Murat Cem kommt als Kind türkischer Gastarbeiter nach Deutschland. Sein Umfeld ist geprägt von Gewalt, Drogen und gescheiterter Integration. Haltlos rutscht er in die Drogenszene seines Problemviertels hinein. Als die Polizei ihn festnimmt, verrät er seinen besten Freund, der gleichzeitig sein Partner im Drogengeschäft ist und entgeht so einer längeren Gefängnisstrafe.
Im Folgenden entwickelt er eine immer engere Beziehung zur deutschen Polizei. Schon bald hilft er ihnen dabei, Kriminelle und Drogendealer zu entlarven. Es gelingt ihm sogar, einen Mordfall aufzuklären und dem Mörder ein Geständnis abzuringen. Seine Arbeit wird für die Polizei so wertvoll, dass er immer häufiger Aufträge bekommt, teilweise an mehreren Orten gleichzeitig arbeitet und schließlich als wichtigste Vertrauensperson in den innersten Kreis der Salafistenszene eindringt und Anschläge verhindert.
Doch nicht immer geht alles glatt. Einmal fliegt Cem durch seine echten Papiere auf, einmal errät seine Zielperson, dass er ein Spitzel ist, ein anderes Mal fährt er mit einer Handgranate im Kofferraum durch die Gegend.
Ein Jahr lang haben die Redakteure des Spiegel mit Cem über sein Leben, seine Familie und seine Tätigkeit als V-Mann geredet. Entstanden ist ein Porträt, das durch seinen Detailreichtum und seine unbeschönigten Einblicke in von Gewalt, Kriminalität, Fanatismus und Radikalität geprägte Welten besticht.
Gleichzeitig ist es ein kritisches Porträt, das einem im System Unsichtbaren und Stummen eine Stimme verleiht. Das Buch offenbart die Mängel und gesetzlichen Lücken, die dazu führen, dass die eigenen Mitarbeiter nicht geschützt werden, an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, letztlich ihr Leben in einem Zeugenschutzprogramm fristen müssen und, wie im Falle von Cem, arbeitslos sind.
Das Buch lebt von seinem Protagonisten, von dessen Wandelbarkeit, dessen Anpassungsfähigkeit und dessen scheinbar mühelosem Wechsel zwischen den Welten. Auf 300 Seiten fasst dieses Buch zwanzig Jahre eines Ausnahmelebens zusammen, das es in sich hat.
Dieses Buch ist ein absolutes „must read“ für Menschen, die sich für die Umstände interessieren, unter denen V-Männer (und Frauen) in Deutschland arbeiten. Bei diesem speziellen Fall wird das ganze Ausmaß des Staatsversagens deutlich, was sicherlich nur ein Beispiel für ein Problem des Systems darstellt.
Auf allen Ebenen ein sehr packendes, gut geschriebenes und informatives Buch!
Super spannendes und interessantes Buch. Direkt weiter verschenkt. An manchen Stellen ist es aber auch sehr kompliziert und am Ende hat es etwas seine Längen :/
Es ist sehr Spannend und interessant geschrieben. Man kommt direkt in die Lebensgeschichten von Murat Cem rein. Interessant ist es deswegen, weil es der Realität entspricht und diese "Brutale" Welt einfach mal klar und deutlich zeigt. All das was wir alle, hoffentlich niemals so real miterleben werden wie Murat Cem.
Und spannend, weil es sehr gut geschrieben ist. Schon der Prolog versetzt einen direkt in die Lebensgeschichte des Mannes der sich hier Murat nennt. Er lässt uns an seiner "Arbeit" teilhaben. Das traurige ist das es seine Lebensgeschichte ist. Er weiß nie was passiert und ob er sicher sein wird. Aber seine Arbeit ist einfach so wichtig. Von uns gibt es eine klare Leseempfehlung für jeden der sich für Sachbücher und Kriminalitätsarbeit der Polizei interessiert. Ein Mann (Murat Cem, dies ist natürlichnicht sein richtiger Name) packt über seine Undercover Arbeit als v- Mann aus.
Das Cover passt sehr gut zur Lebensgeschichte und ist deswegen sehr gut gewählt. Der Schreibstil ist flüssig, man kann der Geschichte stets folgen und alles nachvollziehen. Die Geschichte von Murat Cem ist sehr informativ und aufschlussreich verfasst worden. Manche Informationen sind wohl daher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, aber durch die Hintergrundinformationen ist das Geschehen nachvollziehbar.