Dies ist eine Geschichte über den drohenden Zerfall der Menschheit und über Götter und Königreiche. Die Erde steht kurz vor ihrer Zerstörung. Nur acht Wächter, füreinander geschaffen und gesegnet mit besonderen Gaben, können dieses Unheil abwenden.
Cassia ist eine von ihnen. Behütet aufgewachsen bei ihrer Großtante, ahnt sie nichts von der großen Gefahr, in der sie schwebt. Ihrem unbeschwerten Leben als Buchhändlerin wird ein jähes Ende gesetzt, als eine Offenbarung ihre wahre Identität hervorbringt und die Soldaten der Götter versuchen sie zu töten. Wird sie mutig genug sein, sich dem Kampf gegen die Götter anzuschließen?
Ich wollte Skyhouse lesen, weil ich unglaublich von der Instagram Präsenz der Autorin begeistert war. Ihre Illustrationen, Teaser und Einblicke in ihre Welt haben mich einfach überzeugt. Meine Meinung zu der Welt hat sich etwas geändert aber alles in allem finde ich es ein spannendes Konzept mit viel Potential: Eine Welt in der Götter genauso natürlich sind wie tägliche Posts auf Instagram. Und besonders einer der Charaktere, Elija, hat mich unglaublich fasziniert.
Leider hört mein Lob da auch bald schon wieder auf. Das Potential der Welt hat sich in diesem Buch nicht wirklich erfüllt angefühlt. Ich habe mich von den ständigen Erwähnungen von Smartphones etwas herausgerissen gefühlt - was ja auch durchaus funktionieren hätte können. Aber oft wirkt es einfach etwas ungeschickt. Dass die Götter scheinbar ebenfalls sehr präsent auf Social Media sind ist gut und schön, aber das wird nirgendwo weiter vertieft. Wäre vielleicht spannend gewesen, zu sehen.
Ein weiterer Punkt, der mich etwas frustriert hat, war, wie uns die Charaktere vorgestellt wurden. Innerhalb weniger Sätze wurde mir genau vor buchstabiert, ob die Person gut oder böse ist und zwar immer mit denselben Themen: Ist sie für oder gegen Sklaverei und Homosexualität? Das Konzept, dass diese zwei Themen in dieser Welt so eine große Rolle spielen kann ja gut in den Weltenbau eingearbeitet werden. So Schwarz-Weiß aber fühlt es sich sehr gezwungen an. Ich habe außerdem den Eindruck bekommen, als würde unter anderem (m)eine Sexualität zu einem short-hand von “Schau, das ist eine super gute Person, die sollst du mögen, sie setzt sich für die Armen ein und macht nie etwas falsch. Und schau wie toll sie ist, dass sie dagegen ist, dass man Homosexuelle einsperrt!” werden, was einfach… ja, frustrierend ist. Homophobie ist mehr als die Todesstrafe. Es hat sich hier ziemlich vereinfacht angefühlt. Und als Valentin, ein Charakter mit schwulen Ziehvätern, dann halb ausflippt und sich fragt, “was falsch mit ihm ist” wenn er auf einen Mann steht? Ich fand das einfach sehr unangenehm zu lesen. Side Note: Die Geschichte seiner Zieheltern würde mich unglaublich interessieren, und die Vergangenheit mit Phönia - würde nicht alles bereits in ein paar Sätzen zusammengefasst werden und dadurch jegliche Spannung nach dem ersten Funken erstickt. Ich hoffe, es ist klar, dass das natürlich nur mein persönlicher Eindruck ist. Vielleicht gibt es Leser*innen, die das alles nicht stört, vielleicht bin ich etwas sensibel, was das angeht.
