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Die Hafenschwester #2

Als wir wieder Hoffnung hatten

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Hamburg, 1913: Mit ihrer großen Liebe Paul hat Krankenschwester Martha drei gesunde Kinder, eine schöne Wohnung und sogar eine Einladung nach Amerika, um ihre Freundin Milli zu besuchen. Doch die Stadt steht kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und Marthas Träume von der Zukunft zerplatzen. Trotz seiner 41 Jahre wird Paul eingezogen und Martha muss sich in dieser schweren Zeit allein um das Überleben ihrer Familie kümmern. Als Paul nach einem Granatenangriff schwer entstellt zurückkehrt, wird ihre Ehe auf eine harte Probe gestellt. Martha tut alles für ihren Mann, Paul unterzieht sich aber nur unwillig den nötigen Operationen und scheint aufgegeben zu haben …

496 pages, Paperback

First published September 14, 2020

5 people are currently reading
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About the author

Melanie Metzenthin

24 books25 followers
Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt. Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hat sie einen ganz besonderen Einblick in die Psyche ihrer Patienten, zu denen sowohl Traumatisierte als auch Straftäter gehören.

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Community Reviews

5 stars
35 (33%)
4 stars
44 (42%)
3 stars
17 (16%)
2 stars
5 (4%)
1 star
2 (1%)
Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Gitti.
1,167 reviews
December 26, 2020
Seit dem Ende des ersten Bandes der Hafenschwester-Reihe sind mittlerweile 16 Jahre vergangen. Martha hat sich mit Paul ein schönes Leben aufgebaut, sie haben 3 gesunde Kinder, beide sind beruflich ausgefüllt und das Geld reicht für ein recht angenehmes Leben. Ihre Freundin Milli hat sich in Amerika ein gutes Leben aufgebaut und lädt die Familie ein, sie zu besuchen.

Eigentlich könnte das Leben doch immer so weitergehen, doch der erste Weltkrieg lässt die Träume von Wohlstand und Sicherheit bald zerbersten. Auch Marthas Familie leidet unter den Einschränkungen des Krieges und die Männer müssen sich auf die eine oder andere Weise am Krieg beteiligen. Paul kehrt schwer verletzt aus dem Feld zurück und diese Verletzung stellt die Ehe der beiden vor eine große Herausforderung.

Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Man ist von Anfang an gleich wieder in der Geschichte, auch wenn eine lange Zeit vergangen ist. Mir hat der Spannungsbogen sehr gut gefallen, beginnt das Buch doch mit einem sehr guten Jahr für die Familie Studt. Die Reise nach Amerika ist etwas ganz besonderes und ich fand es sehr interessant von dem damals größten Schiff der Welt, dem Imperator zu lesen, dessen Macken natürlich Paul als Schiffsingenieur nicht entgehen. Auch der Aufenthalt selbst fand ich sehr interessant, zeigt es doch eine ganz andere Art zu leben, die aber mit ähnlichem Zwängen behaftet ist, wie die im deutschen Reich.

Marthas Bruder Heinrich heiratet für alle überraschend eine Chinesin, die Anfangs Schwierigkeiten mit der deutschen Mentalität bekommt, sich aber dann doch in die Familie eingliedert. Der Krieg stellt alle vor große Herausforderungen, die aber mit festen Wilen angegangen werden, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Manch einer mag anmerken, dass ja immer alles glatt geht und die Familie ja vergleichsweise wenig unter den Einschränkungen zu leiden hat. Allerdings muss man bedenken, dass Martha durch ihre berufliche Ausbildung die Möglichkeit hat einen bezahlten Beruf auszuüben und Paul nach seiner Verwundung trotz aller Einschränkungen wieder arbeiten kann. Damit stehen sie besser da als viele anderen. Diese Mittelschicht hat sicher andere Möglichkeiten gehabt, durch den Krieg zu kommen.

Alles in allem habe ich das Buch richtig gerne gelesen und freue mich schon auf den dritten Band, auch wenn es auf den noch eine Weile warten heißt.

Von mir eine absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Celeste.
159 reviews26 followers
August 29, 2023
**SIN SPOILERS**

Hamburgo, 1892. El cólera se adueña de la ciudad y se cobra miles de víctimas. Cuando la madre de Martha muere, es la joven quien debe garantizar la supervivencia de la familia. Proveniente de uno de los barrios más pobres de la ciudad, consigue hacerse con un puesto de aprendiza en el Hospital de Eppendorf, donde trabaja duro hasta ascender a enfermera quirúrgica. Mientras los médicos intentan ganarle la batalla al tiempo, Hamburgo se enfrenta también a una convulsa época de cambios políticos: los trabajadores del puerto se declaran en huelga, las mujeres luchan por el derecho al voto y por mejorar sus condiciones de vida. Martha se une al movimiento feminista, pero también combate en un frente mucho más personal, pues no solo ha descubierto el amor por la medicina, sino también ―y en contra de las estrictas reglas del hospital― por un joven médico.

Novela histórica que nos sumerge en el Hamburgo de finales del siglo XIX, asolado por el cólera y de cómo los distintos estamentos de la sociedad se enfrentan a esta realidad. Pero también nos habla de las condiciones de trabajo en la época, de los avances médicos, políticos y sociales, de la condición de la mujer y su lucha por tener un papel más dominante en su propia historia, de huelgas y piquetes, de movimientos sociales como la emigración… Pero sobre todo este libro nos habla de superación y de lucha por conseguirlo.

Recomendado 100% a amantes de novela histórica y de protagonistas bien definidos y luchadores de su época.
Profile Image for olgasololibros.
273 reviews17 followers
July 21, 2023
Esta es la segunda entrega de la saga de la enfermera del puerto, aunque se puede leer independientemente. Novela histórica que analiza al detalle los avances médicos, tecnológicos y sociales de la época, durante la Primera Guerra Mundial. También nos muestra la importancia del rol de las mujeres durante la guerra, una dura vida en un mundo machista.
La vida de dedicación y altruismo de nuestra protagonista y de muchas otras mujeres. También nos muestra la problemática de los mutilados de guerra, la difícil aceptación en la sociedad. Una historia llena de superación. Opulencia, lujo, guerra, hambruna, penurias, amor, fortaleza, supervivencia.
Narrada en tercera persona y en pasado. Con las descripciones necesarias para trasladarnos a las escenas con más lujo, pero también a las más pobres. Con personajes bien definidos, donde podemos ver su evolución. Con mujeres y hombres fuertes. Novela muy documentada llena de información interesante.
Apta también para l@s lector@s más aprensiv@s.
Profile Image for Sabine.
771 reviews20 followers
October 25, 2020
Der erste Band der Hafenschwester-Reihe hatte mir gut gefallen, da war ich natürlich neugierig auf ddie Fortsetzung. Und auch diese war unterhaltsam, an den ersten Band kommt die Geschichte diesmal aber nicht heran.

