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Die Büglerin

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Tonia Schreiber ist Büglerin. Mit der Hand bügelt sie die Wäsche ihrer vermögenden Heidelberger Kunden. Die Arbeit erledigt sie mit Sorgfalt und Präzision, obgleich sie schlecht bezahlt wird. Denn das Bügeln ist ihre Form der Buße. Sie büßt für eine Tat, die ihr Leben unwiderruflich verändert hat. Ein Leben, das unter den besten Vorzeichen stand: Als Tochter renommierter Botaniker verbrachte sie ihre Kindheit auf einer Segeljacht. Später lebte sie in Wien in der elterlichen, mit Aquarien ausgestatteten Villa und zog gemeinsam mit ihrer Halbschwester ihre Nichte Emilie auf. Bis Emilie auf tragische Weise starb. Und Tonia alles aufgab, ihre Freunde, ihren Reichtum, die Wissenschaft. Sie verließ ihre Heimatstadt Wien und begann zu bügeln. Doch das Leben ist noch nicht ganz fertig mit ihr. Denn der Zufall spielt ihr etwas in die Hände, das Emilies Tod in ein anderes Licht rückt.

Paperback

Published January 1, 2020

5 people are currently reading
86 people want to read

About the author

Heinrich Steinfest

44 books31 followers
Heinrich Steinfest was born in Albury, Australia in 1961, but grew up in Vienna, Austria, where he lived and worked as a freelance artist until the end of the 90's. He started out as a writer of science fiction stories before he published his first crime novel Das Ein-Mann-Komplott (The One Man Conspiracy) in 1996. He is currently living in Stuttgart, Germany, and received the German Crime Fiction Award several times as well as the Heimito von Doderer Prize in 2010. His book "Ein dickes Fell" (Thick-skinned) was longlisted for the German Book Award.

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Community Reviews

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9 (6%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Karen·.
682 reviews904 followers
Read
February 27, 2024
I find it very hard to imagine the conversation between Heinrich Steinfest and his publisher pertaining to the title of this one. I mean what would you expect? A book about a woman who irons. Great title, yeah, Heinrich.
Well, yes. But it turns out that she irons for a very particular reason.
It's mean of me to talk this up, as it doesn't seem to be available in English, but I can say that I was vastly entertained (and no, I am not a fan of ironing. My mother used to iron EVERYTHING - tea towels, socks, underwear - my Dad used to say that if they'd had a cat she'd have ironed that too. My ironing is confined to cotton blouses. The next generation doesn't even know where the iron is).
It's a sort of thinking person's why-dunnit, written with originality, wit and irony, and examining plenty of interesting ideas about the nature of reality. Oh, and I like how seriously whisky is taken. Whisky should be taken seriously.
I shall look out for more by Mr Steinfest. His other titles have more instant curb appeal.
Profile Image for Regenfisch.
45 reviews3 followers
September 13, 2022
Ich bin und bleibe einfach Steinfest-Fan. Ich mag seine skurrilen Welten, seine sprachlichen Vergleiche, die Bilder, die so eine tiefe Stimmung erzeugen. Und seine schräge Sicht auf die Welt.
Mehr davon!
Profile Image for Ulrike.
15 reviews1 follower
June 1, 2025
Versponnen, schräg, berührend und durchweg unterhaltsam.
Profile Image for Eretrece.
131 reviews1 follower
January 13, 2023
Tonia Schreiber verbringt ihre Kindheit auf hoher See und widmet sich später, als sie sich in Wien niederlässt, auch beruflich ganz dem Meer - bis zu dem Moment, der alles verändert. Tonia gibt ihr altes Leben auf, geht nach Deutschland, erst nach Hamburg, dann nach Heidelberg, wird Büglerin.

Ich habe "Die Büglerin" von Heinrich Steinfest infolge einer Empfehlung aufgrund des Heidelberg-Bezugs gelesen. Tatsächlich lese ich an Orte geknüpfte Romane besonders dann gerne, wenn ich diese Orte tatsächlich kenne, und habe es genossen, Orte, mit denen ich eigene Erlebnisse verbinde, im Roman wiederzufinden. Vielleicht mache ich irgendwann auch einen Büglerinnentag, gehe auf dem Philosophenweg spazieren (da ich nicht jogge), anschließend im Hallenbad Köpfel schwimmen (wenn mein Fußpilz endlich weg ist) und nachher noch auf einen Absacker in die Bent Bar (obwohl ich nicht weiß, ob ich mich tatsächlich zu einem Whisky hinbewegen lasse).

