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Herzfaden

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Ein großer Roman über ein kleines Theater: die Augsburger Puppenkiste.

Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden, auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber die Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. "Herzfaden" erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien.

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First published January 1, 2020

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About the author

Thomas Hettche

27 books8 followers
Thomas Hettche is a German author.

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Community Reviews

5 stars
374 (35%)
4 stars
418 (39%)
3 stars
228 (21%)
2 stars
34 (3%)
1 star
8 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 144 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,031 followers
September 16, 2020
Now Shortlisted for the German Book Prize 2020
I was fully prepared to hate this, but HOLY CRAP DOES HETTCHE DELIVER with this historical novel about the family of puppeteers who founded the famous marionette theater "Augsburger Puppenkiste ("puppet chest from Augsburg").

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Hannelore "Hatü" Oehmichen, our main character

At the beginning of the book, set in the now, we meet a little girl who runs away from her father during a production of the Augsburger Puppenkiste and tries to hide in the attic - not knowing that this is where the company stores its treasures (really!). As she enters the magical space, she shrinks to the size of a puppet and encounters all the classic marionettes everybody in Germany knows: Kasperl, Urmel, Little King Kalle Wirsch, you name it. And between these living puppets, she meets Hannelore "Hatü" Oehmichen (still human-sized), the daughter of theater founder Walter Oehmichen. Hatü tells the girl her story, which is the story of the Augsburger Puppenkiste, which in a way is the story of Germany.

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Walter Oehmichen as the aviator with The Little Prince

Walter Oehmichen was an actor who was sent to the front twice during WW II - yup, he was in the Wehrmacht. He was a POW and when he returned home in 1945, his theater was completely destroyed. With his family and some friends, he started a new puppet theater - and readers who think that Hettche gives us nostalgic childhood memories and escapism for all those who grew up with the stories of the Augsburger Puppenkiste (which is: absolutely everybody born after 1950) are dead wrong. Hatü's coming-of-age story is a story about guilt, trauma, about how to tell stories after the holocaust, about amputees and wooden dolls, about the relationship between Nazi soldiers and their children who roam the ruins of their home towns, and about how to deal with the past - a key word in the text is "Erlösung" ("salvation").

You won't find the word "heart string" ("Herzfaden") in any German dictionary - while it is used in English, it's not an actual German word, but an artificial compound word that Walter uses to describe the magic of puppetry to Hatü: He explains that the most important string of a puppet is the one that connects it to the hearts of the audience, the heart string. The heart string makes the puppet come alive. How do you build the heart strings of puppets if you aim to adress what happened before, in and after the war?

In Hettche's narrative, we have many short chapters that alternate between the events in the attic, where the girl interacts and converses with the puppets and Hatü, and the story of Hatü which she tells the girl. The whole set up is of course reminiscent of The Neverending Story, and the beautifully designed book is also set in two colors, thus paying homage to Michael Ende who is also a character in "Herzfaden". The writer is responsible for one of the biggest successes of the Augsburger Puppenkiste, as he wrote Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.

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Michael Ende, author of The Neverending Story and Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, with Jim and Lukas

This is not only a very good novel, it's catnip for the judges of the book prize: It's deep, well written, but very accessible - this novel will sell. I'm still rooting for Allegro Pastell, but Hettche might take the cake this year. Plus: This is the kind of novel that needs a translation, because it says so much about Germany and about the effects of WW II that have traveled through time as intergenerational trauma. When I found out about the secret of Kasperl, I was just as shocked as Hatü and the girl - the war is still present.

You can learn more about the novel in the final installment of Papierstau Podcast's Book Prize battle royale, #4.
Profile Image for Steffi.
1,123 reviews272 followers
October 10, 2021
Was für eine schöne Reise in die eigenen Kindheitserinnerungen mit der Augsburger Puppenkiste. Wobei es bei mir ja vor allem die „Katze mit Hut“ war, an die sich aber kaum noch jemand erinnern kann und die auch hier keine Rolle spielt.

Eine Reise aber auch in die Kriegszeit und die ersten Jahre der Nachkriegszeit, in der Walter Oehmischen mit Frau und Kindern ein Marionettentheater gründet, das nach dem Krieg als Augsburger Puppenkiste wiederbelebt wird. Wie schön, dass Hettche diese Lücke im Wissen um unsere Nachkriegskultur hier schließt.

Neben der Begegnung mit Urmel, Jim Knopf und Kasperl geht es also auch Verstrickungen, Mitläufertum, Trostlosigkeit und wie das Marionettentheater Hoffnung und Flucht vor alldem bietet, aber auch (und zunehmend) einen Resonanzraum für die jüngste Vergangenheit. Die Inszenierung von Der kleine Prinz, die wunderbar beschrieben wird, steht für diesen Spagat zwischen Schönheit und Traurigkeit, Kinder- und Erwachsenengeschichte.

Nicht zu kurz kommt die besondere Magie dieses Theaters, wenn dem Puppenschnitzer und dem Marionettenspieler selbst die Puppe immer wieder lebendig erscheint, ihren eigenen Regeln zu folgen scheint; ganz zu schweigen von dem titelgebenden Herzfaden, der die Marionette mit dem Herzen der Zuschauer verbindet.
Das ist immer sehr emotional, dabei aber nie kitschig.

Auch die Aufmachung des Buches hat mich sehr angesprochen. Während die Geschichte von Hatü (=Hannelore Marschall) in blauer Schrift gesetzt wird, begegnet uns auf der Gegenwartsebene ein zwölfjähriges Mädchen, das sich in eine Phantasiewelt der berühmtesten Figuren der Puppenkiste verirrt (in roter Schrift). Dieser Farbwechsel erinnerte mich an Michael Endes Die unendliche Geschichte, was sicher kein Zufall ist, denn sein Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer war der erste TV-Mehrteiler der Puppenkiste.
Profile Image for nettebuecherkiste.
687 reviews180 followers
October 27, 2020
Augsburg, Jetztzeit: Ein junges Mädchen flüchtet sich nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste in ein dunkles Zimmer und gelangt durch eine Art Geheimtür in den Marionettenraum. Die Marionetten versammeln sich, scheinbar lebendig geworden, um sie herum. Schließlich erscheint auch eine große Frau, die sich „Hatü“ nennt und beginnt zu erzählen, wie die Augsburger Puppenkiste während des Krieges entstand.

