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Alef

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Was kann Liebe überwinden?

Maja wächst in Ostdeutschland auf. Ihre Mutter Astrid ist eine Karrierefrau, sie hat zwar ein Alkoholproblem, geht aber aus der Wende als Gewinnerin hervor. Majas Vater Wolf weiß hingegen nach der Wende nichts mehr mit sich anzufangen. Ein Teil der Familie driftet nach rechts. Eitans Vater ist mit Holocaust-Überlebenden aufgewachsen – Eitans Großmutter hat Theresienstadt zwar überlebt, sitzt seitdem aber tagtäglich am Fenster und wartet auf die Rückkehr ihres in Auschwitz ermordeten Bruders Sigi. Seine Mutter stammt aus dem Irak, aus dem ihre Familie nach einem Pogrom nach Israel geflohen ist. Als Maja und Eitan sich begegnen, prallen zwei Welten und zwei Leben aufeinander. Eigentlich ist es die eine, die ganz große Liebe. Aber Eitan fühlt sich nicht wohl in Deutschland und Maja nicht in Israel. Für Eitan ist es wesentlich, dass Maja Jüdin wird, doch sie kämpft mit dem Glauben. Alef erzählt die Geschichte zweier Familien, einer deutschen und einer israelischen. Es ist eine Geschichte von Schicksalsschlägen und Veränderungen, von Schuld und davon, was Liebe überwinden kann – und was nicht.

414 pages, Hardcover

Published March 23, 2021

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About the author

Katharina Höftmann Ciobotaru

5 books4 followers

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5 stars
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14 (4%)
1 star
4 (1%)
Displaying 1 - 30 of 34 reviews
Profile Image for Elena.
1,035 reviews418 followers
April 6, 2021
Als Maja und Eitan sich im Urlaub in Indien treffen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden wissen sofort, dass sie zusammen gehören, dass ihre Herzen schon immer auf der Suche nach einander waren. Sie verbringen einige wunderschöne Urlaubstage miteinander, dann kehren beide in ihren Alltag zurück - Maja nach Deutschland, Eitan nach Israel. Dass sie es nicht ohneeinander aushalten merken sie schnell. Dass aber auch ein Miteinander schwierig wird müssen sie auch bald erkennen. Denn der jüdische Eitan, aufgewachsen und tief verwurzelt in Israel, mit einer großen Familie, die ihm trotz vieler Traumata Rückhalt bietet, fühlt sich in Deutschland fremd und ungewollt, der Atheistin Maja hingegen fällt es schwer, sich in Israel zurecht zu finden und vor allem mit der von Eitan gestellten Bedingung, dass sie Jüdin werden muss. Was kann Liebe überwinden? Wo stößt sie an ihre Grenzen?

Katharina Höftmann Ciobotaru geht mit ihrem ersten literarischen Roman "Alef" genau diesen Fragen auf den Grund - und noch so vielem mehr! Ich habe mir von "Alef" eine etwas andere Liebesgeschichte erwartet, abseits der gängigen Erzählungen. Diese Erwartung wurde erfüllt und ich habe darüber hinaus noch eine ganze Ladung anderer Themen bekommen, die ich eben nicht erwartet hätte, die aber wunderbar in dieses Buch eingebaut wurden und es schlussendlich zu einem ganz besonderen Leseschatz gemacht haben.

Die eine Hälfte des Buches befasst sich nämlich nicht direkt mit Maja und Eitan, sondern mit der Geschichte ihrer Familien, alles eingebettet in den historischen Kontext. Maja wurde in Rostock geboren, ihre Eltern sind in Ostdeutschland aufgewachsen, deren Eltern haben eine Rolle im zweiten Weltkrieg gespielt. Eitan wurde in Israel geboren, seine Großmutter Väterlicherseits ist eine Holocaust-Überlebende, seine Großeltern Mütterlicherseits sind aus dem Irak geflohen. Die Autorin arbeitet in "Alef" einige geschichtliche Ereignisse ein wie beispielsweise den Jom-Kippur-Krieg, den Golf-Krieg, den Mauerfall und den Brand des Sonnenblumenhauses in Rostock-Lichtenhagen 1992. Der Roman gewinnt so nicht nur an Tiefe, sondern ich hatte auch das Gefühl, beim Lesen viel Wissen mitnehmen beziehungsweise auffrischen zu können. Zudem bringt Katharina Höftmann Ciobotaru den Leser*innen viele Aspekte und Bräuche des Judentums näher.