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an Steinfests Stil zu gewöhnen. Der Roman bietet einige Beispiele für die übermäßige Verwendung von nicht wirklich vollständigen Sätzen, welche ich immer als nervig empfinde.

Wobei die zwei Mädchen, als sie dann selbst erwachsen wurden, sich entschieden, ihre finanziellen Interessen weiterhin von genau jenem Vermögensberater vertreten zu lassen, dem schon ihr gemeinsamer Vater vertraut hatte. Weniger an den Profit denkend als an das Symbol, sich in monetären Dingen diesem einen Mann anzuvertrauen. Dessen Aufgabe nun nicht mehr nur darin bestand, in der bewährten Mischung aus Stillstand und Bewegung eine Vermögensvermehrung zu bewirken, sondern auch Teile dieser Vermehrung abzustoßen. (S. 26-27)


Trotzdem bin ich nach einigen Kapiteln in einen angenehmen Lesefluss gelangt. Die Hinweise darauf, dass der Roman in unserer heutigen Zeit spielt (zum Beispiel kommen Smartphones vor), haben mich jedes Mal aufs Neue aufhorchen lassen, da die Geschichte sonst fast zeitlos wirkte. Eigentlich hat es mir gut gefallen, beim Lesen zumindest gefühlt in eine andere Zeit transportiert zu werden.

Unnötig fand ich Passagen wie die folgenden:

Es war das erste Mal, dass Tonia ihn mit einem Fächer sah. Wozu Mut gehörte, wenn man keine Dame war und kein Modeschöpfer und keine Transe. (S. 215)

Er trug über dem hellen Hemd einen graublauen Anzug, wobei einer der Ärmel in jener akkuraten Weise hochgesteckt war, wie es bei Menschen geschah, denen der Arm oder ein Teil ihres Arms fehlte und die sich weigerten, eine Prothese zu tragen. (S. 271)


Ich weiß nicht, ob es Ansichten Steinfests sind, die sich hier in den Text geschlichen haben, oder ob es seine Absicht war, seine Protagonistin als transphob und bestimmte Normen des "Anstands" für Menschen mit weniger als zwei Armen propagierend darzustellen (oder lese nur ich da etwas Abwertendes heraus?). Auch wenn diese Stellen Tonia möglicherweise etwas weiter gefasst als Person mit konservativen Wertvorstellungen charakterisieren sollen, denke ich, der Roman wäre auch gut ohne sie ausgekommen.



Insgesamt war "Die Büglerin" für mich ein angenehmer Zeitvertreib - nicht mehr und auch nicht weniger.
364 reviews
September 29, 2025
"Sie wollte zwar nicht ihren Körper für jemand Bestimmten aufsparen, aber ihre Seele durchaus."

"das größte Problem zwischen Menschen ist. - Der Überdruss weicht unsere Liebe auf, sodass es uns bereits nervt, wie der andere auf dem Sofa lümmelt oder die Marmelade aus dem Glas löffelt und dabei giftige Geräusche von sich gibt."

"So unsinnig das sein mag, aber wir überlegen immer wieder, was aus den jungen Verstorbenen geworden wäre, hätten sie weitergelebt, und sehen dabei natürlich vor allem die guten Dinge, die nicht geschehen sind und nie mehr geschehen können: das Erleben der Liebe, erfolgreiche Unternehmungen, das Kinderkriegen, das Altwerden. Ja, ausgerechnet das Alterweden, welches uns, den Überlebenden, derart viel Mühe bereitet, empfinden wir bei unseren Toten als deren großen Verlust. Wir denken an unsere Toten und sehen fast nur das versäumte Glück, nicht das versäumte Unglück."

"Die Frage, die ich mir irgendwann gestellt habe, war, ob vielleicht der Trick gar nicht im Verschwinden besteht, sondern darin, etwas vorzuspiegeln, was nicht da ist, nie da war. Dass also die Giraffe überhaupt nicht existiert. Und als sie dann plötzlich weg ist, wir nur das sehen, was auch vorher schon die einzige Wahrheit war: nämlich eine Ruine in Rom, nett beleuchtet"
"'Ich habe das Foto an dieser Stelle aufgehängt um mich an diesen Gedanken zu gewöhnen, an den Gedanken, dass gewisse Dinge, die verschwinden, vielleicht nie da gewesen sind. Und unsere Trauer über den Verlust genauso unsinnig ist wie unser begeistertes Erstaunen über die Fähigkeiten eines Magiers.'"

"Auch wenn der Surrealismus angeblich tot war, in der europäischen Wirklichkeit war er höchst lebendig."

"Ich wollte das Geld loswerden, ohne etwas Gutes zu bewirken."

"Was aber wenn es für die Toten genauso schwer ist, die Lebenden zu sehen wie umgekehrt?"

"Deutsche Züge waren manchmal wie kleine, bockige Kinder, die sich vor Eissalons auf den Boden werfen und eine ganze Zeit lang nicht mehr aufstehen."

"Denn die Paradoxie des Bergsteigens besteht darin, dem Tod nahe sein zu wollen, um ihn dann mit aller und auch letzter Kraft zu vermeiden."

"Ja, Glätte war stets auch ein Ausdruck konzentrierter Erschöpfung. Wenn jegliche Kraft verbraucht war, eine Falte zu bilden."

181 reviews10 followers
July 6, 2021
Irgendwie war mir hier alles zu viel

Der Roman beginnt sehr stark und auch die Sprache hat mich zu Beginn fasziniert. Doch am der Hälfte plätscherte die Geschichte nur noch vor sich hin und auch die Sprache war für mich irgendwann einfach drüber und zu detailliert. Der Roman endete dann relativ plötzlich, jedenfalls im Vergleich zum Rest des Roman (und zur sehr langen Erzählung über die Kindheit der Protagonistin)
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
October 12, 2018
Auf dem Wasser geboren, ein Leben mit einer großen gefühlten Schuld geführt, einen Lebensmenschen gefunden und durch die Rückkehr ins Wasser ihn vor einem tiefen Schmerz bewahrt. So könnte man das Leben der Tonia beschreiben. Mit viel feinem Humor wird es von Heinrich Steinfest beschrieben. Und ich als Bügelmuffel hätte dieser Tonia gerne auch ihr entschuldendes Einkommen vergrößert.
Profile Image for Nadine.
6 reviews
October 18, 2022
Was bin ich froh, dieses Buch für unseren Buchclub ausgewählt zu haben. Das war wirklich ein Ritt. Herr Steinfest vermag es wirklich mit der Sprache zu spielen und eine Menge Diskussionspotential zu liefern. Dazu noch eine Protagonistin mit der ich mich sehr gut identifizieren konnte. Rundum großartig.
1,375 reviews6 followers
September 23, 2019
Interessant zu lesen, wenn auch die Schuld, die sie glaubt zu haben, am Tode ihrer Nichte nicht ganz nachzuvollziehen ist. Sie arbeitet als Büglerin zur Sühne und lebt nur mit dem nötigsten. Der Schluss ist gar nicht schlüssig! Trotzdem gut!
2 reviews1 follower
September 22, 2022
Typical Steinfest. Beautiful language, slightly strange story. Finished in one sitting and loved it.
Profile Image for Michaela.
72 reviews
November 6, 2022
Habe eine ganz Zeit gebraucht, bis ich mich in den Schreib- und Erzählstil reingelesen hatte (war mein erstes Buch von Steinfest). Die Thematik fand ich sehr interessant (Schuldfrage und wie die Protagonistin damit umgeht) aber die Geschichte war mir doch zu langatmig. Das Ende hingegen kommt, meiner Meinung nach, dann auf einmal doch plötzlich. Der Kreislauf der Geschichte schließt sich zwar und ich habe an einigen Stellen mit den Figuren mitgefühlt aber überzeugt hat mich die Geschichte leider nicht besonders.
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