Romane, die auf zwei Zeitebenen angesiedelt sind, finden sich wie Sand am Meer, doch selten können sie ein sprachliches Niveau wie das von Thomas Hettche vorzeigen. Und selten handeln sie von einem Stück Fernsehgeschichte, das den meisten deutschen Ü-30-Menschen so eine geliebte Kindheitserinnerung sein dürfte. Wer in meinem Alter oder älter ist, ist mit der Augsburger Puppenkiste groß geworden. Ob Urmel, Kalle Wirsch oder Jim Knopf oder dann später die Katze mit Hut oder Schlupp vom grünen Stern, irgendwie haben sie alle geliebt. Die Marionetten strahlen eine Magie aus, die mithilfe des „Herzfadens“ entsteht, laut Hatü der wichtigste, wenn auch unsichtbare Faden einer Marionette. Jene Hatü entpuppt sich als Hannelore, die Tochter des Begründers der Augsburger Puppenkiste Walter Oehmichen. Es ist ihre Geschichte, die auf der zweiten Zeitebene des Romans erzählt wird, beginnend kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Es ist diese Zeitebene, die den meisten Raum einnimmt, die Ebene der Jetztzeit bildet lediglich den Rahmen für die Geschichte und die schließliche Auflösung einer zentralen Frage des Buches: Was hat es mit dem scheinbar bösen Kasperl auf sich?

Die beiden Zeitebenen haben jeweils eine eigene Schriftfarbe, die moderne ist rot gedruckt, die ältere blau, was natürlich „Die unendliche Geschichte von Michael Ende“ zum Vorbild hat, der gegen Ende auch einen kleinen Auftritt hat.

Denis Scheck meinte über „Herzfaden“, das hätte auch gewaltig schiefgehen können. Ist es aber nicht. Thomas Hettche schafft es, die Leser*innen zu verzaubern, die Erinnerungen an die eigene Kindheit zu wecken, ein bisschen Wehmut kommt auf und trotz der teils schlimmen Erlebnisse Hatüs während des zweiten Weltkrieges macht die Lektüre einfach nur Freude.

„Herzfaden“ ist ein ganz wunderbares Buch, das sich niemand entgehen lassen sollte.
Profile Image for Peter.
401 reviews236 followers
October 14, 2021
Hettche hat zwei Dinge gewollt und keines richtig erreicht. Weder die Hommage an Michael Ende durch Verwendung zweifarbigen Drucks und dem Wechsel zwischen magischer und realer Erzählebene, noch die biographische Erzählung von Hannelore ("Hatü") Marschall-Oehmichens Leben haben mich so angesprochen, wie ich gehofft hatte. Schade. Dabei sind die Augsburger Puppenkiste und ihre Geschichten von Jim Knopf, Kalle Wirsch und Urmel im Eis immer noch sehr präsent in meiner Erinnerung. Für mich als Kind waren diese Figuren so real wie echte Schauspieler. Das Erwecken dieser Kindheitserinnerungen hätte genügt, um dem Roman eine märchenhafte Stimmung zu geben. Auf der anderen Seite geriet die Familiengeschichte im Spannungsfeld des Nationalsozialismus - Hatüs Vater Walter Oehmichen war Kulturfunktionär des Systems - wie ein Theaterstück und die Bedeutung des Fernsehens für die Puppenkiste und umgekehrt kam zu kurz. Keine verlorene Lesezeit für mich, aber eine verlorene Chance für den Autor - zumindest in meinen Augen.
Profile Image for Semjon.
766 reviews505 followers
October 7, 2021
Leider konnte mich das Buch nicht so fesseln, wie ich mir das im Zuge der Buchpreisverleihung 2020 erwartet hatte. Hettche galt ja schon als Geheimfavorit auf der Shortlist, das Feuilleton begeistert, allenthalben Jubelreviews auf Goodreads. Mehrdimensionale Erzählweise. Auseinandersetzungen mit der NS-Zeit und Entwicklung des Puppentheaters im Nachkriegsdeutschland. Und dann auch noch illustriert und mehrfarbig gedruckt. Ein echter Hinschauer.

Nur dumm, dass mich die Augsburger Puppenkiste und Michael Endes Bücher schon als Kind nie interessierten. So blieb es für mich nur eine nett erzählte Geschichte einer bewundernswerten Familie aus Augsburg, die in Zeiten von Schutt und Asche den Menschen wieder Lebensfreude schenken wollten mit ihren bescheidenen Mitteln. Ich habe diese Familiengeschichte in dunkelblauer Schrift gerne gelesen. Die fantastische Rahmenhandlung aus der Jetzt-Zeit (offensichtlich gesponsert von der Firma Apple, so oft wie das iPhone erwähnt wurde) ging mir dagegen auf die Nerven. Diese Anspielung auf die Fantasielosigkeit der entwurzelten Jugend war mir zu plakativ. Mir hätte die chronologisch erzählte Familiengeschichte völlig ausgereicht.
Profile Image for Cynnamon.
784 reviews135 followers
September 28, 2021
For English version please scroll down

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Ein Roman über Deutschlands bekanntestes Puppentheater und eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen

Trotz hoher Erwartungen ist es diesem Buch gelungen, mich zu überraschen, weil es mir außergewöhnlich gut gefallen hat.

Thomas Hettche erzählt hier die Geschichte der Augsburger Puppenkiste aus der Perspektive von Hannelore Marschall, genannt Hatü. Hatü war die Tochter des Puppentheatergründers Walter Oehmichen und war von Anfang an als Puppenschnitzerin und Puppenspielerin dabei.

Die Ausburger Puppenkiste entsteht erstmals noch während des zweiten Weltkriegs, hat es nach dem Krieg schwer, ist aber dann bei den ersten Fernsehübertragungen dabei und wird bekannt.

Bei mir hat dieser Roman sehr widerstreitende Gefühle hervorgerufen. Auf der einen Seite hat mir die Erwähnung der Augsburger Puppenkiste, ihrer Puppen und Stücke sofort eine warme Kindheitserinnerung ins Herz geholt und ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Die schonungslose und unmittelbare Schilderung der Gräuel der Nazizeit und der Schrecken des Krieges hat mir jedoch sehr zu schaffen gemacht. Hettche schreib eine Prosa, die den Leser von Anfang an mitnimmt und die Geschichte sehr bildhaft vermittelt.

Die zweite, phantastische Zeitebene, die sich auch in der Druckfarbe unterscheidet, hätte ich nicht wirklich gebraucht, aber ich empfand sie auch nicht als störend.

Ein wunderbares Buch, dem ich sehr gerne 5 Sterne gebe,

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b> A novel about Gernany's most popular puppet theater and one of my favourite childhood memories

Despite high expectations, this book managed to surprise me because I liked it exceptionally well.

Thomas Hettche tells the story of the Augsburger Puppenkiste from the perspective of Hannelore Marschall, known as Hatü. Hatü was the daughter of the founder of the puppet theater, Walter Oehmichen, and was there from the start as a puppet carver and puppeteer.

The Ausburger Puppenkiste was first created during the Second World War, had a hard time after the war, but was then included in the first television broadcasts and became well known.