Ich habe diesen feinfühligen, tiefgründigen und sprachlich wunderschönen Roman sehr gerne gelesen. Bücher, die mich nicht nur unterhalten, sondern mir auch neues Wissen, andere Lebensrealitäten und verschiedene Blickwinkel eröffnen, liebe ich ganz besonders. "Alef" erzählt von Liebe und Schuld, Täter*innen und Opfern, Herkunft und Heimat. Lesenswert und eine meiner liebsten Neuerscheinungen in diesem Jahr bisher!
Profile Image for Imke.
239 reviews
March 26, 2021
In Alef erzählt Katharina Höftmann Ciobotaru von Eitan und Maja, einem Israeli und einer Deutschen, die sich verlieben und sofort wissen, dass sie zusammen bleiben wollen. Zuerst leben sie zwei Jahre in Berlin, doch Antisemitismus und Fremdsein zermürben Eitan, lassen die Beziehung fast scheitern. Dann gehen sie nach Israel, um dort einen Weg zu finden, zusammen zu bleiben, Maja beginnt trotz großer Zweifel die Giur.

Es geht um Liebe, aber nicht nur, denn Katharina Höftmann Ciobotaru verbindet die Familienerzählungen mit der politischen Geschichte der beiden Länder, erzählt von einzelnen Episoden, wie etwa dem Jom-Kippur-Krieg, dem Golfkrieg 1990/91 oder der Grenzöffnung der DDR, aber auch von der Reichsprogromnacht 1938 und von KZs.

Der Roman bewegt sich in einem Raum zwischen Schmerz auf der einen und Schuld auf der anderen Seite, zwischen Israel und Deutschland, lässt die belastete und schwierige Geschichte der Länder auf dem Rücken von zwei jungen Menschen austragen, ein Gewicht, das zu schwer ist, das jeden zu Fall bringen würde, was es bei Eitan und Maja auch fast schafft.

Es geht um jüdisches Leben, aber auch um den israelischen Staat, seine Feiertage, seine Geschichte, über die Kriege, die dort ausgetragen wurden. Aber die Autorin stößt auch Diskussionen an, zu Identität, zu Täter- und Opfervölkern, zur weitervererbten Last auf beiden Seiten, zum Schuldempfinden, zu Religion und Glauben.

Dieser Roman formuliert das Bedürfnis nach Entlastung, die Sehnsucht nach Leichtigkeit und Glück wie kein anderer, duldet aber zugleich kein Vergessen oder Verdrängen, sondern sucht die Auseinandersetzung mit schmerzhaftester Geschichte, ist dabei kraftvoll und bereichernd.

Ein Buch, das Sichtweisen öffnet und emotional packend ist, mich jedenfalls hat es zum Weinen gebracht! Für mich ein Über-Highlight, große Liebe!
Profile Image for janasbuecherwelt.
304 reviews21 followers
December 14, 2021
Meine kleine eigene Challenge ist es, alle Bücher des Ecco Verlags im Regal stehen zu haben und auch zu lesen.
Demnach musste "Alef" auch unbedingt bei mir einziehen. Sogar ohne zuvor den Klappentext gelesen zu haben.
Etwa 2/3 des Buches beschäftigt sich "nur" indirekt mit den beiden Protagonisten Maja und Eitan. Nämlich mit der Geschichte der Eltern und Großeltern von den beiden. Dabei werden viele geschichtliche Ereignisse, darunter der Zweite Weltkrieg, der Jom-Kippur-Krieg, der Mauerfall sowie der Golf-Krieg und weitere, erwähnt und in einen Kontext zu den Familiengeschichten gebracht. Dabei erhält man als Leser:in eine ganz besondere Tiefe zu den Protagonisten. Neben den geschichtlichen Aspekten sind Traditionen des Judentums ein wichtiges Thema in dem Roman.
"Alef" ist ein Roman, der berührt, bewegt und keine klassische Liebesgeschichte ist. Denn "Alef" ist so viel mehr.

