Hamburg im Winter: Die Ärztin Bea achtet darauf, niemanden an sich heranzulassen. Als eine alte Patientin verschwindet und nur ein Tagebuch zurücklässt, lernt sie deren Neffen Tom kennen, der die Imkerei seiner Tante übernommen hat, sich aber nur wenig um die schlafenden Bienenvölker kümmert. Dann entdeckt Bea im Tagebuch seiner Tante den Hinweis darauf, dass die Population von einer gefährlichen Krankheit bedroht ist. Jetzt muss schon ein Weihnachtswunder passieren, um sie zu retten. Doch Tom und Bea geben nicht auf, und bei dem gemeinsamen Kampf um die Bienen kommen die beiden sich näher ...
Julie Peters, Jahrgang 1979, ist das Pseudonym der Schriftstellerin und Übersetzerin Juliane Korelski. Nach sieben Jahren im Buchhandel hängte sie den Job an den Nagel, zog vom Westfälischen ins Rheinland und begann ein Studium der Geschichte und Antiken Kulturen. Seit April 2008 arbeitet sie als Autorin und Übersetzerin. Mit uns hat sie gesprochen über Privats, ihren Neuseeland-Roman "Das Lied der Sonnenfänger" und natürlich auch über weitere, geplante Projekte.
Tatsächlich war ich viele Kapitel lang zwiegespalten in meiner Meinung über dieses Buch bzw. über dessen Charaktere. Ziemlich schnell war ich der Meinung, dass Tom ein ziemlicher Idiot ist, doch dann erhascht man einen Blick auf seine liebenswerte Seite, bis er sich wiederholt als Idiot entpuppt. Dieser Wechsel vollzieht sich über mehrere Kapitel. Die Sympathie für Bea blieb mir weitgehend konstant erhalten, auch wenn ihr ständiger emotionaler Rückzug, vor allem im Verhältnis zu ihrer Familie, etwas anstrengend war. Leider wird nicht wirklich schlüssig erklärt, warum Bea sich so von ihren Eltern und Geschwistern, die durchweg liebenswert erscheinen, zurückgezogen hat. Vielleicht bietet ja der Vorgängerroman einen genaueren Einblick. Er steht bereits auf meiner Leseliste. Auf jeden Fall sind die Figuren äußerst vielschichtig. Trotz meiner persönlichen Probleme mit den Charakteren konnte mich das Buch dennoch bis zum Schluss fesseln. Es ist ein wunderbar gefühlvoller Roman über eine Frau auf der Suche nach sich selbst und ihrem Glück. Auch die Thematik der Imkerei konnte mich schließlich überzeugen, Zu Beginn fürchtete ich, die "Fachsimpelei" über die Imkerei würde mich schnell ermüden, doch tatsächlich sind diese so geschickt in die Handlung eingeflochten, dass sie als solche kaum auffallen und einfach nur äußerst interessante Einblicke in die komplexe Thematik gewähren. Das Cover hatte mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und es passt in meinen Augen auch wunderbar zur Handlung. Der Roman eignet sich hervorragend für die Lektüre an frostig kalten Winterabenden, am besten vor einem prasselnden Kaminfeuer. Vielen Dank an NetGalley und den Aufbau Verlag für das Leseexemplar und die damit verbundenen gemütlichen Lesestunden.
In diesem Roman geht es um Bea, die Schwester von Alix aus "Ein Sommer im Alten Land". Eigentlich passiert gar nicht so viel. Über weite Strecken folgen wir Beas und Toms inneren Monologen, dazu kommen alte Tagebucheinträge der Imkerin und eine winterliche Atmosphäre. Das ist nicht jedermanns Sache, aber ich fand es entspannend. Bea war mir gleich sehr sympathisch, während Tom mich die meiste Zeit genervt hat. Besonders interessant fand ich die Parallelen zwischen den Aufgaben von Bea und Tom: Sie kämpft um das Leben ihrer Patientinnen, auch mit Hilfe von Chemotherapie, in der Hoffnung, dass sie damit den Krebs besiegen, obwohl es sie deutlich schwächt. Tom kämpft für das freie, artgerechte Leben der Bienen, möglichst ohne Ameisen- oder Oxalsäure, hat in der Varroamilbe aber einen scheinbar übermächtigen Gegner. Insgesamt war es eine gemütliche, spannende Geschichte über das Erwachsenwerden, das Finden der eigenen Lebensziele und natürlich über die Liebe.
Leider konnte mich dieser Roman nicht so recht überzeugen, obwohl er einige gute Ansätze hatte, zum Beispiel fand ich es sehr spannend, mehr über Imkerei zu erfahren. Leider wurde ich mit keiner der handelnden Personen so richtig warm, weswegen ich die Geschichte mit nur mäßigem und eher abstraktem Interesse verfolgt habe, auch die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren ist nicht wirklich bei mir angekommen. Deswegen kann ich leider nur zwei Sterne für diesen Liebesroman vergeben.