Audible weist darauf hin, dass dieser Titel für Hörer unter 18 Jahren nicht geeignet ist.
In dem Audible Original Hörspiel „Die juten Sitten“ nimmt die preisgekrönte Autorin Anna Basener (Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte) erneut kein Blatt vor den Mund. Mit einer schonungslos ehrlichen Sprache und basierend auf wahren Gegebenheiten erzählt „Die Juten Sitten“ von einem Berlin der 20er Jahre, das in dieser Form unerhört ungehört ist. Die Geschichte um das Bordell „Ritze“ und seine Bewohnerinnen ist voller schmutziger Anekdoten mit einem Blick für das humorvolle Schöne ebenso wie das erschreckend Verletzliche. Die Hauptrollen dieses Audible Original Hörspiels werden gesprochen von den deutschen Schauspielgrößen Jeanette Hain („Babylon Berlin“), Edin Hasanovic („Rate Your Date“), Saskia Rosendahl („Werk ohne Autor“) und Natalia Belitski („Das Parfum“).
"Anna Basener wurde 1983 in Essen geboren. Sie schreibt Romane und Hörspiele, ist Business Punk-Kolumnistin und manchmal auch Vice-Autorin.
Ihr Studium in Hildesheim hat sie mit dem Schreiben von Romanheften finanziert und war laut der ZEIT die „erfolgreichste Groschenromanautorin Deutschlands“. Ihr Ratgeber Heftromane schreiben und veröffentlichen gilt, so der Deutschlandfunk, als Standardwerk.
Vom Groschenroman hat sie sich inzwischen gelöst, geblieben aber ist eine große Liebe für Eierlikör, Kitsch und Trash. Ihre Texte entstehen im Auftrag von Verlagen oder einfach so, sie sind romantisch oder erotisch, theoretisch oder tatsächlich passiert. Sie schrieb exklusiv für Audible die Hörspielserie Be my Match, und im Frühjahr 2017 wird ihr literarisches Debüt im Eichborn Verlag erscheinen." --- http://www.annabasener.de/ueber/
Die Geschichte hat mir erstaunlich gut gefallen. Erstaunlich deshalb, weil ich anfangs noch ein paar Schwierigkeiten hatte, mich einzufinden, aber irgendwann hatte mich die Geschichte dann gepackt und ich fand sie richtig gut! Es geht um Hedi, die als erwachsene Frau von ihrer Kindheit in den 1920er Jahren in einem Berliner Bordell erzählt. Hedis Großmutter war die Eigentümerin des Bordells. Sehr interessant und unterhaltsam. Ob authentisch, kann ich nicht sagen, aber es kam mir authentisch vor. So hätte es gewesen sein können. Ich fand es nach Anfangsschwierigkeiten auf jeden Fall richtig gut.
4.5/5 Hörspiel Version. Eine mitreißende Geschichte, dichte Atmospäre, spannende Charaktere. Derbe Millieu Sprache. Kein nostalgisch verklärter Blick auf die Goldenen Zwanziger, eher ein Einblick auf das schmutzige Leben des Rotlichtmillieus, in dem starke Frauen unabhängig und selbstbestimmt leben. Humor kommt eher feinfühlig über die Dialoge und schrägen Begebenheiten zustande. Absolut überzeugendes Ensamble, großartige Produktion. Freue mich auf Teil 2!
Der charismatische Hollywoodstar Hedi sitzt wegen Mordes im Gefängnis. Dem jungen Zeitungsreporter, der sie interviewt, erzählt sie von ihrer Kindheit im Berliner Bordell "Ritze", das von ihrer Großmutter geführt wurde. Auch Hedis Vater ging keinem bürgerlichen Beruf nach, sondern arbeitete als Gigolo für reiche Damen. Umgeben von Prostitution und Halbweltgestalten erlebt Hedi hautnah mit, was eigentlich für Kinder nicht geeignet ist.
Ich habe seit Bibi Blocksberg in meiner Kindheit kein einziges Hörspiel mehr gehört. Doch vor wenigen Wochen wurde mir das Audible Original „Die juten Sitten“ von Anna Basener empfohlen, und sowohl das Thema als auch der Gedanke, mal wieder ein Hörspiel anstatt eines Hörbuchs zu hören, reizte mich. Zwei Mal die Woche habe ich einen langen Arbeitsweg vor mir, also nahm ich meine Kopfhörer und begab mich in das Berlin der 1920er Jahre.