This novel made me feel very conflicting. On the one hand, the mention of the Augsburger Puppenkiste, its puppets and plays immediately brought warm childhood memories to my heart and put a smile on my face. The relentless and direct description of the atrocities of the Nazi era and the horrors of the war got to me very much, though. Hettche writes a prose that takes the reader right along from the start and conveys the story very vividly.

I didn't really need the second, fantastic time level, which also differs in the printing colour, but I didn't find it disturbing either.

A wonderful book which I gladly assign 5 stars,
Profile Image for Anika.
967 reviews324 followers
September 21, 2020
ETA: [Dieses Buch haben wir auch im Papierstau Podcast besprochen: Folge 119: Buchpreis Longlist #4]/ETA

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 (Shortlist)

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Augsburger Puppenkiste - die Geschichte hinter den Geschichten, wenn man so will. Im Mittelpunkt steht Hannelore "Hatü" Oehmischen, die schon als Kind, kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, von der Theater- und Schnitzleidenschaft des Vaters angesteckt wird. Was als Unterhaltung für Bekannte beginnt, wird schnell größer, doch erst nach dem Krieg erstrahlt die Puppenkiste dauerhaft in neuem Glanz.

Neben der Geschichte der Familie Oehmichen und ihres Puppentheaters wird das Thema Jugend/Kindheit im Krieg hier eindrucksvoll behandelt: Hatü, die den geliebten Vater an die Front verabschieden muss, die sieht, wie alte Nachbarn und Freundinnen erst zusammengepfercht werden und dann verschwinden, in deren Umfeld fast jeder Verwundete, Gefallene und/oder Ausgebombte zu beklagen hat. Nach dem Krieg bestimmt das Trauma das Bild - sowohl im Großen, als auch im Kleinen. Wie soll der Neuanfang gelingen? Und so wird die Geschichte der Kiste und ihrer bekanntesten Puppen gewissermaßen als Geschichte der Zeit und der Menschen, die in ihr leben, erzählt. Dabei helfen die Puppen, das Theater und die Geschichten selbst verschiedenen Menschen auf ganz unterschiedliche Art dabei, sich von den Traumata des Kriegs bzw. der NS-Diktatur abzulenken oder sie zu verarbeiten - teils bewusst, teils unbewusst. Die Sprachlosigkeit der jungen BDR - die Marionetten litten nicht darunter.

Neben dieser historischen Geschichte gibt es eine Art Klammererzählung in der Gegenwart, in der sich ein Mädchen auf dem Dachbodes des Theaters verirrt und dort auf eine erwachsene Version/Vision von Hatü und zahlreiche Marionetten trifft, die ihr die Geschichte der Puppenkiste erzählen. Die Parellelen zu Die unendliche Geschichte sind natürlich unübersehbar (und das Buch ist nicht nur strukturell, auch layouterisch u.a. dank verschiedenen Satzfarben, eine große Hommage an Endes Klassiker). Beide Erzählstränge treiben sich gegenseitig vorwärts, die Puppen auf dem Dachboden der Gegenwart erinnern an ihre Geschichte aus der Vergangenheit.

Wer hätte gedacht, dass die Geschichte der Augsburger Puppenkiste so erzählens- und lesenswert ist? Ich sicherlich nicht! Ich habe mich beim Lesen sogar gefragt, warum sie nicht schon längst erzählt worden ist - aber vielleicht hat es erst Thomas Hettche gebraucht, um sie genau so zu erzählen, wie er es tut. Nun ist aber auch genau diese Art des Erzählens, die hier wunderbar passt und sich geradezu aufdrängt, leider auch der Grund, warum mir das Buch zwar gefallen hat, es mich alte Realitätsfetischistin aber nicht restlos begeistern konnte: Mir persönlich hätte reale, also die historische Geschichte der Familie Oehmischen vollends genügt. Die Kapitel der Gegenwart mit ihrem fantastischen Einschlag (Visionen, sprechende Puppen, schrumpfende Kinder usw.) haben diesen für mich sehr interessanten Erzählstrang leider immer jedes einzelne Mal unnötig unterbrochen. Und ja, mir ist absolut bewusst, dass gerade diese Verquickung das Besondere an diesem Buch ausmacht - meinen Geschmack trifft es trotzdem nicht. Aber hey, ich konnte mich schon als Kind nur wenig für Puppentheater und Co. begeistern (tatsächlich ist mir im Sinne von "gerne als Kind gesehen" von der Puppenkiste nur die "Katze mit Hut" in positiver Erinnerung geblieben, und die kommt im Buch leider nicht vor).

Also: Für mich ein spannender Blick in die politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschichte der 30er bis 60er Jahre. Ich schätze, Nostalgiefans der Puppenkiste und Leser*innen mit mehr Liebe für fantastische Episoden und märchenhafte Erzählweisen kommen hier sogar noch mehr auf ihre Kosten.
Profile Image for Jenny's Lesestoff.
96 reviews46 followers
February 24, 2021
Märchenhaft schön, trotz der dramatischen Thematik. Auf Grundlage der wahren Entstehungsgeschichte der Augsburger Puppenkiste.
Profile Image for Julia.
271 reviews54 followers
December 31, 2020
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mich dieses dermaßen verzaubern würde. Es ist unglaublich gut geschrieben, überzeugt durch Tiefe, gleichzeitig bleibt es aber unglaublich zugänglich. Die Verknüpfung zwischen der Familiengeschichte der Oehmichens, geprägt vom zweiten Weltkrieg, und dem zweiten, eher märchenhaften, Handlungsstrang, angesiedelt in der Gegenwart, in der die Puppen vor den Augen eines namenlosen Mädchens erwachen, hat in meinen Augen perfekt funktioniert und dem Buch einen besonderen Charme verliehen.
Profile Image for leilanis_books ..
231 reviews11 followers
April 6, 2021
Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst, schreibt Saint – Exupery
S. 214

Als ich mein erstes Buch „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche las, war ich von der poetischen Sprache der wuchtigen Sprachgewalt, aber zugleich auch von der Zeitgeschichte der wir folgen durften begeistert.

Nun also „Herzfaden“

Hettche sagt selber, dass die historischen Stoffe, über die er schreibt, ihn finden und weiter „Diese besondere Magie der Marionetten habe ich versucht einzufangen.“
Und so spüren wir als Leser besagten „Herzfaden“ der uns mit diesem Buch verbindet und einen nicht mehr los lässt.

