Heiligabend im Zug. Und an Bord eine Leiche … Am 24. Dezember sitzt Bruno Häusler im letzten ICE des Tages von Hamburg nach München. Während im Dunkeln die Schneelandschaft an ihm vorbeizieht und Mitpassagiere Glühwein und Plätzchen auspacken, denkt er an die Feiertage mit seiner Ex-Frau und den erwachsenen Kindern. Da betritt eine aufgewühlte Frau den Großraumwagen. Der ältere Mann in ihrem Abteil hat gesundheitliche Probleme. Als sie bei ihm ankommen, ist er bereits tot. Hatte er einen Herzinfarkt? Oder war sein Kaffee vergiftet? Was als beschauliche Bahnfahrt beginnt, wird unerwartet zu einem Weihnachtskrimi, der den Frieden der Weihnacht gefährdet.
Im November kann man sich ja schon mal langsam auf Weihnachten einstimmen, deshalb habe ich mir "Mord im Santa-Express" von Jan Beißen geschnappt. Ein Toter in einem Zug - und es gibt keine bzw. viele Verdächtige. Das erinnert auf den ersten Blick an Agatha Christie und ihren "Mord im Orientexpress". Wer diesen Stil mag, der wird auch hier auf seine Kosten kommen. Der Krimi zeichnet sich durch sehr sympathische und unterschiedliche Figuren aus, die sich alle zufällig begegnen, weil sie an Heiligabend im ICE von Hamburg nach München sitzen. Ich fand es gelungen, wie die einzelnen Figuren und die Beweggründe für ihre Reise kurz vorgestellt wurden, denn so konnte man sie immer gut einordnen. Ansonsten ist die Handlung relativ unaufgeregt, was für eine entspannte Lesestimmung sorgt. Es gibt wie gesagt einen Toten, allerdings geht es recht unblutig zu. Man kann den Krimi also auch mit schwachen Nerven lesen. Eingeteilt ist das Buch in unterschiedliche Kapitel, die sich an den verschiedenen ICE-Haltestellen orientieren. Das war sehr passend und hat das Setting nochmals unterstrichen. Erzählt wird auch aus den unterschiedlichen Perspektiven der Reisenden bzw. Zugangestellten, sodass immer wieder kleine Cliffhanger entstehen, die zum Weiterlesen animieren. Es gibt einige überraschende Wendungen, allerdings ist die Lage nie so verzwickt, dass man als geübter Krimileser nicht schon eine Vorahnung entwickelt. Das fand ich allerdings nicht schlimm. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und auf jeden Fall Lust auf Weihnachten gemacht.
Ein gefälliger Krimi, der perfekt in die Weihnachtszeit passt. Das 'Verbrechen' war ausgeklügelt und auch wenn ein Schuldiger bekannt war, gab es gegen Ende nochmal eine interessante Wendung, die für Spannung sorgte. Die Romanze hätte man sich sparen können, aber das ist reine Geschmackssache. Insgesamt hat mir der Krimi ein paar sehr unterhaltsame und entspannte Stunden bei Tee und Plätzchen beschert - was will man mehr?
Manchmal ist das Leben schon seltsam. Ich liebe Bücher über Züge. Schon seit Jahren. Doch in den letzten Monaten habe ich kaum mal ein Buch zu diesem Thema in der Hand gehabt. Und dann direkt dieses. Sicherlich der Schneemann auf dem Cover gab den ersten Ausschlag... Aber die Geschichte... Ein Traum für jeden, der Detektivgeschichten liebt.
Es ist Heiligabend. Bruno erwischt den letzten Zug von Hamburg nach München, um am ersten Weihnachtstag bei seiner Ex und seinen Kindern sein zu können. Er setzt sich auf seinen reservierten Platz und beginnt zu lesen: Agatha Christe "Mord im Orient-Express" (Sorry, aber spätestens jetzt hat der Autor mich. 😍) Die Fahrt beginnt ruhig, denn die meisten Reisenden haben bereits frühere Zugverbindungen genommen, um ihre Verwandten zu besuchen. Doch was anfangs seltsam anmutet, ein Weihnachtsmann der Schokoladenweihnachtsmänner verteilt, der Mann, der Getränke verteilt und auch die Frau, die völlig verstört durch den Wagen stolpert, um sich einen Platz zu suchen, endet mit dem Tod eines Reisenden. Als Teil des Szenarios bietet der Zug nur eine beschränkte Auswahl an Verdächtigen und doch bringt der Autor nach dem Tod des Reisenden noch die eine oder andere Person ins Spiel, die vielleicht ein Interesse daran haben könnte, dass der Reisende tot ist. Doch warum? So zahlreich die Verdächtigen, so unterschiedlich sind auch die möglichen Motive und man begleitet Bruno auf seiner misslichen Suche. Denn wem kann man trauen?
Für mich der Weihnachtskrimi diesen Jahres! Ich mag die Mischung aus klassischer Detektivgeschichte und den versteckten Andeutungen auf Agatha Christie, den "locked room"-Effekt und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, die immer wieder auf die Probe gestellt werden.
Sich selbst nicht übermäßig ernst nehmend, beginnt dieser Krimi für die Feiertage schon damit, dass der Kinderarzt Bruno Häusler sich in den ICE von Hamburg nach München setzt und „Mord im Orientexpress“ zu lesen beginnt. Und auch in diesem Zug gibt es schon bald eine Leiche, die aber augenscheinlich keinen Mord verbirgt… Trotzdem lässt Bruno irgendetwas keine Ruhe. Ist es der nervöse Kellner, der seltsame Weihnachtsmann oder einfach seine neue Damenbekanntschaft? Kitschig? Ja! Unterhaltsam? Sehr! Weihnachtlich? Auf jeden Fall! Trotz eingebauter Liebesgeschichte und eher einfacher Handlung kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen. Es liest sich gut und neben absurden Vorkommnissen, bleibt weder der Humor noch die Spannung auf der Strecke. Hier ist garantiert: keine Grausigkeiten und jede Menge Nostalgie, was auch im Nachhinein für gute Stimmung sorgt.