Die Krankenschwester Martha lebt glücklich mit ihrem Ehemann Paul und den drei Kindern in Hamburg – doch der Erste Weltkrieg steht bevor und auch Paul wird eingezogen. Martha muss sich um ihre Familie kümmern – gar nicht so einfach, wenn Kohlen und Lebensmittel knapp und rationiert werden. Als Paul dann schwer entstellt aus dem Krieg zurückkommt, weiß Martha zunächst auch keinen Rat…

Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und es war schön, die alten Bekannten aus dem ersten Band wiederzutreffen. In der ersten Hälfte geht es vor allem um das alltägliche Leben in Hamburg im Jahr 1913 – Martha engagiert sich weiter um die Kranken, die sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten können, sie steht weiter in engem Kontakt zu ihrer Freundin Milli, die ja nach Amerika ausgewandert war und von der sie nun eine Einladung erhält. Auch ihr Bruder und Vater tauchen in der Geschichte wieder auf, und auch die beiden haben Neuigkeiten, die erzählt werden. Die Reise nach Amerika ist in der ersten Hälfte ein kleines Highlight, und es ist interessant, wie anders das Leben in Amerika zu dieser Zeit war. Insgesamt fand ich die erste Hälfte des Romans aber eher langatmig, da die Geschichte nur vor sich hin plätschert, Themen oft nur kurz angerissen werden und Probleme nach wenigen Seiten wieder gelöst sind. Sicherlich hat die Autorin auch schon für diesen Teil gut recherchiert, ein wenig mehr Spannung hätte ich mir aber doch gewünscht.

Erst in der zweiten Hälfte wird es dann interessanter – Paul kommt gesichtsentstellt aus dem Krieg zurück, und mit der medizinischen Versorgung und dem Wiederaufbau von Pauls Gesicht hat die Autorin ein sehr interessantes Thema aufgegriffen. Auch hier hat sie wieder viel recherchiert und uns in der gemeinsamen Leserunde viele interessante Hintergrundinformationen geliefert.

Aber auch andere Themen gibt es in diesem Abschnitt: Man erfährt einiges über die chinesische Kultur (wieso, das mag ich hier nicht sagen, um nicht zu spoilern) und über die ersten Streiks in den Werften. Aber auch in der zweiten Buchhälfte sind aufkommende Probleme immer sehr schnell gelöst – trotzdem war diese spannender, und ich habe diese Hälfte wirklich gerne gelesen.

Die Autorin hat nicht nur gut recherchiert, sondern ihr Wissen auch unterhaltsam und angenehm präsentiert – der Schreibstil ist leicht zu lesen und sehr lebendig. Die Charaktere sind schön gestaltet, auch wenn sie an manchen Stellen zu gut oder zu böse geraten sind – trotzdem habe ich gerade Martha und Paul ins Herz geschlossen und sie gerne begleitet.

Wegen der doch langatmigen ersten Hälfte gebe ich insgesamt 3,5/5 Sternen.

Mein Fazit
Es war schön, die bekannten Charaktere aus Band eins wiederzutreffen, auch wenn die erste Hälfte des Buches mir zu langatmig erzählt war und mir da einfach Spannung gefehlt hat. Das macht die Autorin in der zweiten dann aber wett – und hier war ich dann auch wirklich mitten drin und dabei. Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 von 5 Sternen und bin gespannt, was im dritten Band weiter geschehen wird.
Profile Image for Jessi.
125 reviews
October 18, 2020
Die Geschichte um Martha und ihre Familie in Hamburg geht weiter: 1913-1918

Inhalt

Dies ist Band 2 der Hafenschwester-Reihe. Martha ist mittlerweile mit dem Sozialdemokraten Paul verheiratet, mit dem sie zusammen drei Kinder hat. In dieser Konstellation ist es nur ehrenamtlich möglich, ihrer Tätigkeit als Krankenschwester nachzugehen. Wir erleben ihre Geschichte, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs, bis zum Ende des Weltkriegs. Als Familie müssen sie in dieser Zeit viele Hürden überwinden, denn auch Paul wird eingezogen und kommt schwer verwundet und deutlich entstellt nach Hause. Und nicht nur die enge Familie, sondern auch ihr Bruder, Vater und ihre Freunde erleben in dieser Zeit sehr viel, in der Martha ihnen stets unterstützend zur Seite steht. Auch die politische Einstellung der Familie wird in dieser Zeit sehr wichtig.

Meinung

Melanie Metzenthin besticht in diesem Roman wieder mit ihrer unglaublich hervorragenden Recherche, wie zum Schluss auch das Nachwort noch einmal belegt. Man hat das Gefühl, wirklich zwischen 1913-1918 in Hamburg zu sein. Jedes Detail ist gut durchdacht. Ich habe sogar das Bedürfnis mich dadurch mit einigen angesprochenen Themen weiterhin zu beschäftigen. Auch ihr Schreibstil ist fließend und super zu lesen, man möchte das Buch eigentlich kaum mehr zur Seite legen.

Den ersten Band der Reihe, hatte ich etwas schnelllebiger und „spannender“ in Erinnerung. Darum hier die 4 von 5 Sternen. Trotzdem ist das Buch aus der Reihe super lesens- und empfehlenswert! Es schließt toll an Band 1 an und erzählt eine interessante Geschichte aus der nächsten „historischen Phase“.
151 reviews2 followers
October 3, 2020
Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Teil der Hafenschwester Trilogie. Er schließt nicht direkt an den ersten Band an. Dazwischen liegen ca. 15 Jahre. So ist der Roman zwar unabhängig vom ersten Teil zu lesen, aber es lohnt sich auf jeden Fall bei Band 1 zu beginnen um Marthas Geschichte von Anfang an zu verfolgen.

