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Die Farbe von Glück: Ein Roman über das Ankommen

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Eine falsche Entscheidung, die das Leben dreier Familien für immer verändert: Ein Richter zwingt die Krankenschwester Charlotte, sein sterbenskrankes Neugeborenes gegen ein gesundes zu tauschen. Folgt sie seiner Drohung nicht, entzieht er ihr den Pflegesohn. Die Welt aller Beteiligten gerät aus den Fugen, doch hinter allem wirkt der geheimnisvolle Plan des Lebens …

Können wir im falschen Leben das richtige finden? Wie öffnet man sich einem neuen? Wie lässt man los? Mit großer sprachlicher Kraft und Anmut zeigt die Autorin, dass jeder seine Lebenskarte bereits in sich trägt und alles auf wundersame Weise miteinander verknüpft ist.
In diesem Roman findet jeder seine Farbe von Glück.

351 pages, Kindle Edition

Published November 2, 2020

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About the author

Clara Maria Bagus

10 books3 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
121 (22%)
4 stars
143 (26%)
3 stars
147 (26%)
2 stars
102 (18%)
1 star
36 (6%)
Displaying 1 - 30 of 66 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
683 reviews64 followers
August 26, 2021
Ich bitte wirklich um Entschuldigung...

...aber dieses Buch ist eine wahre Schnulze! 🙈

Vor dem Hintergrund eines Kindertauschs wird eine kompliziert konstruierte Geschichte errichtet....
um dann im blumig ausgeschmücktem Finale positiv zu enden....

Eine gruselig, schwelgende Sprache tut das ihrige, der sperrig konstruierte Plot suggeriert theoretischen orientalischen Flair....
Etwas Küchentischphilosphie dazu....fertig....

Schnulzig ohne Ende....
Echt schwierig.....

Ganz klarer Fall von:
Kann man lesen.....muss man aber definitiv nicht.....

Sorry....🙈
Profile Image for Herz auf der  Zunge.
136 reviews54 followers
April 5, 2022
Ganz knapp 3, eher 2,5 Sterne.
Puh, nee, das war nicht so richtig meins. Mehr gibt es dann im Lesemonat April
Profile Image for Literarischunterwegs.
362 reviews42 followers
December 20, 2020
Dieses Buch wird sicherlich zu den Büchern gehören, die die Leserschaft spalten wird in diejenigen, die es abtun werden als spirituellen, gefühlsduseligen Kauderwelsch mit unendlich vielen aktuellen und fast schon abgedroschenen plakativen Weisheiten und in diejenigen, die es als wundervoll, wahr und besonders bezeichnen werden.
Zur letzten Gruppe zähle ich mich: Wäre ich nicht selbst am 21.12.2015, um 15.03 Uhr auf den Weg zu meinem inneren Selbst geschleudert worden, würde ich ganz klar zur ersten Gruppe gehören.
Aber mittlerweile, nach fünf Jahren Entwicklung, sehe ich vieles im Leben anders. Daher kann ich die Gedanken, Gefühle, und Weisheiten dieses Buches alle als existent, in welcher Form sie auch immer beim einzelnen auftreten können, bestätigen. Selbst dann, wenn ich von mir sagen kann, dass ich ein durchaus bodenständiger und realistischer Mensch bin, der nichts mit Esoterik am Hut hat. Aber hier geht es nicht um Esoterik - hier geht es um Spiritualität, die meines Erachtens ganz klar von der Esoterik abzutrennen und fernzuhalten ist.
Für mich ist die Geschichte, die Clara Maria Bagus hier vor uns Lesern entstehen lässt, eine wundervolle Art und Weise, den Menschen genau das Magische und Mystische des Lebens oder dessen, was zwischen Himmel und Erde für uns nicht immer sichtbar ist, transparent und verständlich werden zu lassen.

Das Buch ist ein wundervoller Roman, der all das, was in den vielen neueren und älteren Sachbüchern zum Thema Selbstfindung, Authentizität, Seelenbotschaften, Seelenpartnern und Schicksal erläutert und durch praktische Übungen durchführbar gemacht wird, zum realen und gelebten Leben erweckt.
Das Buch ist auf seine Weise ein Pageturner, der einen nicht eher ruhen lässt, bis man weiß, wie die Geschichte endet. Wie sie nicht nur hinsichtlich ihres Fortgangs im Lauf des des Plots, sondern wie sie tief im Herzen, in den Seelen der Charakteren des Buches endet; aber auch vor allem wie sie im eigenen Herzen und in der eigenen Seele enden wird.

Zudem ist die Geschichte derart ergreifend, dass sie sich nachhaltig in den Herzen und Seelen ihrer Leser niederlassen wird. In meinem Herzen und in meiner Seele ist sie nachhaltig angekommen.
Profile Image for Eva.
71 reviews17 followers
April 2, 2024
Grauenhaft schnulzig, voller Kalendersprüche und Fremdscham. Sprachlich unterirdisch und pathetisch, eigentlich vielversprechende Handlung an den falschen Stellen zu lang und an den anderen zu flach. Gehört zum schlechtesten, was ich je gelesen habe. Und jetzt wundert mich auch nicht mehr, warum Nele Neuhaus und Markus Lanz gute Rezensionen dazu hinterlassen haben.
Profile Image for Jennifer Köster.
16 reviews
December 26, 2020
Wunderschön geschrieben. Das Buch ist ein Gedicht und voll mit Lebensweisheiten. Am Ende wird es mir persönlich etwas zu kitschig und unrealistisch.
Profile Image for Roya.
18 reviews
April 25, 2021
Für die erste Hälfte des Buches hätte ich 4 Sterne gegeben. Ich finde die Idee der Geschichte sehr gut und das Buch war zu Beginn extrem vielversprechend. Die poetische Schreibweise ist nicht meins, aber nach wenigen Seiten hat man sich daran gewöhnt. Soweit so gut!
Leider wurde die Geschichte ab der Hälfte sehr unrealistisch und oberflächlich. Was ich in Anbetracht der gut gelungene erste Hälfte sehr schade fand. Auf den letzten Seiten wurde die Geschichte dann einfach nur absurd und extrem lebensfern, deswegen nur 2 Sterne. Schade!
Profile Image for Madeleine Corfier.
111 reviews
April 12, 2025
In Rezessionen zum Buch hab ich Sachen gelesen wie ‚sehr kitschig… vorhersehbar‘ … & dass dies eine Geschichte ist, die man entweder sehr mögen oder sehr ablehnen wird . Da stimme ich zu !! Mich hat die Story gefangen genommen & ich fand sie sehr berührend & voller Mut & Hoffnung erzählt. Das Buch erinnert etwas von ‚Mary‘ & ‚die Prophezeiungen von Celestine’.Seit langem habe ich keine Geschichte mehr gelesen die so viele Zitate beinhaltet (zuletzt war der ‚kleine Prinz’ so voller Lebensweisheiten).
Die Auswahl an Zitaten ist sooooo gros, hier nur kleiner Auszug, der das Buch etwas widerspiegelt:
‚Unsere Seelen sind wie Bäume und Vögel zugleich. Sie brauchen tiefe Wurzeln, die sie auch bei Unwetter festhalten. Die sie mit Nahrung versorgen, damit sie nicht mitten im Leben zu sterben beginnen. Und sie müssen frei sein, um sich zu ihren Träumen aufschwingen zu können. Wurzeln können wir nur in einem geeigneten Boden. Unsere Flügel ausbreiten nur dann, wenn kein Gewicht auf uns lastet.‘ (S. 64)
‚Die Welt um dich herum ist ein Spiegelbild der Welt in dir. Verändere deine Gedanken, und du veränderst deine Umstände. (S.105)
‚jedes Leben auf der Erde ist wie ein Stein, den man ins Wasser wirft. Unser Handeln zieht Kreise. Schlägt Wellen. Und diese Wellen breiten sich über das Wasser aus, werden weiter und weiter und berühren die Wellen anderer Leben. Die Kreise unseres Lebens, unseres Handelns berühren einander, verschwimmen ineinander. So ist alles in der Welt untrennbar miteinander verbunden. Wir können nie im Vornhinein absehen, wozu etwas führen wird. Nicht im Schlechten, aber auch nicht im Guten. Und manchmal führt das Schicksal uns und die Menschen, die durch unsere Entscheidung in Mitleidenschaft gezogen wurden, über Umwege wieder auf ihren Pfad zurück.‘ (S.215) …
Profile Image for Bettina.
84 reviews1 follower
March 26, 2024
Ein netter Roman, der Null plausibel ist, dafür wie eine Fabel wirkt. Erst als ich mich auf die metaphorische, allegorische Erzählung einließ (und alles außer Acht ließ, was einfach keinen Sinn ergeben hat, davon gibt es genug), konnte ich die Botschaften wirken lassen. Diese Botschaften waren nicht sehr tiefgründig, aber nett. Gegen Ende hin wurde die Story immer unplausibler und überkonstruiert, was auch wieder zum Fabelhaften passt.

