Auf dem Piz Palü befi ndet sich das Grand Arnold seit Generationen in Familienbesitz. Auch im Jahr 1957 reisen illustre Gäste an, um die Sommerfrische in dem Schweizer Luxushotel zu genießen. Von den verschlungenen Familienverhältnissen der Arnolds, der Missgunst und Eifersucht unter ihnen, ahnen sie nichts, die gelangweilten Witwen, Generaldirektoren samt Gattinnen, Bergfanatiker und Prominente wie der Filmstar O.W. Fischer, der seinem Ruhm entfliehen will, aber schnell wieder vom Rummel um seine Person eingeholt wird. Erst als die Kinder des Hoteldirektors spurlos verschwinden und dann auch noch ein Mord geschieht, scheint der Wind um den Piz Palü immer eisiger zu wehen. Kommissar Tschudi, Leiter der Mordkommission in Graubünden und gesundheitlich angeschlagen, übernimmt den Fall. Was er am Fuße des Piz Palü ans Tageslicht bringt, erzählt von lange unterdrücktem Hass und schwelenden Familiengeheimnissen ...
Eigentlich bleibt so vieles an der Oberfläche und wird oftmals nur angedeutet. Aber gerade diese Andeutungen machen am Ende die Handlung so eindringlich. Seltsam irgendwie...
Ich habe vor einiger Zeit Brunntalers Roman "Wolf" gelesen und schon damals eine Schwäche für ihren Schreibstil entwickelt. Ich hatte den Eindruck, das ich ihre weiteren Romane sicher auch gerne lesen würde. "Piz Palü" hat mir sogar sehr viel besser gefallen. Von Beginn an, hat der Roman ein trügerisches Alpenpanorama heraufbeschworen. Ein schön kitschiger 50er Jahre Heimatfilm mit einem adretten Hotel, dessen schicke Außenfassade schön alles verbirgt, was nicht an die Oberfläche geraten soll. Aber bei genauerem Hinsehen sieht man, das alle Figuren ihre Geheimnisse haben und das diese unweigerlich zur Wahrheit führen. Diese Aspekte gefielen mir sehr. Im Roman geht es dann auch viel mehr um die näheren Zusammenhänge und gar nicht so sehr darum, wer hier nun wen umgebracht hat. Oder ob es von außen betrachtet eigentlich ein richtiges Motiv gab. Wobei ich auch zugebe, das mich die Auflösung nicht in allen Punkten so richtig überzeugt hat, weil ich finde das die Autorin es hier etwas übertrieben hat. So lässt sich auf jedenfall erklären, weshalb es keine volle 5 Sterne von mir gibt. Da fehlte mir einfach ein etwas runderer Abschluss.
Einen richtigen Kriminalroman sollte man aber nicht erwarten, obwohl zwei Polizisten ermitteln, sind beide eigentlich mehr Statisten, die eben da sein müssen, damit alles seine Ordnung hat. Aber sie haben kaum eine Chance, weil ihnen gewisse Einsichten verborgen bleiben. Der Fokus liegt auf den beteiligten Figuren und auf dem merkwürdigen Theater das sie alle nahe des "Piz Palü" spielen. Mir persönlich hat das sehr gefallen.
Eine wunderbare Gegend hat Marie Brunntaler sich für ihren neuen Roman ausgesucht: Piz Palü, dieses eindrucksvolle Bergmassiv zwischen der Graubündner Schweiz und der italienischen Lombardei gelegen, verführt schon durch den Namen zum Träumen von Skireisen und mondänen Hotels. Und so lernen wir das exklusive Grand Hotel Arnold kennen, samt Besitzer, Personal und illustren Gästen. Wir sind mitten in den 50er Jahren, die fürchterlichen Kriegszeiten sind vorbei, es geht neu voran, man reist wieder, hat Angst um die Linie und glaubt an die verjüngende Eigenschaft der Höhenluft. Von Anfang an stimmt hier alles: das Setting, der Ton, der Inhalt. Mit Süffisanz und Ironie setzt die Autorin Zeitzeichen: So hören wir von Rainier und Grace, von Gunter Sachs und O.W. Fischer, von Dürrenmatts neuem Stück und Brechts frühem Tod und sind sofort mitten drin in dieser Zeit und im Geschehen.