„Der Herzfaden?“ fragt Hatü
„Der wichtigste Faden einer Marionette. Nicht sie wird mit ihm geführt, sondern mit ihm führt sie uns. Der Herzfaden einer Marionette macht uns glauben, sie sei lebendig,
denn er Ist am Herzen der Zuschauer festgemacht“
S. 64

Denn wenn wir aufhören sie zu bewegen, ist sie für den Zuschauer nichts anderes als totes Holz. Und dann wird sie wieder lebendig. Märchenhaft sind nicht die Geschichten,
die wir erzählen, ein Märchen ist das Erzählen selbst.“
Der Herzfaden denkt Hatü
S. 167

Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden,
auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber die Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat
und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat.

Michael Ende sagt am Ende des Romans::

„Ich wehre mich einfach dagegen, zu werden, was man einen richtigen Erwachsenen nennt. Eines jener entzauberten, banalen, aufgeklärten Krüppelwesen,
das in der entzauberten, banalen, aufgeklärten Welt sogenannter Tatsachen existiert. Wissen Sie: In jedem Menschen lebt ein Kind, ob wir neun Jahre alt sind
oder neunzig. Und dieses Kind, das so verletzlich und ausgeliefert ist, das leidet und nach Trost verlangt und hofft, dieses Kind in uns bedeutet bis zu unserem
letzten Lebenstag unsere Zukunft.
S. 272

Profile Image for EllaFuchs.
165 reviews47 followers
January 8, 2022
Obwohl ich Jahrgang 1964 bin habe ich überhaupt keinen Bezug zur Augsburger Puppenkiste. Wir hatte zeitweise keinen Fernseher und als wir einen hatten , durfte ich fast nichts sehen.
Deswegen haben die Passagen im Buch, in denen sich das Mädchen mit den Marionetten bei mir wohl weniger ausgelöst, als bei Menschen, die mit den Marionetten der Puppenkiste aufgewachsen sind.
Trotzdem gefiel mir sehr die Würdigung Michael Endes und St. Exuperies.
Wirklich gefallen hat mir Hettches Art ganz "nebenher" große gesellschaftliche Fragen der Kriegs-und vor allem Nachkriegszeit anzureißen. Die gegenseitige Unsicherheit- wer war auf welcher Seite? wer hat was getan?. Und das Unvermögen darüber zu reden. Eine Freundschaft zerbricht darüber.
Dann hat Hettche es geschafft mich durch seine Beschreibungen der Jahreszeiten und Umgebungen sofort in eine Atmosphäre zu versetzen. Ich habe mich dorthin versetzt gefühlt. Und das ist etwas, was ich sehr mag: sich in Geschichte versetzen lassen.
Profile Image for Lieblingsleseplatz .
233 reviews44 followers
October 27, 2020
Nichts habe ich in der Schule mehr gehasst als Geschichtsunterricht (ok, Völkerball vielleicht). Ich weiß nicht warum. Denn uninteressiert bin ich ja nicht, aber dröge Verträge und Kriege über Kriege mit all ihren Strategien wieder und wieder zu behandeln hat dazu geführt, dass all die Jahreszahlen und Namen nie dauerhaft den Weg in meinen Kopf gefunden haben.
Bis ich die Welt der Romane entdeckte. Zusammen mit den Musketieren, Cyrano de Bergerac oder Jamie Fraser ging ich durch Kriege. Mit Desireé, der Päbstin und dem Glöckner von Notre Dame verstand ich Politik und menschliche Abgründe. Und zu guter Letzt hat mich Rick Riordan bei sämtlichen Mythologien zum Experten werden lassen…
Ich könnte endlos so weiter machen – zum Glück!
Ein neuer Schatz in meinem Bücherregal hat mir nun auf ergreifende Weise Einblicke ins dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und deren Auswirkungen auf die Kunst und Kultur gewährt und dabei die Schicksale zweier Mädchen aus ganz verschiedenen Zeiten kunstvoll miteinander verwoben.

Als ich das Buch aufschlage, überkommt mich ein Schauer – die Texte sind in rot und blau gedruckt. Sofort fühle ich mich an Die unendliche Geschichte erinnert mit ihren roten und grünen Abschnitten. Doch ein Feel-Good Abenteuer mit Glücksdrachen und kindlichen Kaiserinnen erwartet den Leser bei Herzfaden nicht. Trotzdem beginnt das Buch mit einer scheinbar unendlichen Geschichte – den Schrecken des Nazi-Deutschlands.

Ein zwölfjähriges Mädchen ist verloren. Auf der Suche nach sich selbst und ihrer Position in einer zerrütteten Familie führt sie scheinbar zufällig ihr Weg in eine Welt hinter die Kulissen des Puppentheaters. Eine Welt fern der Realität – ähnlich wie Alice im Wunderland. Doch anstatt dem Hasen und der Grinsekatze begegnet sie der Seele der Augsburger Puppenkiste – Hatü. Nicht nur der Name ist außergewöhnlich, auch die Geschichte dieser starken Frau, die nach dem Tod ihres Vaters Walter Oehmichen seinen Traum weiter lebte.
So erschreckend der Krieg und seine Folgen auch sind, der unbändige Mut und die scheinbar grenzenlose Phantasie der Puppenschnitzerin Hannelore Marschall – genannt Hatü – haben mich durch die Geschichte ihres Lebens fliegen lassen.
Ob das Mädchen wieder nach Hause gefunden hat? Und warum Michael Ende so eine große Rolle in der Geschichte dieses kleinen großen Theater spielte? Lest selbst…
Profile Image for Fiona.
679 reviews81 followers
December 22, 2020
Ein wunderschönes Buch über die Geschichte der Augsburger Puppenkiste. Doch auch wenn man sich nicht für Marionetten und Puppentheater interessiert ist die Erzählung einfach bezaubernd.
Profile Image for Andi.
71 reviews39 followers
October 28, 2020
Von allen Leseproben der Longlist des Deutschen Buchpreises 2020 hat mich diese hier am schnellsten in ihren Bann gezogen und nachdem ich einige 5-Sterne-Bewertungen gelesen hatte, habe ich mir dieses Buch direkt gekauft. Leider hat es entweder nicht gehalten, was es versprochen hat, oder es war für mich einfach nicht die richtige Zeit. Obwohl die Geschichte interessant und emotional bewegend war, war es zwischenzeitlich sehr langatmig und ich musste mich regelrecht zum Weiterlesen überwinden. Zum Ende hin wurde es wieder etwas besser und ich habe vor allem Lust bekommen, noch einmal den kleinen Prinzen und Michael Ende zu lesen. Aber letztlich habe ich einfach zu viele Absätze nur überflogen. Dafür wird es nun eben einer Bibliothek gespendet. 😊
Profile Image for Elena.
1,040 reviews418 followers
September 13, 2020
"»Der Herzfaden?« fragt Hatü. »Der wichtigste Faden einer Marionette. Nicht sie wird mit ihm geführt, sondern mit ihm führt sie uns. Der Herzfaden einer Marionette macht uns glauben, sie sei lebendig, denn er ist am Herzen der Zuschauer festgemacht.«"

Nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste gerät ein 12jähriges Mädchen durch eine unscheinbare Tür auf einen Dachboden. Dort trifft sie auf Marionetten: Prinzessin Li Si empfängt sie und bringt sie zu den anderen, Kater Mikesch, Jim Knopf, Urmel aus dem Eis... und zu Hatü, der Macherin der Puppen. Das Mädchen fühlt sich verloren, sie ist plötzlich nur noch so groß wie die Marionetten. Doch dann beginnt Hatü, ihre Geschichte zu erzählen.

