Mehr als 3000 Jahre in der Zukunft: Längst verstehen sich die Menschen als Terraner. Mit ihren Raumschiffen sind sie in die Tiefen des Universums vorgestoßen und dabei immer wieder außerirdischen Lebensformen begegnet; ihre Nachkommen haben Tausende von Planeten besiedelt und sich den neuen Umwelten angepasst.
Perry Rhodan ist der Mensch, der den Terranern diesen Weg zu den Sternen eröffnet und sie seitdem begleitet hat. Nun steht er vor einer seiner größten Herausforderungen: Er wurde mit seinem Raumschiff, der RAS TSCHUBAI, vorwärts durch die Zeit in eine Epoche katapultiert, in der Terra und Luna verloren und vergessen zu sein scheinen.
Mittlerweile hat er in einem Zwilling unseres Universums die beiden Himmelskörper wiederentdeckt und es mithilfe der Staubfürsten geschafft, sie in den Heimatzweig des »Dyoversums« zurückzubringen. Aus dem Mythos Terra ist wieder Realität geworden.
Die Rückkehr Terras weckt aber nicht überall Freude: Die Cairaner, die derzeit in der Milchstraße den Ton angeben, hatten Terras Verschwinden einst unter großen Mühen bewerkstelligt, und setzen nun alles daran, die Heimatwelt der Menschen zu eliminieren. Offenbar geht es ihnen dabei aber primär um ihren Fluchtplan vor der Kandidatin Phaatom. Perry Rhodan sucht eine Lösung des Konflikts im HERZ DES LICHTS ...
Kai Hirdt, Jahrgang 1976, ist seit Kindertagen Freund des Heftromans – schon in der dritten Klasse versorgte er seine komplette Schulklasse mit den Abenteuern eines populären Geisterjägers und zwang Eltern und Lehrer zum pädagogischen Einschreiten. Kurz darauf fielen ihm die PERRY RHODAN-Hörspiele in die Hände. Damit war das Ziel klar.
»Von den Hörspielen kam ich erst mal zu den Silberbänden«, erinnert sich Hirdt. »Bücher waren bei Erziehungsberechtigten viel leichter durchzukriegen als Hefte. Mit den Einzelromanen habe ich erst in meinen Zwanzigern angefangen. Dann aber gleich gründlich, erste und eine Weile parallel dritte und fünfte Auflage.«
Auf die Schulzeit in Bonn folgten der Wehrdienst in München und das Germanistik-Studium in Hamburg. Nach weidlich genossener Studienzeit kam er zum Abschluss als Magister im Schwerpunkt Theater und Medien. In der Folge absolvierte er die Ausbildung zum PR-Berater (Public Relations, nicht PERRY RHODAN) und sorgte in verschiedenen Hamburger Agenturen dafür, dass seine Kunden in der Presse gut aussahen.
PERRY RHODAN kreuzte dabei immer wieder seine Bahn: Als wöchentliche Lektüre in der Erstauflage, dann bei den PERRY-Comics, die er seit 2006 betextete und ab 2008 herausgab. Kai Hirdt ist einer der zwei Inhaber des Kleinverlags Alligator Farm, der die PERRY-Comics derzeit verlegt.
Beruflich organisierte er die Öffentlichkeitsarbeit um den PERRY RHODAN-Band 2500 und zum PERRY RHODAN-WeltCon 2011. Herausragend war ein spezielles Projekt, das zum Start von PERRY RHODAN-Band 2500 auf der damals noch neuen Plattform Twitter lief: Dabei twitterte Perry Rhodan höchstselbst das, was er Woche für Woche im Kampf gegen die Frequenzmonarchie erlebte. Die Projekte wurden mit mehreren PR-Branchenpreisen ausgezeichnet.
2014 hat Kai Hirdt sich als Public-Relations-Experte und Schriftsteller selbständig gemacht. Die handwerklichen Fähigkeiten polierte er in einem Schreibseminar an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel bei Klaus N. Frick und Uwe Anton sowie in Wiener Neustadt bei Michael Marcus Thurner und Leo Lukas.
Seit 2015 arbeitet er daran, das Perry- und das Neoversum um spannende Geschichten zu bereichern. Eine Aufgabe, die er mit großem Elan angeht: »Es ist eine Ehre (und ehrlich gesagt extrem cool), jetzt die Welt mitzugestalten, die mir in so vielen Jahren so viel Spaß gemacht hat.«
Ein guter Roman von Kai Hirdt, dessen Titel auf Joseph Conrads “Herz der Finsternis” anspielt und damit wir das auch merken, wird es im Heft erklärt.
