschichte rasant und gekonnt voran. Aber je näher wir zum Ende kommen, desto mehr Details werden vom Hauptstrang der Ereignisse zurückgelassen. Wenig wird auserzählt und die Kunst der Auslassung will dem Autor nicht immer gelingen.


Fazit:

In seinem neuen Roman "Cleanland" zeichnet Marin Schäuble ein Science-Fiction-Szenario eines körperdatenbezogenem Überwachungsstaates, ja einer Gesundheitsdiktatur. Er setzt sich mit den ethischen und anthropologischen Auswirkung auseinander, wenn Lebens- und Gesundheitsschutz als absoluter Wert über der Würde des Menschen steht.

Dies macht er so gut, dass man das Buch anfangs gar nicht mehr aus der Hand legen, sondern sofort auslesen möchte. Die zweite Hälfte hingegen reißt den Leser zum Ende hin nicht mehr so ins Geschehen hinein. Es wird zu schnell, oft gleichsam atemlos erzählt. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch gut getan.

Dennoch handelt es sich um ein aktuelles Thema, dem das Buch hoffentlich nicht voraus ist.
271 reviews3 followers
October 23, 2020
Wie man am Cover direkt sehen kann, ist das Thema dieses Buches aktuell. Es ist eine Dystopie, die in einer Zeit nach einer großen Pandemie spielt. Das fand ich sehr verlockend, weil ich dachte, daraus kann man wirklich etwas machen.

Aber leider wurde ich von diesem Buch sehr enttäuscht. Es wirkt, als habe der Autor es mal eben ganz schnell geschrieben, um auf den Corona-Zug aufzuspringen und damit wenigstens schnell ein bißchen Geld zu verdienen. Die ganze Geschichte bleibt extrem oberflächlich und unemotional.

Viele Ideen sind wirklich klasse, Cleanland ist tatsächlich gut durchdacht, aber viel zu viele Fragen bleiben offen.
Die Charaktere sind mir zu oberflächlich, die Story wirkt sehr gehetzt und dadurch kann ich mich als Leser schlecht hineinversetzen. Dazu kommt, dass es ein sehr kuezes Buch ist, das man schnell gelesen hat.

Es hat mich unbefriedigt zurück gelassen mit dem Gedanken, dass die Geschichte wirklich Potential hätte, das aber leider absolut nicht genutzt wurde.
23 reviews4 followers
November 2, 2021
Schlechtestes Buch das ich seit langem gelesen habe. Sprachlich auf dem Niveau eines zwölfjährigen. Gute Idee für eine Geschichte, die Umsetzung jedoch schrecklich. Wenn der Autor eine Dystopie schreiben gewollt hätte, hätte es mehr Details geben sollen.
Empfehle es ganz sicher nicht.
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
February 17, 2021
- Rundum gelungener Jugendroman (12+) am Puls der Zeit, nur das Ende wird zu schnell und oberflächlich abgehandelt! -

* Spoilerfreie Rezension! *

Inhalt

Die 15-jährige Schilo lebt in Cleanland, dem Land der Reinen. Nach einer tödlichen Pandemie steht der Schutz vor Krankheiten über allem. Die Gesundheit wird permanent überwacht, gefeiert und getanzt wird in Schutzanzügen und alte Leute leben zu ihrer eigenen Sicherheit hinter einer Glasscheibe hinter einem Raum, den sie nie verlassen dürfen. Das Leben in Cleanland ist nicht leicht, aber die Freiheit ist eben der Preis, der für die Gesundheit gezahlt werden muss – oder?

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: kurz bis mittel
Tiere im Buch: + Es werden keine Tiere verletzt, gequält oder getötet.
Triggerwarnung: Drogen (Schlaftabletten)

Warum dieses Buch?

Mich hat interessiert, wie der Autor das Thema „Gesundheitsdiktatur“ in diesem Jugendbuch verarbeitet hat und ob es Jugendlichen trotz der aktuellen Situation empfohlen werden kann.

Meine Meinung

Einstieg (4 Lilien)

„Die fünf Gesetze der absoluten Reinheit (GaR) […] 2. Berührung ist gefährlich. […] 4. Kontrolle dient der Gesundheit.“ E-Book, Position 87

Der Prolog war aufgrund der fehlenden Informationen noch rätselhaft, aber gleich danach habe ich ohne Probleme ins Buch gefunden. Nach und nach erfährt man immer mehr über die Welt, in der Schilo lebt.

Schreibstil (5 Lilien)

Martin Schäubles Schreibstil konnte mich auf ganzer Linie überzeugen, weil er für die Zielgruppe perfekt geeignet ist. Er ist humorvoll, leicht verständlich und flüssig lesbar, ohne dabei aber zu einfach oder oberflächlich zu sein.

Idee, Themen & Ausführung (4 Lilien)

„Hinter der Hygienescheibe ist jemand, der auf sie wartet, selbst wenn es so spät ist wie heute. Sie streichelt über das Glas, und auf der anderen Seite drückt eine kleine, faltige Hand mit schwarzen Flecken dagegen. […] Die Hygienescheibe trennt die Küche vom ‚Saferoom- dem Raum der Einsicht®‘. In diesem Raum hinter der Glaswand lebt meine Oma […] Schließlich gehört sie mit ihrem hohen Alter zur Risikogruppe.“ E-Book, Position 177