Worum geht’s?
Wir schreiben das Jahr 1913 in Hamburg. Milli ist nach Amerika ausgewandert und Martha und Paul leben ein glückliches, gut situiertes Familienleben. Zwar darf Martha – bedingt durch ihre Eheschließung – nicht mehr arbeiten, dafür engagiert sie sich ehrenamtlich wie eh und je für die Ärmsten der Armen in Hamburgs Gängevierteln. Die perfekte Welt wird von einer Einladung Millis nach Amerika gekrönt, weil Marthas Patenkind Anna heiraten wird. Die Reise auf dem imposanten Imperator ist ein wirkliches Highlight. Doch kurz nach ihrer Rückkehr beginnt der erste Weltkrieg und Marthas heile Welt wird schwer erschüttert…

Die Charaktere:
Martha ist und bleibt die interessante Frau, die der Leser im ersten Teil bereits kennengelernt hat. Und trotzdem erscheint sie anders – reifer, älter. Sie ist DIE Hafenschwester, ihr guter Ruf eilt ihr stets voraus. Entgegen ihrer Vergangenheit ist sie heute eine anerkannte Persönlichkeit in Hamburg – und zwar in allen Gesellschaftsschichten. Sie ist bemerkenswert klug und schlagfertig und einfach der Sympathieträger der Geschichte. Ich mochte sie bereits im ersten Teil sehr und daran hat sich jetzt nichts geändert. Ihre Familie mit ihrem Mann Paul und ihren 3 Kindern empfindet sie als hohes Gut und sorgt entsprechend gut für sie. Als in den Wirren des ersten Weltkrieges ihre heile Welt zusammenzubrechen droht, behauptet sie sich um ihre Familie zu ernähren und zusammenzuhalten und hat sogar noch die Kraft, für so viele andere da zu sein.

Paul kommt schwerst verletzt aus dem Krieg nach Hause. Ja, er lebt, hat noch alle Gliedmaßen, dafür ist sein Gesicht schwer gezeichnet. Während Paul zunächst beinahe den Lebenswillen verliert, kümmert sich Martha nicht nur um sein seelisches Heil sondern mit aller Kraft auch um seine körperliche Genesung. Hierbei ist es beeindruckend mit welcher Vehemenz und Tatkraft sie sich dieser Aufgabe widmet.

Marthas Bruder Heinrich heiratet heimlich eine Chinesin – Li-Ming. Diese Figur ist aus meiner Sicht jene, die sich am meisten entwickelt. Bei ihrem ersten Auftreten wusste ich so gar nicht, wohin ich sie stecken sollte, hatte sogar kurz das Gefühl, dass sie ein negativer Part werden könnte, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto sympathischer wird diese Frau. Der Leser erfährt von ihrem schweren Schicksal der gebundenen Füße, nimmt teil an ihrer Odyssee, als Heinrich im Krieg als verschollen gilt und lernt sie und ihre Traditionen immer besser kennen. Zunächst hat sie etwas Unnahbares an sich, sie scheint verschlossen, aber irgendwann offenbart sie sich Martha und wird letztlich zu einem wirklichen Familienmitglied. Mochte ich sie am Anfang nur bedingt, ist sie mir zum Ende der Geschichte jedoch sehr ans Herz gewachsen. Als Chinesin in Hamburg hat sie es sicherlich nicht leicht gehabt.

Heinrich ist ein Mann der Tat – ganz ähnlich wie seine Schwester. Als Kapitän zur See ist er alles andere als feige und das zeigt er hier auch sehr deutlich. Oftmals kann man die Sorge Li-Mings und Marthas nur allzu gut mitfühlen, wenn Heinrich wieder einmal zu lange nicht nach Hause kommt und nichts von sich hören lässt. Aber die Geschichten, die er im Anschluss zu berichten hatte, habe ich geliebt. Ich konnte ihn mir so richtig als Haudegen vorstellen, der immer ein Abenteuer mit nach Hause bringt.

Der Antagonist in diesem Roman ist der 1. Weltkrieg und gegen ihn scheinen all die sympathischen Figuren absolut machtlos zu sein. Es ist erschreckend mitzuerleben, wie eine politische Situation das Leben so nachhaltig verändern kann. Die stolze Stadt Hamburg liegt an seinem Ende zerstört am Boden – moralisch zerstört, weil seine Einwohner die Hoffnung verloren hatten.

Historische Fakten:
Die geschichtlichen Hintergründe des Romans sind exzellent recherchiert und nachweisbar. Die Beschreibungen des alten Hamburg sind so lebhaft und bildgewaltig geschrieben, dass sich selbst Nicht-Hamburger wohl beinahe zu Hause fühlen könnten. Für Leser, die sich in Hamburg auskennen, ist es eine Freude mit Martha durch die Straßen zu ziehen und viele Dinge wiederzuerkennen, weil es sie heute noch in moderner Form gibt. Die Autorin lässt den Leser in diese mondäne Stadt eintauchen, obwohl er von längst vergangenen Zeiten liest.

Mich haben insbesondere die medizinischen Hintergründe der Gesichtschirurgie und die Geschichte des ersten Weltkriegs gefesselt. Beide Stränge sind geschickt in die Schicksale der Figuren verwoben, sodass es noch nicht einmal auffällt, dass man gerade etwas Neues lernt. In diesem Roman wird Geschichte lebendig und ich dachte öfter, würde so Geschichtsunterricht gemacht werden, wie die Autorin ihren Roman schreibt, es gäbe viel mehr gute Noten. Die Mischung aus menschlichem Schicksal und Geschichte ist wundervoll!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt bildhaft und leicht zu lesen. Sie beschreibt Orte und Figuren so, dass man sich fühlt, als stünde man genau dort in der Szene, über die man gerade liest. Das Buch beginnt sehr ruhig – ganz im Gegensatz zum ersten Band. Aber damit soll die gute Zeit zum Ausdruck gebracht werden. Es macht außerordentlich viel Freude sich der Historie hingeben zu können.

Und auch während des Krieges wird es nur bedingt wirklich laut. Die schrecklichen Erlebnisse im Frontgeschehen kommen nur selten zum Anklang, vielmehr beschreibt Melanie Metzenthin, welche Tragödien sich daheim in Hamburg ereignen. Die Lage der Menschen spitzt sich stetig zu und endet mit der Abdankung des Kaisers, des Werftarbeiterstreiks und der sehr raschen Einführung von Vergünstigungen im Arbeitsleben, die wir heute auch noch kennen.

Auffällig ist, dass – im Gegensatz zum 1. Band – die Politik recht kurz kommt. Und das obwohl Martha und Paul keineswegs ihr Interesse daran verloren hätten – im Gegenteil, sie sind weiterhin engagiert. Aber in dieser Geschichte stehen eindeutig andere Fakten im Fokus, welche toll verarbeitet und immer an die Figuren geknüpft sind. Nie hat der Leser das Gefühl belehrt zu werden. Vielmehr fängt Melanie Metzenthin die Stimmung zu jener Zeit ein, weshalb die Geschichte bis zur letzten Seite lebendig bleibt.

Obwohl Martha und Paul eine tiefe Liebe verbindet, gibt es in diesem Roman überhaupt keinen Kitsch. Sehr gekonnt bringt die Autorin diese Gefühle anders zum Ausdruck, man könnte sagen zwischen den Zeilen, aber dennoch fühlbar.