Ich fand die Charakterisierungen der Personen sehr gut: Gucky, der kein Plüschtier ist, sondern auf Augenhöhe mit Perry diskutiert. Markhul agh Fermi der sagt: “Nur ein Idiot beginnt eine Schlacht, von der er weiß, dass er sie nicht gewinnen kann” und dann auf den Einwand “Oder ein Held” erwidert: “Ein Held ist nichts anderes als ein Idiot, der Glück gehabt hat”. Das scheint mir fast auf Perry gemünzt zu sein… Dupa Emuladse, die aus Sorge um ihre Kinder und im Bann der Fake News nicht vertrauen mag und damit alles immer schlimmer macht.
Und wie begrüßen sich wahre Heftroman-Helden, nachdem der eine tot war und der andere ganz weit weg in einem anderen Universum: Sie drücken sich kurz, Rhodan wuschelt Gucky über den Kopf und dann geht es wieder in den nächsten Einsatz. Es ist hart, ein Held zu sein.
Der Wermutstropfen für mich ist allerdings immer noch dieses “ich kann in die Zukunft schauen” Getue. So sehr ich Zemina Paath schätze, so sehr schätze ich auch ein nicht-deterministisches Universum, in dem nicht ständig irgendwelche Leute wissen, wie es weitergeht (oder zumindest mit der größten Wahrscheinlichkeit weiter geht und das auch noch auf die Sekunde genau).
Ich zumindest kann nicht in die Zukunft sehen und weiß nicht wie es weitergeht, ich muss also den nächsten Roman lesen.
Mit diesem Band sind die Handlungsebenen des Mythos-Zyklus wieder vereinigt und es geht auf das Zyklusende zu. Perry Rhodan erreicht mit der RAS TSCHUBAI das Sternenrad, er setzt sich sofort mit dem arkonidischen Flottenführer Markul agh Fermi zusammen, um über die weiteren Maßnahmen der Verteidiger der Milchstraße zu reden. Kai Hirdt schafft es sehr gut, die Motivationen jeder Seite darzustellen, insbesondere schafft er auch Spannung, weil er auch die terranische Einsatztruppe um Dancer und Schlafner innerhalb des Sternenrads als eigene Handlungsebene mit einbezieht. Die Cairanerin Dupa Emuladsu hat eigene Probleme, weil sie ihre Kinder beschützen will, vor allem aber verliert sie ihr Vertrauen in ihre terranischen Freunde, weil ihnen die Kontaktaufnahme mit Perry Rhodan gelungen ist und sie ihn als Massenmörder ansieht, wie sie es von ihrer cairanischen Erziehung gelernt hat. Erst nachdem sie alles verloren hat, fasst sie wieder Vertrauen, insbesonders weil Gucky und Iwán/Iwa Mulholland ihre Gruppe befreit hat; nachdem sie mit der cairanische Jägerin gemeinsame Sache gemacht hat, die jedoch nicht funktioniert hat und sie deshalb von Regen in die Traufe geraten ist. Doch im Cliffhanger zum 2. Teil des Doppelbandes von Kai Hirdt zeigt sie schon wieder ihr Mißtrauen gegenüber den Terranern, wie es bereits im ganzen Zyklus propagiert wird, keiner traut dem anderen, jeder traut dem anderen die größten Missetaten zu, Verschwörungstheorien sind wahrer als die Wahrheit und nichts kann man glauben. Der Titel ist eine Referenz an Joseph Conrad und seinen Roman "Das Herz der Finsternis", mit dem man den Flug der RAS TSCHUBAI durch den Verteidigungsschirm des Sternenrads verglichen hat. Auch interessant waren die Visionen der Thesanit Zemina Paath, in der sie gesehen hat, dass Perry Rhodan in die Bleisphäre eingedrungen ist und sie dann danach zwei Spiralgalaxien gesehen hat, die beim Tod von Zellaktivatorträgern entstehen.... Da dies der erste Teil eines Doppelbandes ist, kann man abschließend noch kein endgültiges Urteil sprechen, immerhin sind die Dialoge erfrischend und humorvoll, besonders die zwischen Gucky und Rhodan, das ganze ist spannend und durchaus nachvollziehbar erzählt...