Das Buch ist gut und flott geschrieben, nicht nur die kurzen, knackigen Kapitel verführen zum beständigen Weiterlesen - diese interessante Nachkriegs-Hotel-Familiengeschichte wächst sich nach und nach zu einem spannenden Kriminalstück aus. Details werden hier nicht verraten, Liebe, Eifersucht, Drama, Gier sind jedenfalls reichlich dabei. Der Roman, den ich mir auch als üppige Netflix-Verfilmung vorstellen kann, ist absolut lesenswert, es soll an dieser Stelle aber noch auf Marie Brunntalers frühere Romane "Das einfache Leben" und vor allem "Wolf" hingewiesen werden, auch diese sind unbedingt entdeckungs- und lesenswert.
Wer sich bei diesem Buch allein auf den Klappentext des Verlags verlässt und vor allem einen spannenden Kriminalroman zwischen den Buchdeckeln erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Die Autorin Marie Brunntaler hat nämlich eine außergewöhnliche und vor allem beschreibende Art zu erzählen, die mir persönlich sehr gut gefällt und mich begeistert. Es geht erst in zweiter Linie um das Verschwinden der Kinder der Familie Arnold und die Aufklärung des Mordfalls, im Vordergrund steht stets das scheinbar Nebensächliche. Das Beziehungsgeflecht der Familie Arnold und die vielen kleinen Nebenschauplätze bei den Angestellten und Gästen des Hotels scheinen zunächst verwirrend und unwichtig, bringen den Leser aber Stück für Stück der Wahrheit entgegen.
Fazit: für mich war das Buch ein absoluter Lesegenuss!
Gute Unterhaltung. Zunächst denkt man an Agatha Christie oder Martin Suter, später stutzt man ob des Verhaltens einiger Figuren, ahnt manches, liest gespannt weiter, um dann eine recht komplexe Auflösung zu erfahren, die das Gelesene in anderem Licht erscheinen lässt. Allerdings hätten die Charaktere etwas mehr Zeichnung haben dürfen. Ein Buch für einen lichtlosen Wintertag auf dem Sofa.
Im Grand Hotel Arnold lässt es sich gut urlauben. Das hoffen jedenfalls die neuen Gäste. Frau von Hoppe und ihre Gesellschafterin Corinne sind es, die anreisen. Und O. W. Fischer ist auch im Hotel. Was könnte einen Aufenthalt mehr besonders machen? Im Hotel geht alles seinen geregelten Gang. Die Gäste sollen sich erholen, gut essen und mal eine Bergtour machen. Auch Corinne interessiert sich für die Berge. Obwohl sie eine kleine Gehbehinderung hat, zieht es sie auf den Berg. Sie wurde nach ihrer Geburt zu Adoption freigegeben und nach ihrer Geburtsurkunde ist sie in der Schweiz geboren.
Die Familie Arnold war finanziell ruiniert. Das Hotel schien hoffnungslos verloren. Welche Möglichkeit könnte bestehen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Der ursprüngliche Besitzer hatte zwei Töchter und eine musste heiraten. Und nun führt immer noch eine geborene Arnold das Hotel mit dem Geld ihres Mannes. Zum Wohl der Gäste wird alles unternommen. Doch Hoteliers müssen sich fragen, ob sie für den Erhalt des Hotels nicht zu viel aufgegeben haben. Daran kann auch der Aufenthalt eines bekannten Schauspielern nichts ändern. Nur Corinne zieht es unverdrossen in die Berge. Sie will den Piz Palü unbedingt bezwungen.
Beim Lesen des Klappentextes denkt man zunächst an einen lustigen Krimi, in dem O.W. Fischer unter die Ermittler geht. Und dann kommt alles ganz anders. Aus dem beschaulichen Urlaubsidyll wird ein raues Familiendrama. Die Verstrickungen der Familie Arnold sind alles andere als leicht zu verdauen. Man glaubt es kaum, was sich hinter einer so glatten Fassade verbergen kann. Nicht jeder verträgt die Berge und möglicherweise vertragen die Berge auch nicht jeden, eine spezielle Stimmung herrscht hier und man weiß nicht, wie man sich gegen den Ruf schützen kann. Aus der Entspannung eines geruhsamen Aufenthalts in einem gepflegten Hotel wird man direkt in einen Krimi geworfen, der einem einiges abverlangt.