Fazit:
Ein weiteres gelungenes Werk dieser Autorin. Es ist eine Reise in die Vergangenheit – in die medizinische, die politische und die menschliche. Eine wundervolle Geschichte über zerbrochene Träume und neu gefundene Hoffnung. Für Fans historischer Romane ein Must read.
Profile Image for Lisa Marie.
194 reviews
October 4, 2020
Die Fortsetzung der Roman-Trilogie "Die Hafenschwester" knüpft vom Stil und der Erzählweise direkt an den ersten Teil an. Was ich dort als Nachteil empfunden habe, kommt auch hier wieder zum Tragen, wobei mir die zeitliche Einordnung mit den Geschehnissen des Ersten Weltkrieges deutlich mehr zusagen. Vor allem das Schicksal von Marthas Ehemann Paul fand ich besonders gut dargestellt und es war interessant, diesem zu folgen.
Die Figuren sind mir alle sympathisch, allerdings versäumt die Autorin es, ihnen charakterliche Tiefe zu geben. So sind die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen hier sehr oberflächlich dargestellt - zumeist noch mehr als im ersten Teil, was ich sehr schade finde.
Nichtsdesotrotz ist der zweite Teil der "Hafenschwester" lesenswert und entführt den Leser in eine spannende historische Zeit und in eine der vermutlichen schönsten deutschen Städte. Ich bin gespannt auf den dritten und letzten Teil, auf den wir jedoch leider noch eine ganze Weile warten müssen.
Profile Image for Tinstamp.
1,100 reviews
October 15, 2020
Auch beim zweiten Band der Hafenschwester hat uns die Autorin Melanie Metzenthin bei der Leserunde auf meinem Blog begleitet! Vielen Dank liebe Melanie! Es war wieder toll und wir haben jede Menge Zusatzinformationen bekommen.

Band zwei setzt wenige Jahre nach dem Ende von Band eins an. Martha ist inzwischen mit Paul verheiratet und hat drei Kinder. Nachdem sie im ersten Band vom armen Mädchen aus dem Gängeviertel zu einer angesehenen Krankenschwester geworden ist, hat sie in ihrem nun gut behütenden Leben Fuß gefasst. Sie darf als verheiratete Frau zwar nicht mehr im Krankenhaus als Schwester arbeiten, setzt sich aber noch immer für die Armen ein. Als ehrenamtliche Hafenschwester behandelt sie diese unentgeltlich. Da erhält sie eine Einladung von Millie. Sie soll mit ihrer Familie nach Amerika reisen und ihre beste Freundin aus Kindertagen endlich besuchen. Millies Tochter Anna, deren Patin Martha ist, feiert demnächst Hochzeit. Die Überfahrt ist bezahlt und so steigen Martha, Paul und die Kinder Rudi, Fredi und Ella auf das größte Passagierschiff dieser Zeit, dem Imperator. Noch ahnen Martha und Paul nicht, dass diese Reise für lange Zeit die letzten glücklichen Tage sein werden....

Mit dem Besuch in Amerika dürfen wir auch wieder kurz an Millies Leben teilhaben, die mir im ersten Band besonders gut gefallen hat. Die Überfahrt auf dem Luxusdampfer und der Unterschied zwischen dem quirligen New York und dem noch etwas rückständigen Europa sind sehr bildhaft dargestellt. Einige Leserinnen fanden diesen ersten Leseabschnitt eher unspektakulär. Ich empfand dies nicht so. Er ist sicherlich ruhiger, aber nicht weniger interessant. Melanie Metzenthin hat einige sehr aufschlussreiche Details dieser Zeit eingebaut, die ich gerne gelesen habe. Millies Arrangement und wie sie ihr Leben in Amerika gestaltet, hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Sie war schon immer der Zeit voraus.
Doch kaum zurück aus den Vereingten Staaten spitzt sich die Lage in Europa nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdninand und seiner Frau Sophie zu. Als es zum Krieg kommt stürzen sich die Männer mit Euphorie in die Schlachten, um viel zu schnell wieder aufzuwachen. Mit dem ersehnten Kriegsende zu Weihnachten wird es nichts und es folgen Leid und Schmerz, Hunger und Elend für die Menschen in Deutschland. Hier hat die Autorin den Mittelpunkt auf das Leben in Hamburg gesetzt. Mehr möchte ich nicht verraten...im Klappentext steht sowieso schon viel zu viel!

Ein interessanter neuer Charakter ist Li-Ming. Die Chinesin, die Marthas Bruder Heinrich ehelicht und mit nach Deutschland bringt, ist zu Beginn schwer durchschaubar. Durch sie erfährt der Leser von chinesischen Bräuchen und Traditionen. Melanie Metzenthin hat dabei auch ein sehr schmerzliches Thema aufgegriffen, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte. Ich habe dazu allerdings schon einen Roman gelesen, der mich damals zutiefst ergriffen hat.

Nach Pauls schwere Verletzung, die sowieso schon im Klappentext verraten wird, konnte mich die medizinische Seite rund um die plastische Chirurgie zu dieser Zeit richtih fesseln. Durch die vielen verstümmelten Soldaten musste die Medizin in kurzer Zeit viel dazulernen und steht vor neuen Herausforderungen...ähnlich wie heute durch den Coronavirus.
Die Autorin hat uns besonders in diesem Abschnitt viel an ihren Recherchen teilhaben lassen, was ich absolut spannend fand. Dabei kam mir die Spanische Grippe zwar etwas zu kurz, aber ich muss auch sagen, dass Melanie Methenthin ohnehin schon sehr viele Themen aufgegriffen hat. Noch ein Schwerpunkt wäre vielleicht zu viel gewesen...

Auch die Politik nimmt im letzten Abschnitt wieder einen größeren Teil ein, ist aber im zweiten Teil eher Nebenhandlung. Martha und Paul sind weiterhin bekennende Sozialdemokraten und kämpfen noch immer für die Rechte der Arbeiter. Am Ende des Romans stehen wir auch am Ende des Deutschen Kaiserreichs.

Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr bildhaft und man merkt in jedem Abschnitt, wie viel sie recherchiert hat. Die spannenden Themen, wie die Jungfernfahrt der Imperator, die Kriegshandlungen und politischen Hintergründe, sowie die medizinischen Eingriffe, die damals Neuland waren und bei denen es auch für die Medizinerin noch genug zu recherchieren gab, wurden sehr lebendig und gut verständlich dargestellt.
Die Charaktere haben sich alle weiterentwickelt und ich hatte sie lebhaft vor Augen. Man fühlt sich ihnen nahe und leidet und freut sich mit ihnen mit.
Im Nachwort findet man wieder Erklärungen zu Fiktion und wahren Begebenheiten. Herausheben möchte ich auch noch das historische Bildnis von Hamburg im Inneren der Klappbroschur.