Für mich ist der Debütroman von Katharina Höftmann Ciobotaru hervorragend geschrieben, ein wichtiges und sehr lehrreiches wie interessantes Thema, das mich von Beginn an mitreißen, begeistern konnte. Eine große Leseempfehlung an alle!
Profile Image for Juls Hui.
108 reviews4 followers
March 28, 2022
Ein sehr beeindruckendes Buch und definitiv keine 0815 Liebesgeschichte! Selten habe ich so interessante Beziehungsdynamiken gelesen und auch die Beschreibungen der jeweiligen Lebensrealitäten in Deutschland und Israel haben mich in den Bann gezogen. Zusätzlich habe ich auch sehr viel dazugelernt und zu vielen Themen, wie Maya, eine neue Sichtweise erhalten. Absolute Empfehlung!
Profile Image for Tilmann.
73 reviews4 followers
July 4, 2021
Alef von Ciobotaru besteht aus einer Nacherzählung der jeweiligen Familiengeschichten von Maja sowie Eitan. Leider hat mich der Roman bei Weitem nicht so ‚berührt‘, wie es bei anderen Rezensenten gewesen zu sein schien.

Da häufig für meinen Geschmack übertrieben gefühlsbetonte Beschreibungen (‚Alles war schön/gut/perfekt./Es ging ihm gut.‘) aneinander gereiht wurden und jede Wendung bis ins kleinste, teilweise für den Roman aus meiner Sicht nebensächliche Detail erklärt werden musste, war es für mich eher anstrengend zu lesen. Die Familienhistorie wirkt zudem vielmehr abkopiert, bestehend aus vielen Klischees zu israelischen Immigranten sowie den nostalgischen Erzählungen aus der ostdeutschen Verwandtschaft. So erschien mir Vieles bekannt, wie z.B. die Geschichten der enttäuschten Übersiedler, der Treuhand oder der Schicksalsschläge aus der Nachwendezeit, kurzum, mir fehlte es insgesamt an Tiefgang und Schärfe.

Mir passiert es nicht oft, aber ich musste das Buch nach S. 250 abbrechen und werde nun nicht mehr erfahren, wie sich Maja und Eitan überhaupt kennengelernt haben.
Profile Image for Britta.
399 reviews38 followers
May 10, 2021
Großgroßgroßartig.
Profile Image for travelartandbookblogger .
120 reviews5 followers
June 25, 2021
Alef von Katharina Höftmann Ciobotaru ist ein autobiographisch angehauchter Roman, der zwei Familiengeschichten miteinander verwebt. Auf der einen Seite steht Maja, die mit ihrer Familie in der DDR aufwächst und auf der anderen Eitan, ein Jude, der in Israel lebt. Thematisiert werden hochaktuelle Themen wie die Schuldfrage der Deutschen durch den Holocaust oder der Rechtsradikalismus im Osten Deutschlands.

Zunächst wechseln sich bis zur Begegnung der beiden Protagonist*innen die Perspektiven der beiden Erzählstränge ab, so wird die Spannung bis zum tatsächlichen Aufeinandertreffen immer weiter aufgebaut und man erfährt gleichzeitig interessantes Hintergrundwissen der Familiengeschichten. Nachdem das Paar sich gefunden hat, dreht sich die Handlung vor allem darum, dass Eitan möchte, dass Maja zum Judentum konvertiert.