Hatüs Geschichte hat nicht nur das Mädchen in ihren Bann gezogen, sondern auch mich von Anfang an gefesselt. Obwohl ich von dem etwas ältlichen Schreibstil Thomas Hettches nicht so angetan war, haben mich Hatüs Erzählungen absolut verzaubert.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, wie alt ihr seid und in wie weit ihr euch noch an die Ausgburger Puppenkiste erinnern könnt, mich haben die Figuren aus diesem Buch aber einen großen Teil meiner Kindheit lang begleitet. Vor allem Urmel, oder wie ich es im Kopf habe: das "Urmeli", hat mir damals besonders gefallen, aber auch viele andere der Geschichten konnten mich als Kind begeistern. Diese Begeisterung greift der Autor in "Herzfaden" auf und erzählt die Hintergründe der Augsburger Puppenkiste sowie der Familie Oehmichen, die hinter der Idee zu dem Marionettentheater sowie der Herstellung der Figuren steckt.

Unsere Protagonistin Hannelore Marschall-Oehmichen ist die Tochter von Walter Oehmichen und Puppenschnitzerin. Während von ihrem Vater das Puppenspiel erdacht wurde, kümmert sie sich um die Marionetten, gibt ihnen ein Gesicht und haucht ihnen als Spielerin auch Leben ein. Der Roman spielt zur Zeit des 2. Weltkriegs sowie in der Nachkriegszeit. In der Familie Oehmichen sowie ihrem Umfeld und in allen anderen Menschen in ganz Deutschland hat der Krieg tiefe Spuren hinterlassen. Sie sehnen sich nach Ablenkung, nach einem kleinen Stück Kind sein. Die Marionetten sind genau das, was das Land braucht - deshalb wird Jim Knopf auch zum ersten Serienhelden der BRD.

Mir war die Geschichte um die Augsburger Puppenkiste gar nicht bewusst, umso begeisterter war ich von diesem Roman. Er ist einfühlsam, besonders und porträtiert ein ganz besonderes Stück Zeitgeschichte. Für mich ist dieser Roman zurecht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2020 gelandet und ich vergebe 4,5 / 5 🌟.
Profile Image for Leselissi.
413 reviews58 followers
February 18, 2021
Die Geschichte eines Mädchens auf einem Teppich aus Mondlicht.
Marionetten aus Holz, ohne Fäden und doch lebendig.
Eine Puppenschnitzerin in roten Schuhen, die eine Geschichte erzählt.
Die Geschichte eines Mädchens, ihrer Familie und eines Puppenkistentheaters.
Ein unsichtbarer Faden, der alle Geschichten miteinander verbindet:
Der Herzfaden.
Profile Image for Antje.
689 reviews59 followers
October 4, 2021
Was mir an diesem Buch gefiel, war der Ausschnitt aus dem Leben Hannelore Oehmichens, von der ich bis dahin noch nie gehört hatte. Kein Wunder, hatte ich weder als Kind noch als Erwachsene Berührung mit der Augsburger Puppenkiste. Inzwischen würde ich mich gerne auf die eine oder andere Adaption einlassen, insbesondere die vom kleinen Prinzen.
Dennoch ist in der litarischen Umsetzung der Funke nicht übergesprungen. Form und Stil überzeugten mich nicht. Das fremde Mädchen aus der Gegenwartserzählung konnte nicht mein Interesse wecken, ebenso wenig ihre Dialoge mit Hatü und den Marionetten. Ihr iPhone nervte mich zunehmend. Indes blieb die eigentlich interessante biographisch und historisch angelehnte Geschichte oberflächlich. Einzig die Schilderung der ersten Fernsehaufzeichnung sowie die Begegnung mit Michael Ende konnte zum Schluss kurz meine Lesefreude zurückbringen. -Alles in allem kein Buch für mich.
Profile Image for Lazy_bookelf.
173 reviews11 followers
January 21, 2024
Historische Fakten wunderbar verknüpft mit magischem Realismus - wirklich etwas ganz besonderes ♥️
Profile Image for JoBerlin.
359 reviews40 followers
September 26, 2020
Thomas Hettche erzählt in diesem wunderbaren Roman die Geschichte der Augsburger Puppenkiste und damit in weiten Teilen auch die Geschichte der letzten Kriegsjahre und der dann gegründeten Bundesrepublik.

Der Roman beginnt geradezu märchenhaft mit Figuren des Puppentheaters und einem Mädchen, das nach der Vorstellung irgendwie zufällig auf den Dachboden der Bühne gestolpert kommt. Sie trifft dort die bekannt-geliebten Puppen Mikesch, Urmel, Li, oder das stets leicht jokerhaft-bedrohlich wirkende Kasperle.
≪ "Hab tausend Jahre geschlafen", zischte der Kasperl dem Mädchen ins Ohr und presste es im Dunkeln an sich. "Tausend Jahre, die vergingen im Flug. Und nun ist alles verbrannt. Alles verbrannt!" ≫

In einer Art Zwischenebene fügt der Autor dazu noch gekonnt die Lebensgeschichte der Hannelore / Hatü Oehmichen, die hier in Rückschau die Gründungsgeschichte der Augsburger Puppenkiste erzählt.
Das hört sich kompliziert an? Ist es aber nicht, vielmehr gelingt dieser ExtraTwist so lockerleicht, und ist so fantastisch warmherzig geschrieben, dass die Leserin an so mancher Stelle weinen möchte. Denn auch sie ist puppenkistensozialisiert und Adventssonntage ohne dass der Vorhang aufgeht, ohne dass die Puppen spielen, sind noch heute unvorstellbar.

Weit greift die Puppenkiste in unser Gemüt und in unsere Herzen und "es ist als wären die Marionetten lebendig und es spielte überhaupt keine Rolle, dass die Mädchen sie an ihren Fäden halten, so sehr sind sie in das Märchen versunken". Das trifft genauso auf Thomas Hettches Lesepublikum zu und gilt besonders für Schilderungen der letzten Kriegsjahre, als alles dem Ende, dem Niedergang zugeht. Hatü realisiert die Judendeportationen, auch wenn ihr nicht ganz klar ist, wohin die Nachbarn, Freunde, Bekannte verschwinden.
Besonders In diesen Szenen des Erkennens, des Verlusts, der unendlichen Schmerzens, wird Thomas Hettches Können für mich deutlich - sehr gut und atmosphärisch dicht ist das geschrieben und "das einzige [Gesicht], in dem keine Angst steht, ist das eines großen Mannes in der Nähe der Tür, ein kleines Käppchen auf den grauen Haaren und über dem abgestoßenen Anzug einen weißen Schal."