Marie Brunntaler gelingt es in ihrem Roman eine vergangene Zeit in vielen Facetten zu beschreiben. Es ist 1957 in der Schweiz. Piz Palü ist ein Gebirgsmassiv nahe dem Hotel Grand Arnold. In diesem Hotel versammeln sich einige originelle Figuren, aus die man als Leser auch nicht immer auf Anhieb schlau wird. Sie sind ziemlich eigen und offensichtlich haben sie ihre Geheimnisse. Mit dabei, der Schauspieler O.W.Fischer, sehr beliebt zu dieser Zeit. Zu Anfang reist Frau von Hoppe an, zusammen mit der jungen Corinne. Sie befreundet sich mit dem Chauffeur Baralo. Spät hinzu kommen noch ein Kommissar und seine Kollegin, da es einen Mord im Hotel gab. Ein Clou des Romans besteht dann darin, die Verknüpfungen der Figuren miteinander zu erkennen.
In nur 256 Seiten packt Marie Brunntaler viel in ihren Roman, der mich zwar nicht ganz so packte, wie ihr letztes Buch Wolf, der mich aber dennoch beeindruckte.
Zum Inhalt: Das Grand Arnold Hotel am Piz Palü ist seit Jahren im Familienbesitz. Auch illustre Gäste geben sich hier die Klinke in die Hand. Auch der Filmstar O. W. Fischer ist im Jahr 1957 dort. Als die Kinder des Hoteldirektors verschwinden und eine Weile später auch noch ein Mord geschieht, wird es ungemütlicher im Hotel. Und was dann aufgedeckt wird, ist nicht minder brisant. Meine Meinung: Das Buch hätte natürlich auch ohne die Erwähnung von O. W. Fischer sehr gut funktioniert, denn die Geschichte ist einfach gut. Gerade auch was die Hintergründe des Mordes angeht. Auch das Sittenbild der fünfziger Jahre wird deutlich und gut beschrieben. Ich fand die Art, wie das Buch geschrieben war, ausgesprochen gut, mit einem sehr angenehmen Schreibstil, der sich richtig gut lesen lies. Ich kannte bisher keine Bücher der Autorin, werde das jetzt aber sicher ändern. Fazit: Sehr interessantes Buch
Ein Hotel in den Schweizer Alpen, in den 50 er-Jahren. Inmitten der Reichen und Schönen, unter ihnen der Schauspieler O. W. Fischer, verschwinden zwei Kinder und ihr Vater wird ermordet aufgefunden. Was es damit auf sich hat, finden Kommissar Beat Tschudi und seine junge Kollegin ermitteln. Vor dieser Kulisse entwirrt eine Gesellschaftsdame die Fäden ihrer Lebensgeschichte.
"Piz Palü" ist definitiv kein Krimi. Der Mordfall hilft hier lediglich, die Geschichte zu erzählen. Und das gelingt hier sehr gut. Wenngleich der Sprachstil etwas altmodisch ist, um in die Zeit zu passen, liest das Buch sich sehr angenehm. Die Geschichte kommt relativ leise daher, ohne viel dramatischen Aufriss, dennoch hat sie es geschafft, mich zu fesseln. Viele der Charaktere sind sehr sympathisch und die Familiengeschichte der Hotelerb*innen hat mich sehr fasziniert.
Auch mochte ich den Ermittler und seinen Erzählstrang, wenn man hier keinen großen Krimi erwartet, sondern einfach nur eine Geschichte über zwei Leute, die einen Mordfall untersuchen, wird man nicht enttäuscht.
Das einzige Manko war für mich die geringe Seitenanzahl, manchmal konnten so einzelne Aspekte nicht so ausführlich auserzählt werden, wie ich mir das gewünscht hätte. Auch konnte ich so die Frau des Hotelbesitzers nicht immer von ihrer Schwester unterscheiden, hier hätten ein paar Seiten mehr Charaktereinführung bestimmt geholfen.
Insgesamt ein unterhaltsames, kurzes Buch, das noch dazu durch atmosphärische Beschreibungen der Landschaft in 3000m Höhe besticht. 4,5/5 ______________________________ Piz Palü Marie Brunntaler Eisele Verlag, 2021 Vielen Dank an @netgalleyde für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. ______________________________ #bookstagram #buchliebe #booklover #bücherwurm #lesen #leseliebe #bookblogger #bookie #bookiesupport #bücherwurm🐛 #buchwelt #buchblog #bücher #bücherliebe #bücherwelt
Die Geschichte war ein Pageturner, daher konnte ich das Buch in einem Rutsch beenden. Besonders gefallen hat mir, dass der Fokus nicht hauptsächlich auf der Aufklärung des Mordes lag, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen eine größere Rolle gespielt haben.
Dennoch gab es für mich auch einige Kritikpunkte. Das Verschwinden der Kinder, was für mich ein sehr einschneidendes Ereignis darstellen würde, wurde leider kaum weiter erforscht. Da es im Laufe des Buches sogar sehr wichtig wird, scheint da der Schwerpunkt falsch gesetzt.
