Rechtsextreme Positionen werden immer offener vertreten, spalten die Gesellschaft und erschüttern unsere Demokratie. Woher kommt der Hass? Gegen wen richtet er sich? Welche Strategien verfolgen rechtsextreme Parteien und Individuen? Wer unterstützt sie – und mit welchen Mitteln? Was ist die Neue Rechte? Kann man mit Rechtsextremen diskutieren? Sollte man es? Was kann die Politik, was kann jeder Einzelne tun, um die Demokratie zu stärken und gegen Rechtsextremismus vorzugehen? Der bekannte Rechtsextremismus-Forscher Matthias Quent bietet in diesem Buch Antworten auf die wichtigsten Fragen.
CW: Diskussion von Fremdenhass, Mord, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit uvm
Ich habe dieses Buch in der Bibliothek gesehen, Matthias Quent als Autor gelesen und habe das Buch natürlich sofort mitgenommen. Da das jetzt nicht mein Einstieg in das Thema war, waren mir eigentlich alle Dinge hierin schon bekannt, deshalb auch der halbe Stern Abzug. Aber als ein Einstieg und einen generellen Überblick finde ich das Buch wirklich gut!
Es ist klar strukturiert in 33 Fragen und Antworten, viele davon sind auch Fragen die in alltäglichen Diskussionen um das Thema aufkommen (ich habe einige schon in familiären Kontexten gehört, als etwas über das Thema geredet wurde).
Mir hat wohl am meisten die Auflistung von Ressourcen, um über das Thema informiert zu bleiben geholfen, genau das hatte mir nämlich bisher noch gefehlt und ich hatte bisher nicht geschafft mich mal ein bisschen schlau zu machen. Deshalb ein kurzer Überblick den Quent hier gibt: Belltower News, der Störungsmelder auf Zeit Online, die linken Fachmagazine Der rechte Rand und Antifaschistisches Infoblatt und die Bundeszentrale für politische Bildung. Als wissenschaftliche Zeitschrift wird auf die Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung (ZRex) verwiesen, die seit 2021 erscheint.
Und schließlich wird auch hier ganz klar herausgestellt, dass eine Notwendigkeit besteht für die demokratischen Grundwerte, für Menschenrechte, Gleichstellung und Vielfalt einzutreten. Sehr prägnant ist der finale Satz: "Wirksames Handeln gegen Rechtsextremismus beginnt nicht mit dem Kampf gegen extreme Rechte, sondern mit couragiertem Engagement für Gleichheit, Freiheit und Solidarität."