Fazit:
Ein ereignisreicher zweiter Band rund um die Hafenschwester Martha und ihre Familie. Wieder hervorragend recherchiert, lebendig erzählt und mit interessanten Einsichten in das Leben von damals. Ich freue mich schon auf Band 3.
Profile Image for Moni2506.
395 reviews
September 26, 2020
Melanie Metzenthin erzählt in „Die Hafenschwester - Als wir wieder Hoffnung hatten“ die Geschichte von Martha und Paul weiter und bringt uns die Zeit des 1. Weltkrieges näher. Erschienen ist der Roman im September 2020 im Diana-Verlag.

Hamburg, 1913: Es ist eine Zeit der Hoffnung und des Fortschrittes. Martha und Paul leben zusammen mit ihren drei Kindern in Hamburg und genießen ihr Leben und die Annehmlichkeiten einer modernen Wohnung. Als eine Einladung von Milli aus Amerika eintrifft, ist die Freude groß. Gemeinsam reist die Familie auf der Imperator über den Atlantik. Doch die Tage des Glückes sind mit Ausbruch des 1. Weltkrieges bald gezählt. Auch Paul wird eingezogen und eine entbehrungsreiche Zeit beginnt. Als Paul dann auch noch entstellt aus dem Krieg zurückkehrt, steht die Familie vor ihrer größten Herausforderung.

Ich habe mich sehr auf diesen Roman gefreut, da mich bereits der erste Band überzeugen konnte und dieser in der für mich schönsten Stadt der Welt - Hamburg - spielt. In der Innenseite des Buches findet man eine Fotografie des Hafens aus dem Jahre 1913 und auf der Rückseite des Buches sieht man die Landungsbrücken. Es ist spannend durch diese Bilder einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Man erkennt die Plätze wieder, aber heute sehen diese Orte doch deutlich verändert aus.
Der Schreibstil ist gewohnt gut und flüssig zu lesen. Melanie Metzenthin versteht es eindrucksvoll die Verhältnisse jener Zeit greifbar darzustellen und die Schauplätze vor dem inneren Augen zum Leben zu erwecken. Für mich umso mehr, da ich in der Nähe von Hamburg lebe und die Schauplätze kenne - zumindest die, die es auch heute noch gibt.
Diese Zeit liegt nun etwas mehr als 100 Jahre zurück und was sich seitdem alles geändert hat, ist erstaunlich. Der Roman hält hier viele interessante Informationen bereit, aber gerade im ersten Drittel war es mir ein wenig zu viel. Ein Ereignis reiht sich an das nächste, viele unterschiedliche Themen werden angefangen und für mich wirkte es irgendwie überladen. Alles war toll und der Fortschritt war an allen Ecken zu spüren, aber irgendwie war es auch belanglos.
Ich war froh als sich das mit Ausbruch des 1. Weltkrieges änderte. Nun lag der Fokus eindeutig auf diesem Thema mit all seinen Facetten. Auch hier waren es viele neue Informationen, aber es konzentrierte sich um ein großes Thema herum, was mir deutlich besser gefallen hat. Vor Kampfszenen, die im Krieg spielen, muss man sich nicht fürchten. Melanie Metzenthin konzentriert sich auf Hamburg als Schwerpunkt. Wir erleben mit, welche Auswirkungen auch hier der anhaltende Krieg hat und mit dem Zurückkehren von Paul als Gesichtsverletzten hält auch die Medizin wieder Einzug in die Saga.
Während es mir am Anfang zu viele Themen waren, sind mir am Ende einige Themen zu kurz gekommen. Die Politik erhält erst im letzten Drittel mehr Aufmerksamkeit. Der Roman endet genau am Wendepunkt zur Weimarer Republik. Ich hoffe, dass der dritte Teil hier anknüpft und wir mehr über die sozialen Umwälzungen erfahren. Die Spanische Grippe kam mir auch etwas zu kurz und ich hätte gerne mehr als die wenigen Seiten gelesen.
Mit Martha, Paul, ihrer Familie und den Freunden habe ich mitgefiebert. Martha konnte mich mit ihrer positiven Einstellung begeistern und wie sie für den Zusammenhalt in der Familie kämpft. Ich mochte ihre anpackende Art und das sie sich jederzeit für andere einsetzt. Paul ist in diesem Roman vernünftiger geworden und stellt seine politischen Ziele nicht mehr über alles. Er hat ein schweres Schicksal zu meistern, aber für seine Familie ist er bereit zu kämpfen. Auch Heinrich gewinnt in diesem Roman an Profil und die Entwicklung von Moritz gefiel mir sehr. Ich habe das Leben aller Figuren gerne mitverfolgt und alle waren für mich nachvollziehbar geschildert.
Die Recherche für diesen Roman muss sehr umfangreich gewesen sein und man merkt das dem Buch auf jeder Seite an. Ich fand es toll, dass sich hier auf andere Themen fokussiert wurde, als die, die man in der Schule zum ersten Weltkrieg lernt. So konnte ich hier einiges an neuen Informationen für mich mitnehmen.
Im Nachwort geht die Autorin nochmal auf alle wichtigen Punkte ein und trennt Fiktion von Wahrheit, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit: Ein historischer Roman mit schwachem Start, der erst mit Fortschreiten an Kraft gewinnt, aber wieder mal viele neue Informationen insbesondere zum 1. Weltkrieg und den Fortschritt in der Medizin bereithält. Die Politik kam mir etwas zu kurz, aber ich hoffe, dass sich dies im dritten Teil der Saga wieder ändert. Empfehlenswert für alle, denen der Auftaktband der Saga schon gefallen hat und die gerne einen neuen Blickwinkel auf den 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen erhalten möchten.
738 reviews3 followers
September 27, 2020
Die Hafenschwester Martha erlebt mit ihrer Familie und ihren Freund'innen aufregende Zeiten. Der Fortschritt zeigt sich im Alltag z.B. in der Küche mit dem modernen Gasherd, im Bad mit einer eigenen Badewanne, aber auch auf der Straße mit der Straßenbahn und unterirdisch mit dem Elbtunnel, zu dem die Automobile per Aufzug gelangen. Über solche Details freue ich mich besonders, weil ich vor vielen Jahren durch diesen Elbtunnel sogar schon gelaufen bin und den Aufzug bewundert habe. Da ist es schön, mit den Augen von Martha diese Dinge als neu zu erleben.
Natürlich gibt es noch immer arme Familien im Hamburger Gängeviertel und das Schicksal von Kindern aus armen Familien, die zu Waisen werden, ist herzzerreißend. "Hat es in unserer Gesellschaft jemals interessiert, was Kinder sich wünschen?" fragt Martha zurecht und man kann ins Grübeln kommen, wenn man sich die Frage auch heute stellt.
Insbesondere dass für Mädchen nichts vorgesehen war und ihnen meist nur die Prostitution blieb oder eine Anstellung als Hausmädchen, was oft auf dasselbe hinauslief, ist erschütternd.
Ein wenig merkwürdig fand ich daher die Ansichten von Martha, die einerseits voll hinter der Entscheidung ihrer besten Freundin steht, einen reichen Mann zu heiraten, um nicht mehr anschaffen zu müssen, aber andererseits ihre eigene Schwägerin verdächtigt, ihren Bruder nur geheiratet zu haben, um nicht als Prostituierte zu enden.
Später gibt es aber eine Annäherung zwischen den Schwägerinnen, die ich sehr berührend fand. Ebenso schön fand ich die Entwicklung zweier kriegsversehrter Freunde, die miteinander über ihre Lage, ihre Probleme und auch ihre Fortschritte sprechen.
Martha kämpft für die Rechte der Frauen, auch durch ihre Arbeit in der Beratungsstelle am Hafen. Sie legt sich mit Moralaposteln an, die behaupten, sie würde Frauen erst zur Unzucht anstiften, indem sie über Empfängnisverhütung aufklärt. Sie argumentiert mit einer bewundernswerten Schlagfertigkeit, davon würde ich mir gern eine Scheibe abschneiden.
Der erste Weltkrieg spielt in diesem Buch natürlich eine große Rolle, wobei es kaum Beschreibungen direkt von der Front gibt. Aber die Abwesenheit der Männer, die Mangelwirtschaft, die steigende Zahl an schlechten Nachrichten über Verwundete und Tote werden eindrücklich beschrieben. Wenn die Themen allerdings zu schrecklich werden, wahrt die Autorin immer geschickt eine gewisse Distanz, das fand ich sehr angenehm.
"Der Krieg fraß die Menschlichkeit nicht nur im Schützengraben, sondern auch an der Heimatfront. [...] Das ganze Land, so empfand es Martha, verrottete langsam von innen, und alle Solidarität und Einigkeit verloren sich im Kampf um das eigene Überleben."
Einerseits war ich ein wenig enttäuscht, dass die Spanische Grippe nur am Rand erwähnt wurde, nachdem die Cholera im ersten Band so eine große Rolle gespielt hatte. Andererseits finde ich gut, dass die Autorin hier nicht auf den aktuellen Trend aufgesprungen ist, in Zeiten von Corona über eine Pandemie zu schreiben.
Dafür werden der Streik der Werftmitarbeiter in Hamburg und der Aufstand der deutschen Kriegsmarine, die zum Ende des ersten Weltkriegs geführt haben, so gut und ausführlich beschrieben, dass ich es endlich mal verstanden habe, was damals eigentlich passiert ist. Das gilt übrigens auch für den Anfang des Krieges, denn ich habe nie verstanden, warum ein Attentat eines Serben auf den österreichischen Thronfolger dazu geführt hat, dass Deutschland gegen Russland kämpfen muss. Jetzt weiß ich besser bescheid.
Nach dem Ende des Krieges und der Monarchie gibt es große Veränderungen, vor allem das Frauenwahlrecht, der Achtstundentag und die Anerkennung der Gewerkschaften machen den Figuren große Hoffnung für die Zukunft. Leider wissen wir heute ja schon, welche Katastrophe bald darauf passiert ist.
Ich freue mich auf den dritten Teil und bin gespannt, wie es mit der Hafenschwester, ihrer Familie und ihren Freund'innen weitergeht.
Profile Image for James Eliza.
71 reviews
February 28, 2022
Auch mit den zweiten Band um die Hafenschwester Martha konnte Melanie Metzenthin mich überzeugen. Das Cover passt sehr gut zu der Reihe und hat somit einen Wiedererkennungseffekt, allerdings hat es leider kein Alleinstellungsmerkmal.

