Die Räumung der Liebig34 sei überfällig/ein Sakrileg/ein Abgesang auf das Berlin, das mal "Berlin" war, liest man dieser Tage. Kein Feuilleton einer Berliner Zeitung, in dem "Aufprall" nicht dazu passend Thema wäre. Und in der Tat, wieviel ist verschwunden, seitdem. Nicht, dass es wirklich meine Zeit gewesen wäre, aber es ist eine Zeit, die ich mir jedenfalls nicht erklären lassen muss. Vielleicht krankt daran die Lektüre etwas, denn das Buch ist schon geschrieben für jene, die sich diese Zeit erklären lassen müssen. Aus den Interviews, die ich rund ums Buch bisher gelesen habe, konnte ich noch nicht ganz herauslesen, woher der Impuls kam, dieses Buch, noch dazu zu dritt, zu schreiben, außer vielleicht um Zeugnis abzulegen. Von einer Zeit, als alles anders war. Grauer, auch, aber irgendwie auch hoffnungsvoller. Die erkämpften Freiräume, zumal in der Mitte dieser Stadt, sind jedenfalls weitgehend Geschichte. Die Räumung der Brunnenstr. 183 ist über zehn Jahre her, diese Buch spielt in noch fernerer Zeit, in einer Stadt, in der ich geboren wurde, in der ich mal zu Besuch war.