„»Aber du bemühst dich«, lenkte Eitan jetzt ein, weil er Majas bedrücktes Gesicht sah, »du bemühst dich, die andere Seite zu sehen, und wenn du erst einmal übertrittst, wirst du auch die Religion besser kennenlernen. Du wirst sie praktizieren und an dir arbeiten, so lange, bis der Antisemitismus in dir immer kleiner wird.« »Ich will nicht konvertieren, um kein Antisemit mehr zu sein.« »Nein, klar, du konvertierst natürlich in erster Linie für mich.«“ (325)

Gut gefallen haben mir zunächst der Erzählstil, außerdem finde ich das Cover wirklich wunderschön. Was mich enttäuscht hat, war der unsensible Umgang mit manchen Themen. Irgendwie erwartet man ja von einem Buch automatisch, dass, wenn es sich mit der sensiblen Thematik Antisemitismus beschäftigt, es auch in anderen Bereich sensibel ist - dem war aber nicht so. N- und Z-Wort werden ausgeschrieben und es werden viele rassistische Äußerungen unkommentiert reproduziert.

TRIGGERWARNUNG

„»Es gibt schon wieder Stress mit den Z*«“ (219)

„»Und seien wir doch mal mal ehrlich, die meisten Flüchtlinge, vor allem die sogenannten ‚Roma‘, sind doch nicht Schutzsuchende, sondern viel eher Schatzsuchende. […] Die Z* klauen, spucken, kacken und pissen überallhin.«“ (223)

„David, hinter dem Reporter, hob seinen Arm zum H*gruß. Die ganze Gruppe um Sven herum lachte. »S* h*«, flüsterte Nicole in sein Ohr.“ (233)

„Herrschte doch noch Recht und Ordnung hier, das hier war Rostock, nicht Westafrika.“ (233)

„Dann waren die Asiaten Fidschis, die Schwarzen Bimbos und die Türken Kanaken.“ (242)

„Ni*“ (243) - zweimal!

„Na, wenigstens kein Inder, die stinken doch nach Curry.“ (289)

Außerdem gibt es misogyne Stellen und Bodyshaming im Buch:

„Astrid arbeitete gut und gerne mit Männern zusammen. Diese Zusammenarbeit empfand sie als ehrlicher und direkter, während sie bei weiblichen Kolleginnen immer das Gefühl hatte, ihre Worte mehr abwägen zu müssen, um keine Gefühle zu verletzen.“ (164)

„Währenddessen stopfte sie Pralinen in sich rein, wurde noch fetter, als sie eh schon war.“ (219)

„»Aber Friseuse wäre auch cool«“ (231)

„Und bei dem lauten Getratsche der meisten Frauen hörte man ihn auch kaum, wenn man mal ehrlich war“ (377)

„Sie fragte nicht, warum Mirjam ihr ganzes Leben einem Gott widmete, dem jüdische Männer jeden Morgen dafür dankten, dass er sie als Mann geschaffen hatte und nicht als Frau oder Sklave oder Nichtjude.“ (378)

Und auch im Bezug auf Palästina spiegelt das Buch auf jeden Fall eine sehr zionistische Perspektive wider:

„Ich bewundere die Opfer, die befreit wurden, aus Asche ein eigenes Land gründeten“. (321)
Profile Image for Johanna.
64 reviews28 followers
April 7, 2021
Dieses Buch zählt schon jetzt zu meinen absoluten Jahresfavoriten.
Herzlichen Dank an den Ecco Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ich wusste eigentlich gar nicht so recht, was ich von diesem Roman erwarten soll, bevor ich anfing ihn zu lesen.
Schon nach den ersten 50 Seiten war ich komplett im Bann der Geschichte, der Lebenslinien der Familienmitglieder unserer beiden Protagonisten Maja und Eitan, deren Liebesgeschichte der Grund dafür ist, dass diese beiden Linien zusammentreffen.
Eitan, ehemaliger Soldat bei der israelischen Armee, dessen Großeltern mütterlicherseits aus dem Irak flohen und dessen Großmutter Bella Theresienstadt überlebte und seither auf ihren verschollenen Bruder Sigi wartet.
Maja, deren Kindheit durch die Umstände in der DDR und den erstarkenden Rechtsextremismus in ihrer Heimatstadt Rostock geprägt war.
Die ersten zwei Drittel des Romans fächern die Familienhintergründe der beiden in ihrer Unterschiedlichkeit und den Gräben, die sie hinterlassen haben, auf, welche Maja und Eitan im letzten Drittel gemeinsam versuchen zu überwinden.
Die Liebe zwischen ihnen trägt eine schwere Last auf ihren Schultern, da sie trotz ihrer unglaublichen Stärke, doch so viel von ihnen fordert. An mancher Stelle scheinen die Gräben zwischen ihnen und ihrer Lebensrealität unüberwindbar. Doch Maja und Eitan glauben an ihre Liebe und die Kraft, die sie mitbringt, um Vergangenes gemeinsam aufzuarbeiten und zu erinnern, auch wenn es schmerzhaft ist. Sie beide geben viel, um die gemeinsame Zukunft, die sie sich wünschen, zu ermöglichen und es ist ein schmaler Grad zwischen den Brücken, die sie bauen um zusammen sein zu können, und der Selbstentfremdung.
„Alef“ ist keine klassische Liebesgeschichte, es ist so viel mehr als das. Es erzählt die Geschichte zweier Länder, Israel und Deutschland, die wie keine andere miteinander verwoben ist. Die Liebe zwischen Maja und Eitan, die sich über Grenzen hinweg spannt, hat eine Tiefe, wie ich sie kaum gelesen habe, ohne dabei kitschig oder unrealistisch zu wirken.
Die Erzählung der Familiengeschichten der beiden nimmt im Roman sehr viel Raum ein und genau das war es, was ihn für mich so unglaublich stark gemacht hat, da ich reine Liebesromane eigentlich nicht sehr gerne lese.
Jede Person im Roman hatte ihre eigenen Züge, eine ganz eigene Art, die die Autorin unglaublich scharf nachzeichnen konnte. Trotz der Vielzahl an Schicksalen, die hier beleuchtet werden, wurde die Erzählung nie unübersichtlich und bildet am Ende ein großartiges Bild der beiden Länder und Familien.
Sprachlich klar und an manchen Stellen poetisch, mit Sätzen die bis ins Mark gingen und mich zur ein oder anderen Träne gebracht haben. Starke Bilder und Gefühle. Eine Geschichte an die man sich erinnert, die etwas mit dir macht.
Ich habe mit diesem Buch einiges dazu gelernt, über Israel, die DDR und das Judentum.
Mich konnte der Roman absolut begeistern – eine ganz ganz große Herzensempfehlung!

Profile Image for Tobias.
86 reviews9 followers
May 23, 2023
Das eine Liebesgeschichte mich einmal so begeistern und so viel zum Nachdenken bringen würde, dass hätte ich vor „Alef“ nicht gedacht. Es wäre aber auch zu einfach, den Roman von Katharina Höftmann Ciobotaru, erschienen im @eccoverlag, „nur“ als eine Liebesgeschichte zwischen Maja und Eitan zu beschreiben. Es ist die Geschichte zweier Menschen, welche auf den ersten Blick kaum verschiedener sein könnten und welche doch so eng verbunden sind.
Bei „Liebe auf den ersten Blick“, wie bei Maja und Eitan, kennen sich die Menschen noch nicht, welche sich direkt verbunden fühlen. Sie kennen nicht die Vergangenheit des jeweils anderen oder die Geschichten der Familien, die uns auch heute noch prägen. Doch wenn ein Mensch für die Ewigkeit mit einem anderen Menschen das Leben teilen möchte, dann erfährt Mensch so viel. Nicht immer schöne Dinge. Nicht immer gibt es Antworten auf gestellte Fragen und nicht immer Fragen auf vorhandene Antworten.

