Wolfgang Fürweger, geboren 1971, lebt und arbeitet als Zeitungsjournalist in Wien und Salzburg. Er hat bereits mehrere Biografien bei Ueberreuter veröffentlicht, u. a. „Ferdinand Piëch. Automanager des Jahrhunderts“ und „Hans Peter Haselsteiner“. Sein historisches Buch „Verbrannte Kindheit“ wurde mit dem Wissenschaftsbuchpreis des Jahres 2015 ausgezeichnet.
Man erfährt viel, dass schon bekannt ist, wie Red Bull ist im Kern eine Marketingmaschine und hat die gesamte Produktion outgesourced. Das Buch liest sich oft wie eine Masterarbeit, in der die Entwicklungs- und Wachstumsschritte mit Jahreszahlen akribisch für jeden Konzernbereich abgearbeitet werden. Mateschitz war medienscheu und hat die Red Bull Biografie nicht autorisiert. Trotzdem gut lesbar und empfehlenswert für alle Wirtschaftsinteressierten, die in Österreich leben.
Es gibt in der Wirtschaftswelt kaum eine Persönlichkeit, die in ihrer Konsequenz und Eigenwilligkeit mit Dietrich Mateschitz vergleichbar ist. Seine Verbissenheit, seine außergewöhnliche Risikobereitschaft sowie seine in vielerlei Hinsicht nachvollziehbare Verschlossenheit formen eine Führungspersönlichkeit von bemerkenswerter Tiefe, aus deren Lebensweg sich viel lernen lässt.
Der bewusste Abschied von einer hervorragend dotierten Tätigkeit im Marketingmanagement markierte den Ausgangspunkt eines unternehmerischen Weges, der sich stets abseits des Bequemen bewegte. In seinen zahlreichen Vorstößen in neue und ihm zunächst fremde Branchen zeigt sich ein wiederkehrendes Leitmotiv, nämlich die Überzeugung, dass nachhaltiger Erfolg weniger im Vertrauten als vielmehr im unbequemen und unbekannten Terrain entsteht. Mateschitz verkörperte diese Haltung mit Konsequenz und Ausdauer und bewies immer wieder die Bereitschaft, kalkulierte Risiken einzugehen, wo andere gezögert hätten.
Die vorliegende Biografie ist insofern begrenzt, als Mateschitz bis zu seinem Lebensende konsequent mediale Aufmerksamkeit vermied. Teilweise geschah dies durch strategische Beteiligungen an Medienunternehmen, was eine umfassende und detailreiche biografische Aufarbeitung naturgemäß erschwert. Dennoch gelingt es dem Werk, ein solides und glaubwürdiges Gesamtbild des Lebens und Wirkens von „Didi“ Dietrich Mateschitz zu zeichnen und seine besondere Haltung zu Unternehmertum, Macht und Öffentlichkeit nachvollziehbar zu machen.
Als Österreicherin und F1-Fan ist mir Dietrich Mateschitz natürlich ein Begriff! Die Geschichte um ihn und RedBull hat mich immer schon sehr fasziniert. Mir war schon bewusst, dass RedBull viel mehr ist als "nur" ein EnergyDrink. Hinter der Marke steckt aber so viel mehr, was ich noch nicht wusste. Im Buch geht es wirklich um alles, was Dietrich Mateschitz geschäftlich aufgebaut und ausprobiert hat. Neben der Formel 1, Fußballclubs und dem Fernsehsender ServusTV geht es um die Übernahme von den Seitenblicken, Neugründungen von Magazinen und anderen Geschäftsfeldern wie die Lifestyle-Marke Carpe Diem und einige Hotels sowie Trainingsstätten für sportliche Nachwuchstalente. Außerdem geht es natürlich um den Aufbau der Marke RedBull und des dazugehörigen EnergyDrinks. Alles in allem sehr interessant! Schade ist nur, dass das Buch aus dem Jahre 2011 ist und dementsprechend nicht mehr auf dem neuesten Stand.