Der Klappentext und die lobenden Zitate waren irritierend und haben völlig andere Erwartungen an das Buch geweckt, hier ist aber eher das Marketing Schuld anstatt die Autorin.
Profile Image for Lwil9.
36 reviews
August 29, 2024
Schreckliche hab’s nach 100 Seiten weggelegt. Aneinander gereihte Weisheiten, die keinen Sinn ergeben. Sätze, die nichts zur Story beitragen. Leider hat mich das Buch absolut nicht abgeholt. Mag den Schreibstil nicht.
2 reviews
August 5, 2024
Selten breche ich ein Buch ab zu lesen, doch bei diesem hat es sich gelohnt. Nach der Hälfte konnte ich mir die schier unendlichen Monologe mit austauschbaren Lebensfloskeln und Pseudoweisheiten nicht mehr antun. Zum Glück bietet mein Bücherregal noch Ungelesenes mit mehr Stringenz und Tiefe.
2 reviews
January 17, 2023
Warnung: Spoiler!






Die Farbe von Glück ist ein Buch, das ein Lebensratgeber sein möchte, aber mit Charakteren und einer sehr dünnen Story versehen ist.

Antoine wird als sechsjähriger Junge von seiner Mutter ohne Erklärung verlassen. Charlotte, eine junge Dame ohne eigene Familie, nimmt den Kleinen auf und zieht ihn fortan groß.

Jules und Louise haben ein prächtiges Leben und es scheint dem Paar nichts zu fehlen außer einem: ein Kind. Nach zwei Fehlgeburten und einem schon früh verstorbenen Baby, legen sie all ihre Hoffnungen in Louises vierte Schwangerschaft.

Das Töchterchen kommt lebendig aber schwach auf die Welt. Jules schaut sich nach der Geburt sein Töchterchen im Neugeborenensaal an und sieht keine Zukunft für das Kind. Daraufhin besticht er die Krankenschwester, die mit ihm im Saal ist, die sich um die Neugeborenen kümmert und zufällig Charlotte ist, ein gesundes Kind mit seinem auszutauschen.

Das kranke Kind heißt jetzt Ni Lou und das gesunde Florentine.

Das ist so das Grundgerüst der Geschichte. Zwei einzeln starke Anfänge, jedoch werden sie im Verlauf des Buches seltsam und unrealistisch miteinander verwoben.

In meinen Augen hätte man aus Antoines und Charlottes Geschichte etwas sehr Emotionales und Spannendes schaffen können. Das ist in diesem Buch aber nicht passiert.

Die Geschichte und Charaktere dienen eigentlich nur als Mittel, um eine Weisheit nach der nächsten rauszuhauen. Denn in der Story passiert in den ersten 200 Seiten fast gar nichts, außer dass Antoine und Charlotte umziehen, das Paar ihr Kind aufzieht und sich alle über die Taten ihrer Vergangenheit Gedanken machen; und es vergehen Jahre und Jahrzehnte über wenige Kapitel.
Dadurch dass so große Zeitsprünge passieren, lernt man die Charaktere gar nicht kennen, und sie wirken alle sehr oberflächlich und so, als ob sie im Geschehen nur als Beilage zu einem Problem existieren.
Als Beispiel nehmen wir mal Antoine: Er hat seiner Mutter nie vergeben, dass sie ihn einfach verlassen hat. Irgendwann kriegt er einen Brief von seiner Mutter, in dem sie ihn um ein Gespräch bittet, um zu erklären, was passiert ist. Das ist sein Problem.
Wenn Antoine vorkommt, wird eigentlich ständig seine Mutter thematisiert und es geht eigentlich nie wirklich darum, wie er mit diesem Verlust umgegangen ist oder wie ihn das beeinflusst hat. Also Antoine ist nichts weiter als sein Problem und kriegt somit als Charakter kaum eine Persönlichkeit.

Andere Charaktere existieren nur als Plotpunkt, wie zum Beispiel Florentine, die ausgetauschte Tochter, die eigentlich nur dazu dient, um Jules und Louise klarzumachen, dass Kinder ihre Beziehung niemals gerettet hätten, denn sie war schon davor brüchig. Florentine hat keine eigene Persönlichkeit.

Die Charaktere sind sich schon von Anfang an ihren Fehlern bewusst und auch bereit, sie alle zu bereinigen. Das lässt sie alle extrem unrealistisch wirken und lässt gar keinen Platz für Wachstum oder Offenbarung, einem Aha-Moment sozusagen.

Die Dialoge bestehen eigentlich fast ausschließlich aus Ratschlägen und Lebensweisheiten. Fast jedes Gespräch, dass Charaktere miteinander führen, ist sehr tiefgängig und kommt unnatürlich rüber. Man fühlt sich beim Lesen schon fast belehrt von den Personen.
Außerdem klingen alle Charaktere beim Reden gleich und sind somit kaum voneinander zu unterscheiden.

Und können wir kurz über diese Weisheiten reden? Antoines Problem ist das Vergeben, oder eben das Nichtvergeben. Ihm werden von mehreren Charakteren dazu geraten, seiner Mutter einfach zu vergeben, weil sie im Sterben liegt und sie nicht mit Reue in die nächste Welt gehen sollen. Dass er Platz in seinem Herzen für Liebe schaffen soll, und dass er doch zum Ende hin versteht, wieso seine Mutter ihn verlassen hat. Das finde ich emotional manipulativ.
Vor allem, wenn man weiß, dass die Mutter Antoine schuldig dafür macht, dass der Vater und ihr erstes Kind bei einem Feuer gestorben sind, als sie noch mit Antoine schwanger war, und sie ihn deswegen als Kind misshandelt hat.
Das Vergeben wird auch bei anderen Charakteren thematisiert, wie zum Beispiel bei Jules und dem Kindstausch.
Erstens muss man niemandem etwas vergeben, auch wenn man die Beweggründe versteht, oder der andere es bereut. Zweitens schafft man nicht Platz in seinem Herzen für Liebe durch Vergebung, sondern damit, dass man sich mit seinem Trauma befasst und versucht, damit abzuschließen oder klarzukommen, und vor allem versteht, dass man nicht Schuld an seinem Trauma ist. Drittens keiner hat das Recht auf Vergebung.
Auch ein gutes Zitat: "Alles verstehen heißt alles vergeben" Nein, das heißt es nicht.

Das Buch versucht die Täter zu vermenschlichen und recht zu fertigen, wieso sie sich denn jetzt fehlverhalten haben. Das ist ja auch in Ordnung bis zu einem bestimmten Grad, aber sowas wie Kinder austauschen ist einfach etwas, dass man trotz Verständnis nicht so leicht hinnehmen sollte. Das Buch suggeriert auch, dass jeder in Jules Lage sich gleich verhalten hätte, was ich auch wieder für sehr unrealistisch halte.
Im gleichen Atemzug geht es auch ums Wiedergutmachen. Wie soll man denn wiedergutmachen, dass man Kinder im Krankenhaus ausgetauscht hat? Oder dass man sein Kind misshandelt hat, weil man sich einredet, dass es an einem Brand schuld war, obwohl es noch gar nicht auf der Welt war, und es schließlich irgendwann verlässt?

Im Buch wird über den Tod so geschrieben, als ob die Autorin weiß, wie es ist zu sterben oder tot zu sein. Oder auch, dass niemand wirklich stirbt. Ja, in unseren Erinnerungen, in unseren Erzählungen bleiben die Menschen auf eine Art schon am Leben, aber der Mensch selbst ist für immer weg. So zu tun, als ob jemand noch am Leben wäre, auch auf eine andere Art (wie zum Beispiel in einer Blume), wirkt sich sehr schlecht auf den Heilungsprozess aus und man kann mit dem Tod niemals abschließen.

