Im Landgericht wird eine tote Zeugin entdeckt, die seit Tagen unbemerkt in einer Toilettenkabine lag. Die Frau sollte in einem Verfahren aussagen, das von Zorns Lebensgefährtin, Oberstaatsanwältin Frieda Borck, geführt wird. Für Zorn und Schröder beginnt damit der bereits zehnte gemeinsame Fall – Dienstjubiläum sozusagen.
"Zahltag" ist dabei weniger brutal und erschütternd als der teils heftige Vorgänger und wählt einen etwas anderen Ansatz. Hier wird der/die Mörder/in nämlich relativ früh enttarnt, was auf gewisse Weise leider etwas Spannung aus dem klassischen Miträtseln herausnimmt – die Frage nach dem „Warum“ hält den Plot jedoch bis zum Schluss interessant. Etwas unglaubwürdig wirkt allerdings, dass die Geschehnisse erneut eng mit dem persönlichen Umfeld der Hauptfiguren verknüpft sind – ein erzählerisches Muster der Reihe, das inzwischen etwas überstrapaziert wird.
Abgesehen davon gibt es die gewohnten Neckereien zwischen Zorn und Schröder, die zwar manchmal etwas albern wirken, aber dennoch amüsieren und natürlich auch den Charme der Serie ausmachen. Besonders gelungen ist wieder das Hörbuch, das erneut lebhaft von David Nathan gelesen wird, welcher die Figuren gekonnt zum Leben erweckt. Insgesamt ist der Jubiläumsband vielleicht nicht der intensivste, aber dennoch ein spannender und unterhaltsamer Zorn-Krimi, der auch im zehnten Band noch sehr gut funktioniert.