Mit „Alef“ hat Katharina Höftmann Ciobotaru ein Werk geschaffen, was beim Lesen zur Reflexion einlädt, zum Hinterfragen und zum Fragen stellen. „Alef“ ist deutlich mehr als eine Liebesgeschichte, es ist eine Geschichte für die Menschen.
Profile Image for Bianca Sandale.
559 reviews21 followers
September 4, 2021
Unbedingt lesenswert
Liebesgeschichte zwischen den Kulturen, jüdischer Glaube trifft auf eine Ostdeutsche Familie und deren Geschichten
Profile Image for Jani Flow.
65 reviews5 followers
May 1, 2021
ALEF ist eine weite Reise. Gekauft habe ich es, weil mir das Buch sehr gut gefällt (ich kaufe nur schöne Cover:)) und weil ein Teil der Handlung in der DDR stattfindet. Mit meiner Kindheit im „Land, das verschwand“ verbinde ich ganz intensive Gefühle und lese und schaue unheimlich gern Sachen darüber.
Diese 400 Seiten enthalten aber viieel mehr, von Ostdeutschland gehts in den Irak und nach Israel, nach Indien, zurück nach Rostock und Berlin und schließlich Tel Aviv. Reicht Liebe aus, um Unterschiede zu überbrücken, die tief verwurzelt sind? Was bedeuten Religionszugehörigkeit und Glaube? Die Autorin erzählt so gut und glaubhaft, weil sie selbst einiges davon erlebt hat. Kluge und authentische Lektüre, die viele Fragen stellt, supi!!!
Dieser neu gegründete #eccoverlag hat mich außerdem neugierig gemacht. Er verlegt ausschließlich Bücher von Autorinnen. #waswirlesenwollen
Profile Image for laleliest.
430 reviews66 followers
March 31, 2021
„Alef wie Ahava wie Liebe wie Eitan. Mit ihm verschwand der Zweifel auf ihrem Herzen, und für kurze Momente gelang es ihr, das Glück zu fassen, es festzuhalten und anzusehen. Aber wer sie war, was sie ausmachte, das alles stand nun auf dem Prüfstein. Sie war angekommen und gleichzeitig auf eine Reise gegangen, die niemals enden würde.“ [Höftmann Ciobotaru, 2021, S.298]

Maja wurde in Rostock geboren und ist dort auch aufgewachsen. Ihre Mutter Astrid kommt ebenfalls aus Ostdeutschland, hat aber damals die erste Möglichkeit genutzt und ist in den Westen gegangen. Seitdem ist sie glücklich, wenn auch mit Alkoholproblem. Ihr Vater Wolf hingegen ist seit der Wende orientierungslos. Andere Teile von Majas Familie werfen 1992 Steine auf das brennende Sonnenblumenhaus. Eitan hingegen ist Jude und ist in Israel aufgewachsen, nachdem seine Mutter aufgrund eines Pogroms aus dem Irak geflohen ist. Seine Familie ist mit Überlebenden der Shoah direkt im Kontakt oder hat diese selbst erlebt. Bei einer Indienreise lernen sich Maja und Eitan kennen und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Können diese zwei absolut verschiedenen Welten zusammenpassen?
Dieser Roman ist mir näher gegangen als erwartet, da er zu größten Teilen in meiner Heimat (und der der Autorin) spielt und ich demnach noch einen ganz anderen Bezug zu den Inhalten hatte. „Alef“ beschreibt zur Hälfte die Geschichten und Schicksale der Familien und zur anderen Hälfte die Geschichte von Maja und Eitan, welche von den Hintergründen der Eltern geprägt wird. Dabei erhalten Maja und ihre Einstellungen mehr Spielraum als die von Eitan, was mich automatisch mehr mit ihr mitfühlen lassen hat. Der Schreibstil ist angenehm und dank eines Familienstammbaums sowie eines Glossars sehr gut verständlich und leicht zu folgen. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt Generationskonflikte punktiert und realitätsnah. In meinen Augen ist dies ein wichtiger Roman, welcher nicht nur mit geschichtlichen Aspekten punkten kann.
7 reviews
March 6, 2025
4.5 - das Ende kommt dem Anfang nicht gleich. Eitans Erleben/Perspektive ist nicht so detailliert erzählt wie Majas. Dadurch verliert der Konflikt in manchen Passagen an Schärfe. Die direkte Rede ist an manchen Stellen nicht so gut geschrieben.
Profile Image for Marie-Christine.
101 reviews14 followers
March 28, 2021
Poëtisch | kraftvoll | emotional | berührend | trennend | gedankenvoll | lesenswert
Profile Image for Johanna.
27 reviews2 followers
January 24, 2022
Ich würde dem Buch am liebsten 10 von 5 Sternen geben! Die Geschichten der einzelnen Personen werden so schön zusammengeführt!
7 reviews
May 4, 2025
Super tolles Buch, witzig geschrieben, regt zum nachdenken an: was kann Liebe überwinden? wie wichtig ist die eigene Herkunft, Sprache und Traditionen.
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
410 reviews21 followers
April 19, 2023
Wie schön bitte war das? Ich liebe ja bei Isabel Allende schon immer, wenn eine Geschichte sich über mehrere Generationen zieht. 'Alef' ist in dieser Hinsicht ganz ähnlich und doch sehr anders. Ausgehend von den Protagonist*innen Maja und Eitan, aufgewachsen in Deutschland und Israel, erfahren wir nicht nur mehr über sie, sondern auch über die zwei Generationen vor ihnen.

