Während einer Wohltätigkeitsveranstaltung, einem prächtigen Basar mitten in Paris, bricht ein Feuer aus, das schnell auf die Kleider und Hüte der vorwiegend weiblichen Besucherinnen überspringt. Die Türen, die sich nur nach innen öffnen lassen, werden von den Massen blockiert. Innerhalb weniger Minuten sterben mehr als 120 Menschen. Für Alice und Adrienne, zwei Frauen der Oberschicht, bedeutet diese Katastrophe auch die Chance, sich von den Fesseln, die ihnen die Gesellschaft auferlegt, zu befreien, ihren ungeliebten Männern zu entfliehen und ihrem Herzen zu folgen. Währenddessen gelingt es der jungen Émeline und der Journalistin Lucile, im Chaos des Geschehens über sich hinauszuwachsen und sich neu zu erfinden.
Zu Beginn hielt ich das Buch für vielversprechend. Es war so dynamisch und dadurch spannend, dass es mir durchaus gefallen hat. Auch wenn ich mit den vielen französischen Namen auf einmal große Probleme hatte. Nach ein paar Kapiteln zeichnete sich allerdings etwas ab, das mir den Roman definitiv ein wenig ruiniert hat. Der Schreibstil. Mein Problem war, dass mitten im Fließtext von einer Zeile auf die nächste der Erzähler einfach den Erzählungsort sowie die handelnden Personen gewechselt hat. Es gab keine Leerzeile. Nichts! Ich bin schier verrückt geworden, dass im Kapitel im Fließtext die Handlung ständig hin und her gesprungen ist und man sich ständig vergewissern musste, wo man denn jetzt auf einmal war und dann ein paar Zeilen später war man auch schon wieder woanders. So etwas leserunfreundliches ist mir selten untergekommen. Wenn das eine bewusst eingesetzte Technik war, bin ich kein Fan davon. Abgesehen davon hat mir auch die Handlung nicht wirklich zugesagt. Ich hatte etwas anderes erwartet, dennoch war es ganz nett und auch das Ende hat die Geschichte gut abgerundet. Wenn dieser Schreibstil nicht gewesen wäre, wäre die Bewertung deutlich besser ausgefallen.
Nach ca. der Hälfte abgebrochen, da es absolut unerträglich war. Ich hatte gehofft, der Roman würde die Geschichte der Netflix-Serie ein bisschen komplexer erzählen. Aber es ist eher das Gegenteil der Fall. Figuren, die alles wissen und alles können, haufenweise Info-Dump, absolut gar keine Atmosphäre. Nicht einmal, als der Basar brennt, ist es spannend, da es so platt und leblos erzählt wird: Nebenbei unterhalten sich zwei Figuren IM BRENNENDEN BASAR als hätten sie sich Sonntags nach der Kirche getroffen.
Dazu kommt die katastrophale Übersetzung. Es häufen sich Sätze wie "Es war eine ruhige Nacht, fast eine Fuge." (S. 87). Was soll das heißen? Wieso sind manche Wörter/Redewendungen einfach gar nicht übersetzt, sondern stehen französisch im Text? Wieso schaffen es solche Klopper in ein Buch aus einem großen, renommierten Verlag? Wieso sind die Figuren aus der Serie nur Nebenfiguren? Wieso kann Mattéo spüren wo es brennen wird, bevor es überhaupt brennt? Was bin ich lesend?
Ausführlichere Auseinandersetzung folgt Anfang November auf meinem Blog.
Das Buch war okay, reichte aber nicht an die Serie ran. Es ist einfach schwer in diesem Stil die Dramatik der Serie einzufangen. Die Charaktere kamen auch nicht so gut hervor wie in der Serie. Ausser ein paar wenige. Es wurde ein bisschen was verändert, aber teilweise war es auch 1 a die Serie. Was mich am meisten störte war der Charakter Emmeilne. Weder ihre Richtung hat mir gefallen noch ihre Ansicht. Und auch nicht was sie alles getan hat. Das war einfach mies und passte irgendwie nicht rein.