Über „Cleanland“ hatte ich im Vorfeld nicht viel gehört, deshalb hatte ich keine hohen Erwartungen. Vielleicht war ich vor der Lektüre sogar ein bisschen skeptisch, weil ich dachte: „Hier möchte jemand auf den „Corona-Zug“ aufspringen!“ Ich fragte mich, ob man Jugendlichen in Pandemiezeiten ein solches Jugendbuch überhaupt zumuten und empfehlen kann. Tatsächlich hat mich die Geschichte aber sehr positiv überrascht. Die erfundene Welt ist in sich logisch und es ist spannend, sie zu entdecken. „Cleanland“ ist eine Dystopie am Puls der Zeit. Aktuelle Entwicklungen werden hier auf die Spitze getrieben, das macht das Buch auch so erschreckend. Erst gestern habe ich meine Oma daran erinnert, zu ihrem eigenen Schutz keinen Besuch ins Haus zu lassen und Abstand zu anderen Menschen zu halten. In Schilos Welt leben alte Menschen bereits permanent hinter einer Glasscheibe in einem sterilen Raum, den sie nie verlassen dürfen. Obwohl wir von solch einer „Gesundheitsdiktatur“ zum Glück sehr weit entfernt sind, habe ich mich als Verfechterin der Corona-Schutzmaßnahmen an mancher Stelle schon ertappt gefühlt, was wiederum für das Buch spricht.

Der Autor ist für seine kritischen Jugendbücher bekannt, die oft auch als Schullektüre eingesetzt werden – jetzt weiß ich auch warum. „Cleanland“ behandelt aktuelle Themen (Krankheit, Schutz der Gesundheit, Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln, Überwachung) mit für ein Jugendbuch (!) angemessener Tiefe, regt zum Hinterfragen (Wie viel Freiheit sind wir bereit, für die Gesundheit zu opfern?) und kritischen Nachdenken an und unterhält dabei sehr gut. Dabei liest sich das Buch keineswegs (wie zu Beginn befürchtet) wie das Manifest eines Corona-Leugners, sondern eher wie ein Aufruf zum gesunden Misstrauen, damit wir niemals dort landen, wo Schilo und ihre Familie sind. Erkenntnisse werden nicht auf einem Silbertablett serviert, sondern Jugendliche werden ermuntert, sich eine eigene Meinung zu bilden. Auch Lesemuffel dürften mit dieser relativ kurzen Geschichte ihre Freude haben.

Meiner Meinung nach ist „Cleanland“ für Kinder / Jugendliche ab 12 Jahren geeignet – auch in diesen Zeiten. Jedoch sollte das Buch im Anschluss besprochen werden, wenn Bedarf besteht. Wer jedoch ohnehin schon sehr unter der aktuellen Pandemie-Situation leidet, wer Angst hat, sich große Sorgen macht und sich generell psychisch gerade nicht gut fühlt, sollte vielleicht lieber zu einer anderen Geschichte greifen – auch wenn „Cleanland“ eigentlich kein brutales oder traumatisierendes Buch ist. Als angehende Lehrerin kann ich mir auch sehr gut vorstellen, Bücher des Autors in meinem Unterricht einzusetzen – ich denke, hier könnten sich interessante Diskussionen entspinnen.

Lediglich einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich hier: Das Ende wurde viel (!) zu schnell abgehandelt, so als wären dem Autor entweder Zeit oder Platz ausgegangen oder er hätte plötzlich keine Lust mehr gehabt, das Buch zu vollenden. Hier hätte ich mir weniger Eile und mehr Tiefe gewünscht. Allen Erwachsenen sollte übrigens bewusst sein, dass sich „Cleanland“ an Kinder ab 12 Jahren richtet; dieselbe Tiefe / Vielschichtigkeit wie in einem Roman für Erwachsene, kann hier natürlich nicht erwartet werden.

Wer „Cleanland“ mochte, dem kann ich übrigens auch die ebenfalls gelungene Dystopie „New Earth Project“ von David Moitet wärmstens ans Herz legen (das Buch ist auch ab 12 Jahren).

„Keiner verlässt das Land freiwillig, um in den Sicklands zu leben. In der Schulbasis haben wir drei Wörter gelernt, die das Leben dort zusammenfassen: ‚Sicklands – verseucht, verloren, verdammt‘.“ E-Book, Position 233

Protagonistin & Figuren (5 Lilien & 5 Lilien ♥)

Auch die Figuren sind sehr gut gelungen. Schilo ist eine starke, intelligente Protagonistin, die eine glaubhafte Entwicklung durchmacht. Die meisten Nebenfiguren sind ebenfalls interessant, liebevoll ausgearbeitet und sympathisch; man fühlt und fiebert mit ihnen mit. Mein absolutes Highlight war übrigens die Oma, die es faustdick hinter den Ohren hat! Besonders positiv überrascht hat mich hier, wie viele starke, erfolgreiche, mutige Frauen der männliche Autor Martin Schäuble ins Buch geschrieben hat und wie gut es ihm gelingt, sich in sie einzufühlen – denn das ist im Jugendbuchgenre leider (!) immer noch keine Selbstverständlichkeit! Dafür gibt es von mir ein großes Lob!

„Und Menschen außer Samira darf ich sowieso nur treffen, wenn ich sie registrieren will bei ‚Social Health – zu viel macht krank®‘. Nach den Probestunden müsste ich mich entscheiden: Samira oder der neue Kontakt.“ E-Book, Position 632

Spannung (4 Lilie) & Atmosphäre (5 Lilien ♥)

Auch der Spannungsbogen stimmt bei diesem Buch. Zuerst wird man in eine fremde Welt eingeführt, die einen zum Staunen bringt, später wird die Spannung dann so angezogen, dass man diesen Jugendroman kaum noch aus der Hand legen kann.

„Cleanland“ ist zudem geprägt durch eine dichte Atmosphäre: Viele kleine Details sorgen dafür, dass man beim Lesen niemals vergisst, wo man sich befindet und wie wichtig Hygiene ist!