Thomas Hettche führt uns eng am Herzfaden durch seinen Roman, die wunderschönen Illustrationen von Matthias Beckmann tragen zur endgültigen Verzauberung bei.

Profile Image for Anna.
627 reviews41 followers
January 8, 2021
Herzfaden ist ein schönes Buch. Das beginnt mit der silbernen Schrift auf dem dunkelblauen Umschlag, geht weiter über die an die unendliche Geschichte angelehnte blaue und rote Schriftfarbe und schlägt sich auch in den Illustrationen nieder.

Es ist auch ein überaus nostalgisches Buch - und hier werden sich die Geister scheiden. Wer das Buch liest, weil die Puppenkiste zur eigenen Biografie gehört, wird es vermutlich toll und die kindlich-märchenhafte Traumwelt anrührend finden. Ich war von der roten Rahmenhandlung dagegen gelangweilt, fand sie überflüssig und hatte den Eindruck, dass sie die Geschichte unnötig infantilisiert.

Die Geschichte Hatüs dagegen war spannend und über weite Teile mitreißend. Auch hier gab es - gerade im ersten Teil - etwas viel Nostalgie und Oberflächlichkeit, aber insgesamt wird ein überzeugender Blick auf eine spezifische Generationenerfahrung geworfen und die Bedeutung der Puppenkiste verdeutlicht.

Gefühlt also großes Potential, das aber in zu viel Märchennostalgie leider etwas unter geht. Schade - aber dennoch lesenswert!
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September 22, 2021
Das Buch lässt mich unentschieden zurück, leider "nur" 3 Sterne. Durch die zweifarbige Schrift und Aufteilung in zwei Ebenen klare Hommage an "Die unendliche Geschichte", was mir natürlich generell gefallen hat.

Rote Handlung: Die Rahmen- /Dachbodenhandlung bleibt in meinen Augen sehr lahm zurück und wieso das Mädchen keinen Namen bekommt, habe ich auch nicht recht verstanden.

Blaue Handlung: Die historische Geschichte dagegen ist sehr interessant, obwohl ich mir manch einen Aspekt tiefergehender gewünscht hätte. Dennoch spannend und informativ, wie die Puppenkiste entstanden ist und unsere Protagonistin Hannelore/Hatü den 2. Weltkrieg erlebt hat, basierend auf ihrer wahren Geschichte.

Fazit: Leider nicht ganz, was ich mir erhofft hatte, dennoch ein Roman, der mir viel über die Puppenkiste aufgezeigt/erklärt hat. Und ja, ich habe Lust bekommen Stücke aus der Puppenkiste (wieder) zu schauen :)
Profile Image for Kerstin.
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March 13, 2025
Eine spannende Geschichte, erzählt in zwei Ebenen: die Geschichte des Marionettentheaters 'Augsburger Puppenkiste' von den 40er bis in die 60er Jahre einerseits, andererseits die traumhaften Eindrücke eines Mädchens, welches sich nach einer Aufführung der heutigen Puppenkiste in den Räumen des alten Gebäudes verirrt und dort den lebendigen Marionetten begegnet. Das alles ist interessant erzählt, sowohl vom Plot als auch den historischen Verwicklungen der Familie.
Was mich aber ungemein stört ist die wirklich sehr häufige Erwähnung des "IPhones". Es hat magische Kräfte und lässt den bösen Kasper riesig groß werden, ist also für die Handlung wichtig. Warum aber muss immer wieder der Markenname genannt werden?
Profile Image for Elke.
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October 26, 2020
Ein ganz wunderbarer Roman über die Entstehung der Augsburger Puppenkiste. 1963 geboren bin ich mit der Puppenkiste aufgewachsen. Ich liebte vor allem das Urmel aus dem Eis, aber auch Jim Knopf und den kleinen König Kalle Wirsch. Der Roman hat mich von Anfang an verzaubert und hat mich sehr an die Geschichte meiner Eltern erinnert. Ganz viel Herzfaden!
Profile Image for Andrea M.
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February 22, 2021
Zunächst einmal muss ich sagen, dass es auch optisch ein sehr schönes Buch ist. Äußerlich und auch innen, die Idee die Ebenen mit Farben darzustellen hat mir sehr gut gefallen.
Ich war schon immer ein großer Fan der Augsburger Puppenkiste und daher hat mich die Geschichte dahinter sehr fasziniert. Gut geschrieben und ich habe viele alte Bekannte wieder getroffen.
Profile Image for Wandaviolett.
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September 10, 2020
Die Augsburger Puppenkiste ist mehr …

Kurzmeinung: Hat mich nicht so geflasht wie "Die Pfaueninsel", aber ihr werdet dem Urmel wiederbegegnen! Tas ist tsicher.



Der Roman „Herzfaden“ von Thomas Hettche, zur Zeit (10.9.2020) sich auf der Longlist des Deutschen Buchpreises befindend und somit bereits als einer der besten deutschen Romane dieses Jahres ausgezeichnet, beschäftigt sich mit den Erfindern der Augsburger Puppenkiste.



Die Familie von Walter Oehmichen, wobei Walter in leitender Position am Stadttheater Augsburg beschäftigt war, wurde wie die meisten deutschen Familien in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen. Es ist nicht ganz klar, wie weit Walter Oehmichen oder die Familie selbst die Nazi-Ideologie mittrugen und verinnerlicherten, ob sie einfache Mitläufer waren oder mehr dahinter stand, die Kinder waren jedenfalls in der Hitlerjugend und wurden dort und auch im Schulunterricht entsprechend gehirngewaschen. Andererseits setzte der Vater auch verbotene Stücke auf den Spielplan, ein wenig getarnt, unter falscher Flagge, aber durchaus erkennbar. Widerstandskämpfer aber waren sie alle nicht.



Die jüngere Tochter Hannelore erbt vom Vater die Liebe zur Schnitzkunst und zum Puppentheater und hilft ihm in der Nachkriegszeit tatkräftig, das kleine Theater aufzubauen. Als das Fernsehen in seinen Kinderschuhen noch, auf die Marionettenspieler und seine Geschichten aufmerksam werden, stehen die Zeichen auf Grün: die Augsburger Puppenkiste wird berühmt und ist aus keinem Kinderzimmer mehr wegzudenken.



