Ja, ich kann sagen dass ich diese Sammlung wirklich mochte. Keine der Stories war langweilig, alle waren gut geschrieben, die chinesische Science Fiction hält wirklich ein großes Reservat von Geschichten bereit und ich bekam Lust mehr von chinesischen Autoren zu lesen, insbesondere von Boashu, von Quifan Chen und Xi Jia. Es erzählen nicht alle Geschichten von Künstlicher Intelligenz im engeren Sinn. Das Thema ist eigentlich schon im Roboter-Motiv enthalten, so dass in diesem Band auch einige klassische Robotergeschichten vertreten sind. Die sind aber nicht langweilig, nur dass sie eben anders gelagert sind, und sich nicht so sehr von denen westlicher Autoren und Autorinnen abheben, wenn sie von der "Menschwerdung" der Roboter erzählen. Die intressantesten Stories für mich sind die Stories, in denen die physischen Grenzen zwischen Mensch, KI und Roboter verschwimmen oder gar aufgelöst werden, wie etwa in "Die Moebius-Raumzeit" von Gu Shi. Quifan Chen erzählt von einem Dating-Spiel (da muss man auch erst drauf kommen!), indem es darum geht, KIs als Chat-Partner zu "enttarnen", was für die Protagonistin aber bald nicht mehr wichtig ist. Boashu zeigt sich wieder als der Autor der großen zeitalterumspannenden Szenarien, Han Song wieder als der hintersinnigste.