Außerdem täten dem Buch ein paar Seiten mehr ganz gut. Die ganze aufgebaute Spannung wird in 5 Seiten gelöst, was der Geschichte sehr geschadet hat.
Bis dahin war aber besonders die Spannung immer zu spüren und die Geschichte war für den Sommerurlaub angenehm unterhaltsam.
Nicht was ich erwartet habe. Das ganze Buch fühlte sich irgendwie kalt an, für keinen der Charaktere empfand ich Sympathie. Ich wollte einen gemütlichen, athmosphärischen Krimi in den Schweizer Bergen, doch es ist eher die Geschichte einer von Unglück verfolgten Familie, traurig und brutal. Soll nicht heissen, das es per se ein schlechtes Buch war, nur nicht das, was ich wollte.
Der Roman beginnt als Heimatfilm der 50er im Engadin und wandelt sich dann in einem Krimi, der an Dürrenmatts Richter und sein Henker erinnert, zumindest was die Atmosphäre und die Figur des Kommissars angeht.
Was so naiv daherkommt, ist allerdings eine hervorragend ausgedachte Geschichte, die freilich als Krimi nicht so gut funktioniert, weil sie deutlich zu kurz geraten ist und hoppladihopp alles aufklärt, was man mit psychologischem Geschick besser entwickelt hätte. Denn Tat, Tatmotiv und Täter haben es sich in sich, wie sich dann herausstellt.
Ich fand das Buch aber trotzdem ganz gut und originell.
Inhalt: Das Grand Arnold, ein Luxushotel in den Schweizer Alpen, das sich seit Generationen in Familienbesitz befindet, ist beliebt bei den Reichen und Schönen. Namhafte Gäste reisen an, um ihre Sommerfrische in den Bergen zu verbringen - so auch dieses Jahr. Doch während man nach außen hin den Anschein einer heilen Welt wahren will, ist die Realität hinter den Kulissen von Missgunst, Neid und Affären geprägt. Doch dann verschwinden die Kinder der Hoteliersfamilie spurlos und kurz darauf geschieht auch noch ein Mord. Als sich Kommissar Tschudi von der Mordkommission Graubünden auf die Suche nach der Wahrheit macht, droht das Kartenhaus endgültig zusammenzustürzen...
Meine Meinung: Bei "Piz Palü" handelt es sich - auch wenn der Klappentext vielleicht mehr in diese Richtung verspricht - nicht um einen Krimi. Wer hier also einen spannenden Pageturner erwartet, wird enttäuscht sein. Stattdessen wird einem ein (zumindest in der ersten Hälfte) eher unaufgeregter, aber (insbesondere in der zweiten Hälfte) durchaus spannender Roman geboten, der mich persönlich gut unterhalten hat.
Der Schreibstil der Autorin Marie Brunntaler ist nüchtern, aber trotzdem angenehm zu lesen. Die Kapitel sind recht kurz was zusammen mit den wechselnden Perspektiven und Zeitebenen für Abwechslung und eine gewisse Spannung sorgt. Das Setting - ein Hotel in den Schweizer Alpen im Jahr 1957, also in der Nachkriegszeit - ist interessant. Die Wortwahl der Autorin ist dazu passend, sodass man sich als Leser in die Zeit zurückversetzt fühlt. Auch die im Hotel herrschende Atmosphäre hat mir gut gefallen. Man merkt, dass etwas unter der Oberfläche brodelt, das mit aller Macht nach oben drängt...
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Hoteliersfamilie Kälin, bei der mehr Schein als Sein ist, sowie ihre Gäste. Die Autorin gewährt dem Leser dank wechselnder Perspektiven einen guten Einblick in das Leben und die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere. Nach und nach erfährt der Leser mehr über ihre Vergangenheit und die Verstrickungen untereinandern. Immer mehr (Familie-)Geheimnisse und Affären kommen ans Licht und menschliche Abgründe tun sich auf. Nicht zuletzt dank Kommissar Tschudi, der als Außenstehender auch mal zwischen den Zeilen liest, Sachen hinterfragt und sich nicht zu leicht hinters Licht führen lässt. Am Schluss fügt sich tatsächlich alles - auch die kleinste, noch so unwichtig erscheinende Kleinigkeit - zu einem stimmigen Ganzen zusammen.
Fazit: Unaufgeregter, sehr angenehm zu lesender Roman, der durch den Kriminalfall an Spannung gewinnt.