Kommentar: Thomas Hettche schreibt wie gewohnt in anmutiger Sprache und in einer zweifachen Erzählung diese Entwicklung auf. Dabei werden die Toten groß und die Lebenden klein. Warum ist das so? fragt sich der Leser. Und warum hat Hatü denn Angst gehabt vor dem Kasperl mit der großen Nase?



Wie auch immer: man entdeckt im Roman „Herzfaden“ den Herzfaden, das ist der Faden, den die Puppen gar nicht haben, denn er ist unsichtbar. Und man entdeckt die Freunde der Kindheit wieder und ihren ernsten Hintergrund. Einen Schuss Surrealismus, wie es gerade modern ist, hat der Autor mit den Szenen auf dem Dachboden mit eingegossen. Hat dieser Schluck Surrealismus einen tieferen Sinn?



Die Metaebene des Romans ist mehr angedeutet als ausgeführt, aber sie ist da. Ausgburger Puppenkiste und Zweiter Weltkrieg sind zeitgleich, das hat Auswirkungen auf den Roman und auf das Leben. Die Augsburger Puppenkiste ist gleichzeitig Märchen, Hoffnung und Auseinandersetzung. Gleichzeitig Vergangenheit und Gegenwart, wie der Autor schreibt.



Fazit: Die Augsburger Puppenkiste, wiederauferstanden nach einer Bombennacht in Augsburg, hat eine Geschichte, weil sie Teil der Geschichte ist.
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September 12, 2020
Der Dachboden

Im Haus der Augsburger Puppenkiste tritt ein 12jähriges Mädchen neugierig durch ein geheime Tür. Sie landet auf einem dunklen Dachboden und findet den Weg zurück nicht. Doch plötzlich hört sie Geräusche und überrascht trifft sie auf Marionetten und sie selbst ist auf einmal so groß wie Urmel, Jim Knopf, Prinzessin Li Si und wie sie alle heißen. Ihre Geschichte und die des Theaters wird erzählt von Hatü, der Tochter des Gründers. Das Mädchen erfährt vom zweiten Weltkrieg und von Walter Oehmichen, der aus der Kriegsgefangenschaft mit der Idee des Puppentheaters heimkehrt.

Die Nazizeit und der Krieg haben Spuren hinterlassen, bei Walter Oehmichen, aber auch bei seiner Frau und den beiden Töchtern. Die Menschen brauchen etwas, das ihre kindliche Seele erreicht. Der Krieg und die Nazi-Gräuel können nicht ungeschehen gemacht werden und sie dürfen nicht vergessen werden. Doch vielleicht können die Menschen etwas wie Kultur wiederfinden. Hier möchte Oehmichen ein Angebot machen, zunächst um die Kinder zu erreichen. Doch bald gibt es auch Inszenierungen für Erwachsene. Seine Tochter Hannelore, die Hatü genannt wird, ist schon früh dabei. Noch als Jugendliche schnitzt sie ihre erste Marionette, einen Kasperl, der sie irgendwie ängstigt, so dass der Vater ihm freundlichere Züge geben will.

