„Kein Mensch kann den anderen von seinem Leid befreien; aber er kann ihm Mut machen, das Leid zu tragen.“ Selma Lagerlöf Genau das tut die Kinderbuchillustratorin Melanie Garanin mit diesem Buch. Nach dem tragischen Tod ihres jüngsten Sohnes reagierte sie auf ihre eigene Art: Sie zeichnete. Entstanden ist eine Graphic Novel in der ihre Verzweifelung und Wut ebenso Platz haben wie die schönen Erinnerungen und der Humor, ein Buch, das nichts beschönigt und doch Mut macht – uns allen.
Okay krass. Meine erste Graphic Novel und gleich echt harte Kost. Ich war zu Beginn sehr verwundert über die Wut und Ablehnung, die mitschwang. Aber ab einem Gewissen Punkt konnte ich es verstehen (immerhin deutet der Titel darauf hin...).
Dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen. Es ist beeindruckend, wie die Autorin mit wenigen Strichen und noch weniger Worte so viele Emotionen vermitteln kann. Die Trauer, die Verzweiflung, die Wut aber vor allem die Liebe zu dem kleinen Nils und innerhalb der Familie sind in jeder Zeichnung spürbar. Die Emotionen sind subtil, aber eindringlich dargestellt; wie der kurze Moment, bevor die Autorin die Diagnose ihres Sohnes erhält und auf dem Krankenbett sitzt, ihr Kind im Arm hält und sich am Kissen festkrallt - die Sorge und Angst aller Eltern sind in dieser Zeichnung. Es gibt viele solcher intensiven Momente, die mich zu Tränen gerührt haben, bis zum letzten, in dem sie ihren Sohn wie Nils Holgersson mit den Wildgänsen ziehen lässt. Ein wunderschönes, herzzerreißendes Buch, das mich noch lange beschäftigen wird. Ab jetzt werde ich den Gänsen immer zuwinken
Eine sehr rührende Geschichte, die leider nicht nur eine Geschichte ist, sondern ein echtes Schicksal, eine Sammlung von Erinnerungen, die lieber keine Familie hätte haben müssen.. ich musste beim Lesen Pause einlegen, schluchzen und schlucken (und meine Kinder drucken), es war dennoch genial umgesetzt, wichtig und lesenswert, mit wunderbaren Bildern, einer Prise Humor in den Illustrationen und einer Menge zum Nachdenken.. DANKE <3
Puh, kein einfaches Thema. Der Tod eines Kindes, und dann kommt raus, es war ein himmelschreiender Fehler der Ärzte im Krankenhaus. Umgang mit dem Schmerz, mit der Wut. Beeindruckend und sehr liebevoll zu Papier gebracht von der Mutter des Kindes.
Der 3jährige Nils ist der Jüngste der Familie Garanin. Er erkrankt an Leukämie und hat eigentlich eine gute Prognose, aber ganz unerwartet stirbt der kleine Junge.
Nils Mama ist Kinderbuchillustratorin und erzählt in diesem Buch auf sehr persönliche und berührende Art und Weise über die intensive Zeit mit Nils und die schwere Zeit nach seinem Tod, in der sich Trauer, Schmerz und Wut, aber auch Hoffnung und gute Momente abwechseln. Seine Familie versucht auf sehr unterschiedenen Wegen zu einem Leben ohne Nils zu finden. Dabei be- und verhindern immer wieder bestimmte Menschen und Institutionen (un-)absichtlich, dass die Familie ihren Frieden finden kann.
In der Buchhandlung hat mich dieses Buch vom Einband her nicht auf dem ersten Blick angesprochen, aber irgendwie musste ich es doch mal in die Hand nehmen und reinblättern. Ich hatte etwas ganz anderes erwartet, dachte an Nils Holgersson, und war überrascht zum Thema Tod eines Kindes ein Buch in der Hand zu halten. Die Art und Weise der Grafiken und Erzählens haben mich sehr angesprochen und so landete es schnell in der Einkaufstasche. Zu Hause angekommen gleich ausgepackt und angefangen zu lesen. Puh, was soll ich dazu schreiben? Ich habe noch nie so sehr geweint wie bei diesem Buch. Ich habe Ähnliches erlebt und mich in so vielen Momenten in diesem Buch gespiegelt und verstanden gefühlt, wie es bisher bei keinem anderen Buch passiert ist. Es ist erleichternd, dass es auch anderen so geht, auch wenn es weh tut, wieder damit konfrontiert zu werden. Danke dafür, Melanie Garanin.
Es ist ein Mutmachbuch für Eltern, die ihr Kind verloren haben. Und es ist ein Buch, welches all die Menschen, die mit Eltern schwer kranker / verstorbener Kinder zu tun haben, sensibilisieren sollte. Weil es auf sehr beeindruckende Weise zeigt, was der Verlust des eigenen Kindes mit diesen Eltern macht und das schon kleine menschliche Gesten ihnen helfen können, 'besser' damit leben zu können. Sehr zu empfehlen!