Durch keinen anderen Denker lernt man so gut kennen, was auch die «Sattelzeit» genannt wurde: der Übergang des alten Europa in die moderne Gesellschaft. Ob Aufklärung, die Herrschaft Napoleons oder die Befreiungskriege, ob Industrialisierung, Vormärz oder die großen Entdeckungen – die Welt ändert sich während der Lebensjahrzehnte Georg Wilhelm Friedrich Hegels von Grund auf. Und zwar durch Ideen, die zu Revolutionen führten: politische, industrielle, ästhetische und pädagogische. Nicht umsonst hat Hegel von der Philosophie verlangt, ihre eigene Zeit auf den Begriff zu bringen; nicht ewige Wahrheiten, nicht den Grund allen Seins, sondern die eigene Zeit in Gedanken. Jürgen Kaube erzählt Hegels Leben, erläutert sein Werk und zeigt, wie jene epochalen Umbrüche zum Versuch einer letzten Revolution führen: der des Denkens. Hegel wirkte unter anderem in Jena, dem intellektuellen Zentrum der Klassik mit inspirierender Nähe zu Schiller und Goethe, die er kannte wie die anderen Großen seiner Zeit. Als begnadeter Polemiker stritt er gern, etwa mit den Romantikern; als allseits Interessierter nahm er alles Neue auf. Aber auch dem Persönlichen schenkt Kaube alle Aufmerksamkeit: dem unehelichen Sohn Hegels etwa, der in Indonesien am Tropenfieber starb, oder Hegels Schwester, die an der republikanischen Verschwörung in Württemberg mittat. – Eine faszinierende Biographie – und eine Zeit, in der sich die Welt, unsere Welt, neu formierte. Letzteres lässt dieses Buch auch zu unserer Gegenwart sprechen.
Der Einstieg hat mir ziemlich gefallen. Vor allem Hegels Jugendjahre im Tübinger Stift fand ich anschaulich - was haben sie so gelesen etc. Mit der Zeit hat mein Interesse dann aber etwas nachgelassen. Es wurde eine nicht ganz glückliche Mischung aus philosophischen Ausführungen und historischem Kontext. Am Ende hatte ich das Gefühl, es war weder Fisch noch Vogel. Als Tipp: Wer Lust hat, kann sich das Hörbuch auf Spotify anhören.
Eine sprachlich tolle Biographie eines der einflussreichsten Denker der Geschichte, die mich jedoch nicht mit einem so guten Überblick zurücklässt, wie ich es erwartet hätte.
Zu Beginn habe ich noch recht gebannt von den Jugendjahren gelesen, darauf jedoch das Buch immer öfter zur Seite gelegt; es haben sich die Theorien Hegels und seiner Zeitgenossen etwas zu stark zu vermischen begonnen, sodass ich sowohl die Chronologie seines Lebenslaufs als auch die Kerninhalte seiner Werke nicht ganz erfassen konnte. Vielleicht liegt es an Hegel selbst, aber ich konnte den Biographien Goethes oder Marx‘ von Safranski bzw. Neffe mehr abgewinnen.
Vielleicht wage ich mich bald einmal an Hegels Schriften selbst, und gebe dieser Biographie dann erneut eine Chance – schlecht ist sie nämlich sicher nicht.
Een wel heel fraaie biografie van Hegel. De denkwereld van deze als zeer duister en onbegrijpelijk bekend staande filosoof wordt heel aanschouwelijk gemaakt. Jürgen Keune schotelt ons bovendien een heel interessante man voor. Het is bijvoorbeeld heel mooi om te lezen dat Hegel zich zijn leven lang met kracht tegen iedere vorm van anti-semitisme tewerkgesteld heeft.
Es könnte so spannend sein, wenn Kaube tatsächlich Hegels (Um) Welt beleuchtet hätte. Aber das gelingt ihm nur teilweise. Über viele Strecken wird das Buch zur - ganz hegelisch - drögen Philosophie-Vorlesung, die dem Normalpublikum nicht eingängig sein kann : weder von den Themen noch vom Duktus her. An einigen Stellen blitzt auf, was das Buch sein könnte : ein spannender Einblick in die Welt des frühen 19. Jahrhunderts mit seinen Spannungen und Verwerfungen. Leider gelingt dies viel zu selten.
Ich hatte merh erwartet, der Autor schreibt gut aber macht die Philosophie nicht unbedingt verstaendlicher, es ist schwer eine ganzheitliche Idee aus dem Buch zu ziehen
Herzerwärmend. Der Geliebten schreibt Hegel Gedichte, wovon eines mit den Versen schließt:
“Denn das Leben ist nur Wechselleben, / Das die Lieb in Liebe schafft; / Der verwandten Seele hingegeben, / Tut das Herz sich auf in seiner Kraft, // Tritt der Geist auf freie Bergeshöhen, / Er behält vom Eignen nichts zurück; / Leb’ ich, mich in Dir, Du Dich in mir zu sehen, / So genießen wir der Himmel Glück.”
― Hegel an seine Braut, 13. April 1811, in: Hegel, Briefe, Bd. I , S. 353
auf 5 interessante seiten kommen 10 uninteressante mit wissen und hintergrundinfos die eigentlich niemanden jucken außer ein paar nerds die sich zeitgleich für deutsche philosophie, geschichte und literatur des 19. jahrhunderts begeistern können
Alsooooo ich fand das Cover hübsch das Buch an sich schwankt zwischen spannend und enormer Langeweile. Seine Vorstellung von Frauen & den Rollen die sie seiner Meinung einnehmen sollen hat mich frustriert, argumentier mal mit nem Toten... Aber ich bin so wieso nicht so wirklich die Zielgruppe. Wenn es um Philosophie geht reicht mir "The Good Place" völlig aus.
Einmal mehr ein Buch nur kursiv gelesen, da zu dicht, zu ausführlich für mich: "Hegels Welt" von Jürgen Kaube. Hegel zur Bildung: "Bildung ist Aneignung durch Arbeit" (S.223) - gefällt mir gut. Zudem: Kunst als die sinnliche Präsentation von Ideen.
Stellenweise etwas langatmig, allerdings wird die Studienzeit und die ersten "Erwachsenenjahre" (auch von Hölderlin ;-)) sehr ansprechend beschrieben. Die Jenaer Kulturszene wird lebendig dargestellt. Ansonsten einfach viel aus Hegels Schriften.