Wie ich bereits gesagt habe, hat mich Elija (leider als Einziger) wirklich interessiert. Sein Charakter hat sehr ausgedacht gewirkt. Vielleicht auch dadurch, dass er kein Smartphone hat und dadurch anders als Person definiert werden muss, als dadurch, was er postet. Ich persönliche finde, dass man auch die Zuneigung der Autorin dieser Figur gegenüber spürt, unter anderem dadurch, dass er die meiste Entwicklung durchmacht und ihm und Valentin die Schluss-Szene gewidmet ist. Die Liebe zwischen den beiden ist ausgebaut und greifbar (trotz meiner anfänglichen Frustration, auch damit, dass Elija immer als mädchenhaft beschrieben wurde, damit es dem bis dahin straighten Valentin scheinbar leichter fällt, sich in ihn zu verlieben? Ich weiß es nicht, aber das ist die Botschaft, die ich zwischen den Zeilen bekommen habe). Trotzdem, obwohl ich wirklich investiert war in diesen Charakter, gab es so viele emotionale Momente, die unverdient gewirkt haben. Seine Angst, dass Valentin ihn verlassen würde? Irgendwie berechtigt, aber davon war lange nicht wirklich etwas zu sehen. Vor allem weil Valentin schon angedeutet hat, dass er ihn nicht alleine in Beijing zurücklassen würde. Ich hätte, denke ich, gerne mehr von Elijas Albträumen und den Stimmen erfahren und gelesen, damit ich mich mehr freue, wenn er beide überwindet. Aber mit acht Hauptcharakteren + manchen Eltern war dafür wohl nicht der Platz.
In den anderen Plotlines ist mir klar, dass da noch mehr kommt, noch mehr Entwicklung stattfinden wird (hoffe ich). Trotzdem hat es sich bei manchen Charakteren so angefühlt, als würde ich sie kaum kennenlernen, bevor es vorbei ist (vor allem Amalia und Jay).
Es gab auch einige Continuity-Probleme, die mich stocken haben lassen (Cassia weiß von Prinzessin Amalia, dass sie den Menschen helfen will, aber die Crowleys kennen diese Info nicht? Leute kämpfen mit Schwertern wenn so ziemlich jeder Pistolen hat? Und überleben?! Die Enemi lassen Eden einfach so… gehen? Balian lässt ihn unbeaufsichtigt, wenn er schlafen geht?! Und Eden beschließt scheinbar (!) aus dem Nichts, Verrat und Mord zu begehen?!?).
Ich habe das Buch relativ schnell gelesen, außer den Momenten, wo ich es weglegen musste, weil es mich zu sehr geärgert hat. Ich will dennoch mit etwas Positivem schließen: Das Design des Buches, innen wie außen, ist unglaublich. Die Zitate am Anfang jedes Kapitels schaffen eine gute Stimmung. Es sind hier viele Ideen, vielleicht zu viele, um sie alle in diesen ersten Teil zu schreiben, aber sie sind da. Diese Welt der Götter und Königshäuser ist riesig und hält sicher noch viele Überraschungen bereit, auf die man vielleicht in den nächsten Teilen stößt.
Aber leider, leider, ist dieses Buch überhaupt nichts für mich und ich bin froh, es durch zu haben. Die nächsten Teile werde ich wohl nicht lesen, das schaffe ich nicht. Trotz der vielen sehr offen gelassenen Storylines.
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Vorab muss man sagen, das Buch ist wirklich sehr schön gestaltet. Die Zeichnungen gefallen mir sehr gut und ich hatte auch Freude daran, mir die Charaktere auf dem Instagram-Account der Autorin anzuschauen. Der Hinweis, dass das Buch nichts für Zartbesaitete ist, hat mich neugierig gemacht, besonders, da ich düstere Dark-Fantasy-Bücher sehr gerne lese. Ich dachte mir, wenn schon extra ein Hinweis in dem Buch steht, dann muss es was heißen. Im Endeffekt habe ich leider nichts von diesem Versprechen gemerkt. Ich war schon zu Beginn etwas skeptisch, weil das Buch ganze acht Charaktere beinhaltet, aber gleichzeitig hat das meine Neugier geweckt. Außerdem war mir die Selfpuplisherin sympathisch und ich wollte sie unterstützen, indem ich ihr Buch kaufe. Als ich es durchgeblättert habe, ist mir aufgefallen, dass es nur etwa 350 Seiten hatte und war sehr verwundert, wie man so viele Charaktere in diesen wenigen Seiten unterbringen kann. Vielleicht ist es dem geringen Umfang geschuldet, dass die Personen in meinem Augen sehr flach waren. Sie hatten ihre eigene Vergangenheit und teilweise auch bestimmte Eigenschaften, aber ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen. Auch wirkten sie auf mich nicht authentisch und oft ist mir ihr fast schon kindisches Verhalten