Der Klappentext verrät schon viel über die Handlung, allerdings nicht so viel, dass die Spannung im Roman fehlen würde. Es geht neben dem 1. Weltkrieg auch um die Schifffahrt, den Kolonialismus, die spanische Grippe, die Antikriegsdemonstrationen, den Streik der Werftarbeiter und das Elend der Zivilbevölkerung und das Frauenwahlrecht.

Martha und Paul sind zwei fiktive Personen, die für eine ganze Generation an Menschen in Hamburg stehen. Sie agieren überzeugend und menschlich. Gerade Martha ist sehr authentisch in dem was sie tut und sagt. Sie setzt sich weiterhin für die Schwachen, Kranken und Armen ein, hinzu kommt jetzt noch ihr Mutterherz, dass nur Gutes für ihre drei Kinder will.

Paul ist durch den Krieg schwer gezeichnet und muss mit einem harten Schicksal klarkommen, aber er ist auch mutig und ergreift die Chance, die er durch Martha bekommt, aber auch er übernimmt innerhalb der Familie Verantwortung.

Es gibt aber auch ein Wiedersehen mit Milli, der besten Freundin von Martha. Sie hat es geschafft sich ein gänzlich anderes und privilegiertes Leben in Amerika aufzubauen. Die Überfahrt mit einem der luxuriösesten Dampfer seiner Zeit, war großartig beschrieben und gut erzählt. Aber auch der Aufenthalt in Amerika gleicht einem Abenteuer. Für eine Überraschung sorgt Marthas Bruder Heinrich der seiner Familie völlig überraschend seine aus China stammende Ehefrau Li-Ming vorstellt. Sie wird zu einer bedeutenden Nebenfigur, die mich ebenfalls überzeugen konnte.

Der Roman ist in zwei große Abschnitte eingeteilt, wobei der zweite Teil größer ist als der Erste. Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Hauptsächlich begleiten wir Martha, aber auch Heinrich, Paul und Milli erlauben uns Einblicke in ihr Seelenleben.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Ich habe das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und habe teilweise überhaupt nicht gemerkt, dass ich die Seite umgeblättert habe, so sind die Seiten dahingeflogen. Einzelne Rückblenden oder Erzählungen werden in die Geschichte eingebaut, sind aber gut integriert, sodass es nicht zu Verwirrungen kommt. Insgesamt wird der Roman aber stringent erzählt.

Melanie Metzenthin ist ein gutes Sittengemälde gelungen, welche einen guten Einblick in das gesellschaftliche Leben Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg gibt. Besonders gut hat mir auch wieder der Einblick in den medizinischen Bereich gefallen. Man lernt viel über Operationsmethoden und Kriegsleiden. Denn nicht nur die Männer, die aus dem Krieg zurückkamen, haben gelitten auch die Zivilbevölkerung.

Leider findet sich in dem Buch kein Personenregister oder ähnliches, ich habe es persönlich nicht gebraucht, aber andere Leser sehen dies vielleicht anders. Das Nachwort der Autorin habe ich gerne und mit viel Interesse gelesen, es war wie immer sehr informativ.

