Martin Peichls Protagonisten befinden sich in komplizierten Beziehungen: mit ihren Frauen und FreundInnen, ihren Familien und sich selbst. Manchmal wird es besonders kompliziert, dann lösen sich die Beziehungen auf. Manchmal bleibt es kompliziert, vor allem mit Österreich. Oft aber haben die komplexesten Gefühle auf einem Bierdeckel Platz, darin ist Martin Peichl Meister.„In einer komplizierten Beziehung mit Österreich“ ist ein Mix aus Bierdeckelgedichten und Geschichten, die melancholisch und humorvoll sind, hoffnungsvoll und verzweifelt. Da geht es um neue und verlorene Lieben, um Heimat und Ausgrenzung, Männlichkeitsbilder und Alkoholismus. Kurzum: Es geht immer auch um Österreich. Gespickt mit dem unverwechselbaren Sound von Martin Peichl, ist dieses Buch ein wahres Kleinod, in das man sich verlieben könnte.„In Österreich gibt es keine Menschen mit Alkoholproblemen. In Österreich gibt es nur Menschen, die Spaß verstehen, und Menschen, die keinen Spaß verstehen."
Fazit der dritten Geschichte: Das Leben ist ein Spiel. Oder lernen wir spielend fürs Leben ? Alle Geschichten handeln irgendwie von Liebe. Zum Partner, zur Familie, zum falschen Mann zur richtigen Frau. Das Schöne an diesem Buch: Es ist so abgefahren und voll mit Vergleichen , dass man nichts verstehen kann und muss. Fühlen ist hier wichtiger. Der Autor hat jede Menge literarische Inspirationen zusammengetragen und miteinander in Verbindung gesetzt. “Ob das jetzt Liebe ist “?
Es geht um Tschernobyl, alles verschlingend, toxisch,radioaktiv, über leise Stalkertendenzen bis hin zu wirklich abgefahrenen Oden an die Liebe. Der Vorteil: Liebe ist so allumfassend, dass man sie mit allem in Verbindung setzen kann. Egal ob mit einem Kernkraftwerk, einem Friedhof, einem Bier oder eben mit Österreich.
Maria hat die Tendenz die falschen Männer zu lieben, Jelena liebt gar nicht, oder doch? Und ganz klar herausgearbeitet ist, dass Liebe für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Und wer sich nicht selber liebt, hat es schwer.
Mich hat dieses Buch überzeugen können mit einer völlig losgelösten Sichtweise auf das Leben. (und auf Österreich) *grins Bezaubert hat mich der Sprachgebrauch. In einer Welt des ungeliebten Genitivs wieder solch wunderschön geordnete deutsche Sprache zu lesen hat mich begeistert. Auch wenn der Inhalt manchmal ein wenig verwirrend scheint, es steckt ein Sinn dahinter. Österreich ist schön. Es polarisiert. Es gibt kein richtig oder falsch, kein schwarz oder weiß. Genau wie in der Liebe.
Achtung, das Buch ist keine einfache Kost. Aber für Liebhaber schöner poetisch durchdachter sinnvoller Kapitel über die Liebe bestens geeignet.