Feministischer Blickwinkel (5 Lilien ♥)

Bechdel-Test (zwei Frauen mit Namen sprechen miteinander über etwas anderes als einen Mann): bestanden!
Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: ---

Eine feministische Analyse dieses Jugendbuches lässt mich rundum zufrieden zurück. Die Geschichte glänzt mit vielen starken weiblichen Figuren, besteht den Bechdel-Test und ist fast gänzlich frei von Geschlechterstereotypen. Es gibt eine Oma, die es faustdick hinter den Ohren hat, eine rebellische Freundin, eine erfolgreiche Mutter und einen sensiblen jungen Mann, der als Reinigungskraft seinen Unterhalt verdient. Hier gibt es wirklich nichts auszusetzen, sondern nur ein großes Lob auszusprechen!

Mein Fazit

„Cleanland“ hat mich positiv überrascht. Es ist eine Dystopie am Puls der Zeit, die mit ihrem flüssigen Schreibstil, ihren gelungenen Figuren, ihrer starken Protagonistin und ihrer spannenden Geschichte auch Lesemuffel begeistern wird. Begeistert hat mich auch, wie viele starke Frauen der (männliche) Autor ins Buch geschrieben hat – denn das ist im Jugendbuchgenre leider (!) immer noch keine Selbstverständlichkeit! Dafür gibt es von mir ein großes Lob! Aktuelle Entwicklungen werden hier auf erschreckende Weise auf die Spitze getrieben. „Cleanland“ behandelt aktuelle Themen mit für ein Jugendbuch angemessener Tiefe, regt zum kritischen Hinterfragen und Nachdenken an und unterhält dabei sehr gut. Dieser Jugendroman ist deshalb meiner Meinung trotz der aktuellen Pandemie sowohl für die Zielgruppe als auch als Schullektüre geeignet. Lediglich das Ende wurde mir viel zu schnell abgehandelt; hier hätte ich mir weniger Eile und mehr Tiefe gewünscht.

Bewertung

Idee: 5 Lilien ♥
Inhalt, Themen, Botschaft: 5 Lilien
Umsetzung: 4 Lilien
Worldbuilding: 5 Lilien ♥
Einstieg: 4 Lilien
Ende / Auflösung: 3 Lilien
Schreibstil: 5 Lilien ♥
Protagonistin: 5 Lilien
Figuren: 5 Lilien ♥
Liebesgeschichte: 3,5 Lilien
Spannung: 4 Lilien
Atmosphäre: 5 Lilien ♥
Emotionale Involviertheit: 4 Lilien
Feministischer Blickwinkel: 5 Lilien ♥
Einzigartigkeit / Chance, dass ich das Buch nie vergessen werde: mittel

Insgesamt:

❀❀❀❀ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir vier Lilien!
Profile Image for Marleen.
8 reviews
January 30, 2021
Als ich das Buch beendete musste ich erst einmal nachdenken. Was halte ich nun von diesem Buch? 
Mag ich die überspitzte dystopische Welt nach der "großen Pandemie"? Ja. Absolut blöde in meiner Sicht aber ja.
Hab ich das Buch auf einen Schlag gelesen? Ja.
Hat mir die Geschichte gefallen? Ich weiß es nicht. 

Laut Klappentext verändert sich Schilos (mein Gott ist Schilo ein beschissener Name!) Leben als sie sich verliebt. Diesen Jungen hätte es für mich nicht gebraucht.
Das Ende ist offen und lässt irgendwie Fragen zurück bei den ich irgendwie mehr zu wissen wünsche und gleichzeitig ist es mir auch egal...
Naja es war ganz nett, wenn man "mal eben" ein Buch lesen möchte geht das total klar.
Profile Image for Tanja Kösters.
20 reviews
December 19, 2020
Gute Idee, jedoch endet das Buch sehr abrupt... Man hat das Gefühl noch mitten in der Geschichte zu stecken... Und dann ist einfach Schluss.
Profile Image for Nina.
327 reviews
October 23, 2022
Schlurig runtergeschrieben. Interessante Punkte werden nur kurz angerissen. Schilos Sinneswandel kommt zu abrupt. Alles in allem oberflächlich und zu kurz.
Profile Image for Ina Vainohullu .
887 reviews18 followers
October 19, 2020
CLEANLAND ist mir ganz unerwartet und spontan ins Auge gefallen und genau so habe ich auch danach gegriffen und mich vom Autor in eine Welt ziehen lassen, die erschreckend reale Züge hat.

Denn in CLEANLAND geht es um die Welt nach der "großen Pandemie". Die 15-jährige Schilo wächst damit auf, dass ein Controller ihr alltäglicher Begleiter ist. Das kleine Gerät speichert all ihre Daten, gesundheitlichen Werte, ihre Aufenthaltsorte, einfach ALLES, auf. Sie muss permanent einen Schutzanzug tragen, sobald sie das Haus verlässt, der Protector genannt wird. Nachts kommen die Cleaner, die jede Wohnung von oben bis unten desinfizieren und überhaupt steht Gesundheit an allererster Stelle, bei ALLEM. Cleanland ist so steril, wie ein Land nur sein kann. Risiko"patienten", wie etwa ihre Oma werden in den Wohnungen isoliert, leben in sogenannten "Räumen der Einsicht", die mehr oder weniger versiegelt sind.

Schilo kennt es nicht anders und fügt sich somit dem System, doch als sie eines nachts aus einem Traum aufschreckt und ihren neuen Cleaner Toko, nicht viel älter als sie selbst, kennen lernt, kommt ihre Welt ins Wanken. Denn in CLEANLAND könnten sie sich niemals wirklich kennenlernen, verlieben, nicht einmal treffen. Und das bringt Schilo ins Grübeln.