Ich freue mich nun sehr schon auf den dritten Teil der Hafenschwester und bin gespannt wie es für Martha und ihre Familie weitergeht.

Ein guter Roman über die Menschen in Hamburg zur Zeit des ersten Weltkrieges. Ein Sittengemälde welches die Armen, Schwachen und Kranken in den Mittelpunkt stellt. Klare Leseempfehlung.
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October 6, 2020
ORIGINALAUSGABE
Paperback , Klappenbroschur, 496 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-29244-4
Erschienen am 14. September 2020
15,00 €

Hamburg, 1913: Mit ihrer großen Liebe Paul hat Krankenschwester Martha drei gesunde Kinder, eine schöne Wohnung und sogar eine Einladung nach Amerika, um ihre Freundin Milli zu besuchen. Doch die Stadt steht kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges und Marthas Träume von der Zukunft zerplatzen. Trotz seiner 41 Jahre wird Paul eingezogen und Martha muss sich in dieser schweren Zeit allein um das Überleben ihrer Familie kümmern. Als Paul nach einem Granatenangriff schwer entstellt zurückkehrt, wird ihre Ehe auf eine harte Probe gestellt. Martha tut alles für ihren Mann, Paul unterzieht sich aber nur unwillig den nötigen Operationen und scheint aufgegeben zu haben …

Zur Autorin

Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt und als Fachärztin für Psychiatrie arbeitet. Mit der Vergangenheit ihrer Heimatstadt fühlt sie sich ebenso verbunden wie mit der Geschichte der Medizin, was in vielen ihrer Romane zum Ausdruck kommt. »Die Hafenschwester. Als wir zu träumen wagten« ist ihr erster Roman im Diana Verlag und der Auftakt zu einer Serie.

Meine Meinung

Ich habe ja vor einiger Zeit schon den 1. Teil dieser Reihe gelesen/gehört und war nun sehr gespannt, wie es hier mit Martha und ihren Lieben weiter geht.

Nachdem ich mir erst wieder ein wenig ins Gedächtnis rufen musste, was im 1. Teil passiert ist, bin ich aber recht schnell wieder in die Geschichte rein gekommen.

Martha ist mittlerweile Mutter von drei Kindern und glücklich mit Paul verheiratet und arbeitet ehrenamtlich immer noch als Hafenschwester.

Ihr Bruder, der ja Kapitän ist, taucht eines Tages auf einmal mit einer jungen Chinesin auf, die er ihnen gleich als seine Frau vorstellt. Martha ist sich anfangs nicht ganz sicher, ob die Frau es ernst mit ihm meint.

Dann begibt sich die Familie auch die große Reise nach Amerika zu Marthas bester Freundin, was natürlich sehr aufregend ist.

Aber das Glück hält leider in diesen Zeiten nicht lange an und Paul wird eingezogen und im Gesicht sehr verwundet kehrt er zurück. Martha versucht alles, ihm im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen.

Mehr möchte ich hier auch gar nicht verraten. Mich konnte das Buch wieder sehr gut unterhalten, hat mir sogar ein wenig besser gefallen als der Auftakt der Reihe.

Ich kann hier eine klare Lese- und Hörempfehlung aussprechen. Von mir bekommt Die Hafenschwester -Als wir wieder Hoffnung hatten- sehr gute 4,5 Sterne.

4,5 von 5 Sterne



Cover, Buchdetails und Klappentext: ©Diana Verlag
Infos zur Autorin: ©Diana Verlag
Rezension: ©lenisveasbücherwelt.de
Beitragsbild: ©lenisveasbücherwelt.de
Profile Image for Kritz.
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October 31, 2020
4,5 Sterne

Über das Buch
Dieser historische Roman ist der zweite Teil der "Hafenschwester"-Reihe rund um die im Hamburg des 19. bzw. 20. Jahrhunderts lebende Martha. Das Buch zählt 460 Seiten und wurde im Herbst 2020 herausgebracht.

Stil und meine Meinung:

Wie auch im ersten Band ist der Schreibstil der Autorin klar und stringend, leicht zu lesen. Dabei werden die Gefühle und Gemütszustände der Figuren dennoch gut dargestellt und man fiebert mit Martha und ihrer Familie sowie Freunden/Freundinnen mit.

Das historische Treiben ist fest mit den Geschehnissen, welche die Charaktere erleben, verknüpft und ist dabei aber nicht überwältigend oder zu einnehmend. Im Gegenteil: der historische Kontext wird sehr klar, man lernt im Bestfall etwas und kann bekannte historische Gegebenheiten von unterschiedlichen Blickpunkten betrachten.

Die Hürden, welche die Figuren überwinden müssen sind nicht nur der Krieg und das damit einhergehende Elend, sondern auch Schlimmes wie Diskriminierung aufgrund von Äußerlichkeiten, Sexismus und aufkommende Krankheiten.

Ich habe mit den Figuren mitgelitten/-fiebert und freue mich sehr auf Band 3!

Hin und wieder erscheinen mir die Charaktere "zu rund", ihre Makel waren mir zuweilen ein kleines bisschen zu subtil, sie machen nur selten Fehler und reagieren in den meisten Fällen so, wie man es sich erhofft - die Spannung geht trotzdem nicht verloren, und es ist trotzdem sehr unterhaltend / mitreißend! Aber hin und wieder fehlten mir ein paar Kanten. Heinrich und Moritz' Bruder haben mir dahingehend am Besten gefallen.

Ich danke der Autorin für die tolle Leserunde!
Profile Image for Steffi.
3,280 reviews183 followers
September 20, 2020
Da mir der erste Teil rund um die Hafenschwester Martha Studt sehr gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und wie es mit ihr und ihrer Familie weitergeht.

Zu Beginn habe ich mich ein wenig schwer getan in das Buch reinzukommen, aber dann hat es mich doch gepackt und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Martha lebt glücklich mit ihrem Mann Paul und ihren drei Kindern in Hamburg. Sie arbeitet weiter als Krankenschwester, aber dann bricht der erste Weltkrieg aus und auch ihr Mann Paul wird eingezogen.

Ich habe mich von der Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt und fand es sehr spannend Martha und ihr Leben in Hamburg zu verfolgen. Das Setting und die Zeit war ebenfalls wieder sehr interessant. Ich fand es sehr faszinierend was zu der Zeit medizinisch, vor allem bei Operationen, schon alles möglich war. Der medizinische Aspekt nimmt auf jeden Fall einen sehr großen Teil der Geschichte ein, und manchmal war es mir fast ein wenig zu viel und ich hätte mir noch mehr gesellschaftliche Elemente gewünscht.