Die Geschichte wird von der Hollywood-Schauspielerin Hedi erzählt, die wegen Mord in einem Frauengefängnis sitzt und einem Journalisten von ihrer Kindheit im Bordell erzählt. Sie ist eine geheimnisvolle und faszinierende Protagonistin, der man gerne zuhört und durch deren Augen man als Zuhörer die Ereignisse erlebt. Innerhalb kürzester Zeit sind mir die Figuren ans Herz gewachsen, jede auf ihre Art. Dabei war das Hörspiel nicht einen Moment langweilig: Aus dem ursprünglichen Plan, „Die juten Sitten“ auf dem Weg zur Arbeit zu hören, wurde eine Suche nach allen möglichen Gelegenheiten, um mit der Geschichte fortzufahren.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Zum Einen erleben wir Hedi Mitte der 50er Jahre. Sie sitzt im Gefängnis, weil sie einen Mann erschossen hat und wartet dort auf ihre Hinrichtung. Dem Journalisten Noah erzählt sie ihre Lebensgeschichte. Und lässt dabei die gar nicht so goldenen Zwanziger in einem Hurenhaus in Berlin auferstehen.
Hedi wächst bei ihrer Großmutter auf, die ein Hurenhaus betreibt. Die schöne Hure Colette , die Domina Natalia und der Stricher Emil sind ihre Weggefährten. Nicht unbedingt der beste Platz um eine 8-jährige aufzuziehen und auch Hedis Erlebnisse und sind nicht wirklich kindgerecht. Das Leben im Bordell "Ritze" ist hart und wird sehr realistisch dargestellt. Anna Basener scheut sich nicht, die Dinge beim Namen zu nennen, so dass das Buch eine Altersempfehlung ab 18 erhalten sollte. Sex und Gewalt sind an der Tagesordnung. Die Autorin hat einen sehr rotzigen Schreibstil, der Berliner Akzent ist immer wieder zu finden, wie ja auch schon der Titel des Buches erahnen lässt. Viele Momente und Erzählungen sind wirklich schockierend,wir werden als Leser nicht geschont. Man muss ich schon eine dicke Haut beim Lesen zulegen um nicht alles an sich ran zu lassen. Immer wieder aufkeimende Gefühle von Liebe und Freundschaft werden fast im Keim erstickt, so dass die Story recht deprimierend ist. Dabei aber mit einem dreckigen Humor und einer gewissen Leichtigkeit geschrieben, dass ich mich trotzdem gut unterhalten fühlte und auch des Öfteren ziemlich schmunzeln musste.
Das alles ist wunderbar lebendig geschrieben und mit viel Schwung, so dass die Seiten nur so dahinfliegen und das ein oder andere Mal das Kopfkino anspringt, gewollt oder ungewollt.
Auch die zweite , kürzer gehaltene Zeitebene, die Gespräche zwischen Hedi und dem Journalisten Noah sind spannend und interessant und erzählen eine Geschichte in sich. Wer war der Mann, den Hedi erschossen hat und warum hat sie ihn erschossen. Darüber schweigt Hedi, aber wird Noah es herausfinden?
Die Charaktere sind überraschend tiefgründig, die Meisten wenigstens. Bei dem einen oder anderen Charaktere hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. Auf jeden Fall kann man sie wunderbar lieben oder verachten. Und bemitleiden. Und feiern. Oder alles gleichzeitig.
Die Story spitzt sich zum Ende hin zu und das Ende, die verschiedenen Enden sind sehr dramatisch und "hollywood-like", ganz wie es ich für die Film Diva Hedi gebührt. Mich hat das Ende sehr berührt auch wenn es mir schon zu viel "Drama" war.
