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Arance amare

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Il volume ricostruisce quanto accaduto ad alcuni migranti già incontrati dall'autore a Lampedusa, persone segnate dalle esperienze di fuga dai loro paesi africani di origine eppure piene di speranza per una vita libera in Europa. Molte di queste persone non sono mai più uscite dall'Italia. L'etnologo le ha incontrate di nuovo nelle piantagioni di arance in Calabria, dove restano spesso bloccate per anni come addetti al raccolto, in condizioni di estrema precarizzazione. Mentre attendono nel Sud Italia la conclusione delle loro procedure d'asilo, esse vagano per le strade senza documenti o diritti. Le piantagioni vicine sono quasi sempre l'unica possibilità di trovare un lavoro che garantisca loro la sopravvivenza. Disprezzati dalla popolazione, ospitati in baraccopoli e lontani da qualsiasi cura medica, raccolgono arance per dodici ore al giorno. Per un massimo di 250 euro al mese, sempre che abbiano la "fortuna" di essere prelevati al mattino dai caporali. L'autore si è recato più volte a Rosarno, in Calabria, per documentare da vicino le condizioni di lavoro e di vita dei raccoglitori migranti e raccoglierne le testimonianze. Ne emerge un quadro scioccante: un vero e proprio caso di schiavitù nel bel mezzo dell'Europa.

198 pages, Paperback

Published June 25, 2020

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
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305 reviews5 followers
January 29, 2026
Gilles Reckingers Bittere Orangen ist eine engagierte, aber nicht unproblematische Darstellung der Situation migrantischer Arbeitskräfte in der Landwirtschaft Süditaliens.

Das erklärte Ziel des Ethnographen ist es, das Schicksal dieser Menschen aus der Abstraktion von Statistiken und Schlagzeilen herauszulösen und die Öffentlichkeit für die elenden und ausbeuterischen Verhältnisse zu sensibilisieren. Über mehrere Jahre sucht er den persönlichen Kontakt zu Betroffenen, begleitet sie, hört ihre Geschichten und beschreibt ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Dieses Anliegen ist ehrenhaft und berechtigt. Problematisch wird jedoch die Art der Darstellung. Reckinger traut seinem eigenen Material offenbar nicht genügend, um es für sich sprechen zu lassen, sondern liefert dem Leser die „richtige“ Bewertung gleich mit. Auffällig ist vor allem der durchgehende Gestus der Scham darüber, dass es ihm selbst materiell und rechtlich so viel besser geht als seinen Gesprächspartnern. Die Migranten erscheinen dabei häufig als moralisch integre Gentlemen, während die italienische Mehrheitsgesellschaft fast ausschließlich als kalt, ignorant oder verkommen gezeichnet wird. Begriffe wie „Afrikaner“, „Schwarze“ oder „Einheimische“ werden zwar als kolonial oder rassistisch problematisiert und typographisch markiert, zugleich aber weiterverwendet. Der Anspruch, den Gesprächspartnern auf Augenhöhe zu begegnen, kollidiert so mit einer Haltung des „White Friend“, die der Autor serlbst nicht reflektiert oder überwindet. Nicht selten geht es mehr um sein eigenes Unbehagen als um die Menschen, über die er schreibt.

Die Lebensgeschichten der Migranten gibt Reckinger meist nüchtern wieder, was grundsätzlich angemessen ist. Umso irritierender ist, dass er kaum Distanz zu den Erzählungen einnimmt, obwohl er selbst darauf hinweist, dass viele Betroffene für ihre Asylverfahren lernen, welche Geschichten anschlussfähig sind. Eine kritischere Einordnung der Aussagen findet kaum statt.

Stark ist das Buch immer dann, wenn Reckinger seine emotionale Perspektive zurücknimmt. In einzelnen Kapiteln entfaltet er eine klare, sachliche Analyse der Arbeitsmigration, der rechtlichen Rahmenbedingungen und Fluchtursachen wie der Bürgerkrieg in Lybien und ihrer konkreten Folgen für die Betroffenen. Diese Passagen sind erhellend und überzeugend. Weniger gelungen sind dagegen theoretische Ausflüge, etwa zur Entstehung organisierter Kriminalität in Süditalien, bei denen er auf vereinfachende Erklärungen zurückgreift, die der Forschungslage kaum gerecht werden.

Insgesamt wirkt Bittere Orangen weniger wie eine souveräne ethnographische Analyse als wie die Darstellung eines realen Unrechts durch einen emotional stark involvierten, wohlhabenden Beobachter, der mit seiner eigenen Rolle ringt. Dieses Ringen ist nachvollziehbar, schwächt jedoch die Darstellung eines sehr realen Problems: der systematischen Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte in Kalabrien und darüber hinaus. Gerade dadurch verliert das Buch an Überzeugungskraft, wo es eigentlich am meisten überzeugen müsste.

Rating: 2.5/5
Sprache gelesen: Deutsch
Gelesen im Jahr: 2026
27 reviews1 follower
October 2, 2022
Questo libro ti fa rendere conto delle ingiustizie e controsensi della nostra società. Il racconto si ferma alla situazione del 2016, sarei curiosa di sapere ora nel 2022 come si è evoluta.
In Italia uno dei problemi più gravi è l’ignoranza.
Non so se ci siano soluzioni ai problemi sollevati da questo libro… comunque è un ottimo esame di coscienza sulla società italiana e globale. Dove ci porterà il capitalismo?
14 reviews
May 1, 2022
Da leggere assolutamente, scritto bene e racconta fatti reali di cui ogniuno dovrebbe essere al corrente ma di cui non si parla mai
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