Der Tod einer jungen Frau, die angeblich von einem Balkon gestürzt ist, beunruhigt ganz Wismar und die private Ermittlerin Emma Klar. Vor vielen Jahren hat sie als Polizistin den Mord an deren Mutter nicht aufklären können. Hat Anna Bohn, die Tochter, mehr über das Schicksal ihrer Mutter herausgefunden und musste daher sterben? Auf Bitten der Polizei beginnt Emma zu recherchieren. Dabei stellt sie nicht nur fest, dass Annas Freund am Hafen Drogen verkauft, sondern dass ihr Vater kaum Trauer zeigt und sich mit seinen Kindern wie in einer Festung verschanzt ...
Katharina Peters (Pseudonym für Manuela Kuck) ist in Wolfsburg geboren und hat viele Jahre in Berlin und Brandenburg gelebt. Nun hat sie ihren Lebensmittelpunkt nach Schleswig-Holstein verlegt, doch sie liebt die gesamte Ostseeküste und fühlt sich heimisch auf Rügen. Sie schreibt Krimis und Thriller, Romane, Kurzgeschichten. Wichtiger Motivator, Wegbereiter und Taktgeber: Agent Dirk Meynecke.
Ein ganz verzwickter Fall erwartet die Privatermittlerin Emma in diesem Buch. Beweise gibt es keine, und auch auskunftsfreudig ist niemand wirklich. Da muss Emma und vor allem ihr Kollege, ein wahrer Recherche-Spezialist, ganz tief graben. Mit jedem neuen Puzzle-Stück ergeben sich dann wieder neue Muster und neue Abzweigungen.
So wird am Ende ein recht verwobener Fall, der aber durchgehend spannend ist. Ein Detail vom Anfang hatte ich mittlerweile schon wieder ganz vergessen, was den Überraschungseffekt dann später deutlich erhöhte. Langweilig wurde es also nie. Über die Methoden von Emma Klar habe ich mich zwar manchmal gewundert, aber da hat sie ja selbst zugegeben, das so mancher Move nicht ganz clever war. Es macht sie ja auch menschlicher und authentischer. Auf jeden Fall beweist sie viel Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen bei ihren Ermittlungen, sonst ist man aber wahrscheinlich auch in diesem Job falsch.
Nur den "Todeswall" aus dem Titel des Buches habe ich vergeblich gesucht. Mir ist schon klar, dass der Verlag die Titel ähnlich halten möchte, damit für den Leser sofort erkennbar ist dass es hier einen neuen Fall von Emma Klar gibt (zumal die Autorin ja auch an drei Krimireihen mit weiblichen Ermittlerinnen parallel schreibt und neue Teile herausbringt - da ist es umso wichtiger, das man einen Wiedererkennungseffekt hat). Aber wenn der Titel dann total willkürlich ist, wirkt es auch ein bisschen blöd.
Und dann ging es doch schneller als gedacht mit der Emma-Klar-Reihe weiter. Wie schön, dass meine Bibliothek hier up-to-date ist. Dieses Mal erschien mir der Fall irgendwie "ruhiger", wenn auch brutal. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass Emma Klar nun in ihrem neuen Leben tatsächlich angekommen ist. Die Interaktion mit Johanna Krass hat abgenommen und sie ist sehr auf das Lokale fokussiert, auch wenn der Fall sie zumindest gedanklich in andere Regionen und auch an ihren alten Arbeitsplatz führt. Die Konstruktion der Geschichte hat mir wieder gut gefallen und es hat sich einmal mehr gezeigt, dass man von Anfang an aufmerksam den Entwicklungen folgen sollte.