Künstliche Intelligenz ist heute überall. Sie steckt im Smartphone, in medizinischen Geräten oder im Kühlschrank. Sie säubert unseren Haushalt und überwacht Aktienkurse. Auch künstlerische Prozesse werden immer häufiger automatisiert: Maschinen erschaffen Skulpturen, komponieren Musikstücke oder malen Bilder, die für viel Geld versteigert werden. Und natürlich schreiben sie auch Texte. Aber was heißt es, wenn wir sagen, dass eine Maschine kreativ ist? Dadurch, dass in poesie.exe zunächst die Hinweise auf die Urheberschaft des jeweiligen Textes fehlen, kommt es zu einer Art literarischem Turing-Test. Lässt sich noch unterscheiden, ob ein Text von einem Computerprogramm oder einem Menschen verfasst wurde? Und: Spielt das am Ende überhaupt eine Rolle? Dieses Buch enthält Texte von menschlichen Autorinnen und Autoren sowie von Maschinen. Über dem jeweiligen Beitrag steht nicht, wer oder was ihn verfasst hat. Auf diese Weise entsteht ein Ratespiel: Wie gut dichten Computerprogramme? – Ein raffinierter und poetischer Beitrag zur KI-Diskussion.
Posie.exe widmet sich der Frage, inwieweit wir Werke losgelöst von ihren Künstlern betrachten können.
Wird unsere Wahrnehmung von Kunst doch meist auch von der dahinterstehenden Person beeinflusst.
Was ist also, wenn es sich dabei um eine künstliche Intelligenz handeln könnte?
Beim Lesen der Texte habe ich mich wieder beim Fragen ertappt: Würde ein Mensch das schreiben? Kann eine KI so etwas verfassen?
Das lässt das Lesen zur einer Art Turing-Test werden, dessen Auflösung mindestens so spannend ist wie die Werke selbst.
Lieblingstexte:
- Der Frieden und die Räubertochter mit der Narbe im Gesicht, aber alle gucken lieber Germany’s next Topmodel. - Liebe - Verbrauchte Luft - Homeoffice - 12 - Wir vermissen nichts - “hör auf zu” - I. - II.