Das Buch gibt es als Hörspiel bei "Audible" und ich bin versucht, es noch mal zu hören. Oder ich höre den Vorgeschichte, die als quasi zweiter Teil veröffentlicht wurde. So oder so wird mich die Geschichte nicht so schnell wieder loslassen
Die Geschichte spielt im Berlin der 20er Jahre. Die Umsetzung gefiel mir wirklich überaus gut. Dies lag zum einen an den sehr guten Sprechern und der Hintergrundmusik bzw. der Geräuschkulisse, die zur Atmosphäre beitrug. Mir vermittelte es wirklich das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein. Die Geschichte war unterhaltsam, emotional packend und auch mit der ein oder anderen Wendung versehen. Eine Geschichte, die genau so hätte passiert sein können. Charaktere, die man liebt oder hasst. Hört euch unbedingt vorher mal die Hörprobe an.
Sehr gute Produktion. Die Sprecher*innen sind alle sehr begabt, auch die Hintergrundmusik ist wundervoll. Allerdings hinkt die Geschichte ab einem gewissen Punkt extrem. Gegen Ende wirkt sie gehetzt, so als wollte man schnell das Ganze beenden. Wäre schöner gewesen, wenn man die Charaktere mehr ausgebaut und das Ende besser eingeleitet hätte.
Eigentlich ein gutes Buch. Nach dem Ende blieb bei mir aber so ein leicht schaler Nachgeschmack. Das, was mich als Lesenden am Anfang gut in die Geschichte führte, entpuppte sich im Laufe der Geschichte als Nachteil: Die Figuren sind schnell skizziert, gewinnen aber mit dem Fortlauf nicht an Profil. Sie und ihre Handlungen werden dagegen immer vorhersehbarer. Dazu kommen noch kleinere Handlungsfäden, die ins Leere laufen. Alles in allem ein Buch mit viel Recherche im Hintergrund, aber unter den Möglichkeiten.
Das neue Audible Original Hörspiel entführt in die Halbwelt der 1920er Jahre in Berlin: Die berühmte deutschstämmige Hollywoodschauspielerin Hedi sitzt in einem Frauengefängnis in Hollywood. Sie hat einen Mann erschossen. Dem Journalisten der New York Times, der sie dazu befragen will, erzählt sie allerdings nichts von dieser Tat, sondern berichtet in Rückblenden von ihrer ungewöhnlichen Kindheit in einem Berliner Bordell namens "Ritze". Immer an der Grenze zwischen Legalität und Illegalität wächst sie bei ihrer furchtlosen Oma Minna auf, die das Bordell betreibt. Ihr Vater Fritz ist ein egozentrischer Gigolo, der von seiner Tochter nichts wissen will. Zur "Ritze" gehören Colette, die schönste Hure Berlins, und die strenge Domina Natalia, die Hedis großes Vorbild ist. Diese außergewöhnlichen Frauen sind es, die Hedi geprägt haben und denen sie mit ihrer Geschichte ein Denkmal setzt. Dies tut sie mit viel Humor und einer großen Portion Liebe.
Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und Personen, die Handlung ist jedoch frei erfunden.
Die Welt rund um das Berliner „Etablisment“ in dem Hedi aufwächst zieht einen direkt in seinen Bann. Man bekommt einen Einblick den man so nicht erwartet hat. Die Rückblenden von der Erwachsenen Hedi zeigen die Menschliche Seite von Personen die sonst Objektifiziert werden. Man wird trotzdem immer wieder zurückgeholt was mich währenddessen immer ein wenig irritiert hat aber letztlich die nötige Reflektion und den nötigen Abstand schafft, den man am Ende braucht. Ein Stern Abzug gibt es, da mir das Ende dann doch etwas zu schnell ging. Wo man vorher fast emotional wurde war das Ende hier eher so ein „oh ok“ Moment, zu abrupt für meinen Geschmack, auch wenn es zum Stil des Buches passt- frei nach Berliner Schnauze. Alles in allem kann ich es aber sehr empfehlen, besonders wenn man sich in den 20er Jahren wohl fühlt. Es zeigte einem gut recherchierte, neue Einblicke, mit denen man so nicht gerechnet hat.
Anna Basener's "Die juten Sitten" unfolds as a meticulously crafted audio drama, skillfully narrating a clever story set in 1920s Berlin. This period piece offers valuable insights into the socio-political landscape of Germany before the catastrophic events of the Second World War. The narrative not only captivates with its execution but also serves as a historical window, shedding light on the pre-Nazi era and the intricate dynamics that characterized Berlin during that time.