Besonders komplex ist das, weil ein Teil von Eitans Familie aus Shoah-Überlebenden besteht und Antisemitismus eine große Rolle in der Familiengeschichte einnimmt, während Majas Familie von der Vergangenheit bis heute unübersehbare Nazi-Berührungspunkte aufweist.
So geht es in der aufkeimenden Beziehung zwischen Maja und Eitan nicht nur um die große Entfernung ihrer Wohnorte, sondern auch um Schuld und den Umgang mit Erinnerungsarbeit.

Neben dem Schreibstil von Höftmann Ciobotaru hat mir sehr gefallen, wie die Welten der Protagonist*innen immer wieder aufgebrochen und miteinander in Verbindung gebracht werden - sei es durch Fluchterfahrungen, Entfremdung, Krieg, oder Umgang mit Verlust.

Grade durch die Vielschichtigkeit der Generationen hatte ich immer wieder das Gefühl, Neues zu erfahren und in neue Leben einzutauchen. Interessant war auch die Schilderung des Zusammenbruchs der DDR aus der Perspektive von DDR-Bürger*innen, für die alles Bekannte schwindet.

Am Anfang war es etwas schwer, den Überblick zu behalten, aber dafür gibt es vorne einen Stammbaum mit allen vorkommenden Familienmitgliedern. Zum Ende hin war mir der Part über die Konvertierung etwas zu langatmig, ansonsten war es ein tolles Leseerlebnis.

CN: Geburt, Ableismus, Vergewaltigung, Alkoholismus, Mord, Tod, Krieg, Abtreibung, Holocaust, Verfolgung, Antisemitismus, Rassismus, Stalking, Fatshaming, Z-Wort, Antiziganismus, Anschlag Rostock-Lichtenhagen, N-Wort
137 reviews1 follower
July 31, 2022
*3,5 Sterne