Die Fortsetzung der Reihe um die Hafenschwester hat mir gut gefallen und ich bin sehr gespannt wie es im dritten Teil mit Martha und ihrer Familie weitergehen wird.
Profile Image for Marina.
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November 30, 2024
Me lo compré porque justamente hice mi trabajo de fin de grado de enfermería de los avances enfermeros que surgieron en esa epoca, me hacia ilusión leer algo ambientado en la primera guerra mundial y que ademas fuera de la misma tematica.
La primera mitad me ha gustado, parecía que en cualquier momento iba a estallar todo y seria acción y aventura pero eso nunca llegó. La segunda mitad se me ha quedado floja, lo único que menciona de innovación es la cirugía de reconstrucción de cara y creo que se podrían haber exprimido más avances.
En definitiva, me ha entretenido y ha sido interesante pero no me ha enganchado ni me ha tenido a la espera de saber que pasaba. Lamentandolo mucho no lo volvería a leer por segunda vez, no me ha removido nada....
(Ah se me olvidaba! El tema de la cultura china y los pies creo que es lo que más me ha gustado del libro, de verdad sentí la angustia de su cuñada, así que punto positivo para el libro jajajaja)
Profile Image for Katys_bookworld.
133 reviews4 followers
March 14, 2021
Martha und ihre große Liebe Paul könnten nicht glücklicher sein. Sie haben mittlerweile drei gesunde Kinder und dürfen zur Hochzeit von Marthas Patentochter nach Amerika reisen. Doch kurz nach ihrer Rückkehr bricht der Krieg aus und Paul wird eingezogen. Als er schwer verwundet nach Hause kommt muss seine Frau sehr stark sein um die harte Zeit durchstehen zu können.

Bereits der erste Band hat mir sehr gut gefallen und ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht! Martha hat während ihrer Ausbildung und der Zeit danach schon sehr viel gesehen und kann nicht so schnell geschockt werden. Sie hat ein gutes Herz und versucht zu helfen wo es nur geht. Die politische Situation wird von der Autorin sehr gut aber nicht zu übertrieben geschildert.

Fazit: Dieses Buch zu lesen lohnt sich definitiv.
Profile Image for Mäcarena.
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January 18, 2025
FICCIÓN CON REALIDAD. Nuestra protagonista crece y afronta con gran inteligencia las nuevas realidades siendo adulta. Viaja y vive en la época de la 1ª Guerra Mundial cuidando mutilados de guerra, envuelta en el ambiente del Reich/Gran Imperio Alemán. Habrá manifestaciones y huelga dónde podremos leer como se desarrolla el derecho al voto de la mujer. Me gustó más el primero, me enganchó más que éste.
Profile Image for Kristin.
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November 24, 2020
Insgesamt hat mir dieser Band besser gefallen als der erste. Allerdings war mir der Teil über Marthas Mann(will hier nichts verraten) zu auffällig und zu detailiert.
Profile Image for Inma.
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October 14, 2023
👩🏼‍⚕️Decir que este libro es la segunda parte de un anterior llamado 𝘓𝘢 𝘦𝘯𝘧𝘦𝘳𝘮𝘦𝘳𝘢 𝘥𝘦𝘭 𝘱𝘶𝘦𝘳𝘵𝘰. La historia empieza en 1913 en la ciudad de Hamburgo. Martha es una enfermera que dejó su profesión por un problema en el hospital donde trabajaba pero sigue ayudando a pacientes en una asociación en la que colabora. Su vida es perfecta: felizmente casada con Paul, tres hijos sanos de los que disfruta y ningún problema económico. La primera parte del libro nos sitúa en la historia y se me hizo un poco larga porque lo más relevante que explica es un viaje que hacen a Estados Unidos para visitar a una amiga y nada de enfermería como esperas por el título de la novela.
💣Sin embargo, un poco antes de la mitad del libro, la trama mejora y nos sitúa en los prolegómenos de la primera guerra mundial y nos va contando desde la perspectiva de esta familia todos los hechos que llevan a acabar en guerra. El cómo se va gestando la lucha entre países y como Alemania acaba bien perjudicada económicamente hacen que el país viva una situación de hambre, pobreza y vandalismo. Además, el envío de sus hombres a la guerra va mermando más los ánimos de la gente y Paul también acabará yendo al frente cuando un duro golpe les cambiará la vida a todos.
👍🏽Temas interesantes que se tratan son:
▪️La situación del país durante la época de esa primera gran guerra.
▪️Los traumas de los soldados que volvieron con mutilaciones, traumas psicológicos y luego fueron abandonados por un ejército y gobierno que no los compensó de ninguna manera.
▪️El papel de la mujer en aquella época y cómo fue de importante su labor: las mujeres no podían cobrar un sueldo si estaban casadas porque ya las mantenía su marido pero sí que podían morir trabajando en las fábricas de municiones.
▪️️La lucha por los derechos laborales, sindicatos y huelgas.
▪️Y también, aparece un personaje de China que se verá marcado de por vida por una tradición de su país.
🏥Al final el tema médico toma relevancia y los avances en cirugías son muy interesantes y se nota la buena documentación de la escritora. Está bien integrado a la historia y no se hace nada pesado.
🔔Es una novela que va de menos a más pero el final acaba de no convencerme esperando algo más. De lectura ágil y amena, se lee muy rápido.
Profile Image for Laiveto Books.
253 reviews1 follower
September 24, 2023
No os voy a contar mucho sobre la trama en sí porque al ser una segunda parte tendría que cometer spoilers. Os puedo decir que nos volvemos a reencontrar en Hamburgo con Martha, la famosa enfermera del puerto. Estamos en 1913, ya han pasado varios años tras los acontecimientos sucedidos en el anterior libro. El cólera ha quedado atrás, su situación familiar ha mejorado para bien, pero el machismo imperante en la sociedad, sobre todo en el ámbito laboral de la mujer, sigue haciendo estragos e impide a nuestra protagonista ejercer su trabajo de manera profesional. Todo cambia cuando la Primera Guerra Mundial estalla y el papel de los sanitarios cobra una mayor importancia. Entonces Martha, junto con otras mujeres que fueron personajes reales, intentarán luchar por sus derechos y por los de todas.

De nuevo la autora sabe transportarnos al lugar y a la época, mezclando la ficción y la realidad de manera magistral. El estilo claro y conciso de la novela hace que la lectura te posea y te cueste soltar el libro. Los personajes están muy bien definidos y los diálogos son una verdadera maravilla.

Como ya dije en la reseña de la primera parte, este tipo de novelas históricas siempre serán necesarias, no sólo para mantener la historia viva y procurar no cometer los mismos errores sino también para dejar constancia que la doble moral suele ser un veneno altamente letal.
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