Auch wird im Buch über Glück geredet, aber fast alle Charaktere finden ihr Glück in anderen Menschen. Der eine findet es in einem Kind, der andere in einem neuen Partner, und so wird einem eigentlich nur suggeriert, dass das eigene Glück abhängig von anderen Menschen sei.
Im letzten Abschnitt des Buches wird sogar von der Mutter von Ni Lou behauptet, dass der Tausch ihnen das Familienglück wiedergebracht hat, weil sich die ganze Familie gemeinsam um das kranke Kind kümmern musste. Glück im Leid anderer zu finden, finde ich persönlich ja verwerflich.
Das ist eine ziemlich schlechte Botschaft, denn nur Glück in anderen finden, wird einen auf Dauer nur unglücklich machen. Man muss in sich selbst unabhängig von anderen Glück finden. Das wird einfach fast gar nicht thematisiert.

Was aber thematisiert wird: Verantwortung. Wir sollen anderen nicht die Verantwortung für unsere Misere geben. Was aber, wenn sie doch der Grund sind, wieso wir überhaupt in der Misere sind?
Antoine soll also nicht seine Mutter verantwortlich machen, dass er als Kind im Stich gelassen wurde und dadurch wahrscheinlich Verlustängste entwickelt hat? Das klingt richtig so, als ob Opfer auch Mitschuld für die Tat tragen, die ihnen widerfahren ist, also quasi Opferbeschuldigung.
Es wäre doch viel interessanter gewesen, hätte man über die Verantwortung seiner eigenen Taten geschrieben. Oder dass man verantwortlich ist dafür, wie man auf die Geschehnisse in seinem Leben reagiert, und unsere Reaktion ausmacht, wie sich unser Leben abspielt.

Auch eine gute Weisheit: Hinterfrag nichts im Leben, nimm es so hin, wie es kommt. Man kann es eh nicht ändern.
Ich finde das ist so eines der gefährlichsten Aussagen, die dieses Buch zu bieten hat. Das gibt nämlich Opfern das Gefühl, dass sie niemals aus ihrer misslichen Lage herauskommen und einfach akzeptieren müssen, dass sie ein schlechteres Leben haben als andere.
Hier hätte man doch einen schönen Rat darüber geben können, wie das Handeln das Leben verändern kann. Immerhin geschehen all die Sachen am Ende des Buches ja nur, weil sich Jules dazu entschlossen hat, zu handeln.

Dieses Buch ist angeblich das Buch des Ankommens. Es wird gesagt, dass es wichtig wäre, bei sich selbst anzukommen. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Denn von dem was man so liest, geht es eigentlich eher darum sich selbst zu finden, aber sich trotzdem durch andere zu definieren.
Ankommen wird nämlich in den späteren Kapiteln damit gleich gesetzt, jemanden zu finden, von dem man denkt, dieser wäre die eine Person für einen selbst. Und wo genau kommt man dann an?

Alles in allem versucht die Autorin Clara Maria Bagus sich mit tiefen und komplexen Themen zu befassen, ohne die eigentliche Tiefe und Komplexität der Themen in die Charaktere zu übertragen und daraus eine spannende oder packende Geschichte zu verfassen. Teilweise gibt es den Anschein, als ob die Autorin sich mit den Themen Verlust, Vergeben, Glück, etc. gar nicht wirklich auskennt, und wichtige Schritte beim Heilen einfach überspringt.
Wut, Leugnung, Verwirrung, Angst, das gehört alles zum Heilprozess und es wird im Buch einfach abgefrühstückt als Unwissen oder Lieblosigkeit. Und dadurch, dass die Charaktere keines dieser Gefühle richtig durchleben, wirken sie nicht realistisch. Man kann sich mit ihnen nicht identifizieren.

In den letzten 150 Seiten entfaltet sich dann doch eine Story. Jules beichtet Louise, dass er die Kinder hat austauschen lassen. Das Paar trennt sich, und er geht auf die Reise, um die leiblichen Eltern von Florentine zu finden. Auf seiner Reise trifft Jules auf Charlotte, und wir als Leser finden heraus, dass sie sich wohl am Anfang des Buches beim Tausch der Kinder ineinander verliebt hätten. Das vergisst man während man das Buch liest aber, weil das bis zum Ende nie aufgegriffen wird. Ich persönlich habe den Blick, den sie sich im Neugeborenensaal gegeben haben, eher als geteilte Verzweiflung aufgefasst. Charlotte und Jules beginnen eine Beziehung und werden sogar intim.

Antoine wird dazu überredet, seine Mutter zu besuchen, die zufälligerweise im selben Land wohnt wie er und Charlotte. Sie hat ihm im Traum einen Samen gegeben. Der hat sich verwirklicht und existiert in der realen Welt. Die Mutter weiß, dass Antoine das geträumt hat, und bittet ihn, den Samen zu pflanzen. Er vergibt ihr.

Florentine erfährt, dass sie getauscht wurde, und akzeptiert es einfach. Sie hört mit einem Mal auf, Jules als ihren Vater zu bezeichnen, als ob er sich nicht ihr ganzes Leben um sie gekümmert hätte.

Antoine und Ni Lou verlieben sich. Interessanterweise auch in einem Krankenhaus. Denn Antoine ist über die Jahre Chirurg geworden und hat Ni Lou behandelt. Sie hat nämlich eine angeborene Lungenkrankheit.

Ni Lou und ihrer Familie werden erzählt, dass die Kinder getauscht wurden. Die Mutter von Ni Lou nimmt es sehr gelassen hin.

Übrigens hat Antoine die Geburtsurkunden, die Charlotte seit dem Tag des Tausches aus irgendeinem Grund aufbewahrt hat, in einem Baum in ihrem Garten gefunden und ist direkt zu dem Entschluss gekommen, dass Charlotte die Kinder ausgetauscht hat.

Jedenfalls liegt Ni Lou am Ende im Krankenhaus, weil ihre Lungen anfangen zu versagen, und Jules hat eine gute Idee, um den Tausch wiedergutzumachen: Er bringt sich um, damit sie seine Lungen kriegt. Jules hat übrigens in fast jedem Kapitel, in dem er dabei war, geraucht.

Zu guter Letzt findet Charlotte in ihrer großen Trauer heraus, dass sie von Jules schwanger ist. Was für eine riesen Freude, dass sie das Kind jetzt ohne ihn großziehen darf.

Antoine pflanzt den Samen und eine blaue Blume blüht.

Puh, ich denke, um meine Gedanken ganz gut zu diesen letzten Kapiteln zusammenzufassen, schreibe ich hier einfach mal meine Gedanken auf, die ich beim Lesen notiert habe:

Die haben Sex und er ist wieder wie der alte Jules?! Okay... (Charlotte und Jules wurden intim)

Unglaublich, wie schnell die Töchter ihr altes Leben einfach aufgeben. Ni Lou heißt jetzt auf einmal Florentine, alles klar. So benehmen sich Leute nicht.
Und wieso wird das denn nicht zuerst den Eltern offenbart?

Antoine und Ni Lou verlieben sich also auch noch.

Die Charaktere sind so unrealistisch geschrieben. Als ob alle die Weisheit in den Rachen geschoben bekommen und alle irgendwie die Erleuchtung gefunden haben. Schrecklich.

Wie erkennen sie denn an den Geburtsurkunden, dass die Kinder ausgetauscht wurden. Außer der Zeit ändert sich doch nichts? Hat Charlotte noch etwas draufgeschrieben, was ich vergessen habe?

Die Mutter von Ni Lou nimmt einfach hin, dass ihre Tochter ausgetauscht wurde. Wer hätte aus Verzweiflung nicht wie Jules gehandelt? Zum Beispiel Menschen mit gesundem Verstand.

Man kann nicht einfach so ein Organ spenden, die Blutgruppe muss passen, aber das Buch hat ja magische Elemente, vielleicht passen die Gruppen ja einfach, obwohl man das Blut noch gar nicht getestet hat.

Austausch von Kindern wird also mit Selbstmord wiedergutgemacht? Ich denke wohl nicht.

Außerdem raucht doch Jules, also werden Ni Lou Raucherlungen implantiert. Wie nett! Kann man solche Lungen überhaupt spenden? Was sind das eigentlich für Ärzte?

Natürlich ist Charlotte schwanger! Juhu!! Jetzt darf sie das Baby alleine großziehen! Woohooo!! (Wie vorhersehbar)

Die Farbe von Glück ist also blau?