In der Nachkriegszeit als alles darniederlag, war es eine ungewöhnliche Idee, ein Marionetten-Theater zu gründen. Doch vielleicht brauchten die Menschen einfach etwas Positives und durch den Mund der Puppen kann man manchmal mehr sagen als man es als Mensch wagen würde. Die Zeiten waren schwer, aber mit den Jahren machte sich auch eine Aufbruchstimmung breit. Hatü erzählt von einer Zeit, wie sie das Mädchen nie erlebte. Die Entbehrungen, aber auch der Mut des Neubeginns. Die Geschichte der Puppen und einiger großartiger Inszenierungen, die die Augsburger Puppenkiste weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht haben. Aber auch die Geschichte des Kasperls, die die damalige Zeit so deutlich widerspiegelt. Man glaubt, beinahe selbst auf diesem fensterlosen Dachboden zu sitzen und Hatü zu lauschen. Man fühlt sich ein wenig am eigenen Herzfaden gezupft und ist froh, dass man sich von den Ereignissen auf diesem Dachboden berühren lassen durfte.
Profile Image for SusanneH.
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April 5, 2021
Nach den vielen 5 Sterne Bewertungen hatte ich mehr erwartet.
Eine schöne Geschichte, ein Wiedersehen mit Kindheitsfiguren.
3 bis 4 Sterne.
Profile Image for Eileen.
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September 30, 2020
"Herzfaden" ist eine besondere Geschichte, die mit zwei sich gegenüberstehenden Generationen arbeitet. Mit zwei Menschen, ein junges Mädchen, der heutigen Zeit, deren Eltern geschieden sind, Puppentheater kindisch findet und für die eine halbe Welt untergeht, weil sie nicht bei ihrem Vater sein möchte. Im ganzen Verlauf der Geschichte bekommt sie zu keinem Zeitpunkt einen konkreten Namen, sodass sich jeder selbst angesprochen fühlen kann. Ihr Gegenüber steht Hätu, die als junges Mädchen in der Zeit des Nazi Regimes aufgewachsen ist, ihren Schauspieler von Vater in den Krieg ziehen sieht, Ängste aussteht und mit den Geschehnissen ihrer Zeit konfrontiert wird.
Der Leser verfolgt zunächst ein Mädchen (rote Schrift) bis sie auf Hatü trifft und eine Gesprächssituation aufgebaut wird, in der Hatü von ihrem Leben als Mädchen, junge Frau, Mutter, Marionettenspielerin und - schnitzerin erzählt (blaue Schrift). Dieser Farbwechsel erinnert mich sehr stark an "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende. Der ebenfalls zum Ende hin einen kleinen Gastauftritt wie viele andere Leute und Figuren wie Prinzessin Li Si, der kleine Prinz, der Kasperle oder Jim Knopf bekommt.
Das "Vorgeplänkel" fand ich am Anfang ein bisschen zäh und ich habe ein paar Seiten zum Reinkommen gebraucht, aber dann entwickelt sich irgendwie eine Sogwirkung. Das NS Regime, die Nachkriegszeit, das alltägliche Leben eines Mädchens, das eigentlich gar nicht versteht, was abläuft und Marionetten. Es ist so gegensätzlich, aber trotzdem kann mich Hatü irgendwie verzaubern und mitnehmen.
Mir kommen die Sorgen des Mädchens gegenüber Hatüs Leben zur Zeit des 2. WK und der Nachkriegszeit fast schon nichtig, gar bedeutungslos vor. Als seien ihre Sorgen und Probleme weniger wert oder einfach weniger wichtig.
Ob ich den Schreibstil als angenehm empfinde, muss ich leider eher bestreiten. Er ist schwerfällig und wirft mich an manchen Stellen eindeutig aus der Geschichte raus, trotzdem hat er etwas, dass ich dennoch dranbleibe und erfahren möchte wie es mit Hatü weitergeht, wie sich der Krieg und ihre Liebe zu den Marionetten auf ihr Leben auswirken. Auch die Rolle ihres Vaters finde ich hochinteressant und er gehört auf jeden Fall zu einem meiner liebsten Charaktere in der Geschichte.
Ich finde es sehr schwierig die Stimmung der Geschichte zu beschreiben. Es balanciert zwischen einer gewissen launenhaften Leichtigkeit und einer schweren harten Düsternis, die die ernste Thematik des Nationalsozialismus, Krieg und der Judenverfolgung mit sich bringt. Alles betrachtet aus der Sicht eines zehn Jahre alten Mädchens, die nur am Rande mitbekommt, was abläuft, aber auch langsam älter wird und beginnt sich mit Vergangenem zu beschäftigen und zu hinterfragen. Vieles begreift sie natürlich nicht im ganzen Umfang, woran viele, auch ältere, reifere und erwachsendere Menschen, sogar noch heute scheitern.
Im Zusammenhang mit den Marionetten liebe ich es ebenfalls auf alte Bekannte wie Lucas, Emma, Jim Knopf, Hänsel und Gretel, der kleine Prinz, etc. zu treffen.
Um ehrlich zu sein hatte ich zuvor keinen Bezug zur Augsburger Puppenkiste, natürlich habe ich schon davon gehört, aber seit ich klein bin, habe ich große Angst vor Puppen und Marionetten. Erst nach und nach wurde mir bewusst, dass Hatü nicht nur ein fiktiver Charakter ist, sondern eine reale Persönlichkeit war, die von 1931-2003 gelebt hat. An dieser Stelle kann ich natürlich nicht beurteilen, ob wirklich alles so geschehen ist wie geschildert wird oder ob sich der Autor auch ein paar künstlerische Freiheiten genommen hat, dafür weiß ich einfach zu wenig über Hannelore und ihre Geschichte, aber im Nachwort räumt sich der Autor einen gewissen Freiraum ein.
Insgesamt ist "Herzfaden" eine besondere Geschichte, ein Gespräch zwischen Generationen, die durch ihre Zeit nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine Geschichte, die auf einer wahren Persönlichkeit beruht, eine interessante Geschichte unterlegt mit weiteren Geschichten, Theaterstücken und Figuren. Der Umfang ist perfekt gewählt worden und noch mehr Seiten hätten natürlich mehr Platz für mehr Ausschnitte aus Hatüs Leben geboten, jedoch fand ich die Ausschnitte auch sehr faszinierend und interessant.
Manche Stellen fand ich ein wenig unverständlich für Leute, die keinen direkten Bezug zur Zeit haben. Ich habe gemerkt, dass etwas angedeutet wurde, aber leider muss ich gestehen, dass ich sie an manchen Stellen einfach nicht verstanden habe.
Um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht wie ich den Roman bewerten soll. Manche Szenen waren sehr zäh und langatmig, andere waren im historischen Kontext hochinteressant, wieder andere Stellen perlen wie frisches Wasser auf meinen Lippen und ich wollte nicht aufhören zu lesen. Am liebsten würde ich keine Bewertung vergeben, aber wenn ich müsste, würde ich mich irgendwo bei 3,5 Sterne einpendeln.
Profile Image for monsieur_steini .
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May 19, 2021
Wunderschönes Märchen, das die Erfolgsgeschichte der Augsburger Puppenkiste erzählt. Fans der Unendlichen Geschichte werden sich über die zwei Erzählebenen in Grün und Blau freuen. Beachtlich, wie die Marionetten bereits im Krieg faszinierten und ihren Zauber weiter entfalteten. Fans und solche, die damit groß geworden sind, werden das Buch sehr gern haben. Da sieht man auch über die ein oder andere Plattitüde hinweg...
Profile Image for Shimona.
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November 25, 2020
>Der Herzfaden, hat sie die Stimme ihres Vaters im Ohr, ist der wichtigste Faden einer Marionette. Er macht uns glauben, sie sei lebendig, denn er ist am Herzen der Zuschauer festgemacht.<

Über dieses Buch zu schreiben ist mir eine 'Herzenssache'. Die Geschichte ist herzerwärmend und herzzerreißend zugleich. Persönlich verbinde ich sehr viel damit. Meine Eltern und Großmutter haben mir damals viel vom Krieg erzählt. Die Augsburger Puppenkiste mit ihren Geschichten und Puppen begleitete mich ständig in meiner Kindheit, die sehr schön war. Diesem Zauber der Kindheit konnte ich in diesem Buch wieder begegnen. Und das macht mich glücklich.

Es ist ein ganz besonders Werk, das Hettche hier geschaffen hat. Er kombiniert die Erzählung über die Entstehung des Augsburger Marionettentheaters mit dem parallel dazu laufenden Ereignissen des Zweiten Weltkriegs.

Zusätzlich läuft noch eine zweite Geschichte nebenher. Diese ist in roter Schrift gedruckt und hebt sich deutlich vom übrigen Text ab, was ich sehr schön finde.

Letztendlich ist es eine Geschichte die vor, während und nach dem Krieg spielt.
Die Familiengeschichte hat mich außerdem emotional sehr berührt.

Die Bombennacht im Februar 1944 wird so eindringlich beschrieben, dass man sie förmlich spüren kann. Während dieser Bombennacht wird das Marionettentheater zerstört.

Es sind immer auch Gruselelemente eingebaut, die zusätzlich Spannung erzeugen. Dabei spielt der Kasper in seiner Darstellung eine große Rolle.
Dem Autor gelingt es, die schaurige Atmosphäre des Krieges einzufangen und die Charaktere stilistisch brillant in Szene zu setzten.

Genauso gelungen sind die aus Holz geschnitzten Marionetten, die in der Nachkriegszeit allmählich wieder lebendig werden und das Leben und die Freude langsam zurückkehrt, obwohl immer der Unterton der Trauer und des Schmerzes nach dem Krieg weiterhin mitschwingt. Der Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen in der Psyche der Menschen.

Gut finde ich auch in dem Zusammenhang, dass Hettche das Thema 'Entnazifizierung' zur Sprache bringt, die für einige Menschen noch eine Hürde nach dem Krieg darstellte, weil dadurch eine Wiederaufnahme einer Arbeit erschwert wurde.

Am 26.Februar 1948 wird durch Walter Oehmchen die Augsburger Puppenkiste gegründet und am 21. Januar 1953 geht die Puppenkiste zum ersten mal auf Sendung im deutschen Fernsehen.

In einem Wort zum Inhalt: bezaubernd !
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