Das Buch war ursprünglich ein Zufallsfund. Umso mehr war ich auf es gespannt. Greift es doch am Beispiel der DDR und des israelischen Staates die Frage nach Heimat und der Suche nach dieser auf. Das spannende daran ist, dass sich dieses Motiv immer wieder zu wiederholen scheint. Erst die Flucht vor dem Holocaust nach Israel, dann der Zusammenbruch der DDR nach dem Mauerfall und schließlich die Frage nach dem geeigneten Land zum Leben für Maja und Eitan; immer wieder begeben sich die Protagonisten und ihre Vorfahren auf die Suche nach dem, was sie für sich als Heimat identifizieren können. Diese große inhaltliche Stärke des Romans ist leider zugleich seine größte Schwäche. Um die sich Generation für Generation wiederholende Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat aufgreifen zu können, erzählt die Autorin ausführlich die Lebensgeschichte der einzelnen Protagonisten sowie ihrer Vorfahren nach. Dies ist gerade am Anfang stellenweise etwas monoton. Die Detailtiefe dieser Nacherzählungen hätte ich mir stattdessen für die Identitätssuche von Maja und Eitan gewünscht, die sie nach ihrem Umzug nach Israel bzw. Deutschland durchmachen.
Profile Image for Julebu.
184 reviews3 followers
January 12, 2024
Das breite Familienpanorama hat mich überzeugt. Die Liebesgeschichte weniger. Ich konnte den Widerwillen, dass Eitan von Maja die Konvertierung verlangt hat, nicht überwinden, weil es mir so so fremd ist. Aber es fasziniert mich, warum Menschen Halt in der Religion suchen, und die Erklärungen im Roman (wie ein Geländer, wie ein Gefängnis), überzeugten auch.
Die Einblicke in das Judentum und in Historie und Alltag von Israel sind faszinierend.
Nach hinten raus fand ich es zu lange, aber es entspricht dem zähen, langwierigen Prozess der Giur eigentlich sehr gut.
Die episch erzählten Familiengeschichten fand ich überhaupt nicht zu lange, jede der Figuren hat mich sehr interessiert, Jaffa, Bella. Die DDR als Land, das verschwand und Israel als geträumtes, Realität gewordenes Land, ist ein wirklich hochspannendes Thema.
70 reviews1 follower
June 25, 2021
Was für ein Buch! So viel Geschichte, so viel Leben, so viele Menschen in diesem einen Buch. Ein akribisch ausgearbeiteter Einblick in das, was entstehen kann und was zutage tritt, wenn sich Deutsche und Israelis plötzlich treffen. Eine Geschichte über eine große Liebe, aber v.a. über die Geschichten der beiden Liebenden. Ich hatte deutlich mehr Erzählung über die Beziehung erwartet, der größere Teil des Buches widmet sich den Familiengeschichten, aber genau das macht dieses Buch besonders und gut. Es wird viel Geschichte erzählt und in Beziehung zueinander gesetzt, jüdische, deutsche, israelische, DDR. Und das alles sehr gelungen verwoben in eine Liebes- und Lebensgeschichte. Große Leseempfehlung!
Profile Image for Jule.
347 reviews15 followers
April 12, 2023
Vor allem die ersten beiden Drittel des Buchs sind sehr spannend. Es werden verschiedene Ereignisse in Deutschland und Israel seit dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah unter Einbezug zweier Familien erzählt.
Im letzten Drittel geht es überwiegend um die romantische Paarbeziehung zwischen zwei Mitgliedern der beiden Familien.
Die Sprache des Buches ist leicht und anschaulich und erlaubt es, sich den verschiedenen Protagonist*innen verbunden zu fühlen.
23 reviews
July 1, 2021
4.5 Sterne. Mitreißend geschriebene Geschichte über zwei Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Gut gefallen hat mir die detaillierte Beschreibung der Familien, sowohl in der DDR als auch im Irak und in Israel. Gut recherchiert. Am Schluss ein bisschen langwierig, was aber ggfs auch gut den ebenfalls langwierigen Prozess für den religiösen Übertritt widerspiegelt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Marina Schmidt.
3 reviews26 followers
July 29, 2021
Großartig geschriebene und einfühlsam erzählte Geschichte; in der Beschreibung zeitgeschichtlicher Ereignisse, familiärer Begebenheiten und deren Verknüpfung tritt die Liebesgeschichte gerade genug in den Hintergrund, um nicht kitschig zu werden. Wer sich für deutsche, jüdische, israelische oder allgemein für Geschichte interessiert, sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben!
15 reviews1 follower
August 22, 2021
„Wie wird man überhaupt eins und bleibt doch man selbst? Und was soll das heißen, man selbst bleiben, wenn man die Hälfte von sich aufgeben muss, nur um mit dem Menschen zusammen zu sein, den man liebt.“
Profile Image for Christina.
2 reviews
April 16, 2021
Wahnsinn. Lieblingsbuch. Man kann nicht in Worte fassen wie ergreifend dieses Buch ist. Man wird völlig in die Geschichte hineingesogen und hat von Anfang an das Gefühl die Figuren zu kennen.
Displaying 1 - 30 of 34 reviews

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