Ein interessanter Einblick in die wilden 20er von Berlin und das harte Leben der arbeitenden Frauen. Dreckig, ungeniert, aber auch überraschend aufgeklärt und in vielen Dingen weiter als heute. Gute Stimmen, die in Zeit und Milieu hineinversetzen.
Als Hörspiel der Hammer. Hätte ich als Thriller/Horror-Fan gar nicht gedacht, dass mich diese Geschichte so begeistern kann. Die Sprecherinnen tragen im Hörspiel allerdings ihren Teil dazu bei.
Mal ein Buch was nicht alles schön beschreibt, die Autorin hat hier eine wirklich derbe Sprache zu Tage geführt. Man lernt die kleine Hedwig Hallig kennen und wie Sie groß geworden ist, dann lernt man Hedwig 1954 kennen als eine berühmte und bekannte Schauspielerin. Nur das Sie gerade nicht gefeiert wird, sondern zum Tode verurteilt werden soll bzw. ist und kurz vorher noch einem Journalisten ein Interview geben möchte. In diesem erzählt Sie Ihren Werdegang und der Leser erhält immer wieder Rückblenden zu Ihrem Erwachsenwerden.
Das Buch ist nicht für jeden was, dass muss man ganz offen sagen. Der Schreibstil ist sehr frech und rotzig geschrieben, sowie man die Berliner Schnauze halt kennt. Die Autorin erzählt Dinge, wo man als Leser erstmal selbst alles verarbeiten muss. Nicht, dass es besonders schrecklich ist, sondern dass man einfach mit der Art des Schreibstils der Autorin zurechtkommen muss. Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen, an manchen Stellen fand ich es langatmig und sehr gezogen. Ansonsten ist es wirklich ein gelungenes und frisches Buch mit einer frechen Art.
Frauenpower, Zusammenhalt, Schicksalsschläge, hartes Leben, Werte... Das sind nur einige Wörter, die mir in den Sinn kommen, wenn ich über das Gelesene nachdenke. Jede Lebensgeschichte hat mich gepackt, weil die Hintergründe so spannend waren und ich oft mit den Protagonisten mit gelebt... und geleidet habe.
Teilweise waren Passagen richtig verstörend beschrieben. Einige Stellen waren krank, fast ein bisschen too much. Aber genau um das ging es ja - die nackten Wahrheiten. Ich habe mitgefiebert und konnte das Buch kaum aus den Händen legen.
Alleine der Dialekt und die Gossensprache war der Hammer! Ich konnte mich sehr gut in die damalige Zeit und in das Leben der Huren hineinversetzen und habe viel Neues gelernt (generell weiß ich wenig über diese Zeit).
Die Geschichten waren so schön stimmig, dass am Schluss ein richtig gelungenes, unvorhersehbares Ende heraus kam. Ich habe es geliebt, auch wenn es mich getroffen hat.
Ein Kleinod! Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich dieses Hörspiel wirklich mögen würde, aber die Atmosphäre der 1920er Jahre ist wirklich ganz toll eingefangen worden. Und dank der unterschiedlichen Figuren wird man sehr rasch in die Geschichte hineingesogen. Diversität inklusive, ohne dass es zu gewollt und damit verkrampt wirkt.
Einziger Wermutstropfen: Ich wusste schon recht bald, wer der Tote sein würde, dem Hedi ihren Gefängisaufenthalt verdankt. Aus dem Grund gefiel mir auch lange Zeit die Erzählung in den 20ern besser als in den 50ern, aber auch das Ende in den 50ern konnte mich am Ende für sich einnehmen :).
Auf jeden Fall waren die 8,5 Stunden viel zu schnell herum, ich hätte gerne noch erfahren, wie es einigen der übrigen Figuren nach den 20ern weiter ergangen ist. Das schreit eigentlich nach einer Fortsetzung, wenn man es genau nimmt.
Fazit: Eine tolle Zeitreise in die 1920er, die gerade durch die Musik der Zeit sehr lebendig wird, die immer wieder eingespielt wurde.