etwas auf die Nerven gegangen. In Notsituationen haben sie entweder kaum Angst verspürt oder das Gefühl ist fast sofort danach wieder verflogen. Durch diese schnellen Gemütswechsel kamen sie mir nicht realistisch vor und ich konnte ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Die Welt und die ganze Geschichte darum konnten mich auch nicht überzeugen. Ich habe nicht den Faden gesehen, der mich durch die Geschichte führen soll und habe zwischendurch nicht mehr gewusst, wohin sich das Buch entwickelt bzw. was die Geschichte eigentlich verfolgt. Die Sache mit den Social-Media-Plattformen ist gewöhnungsbedürftig, aber das ist Geschmackssache, auch wenn es mir nicht gefallen hat. Sehr gestört haben mich auch die vielen Rechtschreib- und Kommafehler. Durch unschöne Wortwiederholungen und fehlende Wörter bin ich oft aus dem Lesefluss gekommen, weil ich darüber gestolpert bin. Bei solchen Fehlern bin ich zugegebenermaßen auch sehr empfindlich, aber es waren doch sehr viele. Mich hat es jedoch gefreut, dass die Autorin gesellschaftliche Themen wie die Sklaverei oder das Verbot von Homosexualität in ihr Buch aufgenommen hat. Es war schön, zu lesen, wie die Charaktere dagegen gekämpft haben. Alles in Allem konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, aber ich glaube, dass es trotzdem Leser finden wird.
Als allererstes bin ich wirklich begeistert von der Aufmachung des Buches. Die Zeichnungen innendrin sind wunderschön und spiegeln Teile der Geschichte wieder. Man sollte sich wirklich mal die Zeit nehmen, sie sich genauer zu betrachten und entdeckt immer wieder Neues.
Die Storyidee finde ich sehr interessant. Und gleich mit der "göttlichen" Einleitung hat die Autorin mich tatsächlich mega angesteckt. Obwohl man nur in diesem ersten kleinen Teil etwas von den Göttern liest, schafft Robyn es, mich so neugierig zu machen, dass es irgendwie das ganze Buch über angehalten hat. Im nachfolgenden Text werden die Göttern zwar hin und wieder erwähnt, kommen aber selbst nicht mehr vor. Wir lernen im ersten Teil nach und nach acht Protagonisten kennen, die sich zu vier Paarungen entwickeln. Anfangs dachte ich, dass ich nicht wirklich ein Lieblingspärchen habe, doch ich glaube, Elija und Valentin haben ein bisschen die Nase vorn. Mit den anderen Paarungen oder Protagonisten bin ich jetzt noch nicht so warm geworden, besonders Cassia ist nicht so mein Fall. Mit den vielen Personen hatte ich teilweise doch schon meine Problemchen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich im Buch ein Namensverzeichnis oder eine Art Stammbaum befindet, was ich wahrscheinlich rege benutzt hätte. So nach der Art, wer gehört zu welchem Haus und wie sind sie miteinander verbandelt.
Die Geschichte selbst liest sich rasant und doch recht spannend. Durch den regelmässigen Perspektivwechsel wird es auch nicht langweilig und man kommt gut durch die Seiten. Die Geschichte wird aufgebaut und jeder Protagonist bekommt für den ersten Teil ausreichend Zeit, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Der Schreibstil ist recht einfach und gut zu lesen. Manchmal beschreibt die Autorin jedoch Dinge sehr ausführlich, was mir teilweise etwas zu viel war. Wenn Robyn allerdings neue Orte erschafft, dann tut sie das so bildgewaltig, dass ich es großartig finde. Sie gibt mir Dinge vor, lässt mir aber selbst noch so viel Fantasie, dass ich es regelrecht ausleben kann. Als Beispiel sei hier ein kurzes Kapitel zum quasi Aufwachen des Skyhouses erwähnt, das mir unglaublich gut gefallen hat. Ich hatte nicht nur Bilder im Kopf, sondern fast auch das Gefühl, zu hören, wie das Skyhouse sich aufbaut. In der Beschreibung wird die Verwendung von Kraftausdrücken erwähnt. Doch das war mir persönlich eindeutig zu viel. Jeder sagt gefühlt so oft "Schei..." das ich dachte, nein nicht schon wieder. Die Erwähnung von Instagram und Co. und auch das Fahrzeuge wie Autos und Fahrräder vorkommen, war für mich anfangs etwas komisch. Aber ich glaube, man ist es einfach nur nicht gewöhnt, es in einer Fantasiegeschichte zu lesen. Die Autorin hat hier einfach die Möglichkeit ihrer dichterischen Freiheit genutzt und das ist ja auch ihr gutes Recht. Von daher war es gewöhnungsbedürftig, aber auch vollkommen okay.