Abschließend würde ich sagen, dass ist mit eines der schlechtesten Bücher, die ich in meinem Leben gelesen habe. Ich habe einige Bücher über tiefe, komplexe Gefühle und Schicksalsschläge gelesen, aber keines davon war so zwanghaft und oberflächlich verwoben wie dieses. Zum Ende hin habe ich mich eigentlich nur meiner Zeit beraubt gefühlt, und konnte fast jede "Wendung" vorhersehen.
Der einzige Trost, den mir das Buch gespendet hat, war die wunderschöne Schreibweise von Carla Maria Bagus. Sie weiß, wie sie mit Sprache wunderschöne Bilder kreieren kann. Der Lesefluss ist leicht und man liest ohne zu Stocken. Hier und da hat sie dasselbe mehrfach hintereinander beschrieben, und man hätte sehr viele Adjektive kürzen können. Alles in allem aber ein solider Schreibstil.
Doch trotz aller sprachlichen Mittel fehlte es an Tiefe und das an jeder Ecke. Oberflächliche Story, oberflächliche Charaktere, oberflächliches Behandeln komplexer Themen. Es wirkte am Ende einfach so, als ob die Autorin selbst einen Schicksalsschlag erlitten hätte und auf ihrer esoterischen Reise Weisheiten gesammelt hat, die sie mit allen teilen wollte, ohne den Prozess des Heilens zu bedenken.
Schade, denn der Ansatz von Antoines Geschichte war so vielversprechend. Es wäre viel interessanter gewesen, darüber zu lesen, wie schwer der Verlust seiner Mutter ihn getroffen und ihn über die Jahre beeinflusst und geprägt hat. Wie er anfängt mit seinen Gefühlen und Gedanken umzugehen, und dann vielleicht sich zu entscheiden, ihr zu Vergeben.
Stattdessen haben wir dieses Buch bekommen. Und das kann ich nicht vergeben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Dana F.
12 reviews
December 7, 2025
Der Roman befasst sich in sehr blumiger Sprache mit den Themen Herkunft und dem Sinn des Lebens. Die Geschichte war zwar stark konstruiert, aber hat interessante Denkanstöße gegeben.
142 reviews3 followers
November 11, 2020
Welche Auswirkungen kann eine einzige moralisch fragwürdige und schwerwiegende Entscheidung auf das zukünftige eigene Leben und das anderer Menschen haben? Wie kann man mit seiner Tat und seinen Gewissenbissen weiterleben? Das sind eigentlich interessante Fragen, die Clara Maria Bagus in ihrem Roman stellt.

Der Kinderwunsch des Ehepaars Jules und Louise endete bereits mehrere Male mit Fehl- und Totgeburten, sowie dem Verlust eines Kindes kurz nach der Geburt. Der Richter Jules mag seine Frau nicht länger leiden sehen. Um ihr die letzte Chance auf ein gesundes Kind zu ermöglichen, durchbricht er alle Schranken.

Im Geburtshaus arbeitet die Kinderkrankenschwester Charlotte, die ohne amtliche Genehmigungen den Halbwaisen und von seiner Mutter verlassenen kleinen Antoine zu sich genommen hat. Dies nützt der verzweifelte Jules aus und erpresst sie, im Geburtshaus, zwei Neugeborene zu vertauschen. Das eine ist seine kleine schwächliche Tochter, die er dem Tode geweiht glaubt, das andere die gesunde Tochter eines ausländischen Ehepaares.

Getrieben von Gewissensnöten und der Sorge um ihren Ziehsohn flieht Charlotte umgehend mit dem Jungen und verlässt ihre Heimat endgültig. Beide lassen sich weitab in einem Land im fernen Osten nieder, wo sie sich eine sichere Existenz aufbauen können. Ob Antoine jemals seine Mutter Marlene wiedersehen wird? Auch Charlotte ahnt noch nicht, dass sie einem der vertauschten Kinder näher ist als gedacht.

Glücklich wird Jules mit seiner verwerflichen Tat nicht. Zwar kann sich seine Frau endlich eines Kindes erfreuen, aber die Tat quält ihn fortan. Das Ehepaar entfremdet sich dadurch zusehends in den Folgejahren.

Doch wenn auch die Entfernungen groß sind, alle Protagonisten werden von ihrer Vergangenheit durch eine große Anzahl von Zufällen und schicksalsgetränkter Wendungen eingeholt. Endlich können Versäumtes nachgeholt, begangene Verfehlungen geheilt, Lieben ausgelebt und Wunder durchgeführt werden.

Fazit:
Ins Auge sticht sofort das positive, farblich warme, glänzende Buchcover. Es verleitet gleich, das Buch in die Hand zu nehmen. Die leuchtenden Farben, die glitzernden Vögel strahlen etwas Zuversichtliches aus. Das sehr ansprechend entworfene Buchcover sowie der aufmunternde Titel versprechen leider mehr, als der Inhalt des Romans bieten kann. Schade.

Die Erzählung schwebt bezüglich Zeit und Ort im diffusen Ungewissen, da keine eindeutigen Angaben dazu in der Handlung zu finden sind. Da Dampfschiff und Zug als Reisemittel erwähnt werden, kann man vielleicht den Anfang des 20. Jahrhunderts annehmen. Sämtliche Vornamen stammen eher aus dem französischsprachigen Raum. Der zweite Handlungsort ist irgendein Land im Fernen Osten.

Für meinen persönlichen Geschmack ist die Geschichte sehr einfach und trivial gestrickt. Mich störte beim Lesen, dass die Zahl unglaubwürdiger Zufälle, die die Handlung vorantreiben, im Verlauf zunahm.

Der Schreibstil der Autorin bleibt dauerhaft auf einem eher pathetischen und melodramatischen Niveau. Der stets die Handlung begleitenden Lebensweisheiten und philosophischer Einschübe wurde ich zunehmend überdrüssig.

Leider blieb die Darstellung der Charaktere eher flach und konturlos. Eine Identifikation oder emotionale Hinwendung zu den farblosen Protagonist*innen war mir kaum möglich. Für mein persönliches Empfinden wird die Handlung gegen Ende immer abstruser und unrealistischer, so dass ich eher Abstand nahm.


Profile Image for LEXI.
100 reviews3 followers
November 4, 2020
Die Entscheidung zur Lüge

„Man kann sein Glück nicht auf dem Unglück anderer aufbauen. Lügen breiten ihre schwarzen Flügel aus, die von Tag zu Tag wachsen.“

Als der angesehene Richter Jules nach etlichen Fehlgeburten seiner Frau im Krankenhaus mit seiner schwerkranken neugeborenen Tochter konfrontiert wird, entschließt er sich zu einem verzweifelten Schritt. Er verstößt gegen all seine moralischen und ethischen Grundsätze, erpresst die zuständige Krankenschwester und veranlasst sie, das sterbenskranke Neugeborene gegen ein anderes, gesundes Baby auszutauschen. Dieser Eingriff in das Schicksal macht zwar seine Ehefrau Louise überglücklich, für Jules beginnt jedoch eine Zeit der Verzweiflung. Die Lüge lastet schwer auf ihm, er ist von Schuld, Reue und Verzweiflung gelähmt, bis er schließlich resigniert und versucht, alles zu verdrängen.

Charlotte ist Krankenschwester und hat sich eines verwaisten Jungen angenommen, den sie über alles liebt. Die Drohung des Richters, ihr den kleinen Antoine wegzunehmen, veranlasst sie dazu, seiner unfassbaren Forderung nachzugeben. Doch auch Charlotte wird mit dieser Schuld nicht fertig. Sie überquert den Ozean und sucht mit Antoine Zuflucht in einem weit entfernten Land im Osten.

Für alle Beteiligten ändert sich das Leben drastisch – und die Auswirkungen dieser emotionalen und kopflosen Tat sind größer, als sie sich jemals hätten vorstellen können…

Das überaus ansprechende Buchcover sowie der angepriesene Inhalt auf dem Klappentext machten mich auf die aktuelle Neuerscheinung von Cara Maria Bagus aufmerksam. Jules und Louises Geschichte beginnt auf der Neugeborenen Station, die handelnden Figuren werden dem Leser vorgestellt. Die größte Aufmerksamkeit wird Charlotte, Jules und Antoine zuteil, Louise, Florentine und Ni Lou sind für die Handlung relevante Nebenfiguren. Im Rückblick auf die Vergangenheit spielt auch Antoines Mutter Marlene eine wichtige Rolle.

Der Schreibstil und sehr oft auch gewisse Satzkonstruktionen waren für mich gewöhnungsbedürftig. Das Buch ist prall gefüllt mit Lebensweisheiten, die sich beinahe nahtlos aneinanderreihen… für meinen Geschmack bei Weitem zu viel des Guten. Die eigentliche Geschichte gerät angesichts der vielen klugen Worte ein wenig in den Hintergrund und erreichte mich nicht wirklich. Der Faktor des Übernatürlichen, Magie und beispielsweise auch die Thematisierung alter Seelen hat mir überhaupt nicht gefallen, ich konnte auch viele Motive und Handlungen nicht nachvollziehen. Besonders die Entwicklungen im letzten Abschnitt des Buches empfand ich als unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen. Angesichts der blassen Figuren und der für meinen Geschmack unzureichenden Charakterzeichnung blieben diese unnahbar, konnten mich emotional nicht einbeziehen. Ein wenig irritiert hat mich auch die Tatsache, dass die Protagonisten und Nebenfiguren allesamt nur Vornamen, aber keine Nachnamen besitzen.

FAZIT: „Die Farbe von Glück“ wird durch ein ausdrucksstarkes Cover präsentiert und verheißt eine vielversprechende Geschichte, konnte mich persönlich jedoch nicht überzeugen. Ich war von dieser Lektüre enttäuscht und mehrfach versucht, sie abzubrechen. Ich vergebe aufgerundete zwei Bewertungssterne für die beachtliche Anzahl von Lebensweisheiten in diesem Buch, eine Leseempfehlung kann ich dafür jedoch nicht aussprechen.
Profile Image for Dani_liest.
430 reviews28 followers
December 10, 2020
Der Klappentext von „Die Farbe von Glück“ klang nach einem spannenden Drama. Eine Krankenschwester wird dazu gezwungen, zwei Neugeborene zu vertauschen. Eine ungeheuerliche Tat. Die Geschichte entwickelt sich allerdings ganz anders, als ich es erwartet habe. Dies ist kein klassischer Unterhaltungsroman, sondern eher eine Parabel über das Leben.
Anna Maria Bagus befasst sich mit den zentralen Fragen der menschlichen Existenz. Was macht uns zu dem, der wir sind? Was ist unser Weg und wie können wir unser Potenzial voll ausschöpfen?
Die Autorin beeindruckt mit großer Wortgewandtheit und einem anspruchsvollen Schreibstil, der gleichzeitig gut verständlich ist. Jedes Kapitel steckt voller Lebensweisheiten und ich habe bewusst langsam gelesen um die Worte auf mich wirken zu lassen.
„Die Farbe von Glück“ gibt dem Leser viele Denkanstöße für das eigene Leben und macht gleichzeitig Mut, aus festgefahrenen Bahnen auszubrechen um der eigenen Bestimmung zu folgen.
Die Botschaft des Buches sowie die großartige Sprache verdienen meine Anerkennung. Trotzdem war der Roman nicht wirklich mein Fall. Wäre mir bewusst gewesen, dass dies mehr ein Lebensratgeber als Belletristik ist, hätte ich nicht zugegriffen.
Wie bereits eingangs erwähnt, dient die Handlung eher als Parabel denn zur Unterhaltung. Man erfährt nicht in welchem Jahr das Ganze spielt (einerseits gibt es Züge, auf der anderen Seite wird noch mit Feder und Tinte geschrieben). Orte, Länder und Personen, die keine zentrale Rolle spielen bleiben namenlos. Die Kapitel sind sehr kurz und die Jahre rasen mit hohem Tempo vorbei.
Alltagsgespräche finden nicht statt. Jede Unterhaltung besteht aus einer Aneinanderreihung von Lebensweisheiten. Jeder Charakter kann sich eloquent und intelligent ausdrücken. Selbst der Seitensprung einer Protagonistin schreibt ihr einen Brief voller Tiefgang um die Beziehung zu beenden. Die komplette Geschichte hat keinerlei Natürlichkeit und war mir ab einem gewissen Punkt einfach zu salbungsvoll. Ich habe selbst schon einige Ratgeber über positives Denken gelesen und halte es für wichtig, aus jeder Situation das Beste zu machen, aber wenn eine Mutter ihr Kind misshandelt und einfach am Straßenrand stehen lässt, wenn Menschen anderen Leuten ihre Kinder stehlen, dann helfen auch keine Sinnsprüche um sich das Ganze schönzureden.
Die Personen in diesem Roman haben jeglichen Realitätsbezug verloren und leben quasi als Erleuchtete. Jedes Vergehen, egal wie schwer, wird mit spirituellen Phrasen entschuldigt, akzeptiert und verziehen. Ich empfand es als unrealistisch, wie prompt auf jedes Geständnis Vergebung folgte. Es gab nie Wut sondern Verständnis, dass man fast schon als stoisch bezeichnen kann.
In der zweiten Hälfte ging mir leider auch der Schreibstil, den ich am Anfang noch geschätzt habe, ziemlich auf die Nerven, weil sich die Phrasen immer wieder wiederholt haben. Zum Schluss konnte ich es langsam wirklich nicht mehr ertragen, wenn wieder jemand seine Flügel ausgebreitet hat. Das Ende war auch völlig unrealistisch.
Leider muss ich sagen, dass ich froh war, als ich dieses Buch beendet hatte.
106 reviews1 follower
November 12, 2020
Auf "Die Farbe von Glück" war ich besonders neugierig. Ich liebe Bücher, die eine Botschaft haben und einen nachdenklich zurücklassen, aber aber auch oft bei tiefgründigen Büchern das Gefühl, dass sie nicht ganz zu mir vordringen. Durch das wunderschöne Cover, die vielen positiven Stimmen und die Leseprobe, bei der ich beim ersten Satz sogar eine Gänsehaut bekommen habe, habe ich mir von diesem Buch besonders viel versprochen.

Leider muss ich nach dem Ende der Geschichte sagen, dass ich mehr als enttäuscht von dem Buch bin. Der Schreibstil war zwar schön und ließ sich einfach lesen, und anfangs haben mir die Lebensweisheiten und Sprüche auch noch sehr gut gefallen, aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr haben sich die Inhalte dieser Weisheiten geglichen und jeder der Charaktere war plötzlich total schlau und hat groß dahergeredet. Und das, obwohl die meisten Charaktere große Probleme mit sich selbst und ihrem Werdegang hatten und alles andere als mit sich selbst im Reinen waren. Anderen Ratschläge geben konnten sie dennoch ohne Pause.

Die Charaktere konnten mich leider auch nicht erreichen, ich habe mich mit keiner Person wirklich verbunden gefühlt und konnte mich in sie hineinversetzen, obwohl sie alle ihre tragischen Geschichten mit einem teilten und den Leser daran teilhaben ließen.

Was mir aber am wenigsten gefallen hat, war letztendlich die Handlung des Buches. Ich kann nicht viel dazu schreiben, ohne zu viel davon zu verraten, aber ich finde, dass insgesamt im Buch nicht viel passiert ist und sich alles immer nur um das Gleiche Thema gedreht hat. Vor allem aber hatte ich das Gefühl, dass die einzig wichtigen Teile der Anfang und das Ende des Buches haben. Im Mittelteil wurden auf vielen Seiten schlaue Sprüche wiederholt und wiederholt, um Seiten zu füllen und dem Leser den Eindruck zu vermitteln, dass viel Zeit vergeht. Was mir auch gar nicht gefallen hat, war, wie unkonkret manche Aussagen waren. Charlotte zieht irgendwann in ein anderes Land, dessen Namen nicht einmal im gesamten Buch erwähnt wurde. Vermutlich war das Absicht, aber ich fand es einfach richtig nervig und hatte wieder das Gefühl, einfach nichts zu erfahren und irgendwie auch meine Zeit zu verschwenden. Gegen Ende musste ich mich wirklich zwingen, das Buch weiterzulesen. Und wenn ich ehrlich zu mir bin hätte ich das Buch im Nachhinein lieber weglegen sollen, weil ich persönlich das Ende einfach komplett überzogen und völlig unrealistisch fand.

Ich finde das Buch ist insgesamt einfach viel zu dick aufgetragen. Es hat zwar eine Botschaft, über die man definitiv nachdenken kann und muss, aber die Art und Weise, wie diese Botschaft übermittelt wurde, war für mich einfach viel zu viel des Guten. Leider kann ich das Buch nicht empfehlen, ich habe nicht das Gefühl, einen Mehrwert mit dem lesen erreicht zu haben.
3 reviews
August 7, 2025
Ich war erst wirklich sehr begeistert von dem Buch und teile viele Inhalte bei denen es um Vertrauen, Vergebung und Nächstenliebe handelt.

Betonung auf *war*
Auf einmal kommt die Autorin darauf Jules zu Charlotte reisen zu lassen - nicht um sich zu entschuldigen, nein, sondern - um mit ihr zu schlafen???
Es wird von “Wahrer Liebe” und einer “Verbindung die das Schicksal geschrieben hat” gesprochen.
Aber in Wahrheit werden alle Themen die davor behandelt wurden einfach nur Zunichte gemacht und durch den Dreck gezogen.

Was hier als wahre Liebe dargestellt wird ist einfach nur eine Traumabindung weil natürlich Jules und Charlotte die einzigen sind, die den Anderen voll und ganz verstehen. Aber das zeugt nicht von einer Verbindung sondern einfach nur davon, dass man gemeinsam Mist gebaut hat und sich bei jemand anderes die Bestätigung holen muss, dass es das Schicksal ja so wollte.

Und ganz gegenteilig habe ich die ersten 2/3 des Buches verstanden.
Ab Seite 285 schüttle ich nur noch den Kopf und will eigentlich garnicht mehr weiterlesen.
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102 reviews
November 5, 2020
Die Farbe von Glück von Clara Maria Bagus handelt von einem Richter, der eine Krankenschwester erpresst, sein krankes Neugeborenes gegen ein gesundes Kind zu tauschen. Aus Angst ihren Ziehsohn zu verlieren, nimmt sie den Tausch vor und verändert damit den Lebensweg aller Beteiligten auf Jahre. Was nach Drama klingt, entpuppt sich als wunderschönes, modernes Märchen.

Clara Maria Bagus hat eine ganz besondere, klare Sprache. Selten habe ich während des Lesen so häufig innegehalten, weil mir ein Satz so gefiel, wie in diesem Buch. Der Stil ist ungewöhnlich und ich musste mich zunächst darauf einlassen. Manchmal werden Jahre mit wenigen, klaren, Sätzen zusammengefasst, manchmal wird ein Augenblick ganz ausführlich betrachtet. Viele kleine Weisheiten reihen sich aneinander und trotzdem ist das Buch nie belehrend.

Im Lauf der Geschichte streift die Handlung viele große Fragen und Themen des Lebens: Wer bin ich? Geburt, Trauer, Tod, Trennung, Schmerz, Verzeihen, sich verloren fühlen, den Sinn des Lebens finden, Loslassen und Ankommen. Obwohl das Erleben der Protagonisten oft weit weg ist von der eigenen Lebensrealität, sind viele ihrer Gedanken übertragbar auf eigene Erfahrungen. Schicksale und Lebenswege kreuzen sich und alles fügt sich, wie in einem Märchen.

Manche Seiten lassen sich ganz leicht und schnell lesen, andere treffen einen Nerv, berühren und hallen auch Stunden später noch nach. Welche Seiten das sind, wird für jeden Leser anders sein. Daher ist es auch eins der wenigen Bücher, das ich sicher in zwei, drei Jahren noch einmal lesen werde. Ich bin sicher, dass sich zu einem anderen Zeitpunkt im Leben auch andere Sätze einprägen werden.

Fazit: Ein wunderschönes Buch mit einer ganz besonderen Magie, das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt!
Profile Image for Bücher-Stöberia.
369 reviews
November 5, 2020
"Die Farbe von Glück" ist ein unglaublich weises Buch, das mich tief bewegt und berührt hat. Es beinhaltet so viel - vor allem jede Menge schlauer Sätze. Ich möchte das Buch unbedingt noch einmal lesen und mir ein paar davon aufschreiben oder markieren, damit ich darauf zurückgreifen kann, wenn ich mich mal wieder etwas verloren fühle, etwas hoffnungslos, etwas unglücklich. Denn so geht es auch den Charakteren in diesem Buch von Zeit zu Zeit. Doch wie schon jemand anderes, sehr kluges gesagt hat: Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende. Und auch wenn ganz viel Schmerz, Trauer und Verzweiflung auf die Figuren warten, ist am Ende doch alles gut. Weil das Schicksal ungeahnte Wege nimmt. Weil "gut" immer im Auge des Betrachters liegt. Weil wir Menschen mit unserem Verstand viel zu ahnungslos sind, um wirklich zu verstehen, wie das Leben funktioniert.

Teilweise waren mir die vielen Weisheiten, die in diesem Buch stecken, etwas zu viel des Guten. Stellenweise waren mir die Charaktere zu weise, sie haben ihre Ansichten zu gestelzt und zu konstruiert weitergegeben. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Denn die Autorin hat das Buch so wundervoll gestaltet, so geschickt aufgezogen, dass es spannend und berührend zu beobachten war, wie sich nach und nach alles fügt.

"Die Farbe von Glück" ist ein Buch über das Suchen und Finden, Verlorengehen und Ankommen, Hoffen und Lieben. Ich bin sehr dankbar, es gelesen zu haben.
31 reviews
March 3, 2023
Was mich an dem Buch stört: die Geschichte ist nicht wirklich originell, romantisiert Armut und generell haben die Charaktere nicht wirklich Persönlichkeit sondern werden ebenso wie die Geschichte selbst nur dazu genutzt die Lebensweisheiten der Autorin zu teilen. Das kann prinzipiell ja erstmal funktionieren, wenn man davon ausgeht, dass das Buch als leicht zu verdauende Lektüre zu verstehen ist, die Leuten Hoffnung spenden oder einfach nur ein warmes Gefühl geben soll… aber für mich hat nichtmal das funktioniert, weil die „Weisheiten“ so dürftig, offensichtlich und teilweise einfach ignorant waren. Braucht irgendwer, ernsthaft noch die Frage „gibt es gut oder schlecht wirklich?“ Irgendwie ja ganz nett zu sagen, jeder kann sich sein Glück selbst schaffen, aber vielleicht hätte man ein wenig mehr Tiefe schaffen können, indem man weg von einer verträumten Oberflächlichkeit geht und stattdessen darüber spricht, dass manche Dinge auch zu schrecklich sind, um noch Platz für Glück zu lassen. Dann noch zwei Sachen ganz konkret: Dieses ganze „sie waren arm, aber sie genossen das einfach Leben“-Narrativ wird halt auch immer am liebsten von Leuten aufgegriffen, die keine Ahnung von „Armut und Einfachheit“ haben. Und dass ich im 21. Jahrhundert noch in irgendeinem Buch lesen muss, dass ein fehlendes Kind, eine Frau dessen beraubt was sie zur Frau macht (selbst wenn es nur aus der Perspektive des Characters geschrieben wurde) ist einfach nur noch nervig.
Profile Image for Bettina.
37 reviews
March 11, 2023
Die Sprache gefiel mir nicht (ich habe lange gedacht es sei schlecht übersetzt, aber es ist nicht mal übersetzt) und die permanenten Kalendersprüche sind mir zu viel. Die Grundidee der Geschichte ist spannend, aber verliert irgendwann ihre Zugkraft.
Profile Image for Laura.
46 reviews
July 7, 2023
„Was ist mein Weg und wie finde ich ihn?“
Wenn es eine zentrale Frage in diesem Buch gibt, ist es wohl diese.

Dieses Buch hat mich weit über seine Seiten hinaus begleitet. Eine wunderbare Geschichte die Lesern mit offenen Herzen ein wahres Geschenk macht.
Man merkt dass die Autorin Psychologin ist.
Das Buch ist sehr passiv geschrieben, beschreibt zum Großteil die inneren Prozesse der Charaktere und dem was sie wahrnehmen.
Wenn man sich selbst ein wenig mit der Materie befasst (oder zur Therapie geht), wird man hier und da Dinge wiedererkennen.
Wundervolle Weisheiten über das Leben und die Wunder die es birgt, wenn man zu lauschen weiß.
Das wunderbare ist, dass man das Gefühl bekommt, durch die Geschichte anderer etwas über sich selbst zu lernen.
Die „Ratschlagsepisoden“ sind mir persönlich die liebsten daran. Kapitel 26 oder 57 sind deswegen definitiv ein paar meiner Favoriten.

Was mir nicht gefallen hat, war (und das überrascht mich gerade selbst), die ständigen Wiederholungen der Atmosphäre und den dazugehörigen Metaphern (die immer die gleichen waren) - Sonne, die auf- oder untergeht. Nebel. Bäume. Ein Fluss. Glitzern.Und das sehr ausgedehnt beschrieben.

Don’t get me wrong, ich liebe liebe liebe Atmosphäre. Aber das war selbst mir zu viel. Vielleicht auch, weil es sich nicht organisch mit der Story verbunden hat, die Charaktere nicht mehr der Atmosphäre verbunden waren, sondern immer separiert.

Ein zweiter Punkt den ich kritisieren möchte : die Charaktere. Ich persönlich empfand es so, als wäre es ein Mensch, statt mehrerer, um die es hier geht. Denn sie sprachen alle gleich, dachten alle gleich und zogen die gleichen Schlüsse.
Sie entwickelten sich auch nicht, standen nicht vor Herausforderungen an denen sie wachsen konnten, alles was sie anfassten, funktionierte ohne Hindernisse. Sie nahmen alles hin.Sie trafen große Entscheidungen und mit dieser Endgültigkeit lebten sie zu großen Teilen.Dabei sind es doch die ganzen kleinen Rückschläge im Leben, an denen wir wachsen und mehr über uns selbst erfahren.
Die uns auch so viel mehr über ihre Wesenszüge hätten verraten können.

That being said, die story funktioniert trotzdem und gibt einem unglaublich viel, vor allem die letzten Kapitel. Auch wenn ich mir wünschte, die Charaktere mehr individuell spüren zu können, würde ich das Buch nochmal lesen und weiterempfehlen. Es hat mich tief berührt und macht Hoffnung. Ein toller Roman.
Profile Image for tansmariechen.
368 reviews2 followers
March 26, 2021
Eines Tages geht Marlene ohne ein Wort. Sie lässt ihren 6-jährigen Sohn Antoine alleine zurück. Charlotte, eine Nachbarin, nimmt Antoine bei sich auf und zieht ihn auf. Charlotte ist Krankenschwester auf der Neugeborenenstation. An einem Tag werden 2 Mädchen geboren. Eines kräftig und gesund. Eines schwächlich und krank. Während Charlotte beide Neugeborene versorgt, steht der Vater des schwächlichen Mädchens vor ihr. Er fordert Charlotte auf, die Kinder zu tauschen. Sonst würde er in seiner Funktion als Richter dafür Sorge tragen, dass Charlotte Antoine in ein Waisenhaus geben muss. Charlotte tauscht die Kinder aus. Diese Entscheidung hat Einfluß auf alle Betroffenen, die dennoch dem geheimen Plan des Lebens unterliegen.

Den Roman “Die Farbe vom Glück” hat Clara Maria Bagus gemeinsam mit dem Verlag Piper am 2. November 2020 herausgebracht. Das wunderschöne Cover zeigt die einen orangenen Kreis von dem aus viele Vögel in alle Richtungen aufbrechen. Clara Maria Bagus hat mir mit ihrem flüssigen und bildhaften Schreibstil den Einstieg in ihren Roman leichtgemacht. Schnell war ich mit Antoine, Charlotte, Jules, Louise und Florentine vertraut. Von Beginn hat mich ihre Geschichte gefesselt und zu jeder Zeit konnte ich die Handlungen der einzelnen Personen nachvollziehen. Es ist sehr interessant, den einzelnen Personen in ihren Geschichte zu folgen und mit ihnen ihr Leben zu Leben und zu sehen, wie alles miteinander verknüpft ist. Dieser Roman macht Mut zu Hoffen, zu Verzeihen und zu Lieben.

Mit “Die Farbe vom Glück” hat die Autorin einen wunderbaren Roman geschrieben, der an ein modernes Märchen erinnert und uns Mut zu Hoffen macht. Eine klare Leseempfehlung für ein Stück vom Glück!
Profile Image for Antonia.
295 reviews3 followers
April 4, 2022
Ich weiß gar nicht, warum ich dieses Buch beendet habe. Es hat sich trotz flüssigem Schreibstil und nicht ganz 300 Seiten sehr gezogen. Spannend war es auch nicht.
Ich bin durch dieses Buch in eine kleine Leseflaute gerutscht.
Die ganzen Weisheiten die eingebaut sind, haben alles etwas holprig gemacht.
Das Ende war Mal sehr unglaubwürdig.

!!!!Spoiler!!!!!
Die Lungentransplantation von Jules auf Ni Lou war meiner Meinung nach nicht logisch.
Um Organe spenden zu können, muss der Spender Hirntot sein. Ich gehe nicht davon aus, dass man nach einnehmen eines Giftes zwangsläufig als Hirntot gilt.
Okay, es wird nicht gesagt, wie viel Zeit zwischen dem eingetretenen Tod und Entdeckung von Jules vergangen ist, also lasse ich das Mal so stehen.
Aber dass, man seine Lunge direkt an Ni Lou gibt ohne Labortest, welche essenziell sind um zu entscheiden, ob die Lunge vom Körper relativ gut angenommen wird, finde ich sehr fragwürdig.

Die Schwangerschaft am Ende kam mir auch seeeehr konstruiert vor.

Ja, es ist ein fiktionales Buch, vllt stört mich das ganze auch nur so extrem, weil es mir im allgemeinen schon nicht gefallen hat.

Alles, was ich oben zur Transplantation geschrieben habe, kann natürlich nicht stimmen. Ich habe zwar medizinische Kenntnisse aber nicht solche, dass ich mich darauf versteife, dass das richtig ist. Sollte etwas davon falsch sein, berichtigt mich gerne.
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Profile Image for Joselyn.
13 reviews
June 21, 2022
Mir hat das Buch allgemein sehr gefallen. Die Hauptintention war sicher, die Lebensweisheiten in eine schöne Geschichte zu verpacken, was der Autorin auch super gelungen ist! Ich konnte viele Schlüsse für mich aus dem Buch ziehen.

Das Einzige, was nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, war der sehr romantisierte und beschreibende Schreibstil. Es wurden sehr viele Vergleiche und auch Metaphern herangezogen, die sich zum Teil auch mehrmals wiederholten (z.B. Federn / Flügel). Daher habe ich mich beim Leseanfang etwas daran gewöhnen müssen. Auch die Figurenkonstellation und -entwicklung war mir etwas zu romantisiert, hat aus dem Buch aber eine sehr schöne Feel-good-Geschichte mit Lehrfaktor gemacht. Das große handwerkliche Können der Autorin war außerdem zu erkennen, wovor ich sehr großen Respekt habe.

Ich kann das Buch daher weiterempfehlen, auch an alle, die es nicht so "kitschig" mögen, da das Gesamtwerk etwas ganz Besonderes ist.
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Profile Image for Lada Daly.
17 reviews
September 8, 2024
*The Color of Happiness* by Clara Maria Bagus is a philosophical and introspective novel that delves into themes of self-discovery, inner peace, and the meaning of happiness. It's often praised for its deep, reflective tone and thought-provoking insights into human emotions and life challenges.

Bagus's writing style is poetic and contemplative, which appeals to readers looking for more than just a surface-level story. The book emphasizes finding joy in simplicity and the importance of embracing both light and dark aspects of life to achieve a balanced sense of fulfillment.

Many readers find it uplifting and inspiring, particularly those on personal growth journeys. However, it might not be suited to readers looking for fast-paced plots or action, as it leans heavily into philosophical musings and self-reflection.
Profile Image for Maraike Cordes.
2 reviews
June 28, 2024
Angenehm geschrieben, heilsame Energie - inhaltlich aber für meine Glaubenssätze insbesondere auf dem zweiten Drittel etwas drüber/daneben. Guter Abendschmöker weil die langen, liebevoll zart beschriebenen, öfters auch recht geschwollenen Bekennungen sowohl Zufriedenheit wecken als auch einschläfern. Bei Tage betrachtet nicht meins, aber mit bisschen Offenheit für delulu-vibes und ohne es allzu ernst zu nehmen, ließ es mich story-mäßig ganz gut eintauchen und hinterließ mich positiv. Obwohl ich den Glauben spezifisch wie beschrieben nicht teile, erinnert es an die eigenen Glaubenssätze und Erkenntnisse, die man selbst hatte und daran wie man selbst ein Leben gestalten möchte, das sich echt anfühlt.
Profile Image for Juli.
9 reviews
August 15, 2025
Sehr leichter plot, teilweise auch vorhersehbar, wobei das gute Gefühl, dass beim Leser ausgelöst wird, überwiegt. Ein Buch zum gut fühlen. Die Geschichte ist alleinstehend sehr unrealistisch, überromantisierend, aber genau das macht das Buch aus. Durch die Leichtigkeit habe ich beim Lesen überwiegend Bezüge auch zu meinem Leben, meiner Lebenseinstellung und meinem Gefühl behalten, weshalb mich das Buch im positiven berührt hat. Die Autorin schafft es das Erlebte sehr detailreich und lyrisch zu umschreiben, dass man die Orte in den jeweiligen Facetten miterleben darf. Die kurzen Absätze sind zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber der Schreibstil ist durch die Romantisierungen unglaublich warm und berührend. Ein tolles Buch für den Sommer.
Profile Image for Anna_banana20.
42 reviews7 followers
November 21, 2020
Clara Maria Bagus ist die Autorin von „Die Farbe von Glück“. Sie studierte in den USA und in Deutschland Psychologie. Außerdem war sie eine Zeit lang in der Hirnforschung tätig. Sensibel, emotionsreich und voller Einfühlungsvermögen beschreibt sie in dem „Roman über das Ankommen“ die Lebenswege und -entscheidungen von zentral in der Erzählung stehenden Familien. Der Lesende bekommt einen Einblick in die Gedanken, Zweifel und Ängste jeder einzelnen Person. Aus diesem Grund lässt sich die Geschichte einfach lesen und jedes Einzelschicksal erhält nachvollziehbare Gründe für das jeweilige Handeln, Denken und Fühlen. Dieser Aspekt scheint ein Kernelement der Vorgehensweise der Autorin zu sein. Aus dem Klappentext im Buch geht hervor, dass Frau Bagus immer wieder Menschen begegnete, die auf der Suche nach sich selbst sind. Das eine persönliche Orientierung in der Welt manchmal schwer zu finden ist, weis die Autorin aus eigener Erfahrung. Darum schrieb sie in „Die Farbe von Glück“ über die großen Fragen unseres Lebens, um die Lehren und Weisheiten aus ihrem Leben mit den Menschen in der Welt zu teilen.

Die ersten Zeilen von Kapitel 1 sind folgendermaßen: „Menschen unterscheiden sich in ihren Träumen. In ihren Hoffnungen sind sie alle gleich.“ Dann beginnt die Geschichte mit der Vorstellung des sechsjährigen Antoine.

Lange blickt er in die Ferne und hält Ausschau nach ihrem blauen Kleid. Nachdem seine Mutter Marlene ihn verlassen hatte, nimmt die junge Krankenschwester Charlotte den kleinen Antoine bei sich auf. Im weiteren Verlauf erfährt der Lesende etwas über das Ehepaar Jules und Louise. Sie befinden sich im Krankenhaus, da sie ein Kind bekommen haben. Das Frischgeborene ist kränklich und schwach. In der Vergangenheit verlor Louise bereits Kinder in der Schwangerschaft. Nun ist sie der Verzweiflung nahe. Die Überlebenschancen für das Baby sind gering. Da trifft Jules einen folgenschweren Entschluss. Im gleichen Moment, indem seine Tochter geboren wurde, gebar eine weitere Frau im selben Krankenhaus ein Mädchen. Auch Charlotte ist Teil dieses Entschlusses... Fortan beginnt ein Leben, das für alle Beteiligten unzählige Fragen aufwirbelt und zu unvorhergesehenen Wendungen führt.

„Können wir im falschen Leben das richtige finden? Wie öffnet man sich einem neuen? Wie lässt man los?“

Der Roman besitzt einen durchgehend beschreibenden Charakter. Die Handlung ist geprägt von emotional gefärbten Gedanken der einzelnen Handlungstragenden. Unter anderem werden das Aussehen der Umgebung, die Fahrt in einem Zug und die vorbeiziehende Landschaft mit Liebe zum Detail beschrieben. Dialoge behandeln ausschließlich die Schlüsselmomente der aktiven Protagonisten. Zwischendrin fließt die Erzählung immer wieder durch die nachdenklichen und gedachten Inhalte der Charaktere unaufdringlich in zusammenfassende Aussagen und Erkenntnissen über das Leben, Lieben und Lernen. In manchen Fällen teilen sich die Protagonisten auch einander mit. So schafft es die Autorin durch ihre Figuren Weisheiten auszusprechen, die dem Lesenden einen Spiegel vorhalten können, wenn dieser sich den Worten öffnet.

Zum Beispiel:
„Findest du nicht, dass du es dir lange genug einfach gemacht hast? Du pflügst nie unbekannten Boden um. Sammelst nur ein, was dir die Flut vor die Füße spült. Wenn du dich am stärksten auf dich selbst besinnen solltest, schaust du am häufigsten darauf, was andere machen. Du verlegst den eigenen Mittelpunkt in einen anderen Menschen. Leben und Schicksal sind für Einzelne gemacht. Imitation in Suizid. Such dich selbst nicht außerhalb von dir selbst. Alle Wegweiser, die du zur Führung deines Lebens brauchst, findest du in dir.“

„Dass wir viel zu viel jammern, uns viel zu leicht dem Leiden hingeben. Wir leiden, weil in unserem Leben etwas ist, dass wir nicht mögen. Wir leiden, weil in unserem Leben etwas fehlt, dass wir gern hätten. Wir möchten etwas, dass wir nicht bekommen. Wir bekommen etwas, dass wir nicht möchten. Wir leiden an Veränderungen. Darunter, dass wir alt werden. Es gibt selbst das Leiden am Leiden. Auch werden Umstände, die zu lange dauern, irgendwann zum Leiden. Selbst dann, wenn wir sie eigentlich mögen. Angenehme Dinge werden nach einer Weile unangenehm. Glück, zum Beispiel, ist kaum zu ertragen, wenn es zu lange anhält. Manchmal werden wir sogar unglücklich, wenn alles in unserem Leben zu stimmen scheint, weil zu lange nichts anderes passiert.“

„Wir sollten nicht vorschnell über jemanden urteilen. Kein Urteil wird einem Menschen je gerecht. Um die Motive zu verstehen, müssen wir in seine Haut schlüpfen. Ganz und gar. Und wer weiß schon, wozu er selbst fähig wäre, wenn er in der Haut eines anderen steckte?“

„Die Farbe von Glück“ lädt zum Reflektieren ein. Ich denke, das Buch soll motivieren und den Lesenden für neue Blickwinkel öffnen. Ich mag es und unterstreiche die Aussagen der Autorin gerne. Auch die Geschichte ist spannungsvoll erzählt und besitzt einige Wendungen. Es ist allerdings auch ein „Feel-Good-Roman“. Insofern werden eher negativ wahrgenommene Momente romantisiert. Für mich in Ordnung. Ich bin überaus dankbar für den intrinsischen Antrieb von Frau Bagus, der sie bestärkte, in diesem Werk viele wertvolle Sätze aufzuschreiben. Dieser Roman über das Streben nach Glück, der Sinnsuche in unserem Leben und dem Suchen und Finden von Liebe ist für mich sehr lesenswert gewesen. Denn all diese Dinge sind nicht nur in einem Moment wichtig. Sie begleiten uns das gesamte Leben und von Zeit zu Zeit müssen wir uns daran erinnern.
12 reviews1 follower
August 8, 2025
In dem Buch wurde versucht ALLE möglichen Lebensweisheiten zu verbinden was meiner Meinung nach zu einem etwas anstrengenden Roman geführt hat. Die Prämissen und Charaktere dienen ausschliesslich als Leinwand für einen unzusammenhängende Strom an Lebensratschlägen mit vieeel Esoterik und Lebensfremdheit. Auch wenn die Weisheiten teilweise gut wären, fand ich das Buch allein durch die Menge an Themen welche gerne behandelt worden wären zusammenhangslos und lebensfremd. Zusätzlich wurde eine schier endlose Menge an Vergleichen benutzt was das Buch unglaublich anstrengend machte.
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