Dieser Jugendroman, der nicht nur junge Leser*innen ansprechen dürfte, ist so brandaktuell, dass es fast ein bisschen gruselig ist. Denn wenn wir die aktuelle Situation mal viel weiter in die Zukunft denken, dann könnten zumindest manche Ideen, die der Autor hier aufs Tableau bringt, durchaus wahr werden.

Und das wäre in meinen Augen bedenklich, denn natürlich hat jedes noch so gut gemeinte System auch immer Schattenseiten und die werden Schilo im Verlauf der Geschichte immer deutlicher bewusst. Spätestens dann, als ihre beste Freundin plötzlich verschwindet.

Ich mochte den klaren Schreibstil des Autors, die Spannung die im letzten Drittel des Buches aufwallt, ebenso wie die ganz zarte Liebesgeschichte, die sich da zwischen Toko und Schilo anbahnt. Martin Schäuble weiß aber vor allem mit seinem Szenario zu fesseln und so bin ich förmlich durch die 208 Seiten gerauscht.

Ein bisschen unglücklich bin ich mit dem Ende der Geschichte. Der Autor lässt hier sehr viel Raum für eigene Interpretationen in Bezug auf die Zukunft der Charaktere und auch auf Cleanland. Einerseits finde ich das gut, denn es bietet reichlich Diskussionsstoff, wenn man sich mit anderen Lesern austauscht oder vielleicht sogar mit Schulklassen liest, was ich tatsächlich empfehlen würde. Andererseits macht mich so ein Ende aber auch immer ein bisschen ratlos und stellt mich nicht hundertprozentig zufrieden.

Deshalb ziehe ich auch einen Cupcake ab. Ansonsten: absolut top, spannend und zeitgemäß !
Profile Image for Paula Heider.
2 reviews1 follower
March 6, 2025
Alsooo, naja wir haben das Buch als Klassenlektüre bekommen und am Anfang fand ich die Idee echt gut. Aber dann ging es mir alles viel zu schnell und irgendwann hab ich’s absolut nicht mehr kapiert, was alles passiert und wieso.. kurzum der Schreibstil war für mich einfach nichts. Diese Menge an Informationen in nicht mal 200 Seiten niederzuschreiben, geht einfach nicht (gut zumindest)meiner Meinung nach. Vor allem am Ende kam es mir so vor, als ob der Autor das Buch einfach nur beenden musste. Schade eigentlich, denn wie gesagt die Grundlage fand ich gut..
Profile Image for Luisa.
9 reviews
February 10, 2023
Leichte Lektüre, kann man so durchlesen. Spannende Thematik, das Ende passiert aber zu schnell und ist teilweise unlogisch.
Profile Image for Nicki || lostbutcute.
408 reviews24 followers
October 6, 2022
3,5-4 Sterne ⭐️ || Dieses Buch hatte definitiv Highlight-Potential, welches leider nicht genug genutzt wurde.

Ich hätte mir viel mehr Hintergrundwissen zur Gesellschaft gewünscht, es sind generell zu viele Fragen offen geblieben.

Die Love Story hat sich erst viel zu schnell entwickelt und ist am Ende in eine Richtung gegangen die ich persönlich auch zu oberflächlich abgehandelt empfunden habe.

Nichtsdestotrotz eine gute Dystopie, sehr aktuell und an einigen Stellen gar nicht mal so unrealistisch, wie man im ersten Moment vielleicht denkt.

Die kurzen Kapitel haben wir einen schnellen Lesefluss gesorgt!

Hach, ich hätte mir wirklich gewünscht, das Buch wäre 100-200 Seiten länger gewesen und somit mehr in die Tiefe gegangen, ich glaube, das hätte etwas richtig richtig gutes werden können.
Profile Image for Manu.
44 reviews1 follower
July 4, 2021
Teenage girl Schilo lives in a place that grew after a great pandemic. Everyone in there is supposed to wear full-body protection clothing, a faceshield and a wristband controlling your vital signs and allowing commmunication. A person may only have one other registered contact person with whom they are allowed to have minimal body contact when both wear protection. Elderly people are secured in isolated rooms with extra cleaned water and food and no option to go outside. And every evening it rains disinfectants on the streets.

Not very surprising that the happenings of 2020 made the author write such a book. And I keep on wondering if it's still unrealistic enough for me to consider it a dystopy or could I call it contemporary literature.
The parallels really stuck and here are just some questions ist raised for me:

- The wristband controllers are basically what we know today as Smartwatches (or if it's just a German Anglicism I'm relying on: those kind of watches that can connect to your mobile phone and measure your vital signs). Can we fully rely on thoseto see if we're okay? Are our vital signs the only indicator for us to know if we feel good?

- Is it healthy to live in isolated areas free of germs?

- If we lived in a world made as free of germs as possible, why are other protection measurements necessary? Why would somebody and everyone who happened to be in their sorroundings be sent into quarantine because their protection suit tore for not even half an inch? Wouldn't that mean people can't even be save in spite of their protection?

- Why are people potentially considered sick and contagious although they basically never get in contact with germs? Or that they could immediately get sick just because their protection gets faulty (I repeat, in an area where germs are basically non-existent)?

So, I really liked the book's and the author's view on thinking current developments further on into a future society. Though it also appears frighteningly close future to me.
That said, pro points for me on the book is the well worked-out society that is very, very plausible. (Okay, nobody said what that "great pandemic" consisted of ... maybe ist was something non-fatal ... who knows ... they don't say and probably nobody living there knows either - they just know that sickness is bad).
I give a point less for a rather weak protagonist. Not that she's unrealistic, but the progress of her changing her mind on the society she lives in doesn't really get through to me. It happens really fast and doesn't seem that authentic: Like, she seemingly falls in love at first sight but at no point in the book it feels like she actually IS in love and changes her minds and acts accordingly due to that weakness. And since that makes up the plot through a majority of the book, that's rather annoying. Most of the plot doesn't have a valid fundament for me. If one ignores that and focuses more on the little details the author put into worldbuilding, it's still a great YA book.

I recommend, also as literature to read in class, since it offers short chapters and many hooks to start discussions on.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Brina.
2,049 reviews122 followers
November 20, 2020
In der heutigen Zeit, wo Hygienevorschriften und Maskenpflicht zum Großteil unser Leben beherrschen, war ich schon sehr gespannt auf „Cleanland“ von Martin Schäuble. Da es derzeit kaum ein aktuelleres Thema geben kann, habe ich mir hier eine interessante und spannende Geschichte gewünscht und diese auch zum Glück erhalten, denn „Cleanland“ beschreibt viel über die Zeit und die Folgen nach einer Pandemie, was erschreckend realistisch ist.

Die Geschichte liest sich spannend und flüssig, bietet einen interessanten und teilweise auch erschreckenden Einblick in das Leben nach einer Pandemie und kann mit sympathischen und gut ausgearbeiteten Figuren überzeugen. Dabei hat Martin Schäuble auch eine Welt geschaffen, die nicht nur sehr authentisch wirkt, sondern auch nachdenklich stimmt und viele Fragen aufwirft, die im Laufe der Geschichte auch zum Großteil beantwortet werden.

Erzählt wird dabei die Geschichte der 15-jährigen Schilo, die gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter zusammen lebt. Dabei steht die Gesundheit stets im Vordergrund, denn sie müssen nicht nur ständig Schutzanzüge tragen, sondern werden auch von der Regierung bewacht, denn sie müssen alle Armbänder tragen, bei dem ständig sämtliche Werte gemessen werden. Gleichzeitig darf jeder Mensch in Cleanland nur eine einzige eingetragene Kontaktperson haben, was in ihrem Fall ihre beste Freundin ist.

Für Schilo ist dies Normalität, mit der sie sich abgefunden hat. Dies ändert sich jedoch, als sie auf Toko trifft. Toko arbeitet als Cleaner, der nachts in den Wohnungen der Menschen arbeitet, um deren Räumlichkeiten zu desinfizieren. Normalerweise dürfen die beiden keinerlei Kontakt zueinander haben, was Schilo jedoch nicht davon abhält, in seine Welt einzutauchen. Dabei lernt sie stellenweise das Leben vor der großen Pandemie kennen, was bei ihr für ein Umdenken sorgt. Gleichzeitig muss auch ihre beste Freundin und deren Familie sich mit der Regierung auseinandersetzen, nachdem diese mehrfach gegen die Hygienevorschriften verstoßen haben.

„Cleanland“ überzeugt hierbei nicht nur mit einer gut ausgearbeiteten Welt, sondern vor allem auch mit seinen Figuren. Besonders Schilo ist dabei sehr gut gelungen. Man kann ihre Gedanken, Ängste und Zweifel gut nachvollziehen und auch ihr Zwiespalt, ob Freiheit oder Gesundheit letztendlich wichtiger ist, werden dabei gut erzählt.

Das Ende selbst kam mir dagegen zu schnell, weil dies meiner Meinung nach zu zügig abgearbeitet wurde und somit nicht alle Fragen gänzlich beantwortet werden. Hier hätte ich mir mehr Informationen über die große Pandemie gewünscht und wie das Leben außerhalb von Cleanland aussieht.

Kurz gesagt: „Cleanland“ ist eine interessante, nachdenklich stimmende und erschreckende Geschichte, die aktueller nicht sein könnte und mit interessanten Figuren und einem tollen Plot überzeugen kann. Ich kann die Geschichte rund um das Thema Gesundheit, Hygiene und Pandemie somit nur empfehlen.
15 reviews
January 25, 2022
Die Geschichte an sich und die Idee dahinter fand ich gut, doch es hat lange gedauert, bis etwas Bewegung in die Geschichte kam. Als es dann etwas spektakulärer wurde, war das Buch auch schon zu Ende. Ich denke, da hätte viel mehr herausgenommen werden können.
96 reviews4 followers
October 8, 2020
Ist etwas zu Kurz. Aber die Grundidee und den Schreibst gefiel mir sehr gut.
23 reviews1 follower
September 18, 2020
Worum geht es?

Eine unbestimmte Zeit nach einer tödlichen Pandemie ist die Welt in zwei Bereiche aufgeteilt: Während im Cleanland Gesundheit schwerer gewertet wird, als persönliche Freiheit und strenge Sicherheitsvorschriften gelten, hat sich das Leben in den Sicklands nicht großartig geändert. Die 15-jährige Schilo ist mit den Einschränkungen im Cleanland aufgewachsen und akzeptiert sie so, wie sie sind. So lebt ihre Großmutter als Teil der „Risikogruppe“ in einem speziellen Bereich ihres Hauses – hinter einer Glasscheibe eingesperrt und Schilo darf nur eine einzige Freundin – ihre registrierte Kontaktperson Samira haben. Ihre Mutter arbeitet für das Ministerium für Reinheit und ist praktisch immer Abwesend. Nur nachts kommen die Cleaner in ihre Wohnung und desinfizieren sie. Doch als sie sich in den jungen Cleaner Toko verliebt und dann Samiras Familie in Schwierigkeiten mit dem Gesetz gerät, beginnt Schilo zu zweifeln – ist Sicherheit wirklich ihre Freiheit wert?

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext dieser Geschichte las, hatte ich sie schon inhaltlich als „Jugendbuch mit etwas Gesellschaftskritik, in dem der Protagonist das autoritäre Regime stürzt“ eingeordnet. Dementsprechend waren meine Erwartungen an das Buch eher durchschnittlich. Doch die Geschichte rund um Schilo, Samira und Toko hat mich doch ziemlich schnell positiv überraschen und in ihren Bann schlagen können.

Besonders die Cleanlands haben es geschafft, mich in den ersten 50 Seiten zu packen. Viele Maßnahmen sind wie erwartet aktuell: Bodenmarkierungen in Warteschlangen, ständiges Desinfizieren der Hände, Abstandsregelungen. Doch darüber hinaus gibt es noch viel mehr – vor allem der „Raum der Einsicht“, ein abgesicherter Teil in Schilos Wohnung, in dem ihre Großmutter zum Schutz ihrer Gesundheit eingesperrt ist, hat mich geschockt. Allerdings muss ich auch sagen, dass solche Lebensumstände die Cleanlands für mich doch eher ein großes Stück ins Fantastische gerückt haben.

Was die Figuren angeht, so finde ich, dass Schilo passend getroffen ist. Sie wurde von klein auf indoktriniert, denkt aber im Laufe der Geschichte immer reflektierter und klarer, dennoch trifft sie einige naive Entscheidungen, übersieht viele Anzeichen und stellt sich manchmal eher kindisch gegen ihre Mutter - ein genaues Abbild eines heranwachsenden Teenagers, der sich in der Welt noch zurechtfinden muss.
Alle anderen Figuren sind – einem Jugend-/ Kinderbuch entsprechend - eher einfach gezeichnet. Samira als Rebellin, Schilos Mutter als Verkörperung des Ministeriums. Besonders der Gegensatz zwischen Samiras Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern und Schilos Mutter, die sich nur für das Einhalten der Regeln interessiert sticht hervor. Auch Schilos Oma, die noch eine Zeit vor der Pandemie erlebt hat, ist ein schöner Zusatz.
Alle Figuren harmonieren miteinander und bilden einen nicht zu überfüllten, aber abwechslungsreichen Personenkreis.

Was mir an Cleanland allerdings nicht so gefallen hat, war die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Toko und Schilo. Der Fokus des Buches liegt nicht darauf – eher auf der Tatsache, dass sie eben nicht zusammen sein können, was sehr erfrischend ist. Dennoch verlief sie viel zu schnell, Schilo verliebt sich nach ein paar Minuten in Toko und lässt sich bereitwillig darauf ein, ihn außerhalb des Systems zu treffen. So wirken Schilos Reaktionen z.T. etwas extrem – im einen Moment hat sie kein Problem mit nichts, im nächsten fällt sie in Ohnmacht.

Auch der Bruch mit vielen Klischees (mehr verrate ich nicht) hat mich positiv überrascht. Einige Dinge passieren nicht so, wie man es in zahlreichen anderen Büchern gelesen hat. Auch der Aktualitätsbezug hat mich überzeugt: Nicht nur die Pandemie wird angesprochen (wenn auch eher überzogen), auch die Themen der totalen Überwachung, Propaganda durchs Fernsehen, Umerziehungslager und Kommerzialisierung kommen zu tragen. Und das alles oft nebenbei, da Schilo das meiste im Gegensatz zum Leser nicht bemerkt.

Sprache und Schreibstil sind aufgrund des Genres einfach und leicht verständlich gehalten.

Fazit:

Alles in Allem empfehle ich Cleanland jedem, der gerne Geschichten mit zwei Ebenen liest - die eigentliche Geschichte dient zur kurzweiligen Unterhaltung, manch angesprochene Themen jedoch regen auch über das Buch hinaus zum Nachdenken an.
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395 reviews
October 24, 2020
In „Cleanland“ befasst sich Martin Schäuble mit einem hochaktuellen Thema. Es geht um Schilo, die in einer Gesundheitsdiktatur aufgewachsen ist und anfängt das System zu hinterfragen. Erschienen ist der Roman am 7. Oktober bei Fischer KJB.

Schilo ist in Cleanland aufgewachsen, einem Land, in dem die Gesetze der absoluten Reinheit gelten. Sie fühlt sich sicher, denn sie wird jederzeit vor Krankheiten geschützt. Als Kontaktperson ist nur eine einzige Person zugelassen und das ist ihre beste Freundin Samira. In der Nacht kommt ein Cleaner ins Haus, der alles reinigt und desinfiziert. Normalerweise schläft sie zu der Zeit, doch als sie eines Nachts aus einem schlechten Traum hochschreckt, lernt sie Toko, den Cleaner ihrer Wohnung kennen und beginnt sich für seine Realität zu interessieren. Als die Familie ihrer besten Freundin ins Visier der Regierung gerät, fängt sie erstmals an, die Dinge zu hinterfragen und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob es der richtige Weg ist, für die Gesundheit auf alle Freiheiten zu verzichten.

Als ich dieses Buch bei netgalley gesehen habe, war ich schnell neugierig auf den Inhalt. Wir befinden uns in einer Pandemie und man macht sich da natürlich schon den ein oder anderen Gedanken dazu, wie es weitergehen soll. Kehren wir irgendwann einfach zu dem davor zurück oder behalten wir gewisse Regeln bei? In diesem Roman wird das Ganze auf die Spitze getrieben und die Regeln sind noch viel strenger als sie bei uns jemals während der Corona-Pandemie waren.
Man wird direkt in die Geschichte reingeworfen und lernt nach und nach die Regeln dieser Welt kennen. Der Roman ist aus Schilos Sicht geschrieben, die damit aufgewachsen ist und es dementsprechend gar nicht anders kennt. Ihre Oma zum Beispiel kann sie nur durch eine Scheibe sehen. Ältere Menschen, die zur Risikogruppe gehören, dürfen gar nicht mehr nach draußen und leben in einem speziell gesicherten Raum mit nochmals höheren Sicherheitsbedingungen.
In der Welt von Cleanland ist wirklich alles im Sinne der Reinheit und Gesundheit geregelt und das bis ins kleinste Detail. Ungesundes Essen und zu wenig Bewegung gibt es nicht mehr. Abstand zu halten ist oberstes Gebot und wird auch bei der Arbeit und in öffentlichen Verkehrsmitteln jederzeit eingehalten. Was mich lediglich etwas gewundert hat, ist die vollkommene Abstinenz von Social Media. Anscheinend sind die so unbedeutend geworden, weil Kontakt zu vielen Menschen bei nur einer zugelassenen Kontaktperson eh schwierig ist. Das war alles schon heftig zu lesen, aber so ganz kam das Szenario nicht bei mir an, weil ich es für vollkommen unrealistisch halte. Es gibt zwar gewisse Tendenzen, die in diese Richtung gehen, aber ich glaube, das sind einfach zu wenige. Darüber hinaus ging mir dann vieles im Buch einfach zu schnell, was bei lediglich 208 Seiten wiederum nicht so verwunderlich ist. Ich glaube der Geschichte hätte mehr Tiefe und mehr Zeit für manche Entwicklungen gut getan.
Die Personen im Buch konnten mich nicht vollkommen für sich einnehmen. Am ehesten war das noch der kleine Oscar, der sich, obwohl er es nicht anders kennt, dennoch nicht mit den Gesetzen der absoluten Reinheit anfreunden kann und sich nach Kontakt und Berührungen sehnt. Schilo, die Hauptperson, war für mich nicht immer nachvollziehbar. Gerade hier gingen mir einige Entwicklungen zu schnell und ihre beste Freundin Samira blieb mir etwas zu farblos und wirkte auf mich eher wie ein Mittel zum Zweck.
Der Spannungsbogen des Buches ist ganz gut aufgebaut und steigert sich im Verlaufe des Romanes kontinuierlich, um dann irgendwie doch abrupt zu Ende zu sein. Ich hätte gerne noch zu einigen anderen Dingen im Buch was erfahren, aber für ein Jugendbuch ist es vielleicht gerade die richtige Dichte. So ein Nachwort hätte ich auch toll gefunden, aber ich glaube das ist in diesem Bereich auch nicht so üblich.

Fazit: Ein Jugendbuch, mit einem spannenden und äußerst aktuellen Thema, dass mich in seiner Umsetzung nur bedingt zufrieden zurücklässt. Mir hat die Tiefe gefehlt und zu einigen Themen hätte ich gerne noch mehr erfahren. Meine Empfehlung würde ich an Personen aussprechen, die eher kurze Bücher bevorzugen und die der Klappentext entsprechend angesprochen hat.
Profile Image for pfaffingers_bibliophilie.
156 reviews20 followers
October 27, 2020
Worum geht´s?
Schilo lebt in Cleanland - dem Land der Reinen. Modernste Technik und strenge Gesetze schützen die Bewohner vor ansteckenden Krankheiten. Doch dieses Leben hat seinen Preis. Soziale Distanzierung und ein Leben in Schutzanzügen. Schilo und ihre Freundin Samira sind so aufgewachsen und leben gern in Cleanland, bis die Fassade plötzlich zu bröckeln anfängt…

Meine Meinung:
Martin Schäuble schrieb dieses Jugendbuch in Zeiten des Corona-Lockdowns und das merkt man. Dystopisch und erschreckend zeichnet er eine Welt, in der die Angst vor ansteckenden Krankheiten zu einer Lebenseinstellung geworden ist. Ohne große Umschweife bekommen wir einen Einblick in ein Leben “nach der großen Pandemie”. Für Schilo ist Homeschooling das normalste der Welt, nur zur Prüfung geht es in die Schulbasis, natürlich mit Abstand und in einem keim resistenten Schutzanzug. An jeder Straßenecke gibt es Antisept-Boxen, U-Bahn fahren ist nur in einem eigenen Abteil möglich. Der kleine Computer am Handgelenk bestimmt über die Gesundheitswerte und das Verlassen des Hauses.
Doch nicht alles, was diese heile Welt zu bieten hat, ist toll. Schilo´s Oma wohnt im Raum der Einsicht. Eingesperrt hinter Glasscheiben darf sie diesen unter keinen Umständen verlassen. Körperkontakt ist verboten und als sich Samiras Bruder gegen das System auflehnt, spürt Samira die Folgen des gnadenlosen Regimes.
Sprachlich für Jugendliche ansprechend lässt sich dieses Buch in wenigen Stunden lesen. Schäuble zeigt eine Welt, die man sich kaum vorstellen kann. Ich bin begeistert von Idee und Umsetzung und auch das Ende des Buches konnte mich mehr als überzeugen, weil es eben nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern jeder Aspekt überlegt werden muss.
Einmal mehr schafft Martin Schäuble hier ein Buch für junge Menschen, damit sich diese mit einem Thema unserer Zeit beschäftigen und selbst darüber nachdenken.