Zum Schluss des Buches wurde mir die Geschichte ein bisschen zu viel, was aber womöglich damit zu tun hat, dass durch, wegen und mit den acht Protagonisten so viel passiert, dass ich mich ein wenig erschlagen gefühlt habe. Aber ich kann auch nachvollziehen, dass Robyn ihre Geschichte genauso geschrieben hat. Sie nutzt diesen ersten Teil als Einführung und lässt aber genug Handlung geschehen, um in der Geschichte voranzukommen.
Leider muss ich noch einen grossen Negativpunkt ansprechen und der wäre massig Rechtschreib- und Grammatikfehler. Wie ich schon oft betont habe, sind einzelne Fehler durchaus zu verschmerzen und ich kann damit leben. Aber hier kann weder von nur zehn oder zwanzig Fehlern gesprochen werden, sondern sogar von erheblich mehr. Manche sind Flüchtigkeitsfehler, aber ein Großteil sind es eben nicht. Und das darf leider nicht sein, zumal von mehrmaliger Durchsicht beim Korrekturlesen im Buch die Rede ist.
Mein Fazit: Die Autorin hat eine schöne Welt geschaffen mit einigen interessanten Protagonisten. Die Geschichte liest sich spannend, lässt jedoch noch einiges an Potenzial nach oben offen, was aber auch neugierig auf den zweiten Teil macht. Außerdem hat sie viel Liebe in die Gestaltung des Buches gesteckt.
Götter, Königreiche, Sklaverei, Social Media, Gewalt, Diversität, Beziehungen, Auserwählte
Stichworte sind hier sinnvoller als ein langer Text, denn trotz der Normallänge von rund 350 Seiten, hat es die Komplexität der Welt und die breite der Themen in sich. Tatsächlich ist mir am Ende von Band I dieser als Trilogie angelegten Dark Romantasy Reihe vieles noch nicht zu 100% klar.
Metastory in einem Satz: Es gibt acht Wächter (4 Paare), die verhindern sollen, dass die Welt von Titanen zerstört wird.
Warum ist mir noch vieles unklar? Das Buch ist inhaltlich stark auf zwischenmenschliche Beziehungen und Politik zwischen verschiedenen Königreichen ausgerichtet und die eigentliche Metastory findet nur am Anfang und am Ende ein wenig statt. Das war allerdings auch zu erwarten, denn in diesem Buch passiert viel auf verhältnismäßig wenigen Seiten und wer einschätzen kann, dass vier Liebesbeziehungen wirklich ambitioniert sind für ein solch kurzes Werk, kann auch davon ausgehen, dass nicht ganz so viel drumherum möglich ist.
Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil von Robyn wirklich sehr gut und angenehm zu lesen. Sie hat einen breiten Wortschatz und beschreibt besonders gut Hintergründe zu den Protagonisten und der Welt, sodass man sich völlig in der Geschichte verlieren kann. Das wird auch noch unterstützt durch die wirklich liebevolle Gestaltung mit Illustrationen der Autorin.
Ich werde auch die beiden Fortsetzungen auf jeden Fall lesen, dennoch lässt mich das Buch mit SEHR gespaltenen Gefühlen zurück. So gefällt es mir persönlich nicht, dass in einer fiktiven Gesellschaft die Nennung von Instagram und Facebook vorkommt. Das hat mich jedes Mal wieder rausgerissen und „in die Realität“ zurückgeholt, obwohl es einfach zu vermeiden gewesen wäre. Das Buch war durchgehend spannend zu lesen und ich konnte es kaum aus der Hand legen, allerdings wurde das Muster von Paar findet sich - werden angegriffen - verlieben sich zum Ende langsam zu vorhersehbar.
Starke Meinungen und explizite Sprache gehören auch zu diesem Buch dazu. Aus meiner Sicht hätten der Geschichte allerdings etliche Seiten mehr gut getan. Ich bin aber sehr gespannt, wie es weitergeht.
Insgesamt ist SkyHouse absolut zu empfehlen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt!