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Feindbild werden: Ein Bericht

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Wieder stellt sich Wolfgang Ullrich einem hochaktuellen Ist der viel beschriebene und diskutierte Rechtsdrall in den ostdeutschen Ländern auch in der zeitgenössischen Kunst sichtbar? Wie politisch ist Kunst heute – und wie steht es um ihre oft beschworene Autonomie? Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker aus Westdeutschland mit Wohnort Leipzig, stellt Fragen an die Gegenwartskunst und ihre Vermarktung, die über das rein Ästhetische hinausgehen. Damit hat er 2019 eine weitreichende Debatte Dem in der ZEIT formulierten Vorwurf, Neo Rauch und andere in der DDR groß gewordene Maler würden unter Verweis auf die Freiheit der Kunst vermehrt rechte Positionen einnehmen, begegnete der Künstler mit dem großformatigen Bild "Der Anbräuner". In den Feuilletons und im Netz folgte Entrüstung. Wieso kam es zu solch heftigen Reaktionen? Wolfgang Ullrich tritt einen Schritt zurück und stellt fest, dass es ( jenseits dieses Falls) um grundsätzliche Konfliktlinien Vordergründig um das Verhältnis zwischen Künstler und Kritiker. Dann um die offenbar wachsende Spannung zwischen Ost- und Westdeutschland. Und am Ende um den alten neuen Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Heimat mit festen Grenzen und dem Wunsch nach Offenheit und Pluralismus. Ein wichtiger Beitrag zur Debattenkultur zwischen Ost und West.

160 pages, Kindle Edition

Published September 24, 2020

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Wolfgang Ullrich

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Profile Image for Dorle Schmidt.
139 reviews
January 2, 2025
Spannender Fall aus der Kunstwelt, in der der Autor, ein westdeutscher Kunstkritiker, mit seinem Zeitungsartikel über die Rechtsdrift einiger ostdeutscher Künstler zum Anlass und Motiv eines der berühmtesten unter ihnen - Neo Rauch - wurde. Die ganze Welle wird hier beschrieben und analysiert und von mehreren Seiten durchleuchtet. Aber trotz des versöhnlichen Schlusses stimmt die beschriebene kulturelle Differenz zwischen Ost und West sehr nachdenklich in Anbetracht der anstehenden Wahl.

S.18: Eine sachliche Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen freier Kunst ist schon kaum mehr möglich. Dadurch aber könnte (…) mehr verloren gehen, als selbst viele heutige Kritiker dieser Idee sich wünschen.
(…)
Würden ohne künstlerische Experimente mit anderen Weltbildern und ohne freie Ausgestaltung von Phantasien in Kunstwerken nicht Fähigkeiten der Imagination verkümmern, die aber etwa wichtig sind, um die Gegenwart besser zu erkennen und um in der eigenen Lebenswelt bewusster handeln zu können?

S.74: Polarisierung zwischen zwei „Kulturalisierungsregimen“ (Andreas Reckwitz) - Hyperkultur, Vielfalt und Kosmopolitismus vs. „Kulturessentialismus“, Geschichte und Herkunftsort

S.98: Dass bezogen auf Kunst keine objektiven Kriterien für Qualität existieren, verleiht Erfolgen und Trends (…) oft den Charakter des Willkürlichen und des strategisch Gemachten.

S.132: Bilder sind (gegenüber Texten) freier und unverbindlicher, und da sich das, was auf und mit ihnen gezeigt wird, je nach Ort und Gegenüber anders deuten lässt, ist auch die Rolle von Künstlern schillernder; sie können immer zugleich Provokateure und Clowns, Spieler und Radikale sein.
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