Fazit: Erschreckend, Dystopisch und zum Nachdenken! Unbedingte Leseempfehlung, nicht nur für Jugendliche. Ich empfehle ein Lesen für Kinder, wenn sie reif genug sind, sich mit Problemen der modernen Gesellschaft auseinandersetzen zu können.
36 reviews
October 1, 2023
Ich habe das Buch als erwachsene Person gelesen, jedoch mit dem Kontext, dass es sich dabei um ein Jugendbuch handelt. Das Buch ist einfach geschrieben und damit sehr zugänglich für ungeübte Leserinnen.

Die Szenerie für die Geschichte, eine Welt die stark von autoritären Infektionsschutzmaßnahmen geprägt ist, ist im Hinblick auf die politische Polarisation im Zusammenhang mit den Covid-Schutzmaßnahmen sehr "schlecht gealtert". Eine Freundin von mir hat sich aus diesem Grund gegen den Einsatz dieses Buchs im Schulkontext entschieden.

Insgesamt ist die Geschichte natürlich etwas plakativ. Jedoch finde ich die Elemente, die der Autor wohl am wenigsten bedacht und zur Diskussion vorgesehen hat, am spannendsten. Dazu gehören vor allem die Gedanken der jungen Protaginistin an ihre berufliche Zukunft, sowie die Beziehung zu ihrer Mutter. Diese sind definitiv eine Diskussion wert. Es sind diese mutmaßlich unterbewusst eingeflossenen Stereotypen des Autor die dafür sorgen, dass das Buch zum Nachdenken anregt.
Profile Image for emily star ✨.
220 reviews
September 16, 2020
"Cleanland" ist ein sehr gut geschriebenes und empfehlenswertes Jugendbuch zu einem wichtigen Thema. Wie könnte die Welt aussehen, wenn Desinfektion, Checken der Gesundheitswerte und andere Grundregeln zum Erhalt der Gesundheit das Leben komplett bestimmen?

Die Charaktere in "Cleanland" sind liebevoll gezeichnet, der Schreibstil sehr angenehm zu lesen - fast fühlt es sich an, als hätte man einen Film gesehen. Trotz der Kürze des Buches wird nachhaltig Spannung aufgebaut. Überraschende Wendungen und ein emotionales Ende reißen den Leser mit. Die versteckten Hinweise auf "Into the Wild" runden die Geschichte ab.

Ein wirklich lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite den Atem anhalten lässt. 5 Sterne.
Profile Image for Annalina.
48 reviews
May 12, 2021
Martin Schäuble schafft mit Cleanland einen Roman, welcher Elemente aus renommierten dystopischen Geschichten wie Divergent mit Inventionen verbindet, welche an Marc-Uwe Klings Qualityland erinnern.

Durch diese Taktik trifft der Autor den Puls der Zeit und schafft nicht bloß einen Roman, in welchem "die Folgen einer Pandemie konsequent weitergedacht" werden, sondern zudem in Zeiten einer Pandemie eine Möglichkeit zur Reflektion. Dies gelingt durch das Zusammentreffen von Charakteren mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen und Wertvorstellungen, deren Handlungen nicht bloß ihr eigenes Leben prägen sondern zudem Spuren im Leben der weiteren Protagonisten hinterlassen. Neben der Vorstellung neuer Technologien und diverser Charaktere nutzt Schäuble zudem drei Generationen von Protagonisten, durch welche die kulturelle Sozialisierung sowie das kulturelle Gedächtnis und dessen Prägung durch einschneidende Ereignisse dargestellt wird.
Profile Image for Claudia Harauer.
1,606 reviews12 followers
February 23, 2022
Geniales Buch über eine "saubere Welt"!

Es erinnert irgendwie ein bisschen an die Zeit vor und nach Corona und ob wir alle nur Mitläufer sind, oder auch mal was in Frage stellen.
Eine Geschichte, die sehr viel Paranoia vor Krankheiten verbreitet.

Big Brother is watching you! IMMER!

Der Schreibstil hat mich mitgerissen und auch wenn ich nicht mehr die Zielgruppe bin hat es mich sehr angesprochen.
Es ist eine kure Geschichte, mit rasendem Tempo.

Viel Spaß beim Selberlesen!
Profile Image for Tina.
89 reviews28 followers
May 11, 2025
In Cleanland lebt man nach den Gesetzen der absoluten Reinheit - das Leben ist geprägt von Abstand, Schutzanzügen, Isolation und Desinfektion in allen Lebensbereichen. Erinnert an Corona? Ja, aber das Buch ist aus 2010, was es umso faszinierend und beklemmender macht. Zeitlos und hochaktuell. Ein (leider teilweise fast schon zu kitschiger) Jugendroman mit einem tollen Ende, der zum Denken anreget
Profile Image for Louisa.
6 reviews
April 4, 2021
Sehr interessantes Buch!! Kann ich jedem empfehlen!!
Profile Image for Lena (Euly).
167 reviews5 followers
February 26, 2022
Wow. Ich habe gestern Abend 30 Seiten gelesen. Und war schon begeistert. Den Rest heute. Ich glaube für ein Jahreshighlight hat es nicht ganz gereicht. Aber wow.
Profile Image for Schnudl.
658 reviews2 followers
March 7, 2022
Gerade jetzt in der Pandemie ein sehr erschreckendes aber tolles Buch. Es hätte aber mehr Seiten vertragen können.
2 reviews1 follower
May 7, 2022

Ich war von Anfang an gefesselt von diesem Buch.
Das Ende war allerdings überraschend und sehr enttäuschend. Außerdem war das Ende sehr kurz und es wären noch mehr Seiten schön gewesen.
Displaying 1 - 30 of 34 reviews

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